Felix schaut jetzt nach unten und da entdeckt er den kleinen Maulwurf.
»Auch du bist das nur Max.«
»Wen hast du denn sonst hier erwartet? Vielleicht eine gute Fee?« , entgegnet Max schnippisch.
Felix sieht zu Max hinunter.
»Nein. Ich weiß nicht.«
»Du hast gerade gesagt, dass du jemandem Sorgen machst. Was hast du damit gemeint?«
»Meine Mutter hat nur Ärger mit mir. Ich mache nichts richtig. Selbst meine Brüder sagen das. Immer geht irgendetwas schief.«
»Das ist doch nicht so schlimm. Glaube mir, deine Mutter liebt dich trotzdem. Wenn ich immer einen Regenwurm bekommen hätte, wenn bei mir etwas schief gelaufen ist, könnte ich meine Wohnung jetzt damit füllen.«
Felix schmunzelt.
»Du kleiner Witzbold. In deine Wohnung passen gerade einmal zehn Regenwürmer hinein.«
»Stimmt auch wieder. Aber wo wären wir, wenn wir keine Fehler machen würden. Aus Fehlern lernen wir doch ...«
»Was hast du jetzt vor?«
Felix schaut auf die Scheune.
»Ich gehe hinaus in die weite Welt. Ich will etwas lernen. Viele Dinge kennenlernen und wenn ich groß bin komme ich zurück. Dann lacht keiner mehr über mich.«
Max reckt seine Nase in die Höhe.
»Nimmst du mich mit? Ich möchte auch was von der Welt sehen. Bitte nimm mich mit. Außerdem muss ja jemand auf dich aufpassen ...«
Felix lächelt.
»Warum nicht. Lass uns aufbrechen. Zu neuen großen Taten ...«
»Warte ich packe nur noch meine sieben Sachen.«
Max verschwindet in seinem Erdloch und kommt kurze Zeit später mit einem kleinen Bündel wieder hoch.
»Ich bin reisefertig.«
»Dann los. Auf zu großen Abenteuern ...«
Felix und Max machen sich auf den Weg in die große, weite Welt. Gemeinsam gehen sie dem Sonnenuntergang entgegen ...
Wie es Felix und Max in der großen, weiten Welt ergeht und was sie erleben hört ihr in einer anderen Geschichte ...
2 Felix, der Retter in der Not
Am dritten Tag Ihrer Reise erreichen Felix und Max den Rand eines großen Waldes. »Was machen wir jetzt?«, fragt Felix, »Um den Wald herum können wir nicht gehen. Das ist zu weit!«
»Na dann gehen wir doch einfach hindurch«, schlägt Max vor, der sich auf einen Stein gesetzt hat, um sich auszuruhen.
»Der Wald ist aber sehr dunkel und ich fürchte mich.«
»Ach Felix, wir sind doch zu zweit! Was soll uns da schon passieren? Ich gebe auch gut auf dich Acht.«
»Na gut. Dann lass uns aufbrechen. Ich will so schnell wie möglich den Wald hinter mich bringen.«
Max steht auf und beide spazieren in den dunklen Wald hinein. Kurz darauf sind sie auch schon im Dickicht verschwunden. Es ist spät und langsam senkt sich die Sonne. Ihre letzten Strahlen berühren gerade noch die Baumwipfel, bevor sie sich endgültig hinter dem Horizont versteckt. Die Nacht bricht herein und unsere beiden Freunde sind mittlerweile tief in den Wald vorgedrungen. Felix wendet sich an Max.
»Wollen wir uns nicht ein Plätzchen für die Nacht suchen? Ich bin schon ganz schön müde.«
Max öffnet ganz weit den Mund und fängt an zu gähnen.
»Ja, du hast Recht. Ich könnte auch ein bisschen Schlaf gebrauchen. Kannst du irgendeinen Platz entdecken?«
Felix schaut sich um.
»Du Max ... ich glaube da hinten ist was.«
Beide gehen zu einer Stelle, die Felix erspäht hat. In einer großen Eiche befindet sich ein Loch, das gerade groß genug für unsere beiden müden Wanderer ist. Felix und Max legen sich hinein. Mitten in der Nacht erschallt aus dem Dunkeln ein für Felix unbekanntes Geräusch.
»Huhu! Huhu!«
Verschreckt umklammert er Max.
»Was war das?«
»Keine Angst«, beruhigt ihn Max, »das war nur eine harmlose Eule. Vor der brauchst du keine Angst haben.«
»Bist du dir da auch ganz sicher?«, fragt Felix ganz ungläubig.
»Ja, du kannst mir glauben. So und jetzt schlaf endlich. Wir haben morgen einen langen Weg vor uns.«
Kaum haben die Zwei wieder ihre Augen geschlossen, ertönt das nächste Geräusch aus der Nacht. Erst ist es kaum zu hören, doch dauert es nicht lange bis es lauter wird
»Das ist mit Sicherheit keine Eule!«
»Aber was ist es dann?«
Felix lauscht dem Geräusch.
»Das hört sich an, als wenn jemand weinen würde.«
»Na dann sieh mal nach.«
»Ich? Wieso soll ich da raus? Du könntest genauso gut gehen.«
»Felix, du weißt ganz genau, dass ich nichts sehen kann.«
Widerwillig schaut Felix nach. Langsam streckt er sein kleines Köpfchen aus der Öffnung. Doch auf den ersten Blick ist nichts zu sehen. Dann schaut Felix genauer hin und jetzt kann er es erkennen.
Vor einem großen Busch sitzt ein kleines Eichhörnchen und weint bitterlich. Vorsichtig tastet sich Felix heran und spricht dann mit vorsichtiger Stimme.
»Hallo? Was machst du denn hier so alleine?«
Das Eichhörnchen schnieft und antwortet.
»Ich habe mich verlaufen. Ich möchte nach Hause zu meiner Mami.«
»Du brauchst keine Angst haben. Komm erst einmal mit zu uns in das Baumloch. Morgen früh werden Max und ich dir helfen deine Mami zu finden. Sag mal, wie heißt du eigentlich?«
»Ich heiße Franziskus!«
»Also Franziskus, ich bin Felix. Es wird schon alles gut werden.«
Felix und Franziskus gehen zu dem Baumloch, wo Max vor lauter Aufregung nicht schlafen kann. In kurzen Sätzen berichtet ihm Felix alles. Auch Max erklärt sich sofort bereit Franziskus zu helfen. Doch jetzt wollen sie alle erst einmal schlafen. Um sich vor der eisigen Kälte ein wenig zu schützen, kuscheln sie sich eng aneinander.
Bald darauf bricht der neue Tag an. Die ersten Sonnenstrahlen berühren die Baumwipfel. Es dauert nicht lange und unsere drei Freunde werden wach. Sie machen sich auch gleich auf den Weg, die Eltern von ihrem neuen Freund Franziskus zu finden. Ganz ausführlich lassen sie sich von Franziskus erklären, was er gestern so gemacht hat.
»Ja, ich erinnere mich. An diesem Bach bin ich gewesen. Ich habe versucht ein paar Fische zu fangen, aber erfolglos. Ich habe nicht auf die Zeit geachtet und plötzlich war es ganz dunkel«, erzählt Franziskus den Beiden.
»Ich glaube, du lebst hier ganz in der Nähe«, meint Max, »deine Mutter lässt dich doch bestimmt nicht so weit weglaufen, oder?«
»Nein. Sie sagt immer ich könnte mich sonst verlaufen.«
»Dann müssen wir nur nach einem großen Baum Ausschau halten und wenn wir Glück haben, ist das dein Zuhause. Ich klettere mal hier auf diesen Baum. Vielleicht kann ich von oben etwas erkennen«, erklärt Felix ganz mutig.
Er nimmt Anlauf und will den Baumstamm hinauflaufen. Doch findet er nicht den richtigen Halt und fällt auf sein Hinterteil.
»Aua!«
Felix will sich aber nicht geschlagen geben und versucht es gleich noch einmal. Diesmal hat er Erfolg und kann sich in der Baumrinde festkrallen. Stück für Stück tastet er sich vor, bis er den ersten Ast erreicht hat. Ein bisschen ängstlich umklammert er ihn.
»Kannst du etwas sehen?«, ruft Max von unten.
Felix schüttelt bibbernd den Kopf, was Max natürlich nicht sehen kann. Da hört man in einiger Entfernung eine Stimme, die einen Namen ruft. Die Stimme nähert sich und man kann jetzt auch hören was sie ruft.
»Franziskus? Franziskus? Wo bist du?«
Franziskus dreht sich in die Richtung aus der die Stimme kommt und erkennt seine Mutter.
»Mami ...« »Franziskus ...«
Überglücklich laufen beide aufeinander zu und fallen sich in die Arme.
»Franziskus, mein kleiner Franziskus! Wo bist du nur gewesen? Wir haben uns solche Sorgen gemacht, dass dir etwas passiert sein könnte. Aber jetzt haben wir dich wieder.«
»Ach Mami ... Ich habe mich verlaufen. Ich hatte solche Angst ... dann traf ich Felix und Max. Sie haben auf mich aufgepasst und mir geholfen, dich wiederzufinden»
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