Direktes Upgrade von einer Vorversion vs. Servermigration
Diese Frage ist abhängig davon, ob Sie vorhandene Hardware weiternutzen wollen, ob diese Hardware noch die Mindestanforderungen für Windows Server 2012 R2 erfüllt und ob die eingesetzte alte Server-Version noch ein Upgrade zur aktuellen Version zulässt.
Wenn Sie Hardware weiternutzen wollen und die alte Server Version es nicht verhindert, ist ein Upgrade möglich. Bei folgenden Voraussetzungen ist ein Upgrade möglich:
Ihre Server entsprechen den Hardware-Voraussetzungen. Sowohl Hardware wie auch die alte Server Version müssen x64 Ausführungen sein.
Die auf den Servern installierten Softwareprodukte unterstützen das Upgrade.
Sie wollen installierte Rollen, Features, Dateien, Einstellungen und Anwendungen behalten.
Allerdings schleppen Sie bei einem Upgrade auch Altlasten mit und erhöhen das Risiko für Ausfälle nach dem Upgrade.
Die alten Server Versionen, mit denen ein Upgrade mögliche ist:
Windows Server 2008 SP2 Standard oder Enterprise auf 2012 R2 Standard oder Datacenter. 2008 SP2 Datacenter auf 2012 R2 Datacenter. 2008 SP2 Webserver auf 2012 R2 Datacenter.
Windows Server 2008 R2 SP1 Standard oder Enterprise auf 2012 R2 Standard oder Datacenter. 2008 R2 SP1 Datacenter auf 2012 R2 Datacenter.
Windows Server 2012 Standard oder Datacenter auf 2012 R2 Standard oder Datacenter.
Wollen Sie neue Hardware nutzen, migrieren Sie Rollen, Features, Dateien, Einstellungen und Anwendungen vom alten Server auf den neuen. Das hat folgende Vorteile:
Sie beeinträchtigen Ihre alte Infrastruktur nicht, während Sie die neuen Server vorbereiten.
Sie führen die Migration in einer separaten Umgebung durch.
Sie stellen sicher, dass auf den neuen Servern alle erforderlichen Funktionen zur Verfügung stehen.
Sie sind hier etwas flexibler, was die alte Version betrifft von der Sie migrieren. Selbstverständlich können Sie von den Versionen migrieren, für die auch das Upgrade möglich ist. Für eine Migration verwenden Sie die Windows Server -Migrationstoolsder aktuellen Version um die Daten zu übertragen.
Darüber hinaus können Sie von folgenden x86-Versionen migrieren, die noch auf x86 Hardware betrieben werden: Windows Server 2003, 2003 R2, 2008, 2008 R2.
Verfügbare Tools für die Upgrade - oder Migrationsplanung
Softwaretools können Sie bei Ihren Planungen unterstützen. Das „ Microsoft Assessment and Planning Toolkit“ (MAP) kann Sie bei der Bestandsaufnahme Ihrer bisherigen Infrastruktur unterstützen. Sie können das MAP-Toolkit kostenlos bei Microsoft herunterladen.
Das MAP-Toolkit untersucht Ihre Infrastruktur und generiert Ihnen einen Bericht darüber, ob Ihre Infrastruktur für Windows Server 2012 R2 geeignet ist. Der Bericht wird in eine Datenbank geschrieben, entweder lokal oder auf einen SQL-Server. Auf einem SQL-Server gespeichert, sind Berichte von allen Zugriffsberechtigten abrufbar.
Das Toolkit macht Ihnen Vorschläge für Ihre nächsten Schritte. Sie können so erkennen, welche Server, Rollen, Clients und Applikationen Sie weiter verwenden können, welche außer Betrieb genommen werden sollten und welche sich gut für eine Virtualisierung eignen.
Das Microsoft Assessment and Planning Toolkit :
Die Konsolidierung von Servern
Da wir unsere möglicherweise vorhandene Infrastruktur analysieren müssen, können wir auch gleichzeitig prüfen, welche Server, Rollen, Dienste und Funktionen sich zusammenfassen lassen. Ein möglicher Grund dafür wäre nicht ausgelastete Hardware, die durch Zusammenlegen von Diensten besser genutzt werden kann. Möglicherweise lassen sich gleiche Dienste zu Failover-Cluster zusammenfassen und wir erhöhen durch die Konsolidierung auch die Redundanz.
Sie sollten also prüfen:
Unterstützen die Rollen das Zusammenlegen auf einer Hardware? Falls nicht, müssen Sie diese Rollen separat bereitstellen.
Wäre die Server-Performance nach dem Zusammenlegen gleichbleibend? Das sollte sichergestellt sein. Ansonsten prüfen Sie das Zusammenlegen in anderen Dienst-Kombinationen. Die Server-Performance ist besonders bei Virtualisierungsplänen zu bedenken.
Unterstützen die Rollen die Maßnahmen für hohe Verfügbarkeit?
Das Entwickeln von Plänen zu Server-Upgrades und –Migrationen
Wenn Sie Ihre Pläne erstellen, müssen Sie die aktuelle Infrastruktur, die geeignete Betriebssystem-Edition und die Strategien für Upgrade bzw. Migration, Sicherung, Wiederherstellung, Überwachung und Wartung mit einbeziehen.
Ebenso wichtig sind Lizensierung und Aktivierung der Betriebssysteme, die migrierfähigen und die zu virtualisierenden Rollen, Features, Betriebssysteme, Daten und Freigaben.
Die Analyse Ihrer gegenwärtigen Infrastruktur.
Die Analyse der Geschäftsanforderungen. Eventuell habe diese sich geändert. Das kann Auswirkungen auf die Upgrade- und Migrationspläne haben.
Die Auswahl der geeigneten Windows Server 2012 R2 Edition.
Die Bereitstellungsstrategie, damit Dienste bei Upgrades oder Migration nicht unterbrochen werden.
Die 2012 R2 Lizensierung und Aktivierung: Manuell oder Automatisch (Volumenaktivierung). Die Volumenaktivierung erfordert einen Volumenaktivierungsdienst und das Volumenaktivierungs-Verwaltungstool (VAMT). Bei einer kleinen Anzahl von Servern kann eine manuelle Aktivierung gut geeignet sein. Bei einer großen Anzahl sollten Sie automatische Aktivierung in Betracht ziehen. Je nach gewählter Serveredition kann in virtuellen Umgebungen eine Aktivierung von virtuellen Maschinen automatisch vom Hostbetriebssystem erfolgen. Das hängt davon ab, wie viele Lizenzen für virtuelle Maschinen in der Serveredition bereits enthalten sind. Das funktioniert allerdings zur Zeit nur ab Server Version 2012 R2 für Host und Gast.
Bestimmen der Rollen, die migriert werden können. Das sind die AD Verbunddienste, Hyper-V, Netzwerkrichtlinienserver, Druck- und Dokumentendienste, Remotezugriff, WSUS.
Bestimmen der Rollen, die mitgehostet werden können, beispielsweise DNS auf einem Domänencontroller. Aspekte wie hohe Verfügbarkeit und Leistung müssen dabei berücksichtigt werden. Die Performance der Server darf durch das bereitstellen von mehreren Diensten nicht eingeschränkt werden.
Planen Sie die Prozeduren und Abläufe für Upgrades, Migrationen oder das Neuinstallieren von Servern. Das sollten Sie nicht den ausführenden Mitarbeitern überlassen.
Planen Sie die Verwaltung, Pflege, das Backup und das Wiederherstellen von Daten. Das hat direkten Einfluss auf die Service Level, die Sie einhalten müssen.
Die Server Migration über Domänen
Wenn Sie Dienste über Domänen hinweg oder auch komplette Domänen migrieren wollen, sollten Sie wie folgt vorgehen:
Erzeugen Sie eine neue AD DS Gesamtstruktur.
Installieren Sie die benötigten Anwendungen auf den neuen Servern.
Schaffen Sie eine Vertrauensstellung zwischen der neuen und der alten Gesamtstruktur.
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