Hanna Esslinger - Kinderjahre im Schatten des Dritten Reichs

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Kinderjahre im Schatten des Dritten Reichs: краткое содержание, описание и аннотация

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Episoden meiner Kindheit in den Kriegs- und Nachkriegsjahren (1939-1949).
In diesem Text beschreibt eindrucksvoll eine inzwischen erblindete Frau, wie sie als Kind die Kriegs- und Nachkriegszeit in einem kritisch eingestellten Elternhaus erlebt hat. Sie schildert das Leben in einem schwäbischen protestantischen Pfarrhaus mit Eltern, die gegen das Nazisystem opponierten. Neben erschütternden Szenen kommen immer wieder auch heitere Episoden zur Sprache, zum Beispiel wie sich das Kind die NS-Propaganda zu erklären versucht: Können Menschen umfallen wie Bäume im Wald oder wie Ähren auf dem Feld?

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Von da an ließen mich die Eltern in den Ferien nicht mehr nach Wildberg mitfahren. Ob Luise überhaupt noch fuhr, weiß ich nicht mehr, da es mit den Zugverbindungen immer schwieriger und gefährlicher wurde. Erst nach Kriegsende und nach der Wiederherstellung der Eisenbahnbrücke über den Kocher in Aalen konnte 1946 der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Brücke war völlig sinnlos wenige Tage vor Kriegsende noch gesprengt worden, als ob die feindlichen Truppen mit der Eisenbahn angefahren kämen. An eine Reparatur der Brücke war nach Kriegsende zunächst nicht zu denken, da es überall an Material fehlte, zumal Stahl zu den Reparationsleistungen an die Siegermächte gehörte. So war eine Reise per Bahn lange nicht möglich. Ich vermute - genau erinnere ich es nicht mehr - dass Luise erst 1946 im Sommer wieder zu ihren Eltern fuhr und mich nach Wildberg mitnahm.

Ich hatte zwar von dem schrecklichen Bombenangriff auf Wildberg gehört und durch unmittelbares Erleben der Zerstörungen in Aalen ein Bild von dem, was wir in Luises Heimat vorfinden würden. Doch ich wollte es mir nicht vorstellen, hielt mich trotzig an dem Bild der Stadt fest, wie ich es in mir trug, und freute mich riesig auf das Wiedersehen der mir so vertrauten Gegend und der Menschen, die dort lebten.

Wie groß war der Schock über das, was ich sah, als wir mit dem Zug um eine Bergkuppe fuhren und der Blick auf einen Ort in einer Umgebung fiel, die mir völlig fremd erschien! Das war nicht mehr mein Wildberg, das umgeben von bewaldeten Höhen auf einer Bergkuppe stand, umrundet vom Nagoldfluss. Viele der schmalen, mehrstöckigen Bauernhäuser, die sich von der Talsohle den Berg hinauf erstreckten, hatten enge Gassen gebildet. Diese wurden häufig an den steilsten Stellen durch Treppen abgelöst. Nun waren ganze Häuserzeilen wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen zogen sich nackte Schneisen von unten nach oben. Der Blick fiel jetzt ungehindert hinauf zu der nur leicht zerstörten Kirche, die auf der Bergkuppe stehen geblieben war, ebenso wie das Pfarrhaus, in dem ich geboren wurde. Doch wo war das Rathaus, durch das die Straße in einem engen Tunnel hindurchgeführt worden war? Und wo war das alte Schloss geblieben, das mehr einer Burg ähnelte? Davon waren nur noch einige Mauerreste geblieben, die mich an die alten Burgruinen erinnerten, die schon seit vielen, vielen Jahren die Bergkuppen der Schwäbischen Alb krönten. Hier hatten in der Kriegszeit Kinder zur Erholung gewohnt, mit denen ich gespielt hatte, wenn ich in den Ferien zu Besuch war. Ja, und wo war mein Kindergarten, in welchem ich bei meinen Ferien-Besuchen gespielt und in dem ich die befreundeten Kinder der ehemaligen Nachbarschaft getroffen hatte? Immer freundlich begrüßt von der Kinderschwester, von der mir nun berichtet wurde, dass sie wie viele andere Bewohner ein Opfer des Bombenangriffs geworden war.

Auch manche andere, mir vertraute Menschen lebten nicht mehr. Ich fand mich zunächst in den Gassen nicht mehr zurecht, da bestimmte Orientierungspunkte, wie die alte Steinbrücke über die Nagold, fehlten oder der Zwangsturm, in den einst Straffällige eingesperrt worden waren, ehe man sie in ein Gefängnis in der Kreisstadt verbrachte. Von diesem wurde erzählt, dass man dort die Hexen eingesperrt hatte, ehe sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Wildberg gehörte zu den Orten, in welchen noch schändlicherweise lange, bis ins 17. Jahrhundert, solche Gräuel passierten. Uns Kindern wurde davon erzählt, um uns zu warnen vor bösen Taten und mir war es immer unheimlich, wenn ich an dem Turm vorbeigehen musste. Nun war er einem nicht weniger schrecklichen Geschehen zum Opfer gefallen.

Dass die einzige geteerte Straße, die auf der Talsohle durch den Ort führte, nicht mehr Adolf-Hitler-Straße hieß, sondern wieder ihren alten Namen Hauptstraße hatte, störte mich nicht. Aber dass die für Reparationsleistungen abgeholzten Wälder rund um den Ort verschwunden waren und die Hänge nun wie abrasiert und abweisend auf mich wirkten, trug mit dazu bei, dass mir die alte Heimat fremd geworden war und ich mich nicht mehr so zu Hause fühlte wie in den Jahren, ehe der Krieg seine zerstörerischen Spuren hinterließ. Die Menschen wirkten bedrückt und weniger zu Scherzen aufgelegt, so kam es mir zumindest vor, oder lag es auch daran, dass ich um einige Jahre älter geworden war und meine Umgebung distanzierter und kritischer betrachtete? Ich fand das erinnerte und sicher innerlich auch idealisierte Bild nicht mehr in der Realität wieder.

Ich arbeitete eifrig mit auf dem Feld, wenn es darum ging, das Heu zu ernten oder die Kartoffeln zu hacken. Immer etwas in angstvoller Spannung, ob nicht plötzlich eine Wildschweinmeute aus einer Feldsenke auftauchte. Die Tiere waren zu einer Landplage geworden, da nach dem Krieg Schusswaffen verboten waren, weshalb sie nicht mehr gejagt werden konnten und nun in Überzahl aus den abgeholzten Wäldern auf die freien Ackerflächen kamen und sich an den Feldfrüchten gütlich taten, die der Bevölkerung während der Hungerjahre so nötig waren.

Von meinem Schmerz über die Verluste lenkte mich in den Nachkriegsjahren während mehrerer Ferienaufenthalte, die ich zunächst noch mit Luise, später aber auch alleine verbrachte, die unermüdliche Mitarbeit auf Feld und Wiese ab. Das hatte damit zu tun, dass ich nicht nur eine untätige „Mitesserin“ sein wollte, die es sich bequem machte. Die Lebenssituation der Familie Kempf hatte sich inzwischen sehr verändert. Die Eltern waren gealtert und Bertha verdiente in einem Erholungsheim als Köchin Geld, da die Hufschmiede vom alten Schmied nicht mehr betrieben werden konnte und der Sohn und Erbe im Krieg geblieben war.

Ein weiteres Motiv für mein Engagement war jedoch auch, dass ich mir nicht nachsagen lassen wollte, dass ich inzwischen ein Stadtmensch geworden sei und mich für zu fein hielt, bäuerliche Drecksarbeit zu machen. Auf keinen Fall wollte ich diesen Verdacht rechtfertigen, denn das hätte bedeutet, dass ich hier nicht mehr dazu gehörte und mein vermeintliches Heimatrecht verwirkt war.

Ich musste von Jahr zu Jahr allerdings immer mehr gegen meine eigenen inneren Empfindungen anarbeiten, denn natürlich spürte ich, dass ich mich mit meinen Interessen und Vorstellungen von den Dorfbewohnern entfernte. Auch Bertha konnte ich mit der Lektüre meiner mitgebrachten Ferienbücher nicht so begeistern, wie ich selbst es war.

So wurde mein Osterferienbesuch 1950 ein zweiter und dieses Mal bewusst erlebter innerer Abschied von Wildberg, das ich später nur noch gelegentlich anlässlich von Fahrten in den Schwarzwald besuchte.

Nie wieder habe ich bei den zahlreichen Umzügen in meinem weiteren Leben den Abschied von einem Ort so schmerzlich erlebt wie den von Wildberg, da nichts wieder so sehr Heimat für mich geworden ist. Seit dem Wegzug von Wildberg 1940 erlebte ich nie wieder, dass Häuser, die ich bewohnte, und Umgebungen, die ich mir vertraut gemacht habe, Bestand für mich haben.

Obwohl ich entscheidende Jahre mit der Familie, nämlich fünf Kriegs- und drei Nachkriegsjahre, bis zur Währungsreform 1948, in Aalen erlebte, habe ich dort nicht mehr so tief Wurzeln geschlagen. In Aalen und an weiteren Orten später lebten wir, weil sie durch Vaters Tätigkeit bedingt waren.

Kapitel 3

Vater ließ sich 1940 nach 5-jähriger Tätigkeit als Pfarrer auf Anraten seiner Kollegen von Wildberg weg versetzen, da er immer mehr in Auseinandersetzungen mit dem sehr nationalsozialistischen Bürgermeister geriet. Dazu kam, dass er mit einigen anderen jungen Kollegen den Diensteid auf Hitler verweigerte, den die Pfarrer, die an Schulen Religionsunterricht hielten, ablegen mussten.

Von den Auseinandersetzungen mit der staatlichen Obrigkeit, aber auch mit der Kirchenbehörde, die Vater damals sehr in Beschlag nahmen, habe ich in den Wildberger Zeiten noch nichts bewusst mitbekommen. Es erklärte mir aber später, warum er so wenig von unserem familiären Leben erinnerte, wenn ich ihn nach meinen ersten Kinderjahren befragte.

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