*
Es hatte geklappt. Innerlich jubelte Thomas, durfte es jedoch vor ihr nicht zeigen. Jetzt lief sie auf ihren Heels immer sexy angezogen, meistens sogar ohne Slip, in der Wohnung umher. Dass sie eine tolle Figur hat, war ohnehin niemals zu bezweifeln gewesen. Zum Verzweifeln dagegen war ihre anerzogene Prüderie, diese verdammte Bigotterie, die von ihrer ganzen Familie ausgestrahlt wurde. Eine richtige Familienplage war das gewesen, die ihn schon an Scheidung hatte denken lassen. Wenn er ihr jetzt jedoch in der Küche unter ihren Rock griff, schlug sie ihm nicht mehr auf die Finger. Jetzt griff sie vorne an seine gespannte Hose und er hörte dann: „Komm, lass es uns machen. Hier in der Küche. Ich bin ja so was von rattenscharf auf dich. Los, schieb mir sofort einen rein!“
Und auch noch andere Worte und unglaubliche Handgriffe beherrschte sie jetzt. Sie war dabei erfinderischer, als er jemals gedacht hatte!
Und all das hatten die wenigen Theaterutensilien, etwas verbrannter Schwefel und diese Chemolumineszenz aus dem Knicklicht für Kinder bewirkt. Mit seinen Elektronikkenntnissen war der Bau eines tragbaren Stimmverzerrers ein regelrechter Spaß geworden. Schon fast hatte er sich zu erkennen geben wollen, als sie dann zum ersten Mal seinen Schwanz gelutscht hatte, den des Teufels. Da war sein mit roter und grüner Lebensmittelfarbe eingefärbtes Teil tief in ihrem Mund gelandet, zu Übungszecken, wie er das mit der verzerrten Stimme gefordert hatte. Später hatte sie sich dann über ihre rote Zunge gewundert, auf der auch einige grüne Flecken zu sehen gewesen waren.
Von einer Aufdeckung der Identität des Teufels hatte er abgesehen. Er wollte zunächst einen vollständigen Erfolg seiner "Umschulung" erreichen, musste sich dafür erst einmal klar werden, was seine eigenen „Ziele“ dabei überhaupt sein sollten.
Jedenfalls lief es im Moment so richtig prächtig!
„Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme Dich meiner, o Herr!“, mittlerweile freute sie sich richtiggehend auf diese intime Beichtstunde. Wenn sie es hier schaffte, alles zu erzählen, dabei ohne jedes Schuldbewusstsein an ihrer Muschi spielen zu können, dann hatte das Gute wohl gesiegt. Rosa Mystica, Immaculata, Mater dolorosa, bitte, zeige, dass du Königin des Himmels und der Erde bist.
Und heute war ein ganz besonderer Tag. Heute konnte sie ihm zusätzlich berichten, dass sie nun auch den Teufel, dieses Sinnbild ihres schlechten Gewissens, endgültig besiegt hatte.
„Im Restaurant musste ich mich befriedigen. Mit einem Vibrator. Mein Ehemann hat mir immer mit dem Kopf ein Zeichen gegeben, wann ich ihn hineinschieben sollte. Als dann der Kellner kam, konnte ich nicht anders, ich musste einfach stöhnen. Ist es schlimm, dass es mir gefallen hat? Auch habe ich genossen, ohne Slip durch die Stadt gehen zu müssen, seine Hand unter meinem Rock zu fühlen und dabei seine Finger in mir. Ich hatte überhaupt kein schlechtes Gewissen. Nein, ich hatte unsägliche Lust darauf. Eigentlich fühle ich mich jetzt ohne Sünde, Herr Pfarrer!“, wie ein Wasserfall waren all diese Worte aus ihr herausgesprudelt. Das ewig Niederdrückende, der letzte Rest eines Zweifels, alles war komplett von ihr abgefallen.
„Und der Teufel? War es wieder der Leibhaftige, der dich solche Sachen lehrte?“, eigentlich hatte er wieder diese Details hören wollen. Aber sie schien ihm im Moment zu sinnesfreudig. Ein wenig Schuldbewusstsein bei der Schilderung all dieser fleischlichen Genüsse sollte wirklich nicht schaden.
„Ja Herr Pfarrer, er war wieder da!“, kam es jetzt ganz fröhlich von ihr.
„Aber stellen Sie sich vor, er wird jetzt nie wieder kommen. Ich habe den Leibhaftigen nicht nur vertrieben, ich habe ihn sogar getötet. Jetzt ist wieder Platz in meinem Leben für Gott und die Mutter Maria. Genauso, wie Sie es mir aufgetragen haben!“, sie klang dabei so freudig erregt.
Er war etwas besorgt. Würde das bedeuten, ihre wunderschönen Beichtstunden würden dann der Vergangenheit angehören, weil sie dann auch wohl keine eigenen Sünden mehr erkennen würde?
Aber er sollte zuerst zuhören, was sie zu berichten hatte: „Mein großes spitzes Küchenmesser, das habe ich benutzt. Fünfmal habe ich zugestochen. Ich bin ja so dankbar, dass man den Teufel so einfach besiegen kann. Die gnadenreiche Mutter Gottes, der Erzengel Michael, der heilige Johannes der Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, sie alle habe ich um Hilfe angefleht und alle haben mir geholfen! Rotes Blut, der Widersacher hat für mein Seelenheil so viel rotes Blut hergeben müssen, dort in unserem Wohnzimmer. Er hat sich danach auch nicht mehr gerührt. Heute habe ich mich noch nicht getraut, das Wohnzimmer zu betreten. Was meinen Sie, Herr Pfarrer, wird der tote Leibhaftige dort immer noch liegen, wenn ich von meiner Beichte nach Hause komme?“
Etwas missmutig war er schon über ihre kindliche Vorstellung des Bösen und des Guten: „Mach dir keine Sorgen, mein Kind. Du hast es endlich geschafft, dich deines schlechten Gewissens zu entledigen. Du bist wahrhaftig eine gute Ehefrau geworden und musst den Teufel nie wieder fürchten! Es hat ihn auch nie gegeben, es war alles nur in deinem Kopf, ein Trugbild, erzeugt durch den inneren Konflikt. Et ego te absolvo!“
Er hatte ihr zum Abschied noch einmal die Hand gegeben und genossen, zu wissen, dass ein kleiner Rest der Feuchte aus ihrer Scham an seinen Händen verbleiben würde:
„Gehe nun in Frieden. Gehe zu deinem Ehemann und mache ihn glücklich!“
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