Jederzeit und sehr gewissenhaft hatte sie die Lehren ihrer Eltern befolgt und sich niemals den fleischlichen Gelüsten hingegeben. Nur den Geboten der Kirche, ihrem Ehemann den Beischlaf zu gestatten, das Gebot des heiligen Sakramentes der Ehe, das musste sie doch befolgen! Unbefleckte Empfängnis, Mutter des Herrn Jesus! Aber deswegen konnte er sie doch wohl nicht holen wollen? Aber nun war er hier. Seine beiden Hörner, das grün-rote Gesicht, dann der Ziegenfuß und der rot-schwarze Schwanz, ja, so sah der Leibhaftige aus! Und er leuchtete. Sogar im Dunkeln konnte man dieses Fluoreszieren seiner ganzen Körpers und auch des Schwanzes erkennen.
Ein heftiges Zittern hatte sie damals ergriffen und ihre Stimme fast unverständlich werden lassen: „Ko ... ko ... kommst du mich jetzt holen?“
Ein dickes schwarzes Strick hatte er in der Hand gehalten, mit einer Schlinge wie bei einem Henkerseil: „Jaa, duu wirst jetzt mit mir geeehen!“ Da waren ihr die Tränen in die Augen geschossen: „Warum? Ich habe niemals gesündigt, war immer keusch und ohne Fleischeslust? Meine Zeugin, Maria Rosa Mystica!“ Die Schlinge hatte er ihr um den Hals gelegt: „Genauu, desweeegen!“
„Was? Weil ich so keusch war, komme ich jetzt in die Hölle?“, hatte sie geschluchzt. Kann man überhaupt mit dem Teufel so etwas diskutieren?
„Duu hast gegen das Geboot verstooßen, deinen Ehemann glüücklich zu maachen. Das ist die gröößte Süünde überhauupt!“, die Schlinge hatte er dann zugezogen und sie schmerzhaft gemerkt, dass sie praktisch schon auf den Weg in die Hölle war, zumindest in Richtung Fegefeuer, was eigentlich auch nicht gut war.
Also hatte Thomas doch recht gehabt. Vor zwei Tagen hatte er zum letzten Mal sein Anrecht auf den ehelichen Verkehr eingefordert. Wie oft schon hatte er sie gebeten, etwas mehr Aktivität im Bett zu zeigen, es zu genießen und das auch zu zeigen. „Es ist ein Sakrileg, wenn man dabei Lust empfindet!“, so hatten es ihre Eltern ihr beigebracht. Stumm und leidend hatte sie es dann über sich ergehen lassen, bis es ihm wohl sehr unangenehm aufgefallen war. „Du altjungferliche prüde Nonne, der Teufel soll dich holen!“, hatte er geschrien.
Also stimmte es: Es ist eine Sünde, seinen Ehemann nicht glücklich zu machen!
Als der Leibhaftige sie dann vom Sofa hochziehen wollte, hatte sie nach dem letzten Strohalm gegriffen: „Ich werde alles wieder gut machen! Teufel noch eins, sag mir, was ich machen soll? Ich schwöre bei der seligen Jungfrau Maria, allen Engeln und Heiligen, ich werde ihm ab sofort eine gute Ehefrau sein!“
Wenn man so viele heilige Zeugen aufruft, kann wohl auch der Teufel nichts machen. Jedenfalls löste er die Schlinge wieder von ihrem Hals: „Duu kaanst das nicht aus eigener Kraaft! Du brauchst dazu teuflischen Beistaand!“
So hatte es angefangen, als der Leibhaftige ihr dann persönlich die ganzen Sachen beigebracht hatte!
„Nun, Sünderin, jedes Detail! Wenn du etwas auslässt, kann dir nicht vergeben werden!“, der Pfarrer hatte sein Ohr ganz dicht an das Gitter geschoben. Diesmal hatte er sich vorsorglich eine Packung Kleenex besorgt. Es war schon etwas peinlich, dass er sich beim letzten Mal seine Stola beschmutzt hatte. Er hatte auch durch den kleinen Spalt im Beichtstuhl gesehen, dass sie sich regelmäßig bei der Aufzählung all ihrer Missetaten zwischen die Beine gegriffen hatte. Wenn es ganz still war, konnte man auch dieses Rubbeln hören. Zu gerne hätte er auch seinen Schwanz in ihre kleinen süßen unschuldigen Hände gelegt. Aber es musste auch so gehen. Nur beim Abgang sollte er sich etwas zurückhalten. Beim letzten Male hatte sie nach seinem lauten Stöhnen nachgefragt, ob alles in Ordnung wäre. „Es war nur meine Sorge um dein Seelenheil!“, hatte er mit hochrotem Kopf noch herausbringen können.
„Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme Dich meiner, o Herr!“, der dritte Anlauf, ihre alten Schulden abzuarbeiten und auch eine unbefleckte gute Ehefrau sein zu können. Die beste.
„Der Teufel selbst hat mir gezeigt, wie ich meinen Ehemann um Vergebung bitten und wie er mich für meine schändliche Verweigerung der Lust bestrafen soll. Also: Ich musste dafür diese Strapse anziehen, dazu High Heels. Den Slip musste ich weglassen, dafür aber eine Büstenhebe anziehen. Zu meinem Mann sollte ich dann sagen: ‚Ich war eine ganz böse frigide Schlampe und du musst mir zur Strafe ordentlich den Arsch versohlen!‘ Dafür musste ich mich über seine Knie legen“, sie konnte nicht anders und musste jetzt vor dem Beichtstuhl ihren Slip vorne etwas zur Seite schieben.
Herr, im Licht deiner Wahrheit! Es musste sein, zwei Finger einführen, dann konnte sie gelöst weiterreden: „Dann sollte ich auch sagen: ‚Auf die Muschi, du musst auch meine geile Spalte schlagen, sodass alles schön rot wird!‘ Dabei sollte ich gleichzeitig die Hose von meinem Mann öffnen und sein Glied in den Mund nehmen.“
Er versuchte, seine eigenen Handbewegungen mit den Gleitgeräuschen zu koordinieren, die er auf der anderen Seite des Gitters heraushörte. Die Vorstellung war überaus erregend, dass es doch ihre Hand sein könnte, die so etwas mit ihm machte.
Anfangs hatte sie sich nicht getraut, solche intimen Details in der Beichte zu erzählen. Aber der Pfarrer hatte ja alles hören wollen: „Ist es eine große Sünde, dass mir von den Schlägen innerlich so furchtbar heiß geworden ist? Darf es auch sein, dass mir ein großes wohliges Schauer über den ganzen Körper gelaufen ist, als mein Mann dann tatsächlich zwischen meine Schenkel geschlagen hat? Ist es erlaubt, dabei feucht zu werden und sogar unsagbare Lust zu empfinden oder ist es Sünde?“
„Die Frau als solche ist ja der Erbsünde durch Evas Sündenfall schuldig. Mach dir also keine Gedanken, es ist alles so vorbestimmt. Dich trifft Evas Schuld nur indirekt. Aber du musst nun alles beichten, jedes Detail!“, er war jetzt etwas wütend auf sie. Solche Zwischenfragen lenkten ihn nur von seiner wichtigsten Tätigkeit ab.
So erzählte Eva-Maria Machewski mit belegter und vibrierender Stimme von ihren neuen Handtechniken, vom Oral- und Analverkehr, vom Blowjob mit der Deep Throat Technik, und wie sie zum Ende dann alles geschluckt hatte. Auch, dass ihr Ehemann sie danach „die beste Ehefrau der Welt“ genannt und sie lange geküsst hatte. Tiefe Zungenküsse waren ihr nämlich auch auferlegt worden, von dem Teufel persönlich, dem Leibhaftigen.
„... sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!“, dabei roch sie an ihren Fingern. Es war in den letzten Wochen alles so leicht, so einfach geworden. Keine Schuld plagte sie mehr. Im Gegenteil, eine ungeahnte Wollust hatte Besitz von ihr ergriffen. Eine Begierde, den Verzicht von Jahren in den wenigen Wochen nachholen zu müssen, war über sie gekommen. Denn sie konnte ja alles ohne eigene Schuld durchführen!
„Ja, alles was du mir berichtet hast, ist frei von Sünde. Im Gegenteil, zum ersten Mal hast du nicht unterlassen, Gutes zu tun. Wenn du und deine Ehe damit auf der glücklichen Seite gelandet sind, bist du frei von aller Schuld!“, bei diesen Worten des Pfarrers hörte sie das leichte Rascheln einer Serviette. Auch sie musste ihren Slip jetzt wieder richtig rücken und daran denken, nicht an ihren Fingern zu riechen, wenn sie sich von ihm verabschieden würde.
Sie hörte eindeutig, dass der Herr Pfarrer etwas abwischte, als er ihr verkündete: „Das Einzige, was mir noch etwas Sorgen bereitet, ist, dass du immer noch der festen Überzeugung bist, der Teufel persönlich habe dich zu der Umkehr und zu diesen Wohltaten verleitet. Aber der Leibhaftige ist nur das Sinnbild deines schlechten Gewissens, deinen Ehemann so lange vernachlässigt zu haben. Vertreibe Satan aus deinen Gedanken und aus deinem Leben. Lass dort nur Platz für Gott, Jesus und die Mutter Maria! Drei Vaterunser und zwei Ave Maria. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Et ego te absolvo!“
Читать дальше