Benjamin Webster - Tatort Berlin - Görlitzer Park
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Hans hatte die Freigabe der Wohnung erhalten. Alle Untersuchungen der Spurensicherung waren abgeschlossen. Die Untersuchungen liefen noch auf vollen Touren. Hans holte seine restlichen Klamotten aus seinem Büro ab und warf gleich die Waschmaschine an. Er stellte das Programm 60° mit schleudern ein und machte sich dann auf Spurensuche. Zuerst kamen die Weingläser dran. Eins nach dem anderen überprüfte er, ob er vielleicht noch Fingerspuren finden würde. An den ersten beiden fand er keine. Sie waren ganz vorne gestanden. Auf den Gläsern dahinter befanden sich jede Menge Fingerabdrücke. Hans war sich sicher, dass die von Linda oder Henriette stammten. Das sich auf den ersten Gläsern keine befanden, war ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie jemand mit Handschuhen säuberte, abtrocknete und hinein gestellt hatte. Als nächstes waren die Weinflaschen dran. Die angefangene Flasche im Kühlschrank war auch fein säuberlich abgewischt worden. Überhaupt war die Küche tipptopp sauber geputzt. Man sah es daran, dass die Spurensicherung überall das Grafitpulver hinterlassen, aber nichts gefunden hatte. Da er keine weiteren Spuren fand, wechselte er als nächstes den Schließzylinder seiner Haustür aus, weil der Hausschlüssel, trotz intensiver Suche fehlte. Das ließ nur den Schluss zu, dass der oder die Täter ihn mitgenommen hatten. Ganz zum Schluss überprüfte er noch die kleinen Röhrchen an den Heizkörpern. Sie sind am Ende der Heizperiode, meist nicht mehr ganz voll, weil ein Teil der Flüssigkeit verdunstet war. Hans sah bei jedem Heizkörper nach und stellte fest, dass alle Röhrchen ganz voll waren. Ergo, wurden sie bereits von der Heizungsfirma gewechselt. Das heißt, dass ein Fremder am Mordtag, oder einen Tag davor, in der Wohnung war. Er fand aber kein Protokoll das üblicherweise beim Wechsel der Röhrchen ausgestellt wird. Trotz intensiver Suche, war keins vorhanden. Hans rief daraufhin sofort Wagner an. Dieser erklärte ihm, was er entdeckt hatte und bat noch einmal darum die SpuSi vorbeizuschicken, um eventuelle DNA Spuren an der Weinflasche oder Fingerabdrücke an den Heizkörpern zu sichern. Wagner: „Und du sagst, die Röhrchen wurden bereits gewechselt?“ Hans: „Ja, sie sind alle neu. Es muss also ein Fremder in der Wohnung gewesen sein. Findet bitte heraus, wer die Röhrchen gewechselt hat. Vielleicht hat der Typ etwas gesehen oder bemerkt.“ Wagner: „Das ist schon in Arbeit. Schornsteinfeger und Heizungsinstallateur sind auf Montagmorgen einbestellt. Wie du siehst, waren wir nicht ganz untätig. Sei mir nicht böse, aber jetzt habe ich Feierabend. Also, bis dann.“ Hans dachte für sich, wie gut es doch Wagner hatte. Beamter, freitags um 16:00 Feierabend, acht Wochen Urlaub im Jahr, fette Pension und Ortszulage. Auf all das hatte er ja freiwillig verzichtet, als er die Kripo verließ. Dafür war er jetzt selbstständig, hatte keinen Chef der ihn bevormundete und das Wichtigste, er konnte sich seine Auftraggeber aussuchen. Gefiel ihm eine Nase nicht, konnte er den Job ablehnen. Hans kam gerade aus der Dusche, als es an der Haustüre läutete. Es war Linda, die sich mächtig aufgebrezelt hatte. Hans fragte sie: „Gehst du zum Opernball, oder warum hast du dich so herausgeputzt?“ Linda: „Ich dachte wir zwei gehen heute ein bisschen aus. Lecker Essen, und anschließend noch in einen Club.“ Hans: „Da muss ich dich leider enttäuschen, auf mich wirst du verzichten müssen. Ich verbringe den Abend im „Scharfem Eck“ bei Jupp.“ Linda: „Nimmst du mich mit?“ Hans: „Dann zieh dich bitte um, mit den Klamotten treibst du die Männer vom Stammtisch in einem Hormonschock. Die haben dann nur noch Augen für dich und eine gescheite Unterhaltung ist nicht mehr möglich.“ Linda: „Mir wäre es lieber du würdest einen Hormonschock bekommen und mir dabei die Kleidung vom Leib reißen und mich stundenlang leidenschaftlich lieben.“ Hans lachte und meinte: „Rede ruhig weiter. Es ist interessant, was für Fantasien Frauen so haben. Du hast das innige küssen und das Vorspiel vergessen.“ Linda: „Es wird der Tag kommen, da wirst du mich begehren. Aber ich werde dir dann nur die kalte Schulter zeigen. Ich gehe mich schnell umziehen, warte bitte so lange. Du nimmst mich doch mit, zu deinen Ermittlungen? Vier Ohren hören mehr wie zwei. Und wenn dir die Männer nicht antworten, dann knöpfe ich meine Bluse auf. Was glaubst du, wie die dann anfangen zu reden.“ Hans: „Du liest zu viel Krimis. Das wird nur ein Stammtisch Gespräch, mit viel Schnaps und Bier.“ Linda verließ die Wohnung und kam 10 Minuten später zurück. Sie war nicht wieder zu erkennen. Hans: „Jetzt siehst du aus, wie eine graue Maus. Ist Schlabberlook überhaupt noch angesagt?“ Linda: „Immer hast du etwas an mir auszusetzen. Mal bin ich zu fein, mal bin ich schlabbrig. Du solltest mich einmal in Natur sehen. Mein Lieber, da würde es dir schwindlig werden.“ Hans: „Nee, lass man. Ich kann es mir vorstellen und das reicht für den Moment. Lass uns endlich gehen. Ach ja, in der Wohnung war die Wartungsfirma und hat die Röhrchen an den Heizkörpern gewechselt, wann waren sie eigentlich bei dir?“ Linda: „Bei mir war noch niemand. Es war lediglich ein Aushang unten am schwarzen Brett, dass in den nächsten Tagen jemand kommen würde.“ Linda bückte sich und sah nach, welche Farbe die Röhrchen dieses Mal hatten. Linda: „Komisch, sonst wechselt die Farbe jedes Jahr. Mal ist die Flüssigkeit rot, dann grün und letztes Jahr waren sie gelb. Und die hier sind wieder gelb.“ Hans: „Das ist doch Wurst, welche Farbe sie haben. Der Inhalt ist doch immer gleich, wie beim Sprit.“ Linda: „Und ich dachte die wechseln die Farbe jedes Jahr, damit man nicht betrügen kann.“ Hans: „Da muss ich noch einmal nachhaken, nicht das ich bei der nächsten Ablesung doppelt bezahlen muss. Wagner hat den Monteur auf Montag einbestellt, da kann er gleich nachfragen, warum hier die gleiche Farbe drin und wo das Protokoll ist.“ Es läutete. Hans öffnete und sah erstaunt, dass es die Ex Kollegen von der Spurensicherung waren. Er begrüßte sie und Dieter Mayer fing gleich an zu schimpfen: „Wegen dir müssen wir Überstunden schieben, während der gnädige Herr mit der hübschen Dame zum dinieren geht. So schön möchte ich es auch einmal haben.“ Hans antwortete entsprechend: „Hättet ihr euren Job richtig gemacht, dann müsstet ihr nicht noch einmal kommen. Alle Weinflaschen, die Gläser und sämtliche Heizkörper sind zu überprüfen. Die offene Flasche im Kühlschrank auch auf DNA Spuren untersuchen, den Rest nur auf Fingerabdrücke. Wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet, aber die Dame und ich, haben eine Verabredung. Ach ja, wenn ihr geht, zieht einfach die Tür hinter euch zu. Schönen Abend und frohes schaffen wünsche ich noch.“ Linda und Hans verließen die Wohnung und liefen die paar Meter ins „Scharfe Eck“.
Wagner hatte am Freitag noch einen Termin beim Vermieter Michael Henning bekommen, aber auch nur weil er ihm freundlich, mit einer Vorladung auf Montagmorgen gedroht hatte. Während er seine Häuser in Berlin hatte, residierte Henning im feudalen Potsdam. Es war eine große Villa mit reichlich grün drum herum. Schätzwert einige Millionen Euro. Hier konnte man förmlich das Geld riechen. Martina Weber meinte beim Anblick nur: „Von Beruf Sohn. Chef, wir hatten die falschen Eltern.“ Wagner: „Augen auf bei der Berufs- und vor allem Partnerwahl. Sie brauchen sich doch nur einen reichen Schnösel anlachen und heiraten, dann haben sie auch so eine Villa. Bei uns Männern sieht das nicht so gut aus. Welche reiche Lady will schon einen Kripobeamten.“ Sie fuhren die Einfahrt hinein und zwei deutsche Doggen begrüßten sie gleich mit lautem Gebell. Martina: „Ich steige da nicht aus, es sei denn ich darf meine Waffe benutzen.“ Wagner: „Ach, die sind doch harmlos, die wollen bestimmt nur spielen.“ Wagner fackelte nicht lange und öffnete seine Tür, was er besser nicht getan hätte. Beide Doggen stürzten sich sofort auf die offene Tür und Wagner schaffte es gerade noch sie wieder zu schließen. Martina: „Chef, nur Mut, die wollen doch nur spielen.“ Wagner: „Wie war das mit der Waffe?“ In diesem Augenblick öffnete sich die Eingangstür der Villa. Ein Mann kam heraus und rief laut: „Wotan, Hermes aus. Sofort auf euren Platz.“ Die Hunde folgten aufs Wort und liefen hinter die Villa. Wagner und Martina stiegen aus und der Hausherr begrüßte sie gleich: „Tut mir leid, aber die zwei Rabauken sind manchmal recht ungestüm. Sie sind harmlos, sie wollen nur gestreichelt werden und ein wenig toben. Sie sind bestimmt die Herrschaften von der Polizei. Henning, Michael Henning.“ Wagner und Martina stiegen erleichtert aus und zeigten gleich ihre Dienstausweise. Wagner: „Ich bin Hauptkommissar Wagner und das ist meine Kollegin Weber. Danke, das sie uns so kurzfristig einen Termin gegeben haben.“ Henning: „Bitte kommen sie rein, wir müssen uns nicht zwischen Tür und Angel unterhalten.“ Henning führte sie ins Wohnzimmer und bot ihnen Platz an. Henning: „Womit kann ich ihnen behilflich sein? Ich gehe einmal davon aus, dass sie keine Wohnung suchen, denn da müsste ich sie leider enttäuschen, denn wir haben im Augenblick keine freie Wohnungen.“ Wagner: „Nein, wir suchen keine Wohnung. Wie ich bereits am Telefon sagte, sind wir von der Mordkommission und ermitteln im Todesfall Henriette Berger, die in einer ihrer Wohnungen in der Görlitzer Strasse 36 wohnte.“ Henning: „Oh ja, mein Angestellter Herr Bongartz hat mir darüber berichtet. Schreckliche Sache. Aber was hat das mit mir zu tun, wenn einer meiner Mieter freiwillig aus dem Leben scheidet? Ich kannte Frau Berger nur durch zwei oder drei flüchtige Begegnungen.“ Weber: „Wir reden hier nicht über Selbstmord, sondern von Mord.“ Henning: „Mord? Aber mein Hausmeister hat doch gesagt, die alte Dame hätte sich aufgehängt, weil sie so große Schmerzen hatte. Er hat sie, zusammen mit einer anderen Mieterin gefunden. Und sie hätte einen Abschiedsbrief hinterlassen.“ Wagner: „Das war der erste Eindruck. Inzwischen haben wir gesicherte Erkenntnisse, dass es eindeutig Mord war. Und so müssen wir in alle Richtungen ermitteln, auch ihren sozialen Hintergrund. Wir haben ein Schreiben von ihnen bei Frau Berger gefunden, indem sie ihr nahelegen, sich eine andere Wohnung zu suchen. Uns interessiert nun, warum sie Frau Berger loswerden wollten?“ Henning: „Ich plane umfassende Sanierungsarbeiten in meinen Häusern. Und das ist für ältere Bewohner doch eine hohe gesundheitliche Belastung. Schmutz, Staub und Lärm sind da nun einmal nicht zu vermeiden. Und da biete ich allen Bewohnern an, dass sie in eine Ersatzwohnung von mir umziehen, oder ich finde sie mit einer Einmalzahlung ab.“ Martina: „Aber doch nicht in allen Häuser gleichzeitig?“ Henning: „Je früher ein Haus leer steht, desto schneller können sie wieder einziehen. Manche Mieter schalten da auf stur und schöpfen alle rechtliche Mittel aus. Und dann verzögern sich die Sanierungsarbeiten. Das kostet mich viel Geld.“ Martina: „Was spricht dagegen, dass sie eine Wohnung nach der anderen sanieren?“ Henning: „Das würde ich ja gerne tun, aber da spielen die Handwerker nicht mit. Welcher Fliesenleger kommt schon, wenn nur ein paar Quadratmeter Fliesen auszutauschen oder zu verlegen sind. Die Kosten dafür verdoppeln sich und ich muss das leider wieder auf die Miete umlegen.“ Wagner: „Und wie hoch ist die Miete nach der Sanierung?“ Henning: „Das kann ich nicht genau sagen. Aber in der Regel zwischen 40% und 60%.“ Weber: „Können denn die jetzigen Mieter das überhaupt bezahlen?“ Henning: „Viele nicht. Deshalb biete ich ihnen auch Ersatzwohnungen an. Gut, die sind dann etwas kleiner, aber sie können dann wenigstens die Miete bezahlen.“ Wagner: „Und wie finanzieren sie das? Ich meine, verfügen sie über so viele Rücklagen oder müssen sie Kredite in Anspruch nehmen?“ Henning: „Der laufende Unterhalt meiner Immobilien kostet viel Geld. Dauernd muss etwas repariert oder erneuert werden und das kostet. Der Fiskus will auch seinen Teil, da bleibt nicht viel übrig. Ich muss eben zur Bank oder einen Investor ins Boot holen. Aber konkrete Pläne gibt es noch nicht.“ Weber: „Wo waren sie eigentlich vorgestern Abend zwischen 21:00 Uhr und 23:00 Uhr?“ Henning: „Sie verdächtigen mich? Ich bringe doch niemand um, was hätte ich denn davon?“ Weber: „Aber nein, das ist eine reine Routinefrage. Die müssen wir allen stellen, auch ihnen, um sie als Täter auszuschließen. Also, wo waren sie?“ Henning: „Zuhause. Ich bin gegen 21:00 Uhr aus meinem Büro gekommen und danach haben meine Frau und ich etwas gegessen. Gegen 22:30 Uhr sind wir zu Bett gegangen. Meine Frau wird ihnen das gerne bestätigen.“ Wagner: „Ist ihre Frau hier? Dann könnten wir sie gleich fragen.“ Henning: „Nein, sie ist nicht hier. Sie kommt erst am Sonntagabend wieder.“ Weber: „Haben sie eigentlich Kinder?“ Henning wurde plötzlich ruhiger und antwortete mit leiser Stimme: „Ich hatte zwei Kinder, 4 und 6 Jahre alt. Wir machten damals Weihnachturlaub in Thailand. Alles war gut, bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag, da kam dann plötzlich das Wasser. Meine damalige Frau und die beiden Kinder haben die Katastrophe nicht überlebt. Es war eine schmerzliche Zeit. Glauben sie mir, ich weiß was es heißt einen geliebten Menschen zu verlieren.“ Martina sagte zu Henning: „Das tut uns sehr leid, aber wir machen auch nur unseren Job und da müssen wir eben auch unangenehme Fragen stellen. Dann wohnen sie und ihre Frau ganz alleine in dieser riesigen Villa?“ Henning antwortete genervt: „Und wenn schon. Sind sie neidisch, oder hat diese Frage etwas mit dem Tod von Frau Berger zu tun?“ Wagner: „Wir sind doch nicht neidisch Herr Henning, ganz im Gegenteil. Wir gönnen ihnen doch das alles. Nur haben wir uns gefragt, wer diese wunderschöne Villa pflegt. Das sind doch bestimmt ein dutzend Zimmer die wöchentlich gereinigt werden müssen. Haben sie noch Personal, dass sie dabei unterstützt?“ Henning: „Wir haben einen Gärtner und eine Haushaltshilfe, die täglich hier sind. Beide sind ordnungsgemäß versichert und angemeldet. Einen Fahrer habe ich auch noch. Haben sie noch Fragen die Frau Berger betreffen?“ Martina: „Wie viel Geld haben sie Frau Berger geboten das sie auszieht?“ Henning: „Nun ja, zusammen mit der von ihr errichteten Kaution waren das 5000.- Euro. Aber das hat sich ja jetzt erledigt.“ Wagner: „Das glaube ich aber nicht. Was ist mit ihrem Neffen, der noch in der Wohnung wohnt? Meinem Wissen nach, hat er einen gültigen Mietvertrag. Wollen sie ihm auch eine Kündigung schicken?“ Henning schaute die beiden ungläubig an und fragte nach: „Was für ein Neffe? Davon weiß ich nichts. Ich höre das jetzt zum ersten Mal. Aber ich denke, dass er auch froh sein wird, wenn er diese alte Wohnung los ist. In zwei Wochen fangen wir an mit den Baumaßnahmen. Zuerst kommen die Bäder und die Küchen dran.“ Wagner: „Dann wünsche ich ihnen viel Spaß dabei. Wenn ich ihnen einen Rat geben darf, halten sie sich dabei an die Gesetze, sonst haben sie eine Flut von Anzeigen an der Backe. So, und nun müssen wir gehen, denn wir haben noch andere Fälle die bearbeitet werden müssen. Ach ja, bitte senden sie mir doch eine Liste aller Häuser und Grundstücke die sie in Berlin haben.“ Henning: „Die können sie gleich mitnehmen.“ Er druckte die Liste aus und die beiden verabschiedeten sich. Martina stellte abschließend noch eine Frage: „Wechselt jedes Jahr die gleiche Firma die Verdunstungsröhrchen an den Heizkörpern aus?“ Henning: „Die haben einen fünf Jahresvertrag. Und der endet bei der Firma Walter erst in zwei Jahren.“ Sie stiegen in ihren Wagen und fuhren zurück ins Präsidium. Kaum das die beiden die Villa verlassen hatten, griff Henning zum Telefon. Er sprach mit seinem Verwalter Ralf Gebhard: „Gebhard, die Kripo war gerade da. Die hat gemeint, dass die Berger noch einen Neffen hatte, der jetzt noch in der Wohnung wohnt. Er soll sogar mit im Mietvertrag stehen. Sagen sie mir bitte, dass das nicht stimmt.“ Gebhard: „Da müsste ich erst nachsehen.“ Henning: „Dann tun sie das, für was bezahle ich sie. Und wenn die Kripo Recht hat, lassen sie sich etwas einfallen, wie wir diesen Neffen ohne großes Aufsehen aus der Wohnung bekommen.“ Henning beendete das Gespräch. Wütend sah er aus dem Fenster in seinen riesigen Garten und zischte dabei: „Wenn man nicht alles selbst macht.“ Noch hatte die Presse nichts von dem Mord an Henriette Berger mitbekommen. In der Presseerklärung der Polizei, war anfangs nur die Rede von dem Selbstmord einer 70 jährigen Rentnerin. Einer von circa 10.000 im Jahr alleine in Deutschland. Suizid ist eben ein Thema, über das man nicht gerne in der Öffentlichkeit spricht. Er wird weitgehend tabuisiert, ist mit Makel behaftet. Früher wurden Selbstmörder nicht einmal christlich beerdigt. Die Kirche weigerte sich, diese Menschen in geweihter Erde zu beerdigen. Die Presse nimmt zwar Notiz davon, berichtet aber selten über die Hintergründe, wie es dazu kam. Es sei denn, ein reicher oder Prominenter verübt ihn. Dann wird er monatelang ausgeschlachtet und füllt die Nachrichten. Aber Fakt bleibt, dass sich jeden Tag in Deutschland knapp 30 Menschen das Leben nehmen. Und so erschien auch nichts in der Presse. Ein Glücksfall für die Polizei, konnte sie doch ohne Presserummel, in aller Ruhe ermitteln. Hans und Linda hatten einen feucht- fröhlichen Abend im „Scharfem Eck“. Der Stammtisch erwies sich als sehr gesprächig. Die Zunge saß locker, was auch dem Bier und Schnaps geschuldet war. Hans und Linda tranken nicht sehr viel Alkohol, meistens Kaffee, Wasser oder Tee. Sie waren die Einzigen die beim Feierabend noch nüchtern waren. Jupp, der Wirt, schloss wie immer gegen 23:00 Uhr das Lokal und ließ dann nach und nach die letzten Gäste nach Hause gehen. Ganz zum Schluss, saßen nur noch Linda und Hans am Tresen. Jupp, der eigentlich Josef Altmeier hieß, stellte drei Schnapsgläser hin, schenkte ein und erhob sein Glas: „Geht aufs Haus. Trinken wir auf Henriette.“ Sie stießen an und Jupp fragte: „Hast du Neuigkeiten erfahren?“ Hans: „Was meinst du?“ Jupp: „Ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen. Du warst einmal bei der Kripo und sitzt dann kurz nach dem Tod deiner Tante am Stammtisch und stellst Fragen. Wenn die Leute das nicht merken, weil sie schon einem im Tee haben ist das ihre Sache, aber ich bin Wirt und habe immer Augen und Ohren offen. Du ermittelst doch. Wenn ich dir in irgendeiner Form helfen kann, so sag es mir.“ Linda: „Wir können jede Hilfe gebrauchen.“ Hans: „Nicht wir, sondern ich. Du hältst dich zurück, das ist kein Kindergeburtstag.“ Jupp: „Wie mir scheint interessierst du dich auch für andere Todesfälle. Glaubst du, es gibt da einen Zusammenhang?“ Hans sah ein, dass Jupp kein Idiot war. Hans: „Ich weiß es nicht. Erzähle aber niemand davon. Ich muss zuerst einmal mit den Angehörigen und Hinterbliebenen sprechen, erst dann kann ich mir ein Bild machen. Auf jeden Fall wird es nicht einfach.“ Jupp: „Wenn du mich fragst, hängt alles mit den Wohnungen zusammen. Alle die in letzter Zeit das Zeitliche gesegnet haben, waren Mieter von Hennings Wohnungen. Der entmietet im Augenblick, was das Zeug hält.“ Hans: „Vorsicht! Das kann Zufall sein. Die beiden Unfälle zum Beispiel, da wurde keine Fremdeinwirkung festgestellt. Na ja, bis auf die vermutete Fahrerflucht bei Herrn Kimmig. Und wenn eine alte Frau oder ein alter Mann an Herzschwäche stirbt, ist das normal. Eine Frau ist an Krebs gestorben. Der Einzige erwiesene Mord, ist bisher an Henriette. Und da haben wir bisher noch kein Motiv gefunden. Mit Vermutungen kommen wir da auch nicht weiter.“ Linda: „Aber komisch ist das schon. Es sterben Leute, die sich einfach dagegen wehren, aus ihren Wohnungen vertrieben zu werden. Ich glaube, das ist kein Zufall.“ Hans: „Glauben heißt, nichts wissen. Beweisen muss man es können. Glaubst du wirklich, dass ein Hausbesitzer, seine Mieter umbringt, nur weil sie nicht ausziehen? Da gibt es doch andere Mittel, um die Mieter herauszubekommen. Lärm, Staub und Schmutz, Wasser abstellen oder Strom kappen, nur um einige Möglichkeiten zu nennen.“ Jupp: „Oder Psychoterror.“ Hans: „Auch das. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Henning etwas damit zu tun hat.“ Jupp: „Aber du hast Zweifel.“ Hans: „Ich will es zumindest ausschließen können.“ Jupp: „Ich hatte schon zweimal diese Woche Besuch vom diesem schmierigen Hausverwalter Ralf Gebhard. Stellt euch vor, die wollen mich hier raus haben. Das ganze Viertel soll saniert werden, auch das „Scharfe Eck“. Hier würde dann ein Szene Bistro hineinkommen. Ich könnte es ja pachten, allerdings für eine Pacht von 7500.- Euro im Monat. Das ist fast das Doppelte, was ich derzeit an Pacht abdrücke. Er hat mir am Montag 50.000 Euro dafür geboten, wenn ich sofort aus dem Vertrag aussteige. Das habe ich natürlich abgelehnt, mit dem Ergebnis, dass er heute Morgen schon wieder auf der Matte stand. Nur dieses Mal hat er mir 75.000 Euro geboten und ich dürfte die ganze Theke mitsamt der Zapfanlage mitnehmen. Er hat mir bis Mittwoch Zeit gegeben das Angebot zu überdenken. Als er dann auf der Toilette war, habe ich den Plan abfotografiert. Es ist die Frontansicht der neuen Görlitzer Strasse.“ Er holte sein Smartphone aus einer Schublade und lud das Bild auf das Display. Hans und Linda sahen sich es an und Hans sagte: „Das sind ja mindestens 10 Häuser, die hier ganz verschwinden sollen. Hat Henning überhaupt eine Baugenehmigung dafür?“ Jupp: „Keinen blassen Schimmer. Aber wenn er schon die Pläne dafür hat, wird er sie wohl haben.“ Hans: „Kannst du mir das Foto überlassen?“ Jupp schickte ihm das Foto. Linda meinte erschrocken: „Das sind ja über 80 Wohnungen die verschwinden werden. Und das alles für ein Hotel und ein paar Eigentumswohnungen. Rechnet sich das denn?“ Jupp: „Es sind ja nicht nur die Wohnungen die zur Strasse gehen, sondern auch die gesamten Hinterhöfe. Und wenn das, was auf dem Plan steht stimmt, dann sind das 40 Apartment Eigentums- und 40 Mietwohnungen. Dazu die Dachterrassen, ein Bistro, 2 Geschäftseinheiten und das 100 Betten Hotel. Wenn sich das nicht rentiert, dann weiß ich auch nicht.“ Hans: „Das stimmt schon, aber das kann doch Henning nie und nimmer alleine stemmen. Verfügte er denn über so viele Mittel?“ Linda: „Du kannst ihn ja einmal fragen. Ich glaube es nicht. Der hat doch in den letzten Jahren die halbe Strasse aufgekauft. Immer wenn ein Eigentümer verstorben ist, stand er an vorderster Front und hat sich das Gebäude unter den Nagel gerissen.“ Jupp: „Das stimmt. Henning hat ein wenig Farbe und Tapeten an die Wände geschmissen und danach die Mieten ordentlich erhöht. Ihm gehört inzwischen die halbe Strasse. Und wenn alles bezahlt ist, bekommt er auch genug Kohle von der Bank, so einfach ist das.“ Hans sah sich noch einmal das Bild an und meinte: „So wie das hier aussieht, reißt er die ganzen Häuser ab, um dann neu zu bauen. Nein, so blöd ist keine Bank. Ohne Mieteinnahmen hat er auch keine Sicherheiten mehr. So ein Bauobjekt dauert doch bestimmt zwei Jahre. Der braucht mindestens 10 - 15 Millionen, wenn nicht sogar mehr. Ich glaube eher, da ist noch ein finanzkräftiger Investor der seine Finger mit im Spiel hat. Man müsste diesem Gebhard einmal auf den Zahn fühlen.“ Jupp: „Wenn du gerne viel Whisky trinkst, dann komm am Mittwochnachmittag gegen 17:00 Uhr vorbei. Dann ist er wieder hier und will sich meine Antwort abholen.“
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