Ein wenig niedergeschlagen ergänzt er: „Ich mag Abs sehr, aber er liebt mich und ich ihn nicht.“
Luca nickt verständnisvoll. Zeit für die Wahrheit!
Er räuspert sich verlegen. Mann, wie lange ist das her, dass er jemandem seine Gefühle gestanden hat? Fünf Jahre? Mindestens. Doch Jacksons Eröffnung macht ihm Mut.
„Ich … also, ich auch!“, stammelt er.
Erschrocken reißt Jacks die Augen auf. „Was auch? Auch: Du magst mich nur? Oder auch: ich liebe dich und du mich nicht? Oder was?“
Jetzt hebt Luca seinen Blick und saugt Jacks Anblick in sich auf.
„Ich bin sowas von verknallt in dich; das kannst du dir überhaupt nicht vorstellen“, erklärt er ruhig. „Und das, obwohl ich ein absolut unsicheres Gefühl bei der Sache habe. Obwohl ich weiß, dass ich bald wieder weg muss. Obwohl ich dich kaum kenne. Obwohl dein bester Freund mich hasst wie die Pest. Und obwohl … wir einige verschiedene Ansichten haben.“
Er kneift seine Augen leicht zusammen. „Ich würde wirklich viel dafür geben, dich richtig kennenzulernen. Ich würde gerne morgens neben dir aufwachen. Ich will deine schwarzen Fingernägel über Lucys Hals tanzen sehen … und zwar mit voll aufgedrehtem Verstärker. Und ich will dir in die Augen sehen, ohne deine Kontaktlinsen; denn ich will endlich wissen, ob dein Blick mich dann immer noch so fasziniert, dass mir fast die Drähte aus der Mütze fliegen.“
Sie lachen beide leise vor sich hin, während sich ihre Hände den Weg durch benutzte Pappschachteln bahnen und ihre Finger sich schließlich ineinander verschränken.
„Ich will das alles und noch so viel mehr …“
Ihre Blicke versinken ineinander. „War das nicht eine tolle Rede?“, lächelt Luca unsicher. „So was hab‘ ich noch nie zu einem anderen Kerl gesagt. Ich bin voll das Mädchen!“
Jackson lehnt mit abschätzendem Blick den Kopf ein wenig zurück. „Das wüsste ich!“, gibt er gedehnt zurück. Dann beugt er sich erneut vor und raunt mit anzüglichem Grinsen: „Aber um sicher zu gehen können wir ja noch mal nachsehen!“ Er zuckt vielsagend mit den Augenbrauen.
Luca prustet los; ein wenig zu laut; ein wenig zu überdreht. Doch das ist die Erleichterung. Meine Güte, Jackson ist in mich verliebt. Es gibt einen Gott! Madonna, ich wusste es!
Während Jackson die Müllberge entsorgt, verfolgt ihn Lucas Blick. Seine kräftige Gestalt, sein schlendernder männlicher Gang. Luca starrt auf Jacksons Hintern. Den hab‘ ich noch nie richtig begutachten können. Das werd‘ ich baldmöglichst nachholen.
Als Jackson sich wieder umdreht und auf ihn zu kommt, klebt Lucas Blick automatisch an dessen breiter Brust. Ja, die gefällt mir besonders gut. Egal, ob ich sie abküsse oder ob ich mich dagegen lehne und sie im Rücken spüre; Sie strahlt seine Kraft aus! So sexy! Und sein Gesicht … so offen. Als hätte er irgendwann mal beschlossen: ich verheimliche nichts mehr. Keinen Gedanken, keine Emotion. Jetzt lächelt er mich an. Ich glaube, wir sollten schnell gehen. Ich werd‘ nämlich auch geil. Diese Grübchen. Oh, Mann !
„Woran denkst du schon wieder?“ Jackson steht direkt vor Luca und greift zärtlich mit Daumen und Zeigefinger nach dessen stachligem Kinn. „Du geiles Stück!“, raunt er hinterher.
„Du hast mich durchschaut! Wie machst du das nur?“, murmelt Luca zurück.
„Du hast einen Ständer, der ist nicht von schlechten Eltern“, grinst Jackson schadenfroh.
Ein ‚Oh‘ formt sich auf Lucas Lippen.
„Komm, wir gehen!“, fordert Jackson ihn auf. „Ich muss mich dringend um dich kümmern!“
Stöhnend räkelt sich Jackson in seiner ziemlich versauten Bettwäsche. Er streckt sich und gähnt aus vollem Herzen. Er fühlt sich matt, ausgelaugt und dermaßen befriedigt, dass er glaubt, nie wieder aufstehen zu können. Luca hat’s mir besorgt. Der zurückhaltende anschmiegsame Luca. Verdammt nochmal. Wer hätte gedacht, dass aus diesem Kuschelkater Mister Ich-knall-dir-das-Hirn-aus-dem-Schädel werden kann? Da muss wohl der Italiener in ihm zum Vorschein gekommen sein. Fuck, war das geil!
Ein Schnurren entfährt Jacksons Kehle, als er die letzten Stunden Revue passieren lässt. Sobald die Wohnungstüre hinter ihnen zuknallte, fielen sie wie zwei wilde Tiere übereinander her. Und Luca zeigte sich von einer völlig neuen Seite. Er war gierig, ungeduldig und ruppig. Das irritierte Jackson … ungefähr eine Sekunde lang, dann sprang er genauso heißblütig mit seinem neuen Freund um. Er packte Luca in die vollen Haare und riss dessen Kopf nach hinten, während seine andere Hand derbe in dessen Schritt griff. Doch statt zurückzuzucken oder sich zu zieren, gab Luca ein wildes, lautes Grollen von sich. Seine Hände legten sich eng – wirklich ziemlich eng – um Jacksons Hals.
„Lass mich los!“, befahl er und seine dunklen Augen wirkten dabei sehr bedrohlich. Oh, Jackson war sowas von begeistert. Er liebt Abwechslung beim Sex. Und gerade in diesem Augenblick ging ihm auf, wie eingefahren seine Fickeinlagen mit Abs waren.
Luca drückte Jackson mit Schwung gegen die Wand im Flur. „Zieh‘ dich sofort aus! Ich will endlich deinen Arsch sehen.“ Und als Jacks grinsend sein Shirt über den Kopf zog und Richtung Küche warf, ergänzte Luca mit tiefer Stimme: „Denn der gehört heute mir! Verstanden?“
Einen Moment lang hopste Jacks Herz vor Schreck ziemlich weit nach oben. Und irgendwie gelang es seinem Puls nicht, den normalen Takt wiederzufinden. Wie lange war es her, dass er gefickt worden war? Er wusste es schon gar nicht mehr. Irgendein älterer Typ in seiner Teenagerzeit, oder? Üblicherweise war Jackson derjenige, der sich bediente; nicht einmal weil er unbedingt darauf bestand, sondern weil er eben immer mit Kerlen zusammen war, die sich gerne vögeln ließen.
Doch jetzt wollte Luca ihn. Er wollte ihn nicht nur, er bestand darauf. Und nicht eine Sekunde lang kam es Jackson in den Sinn, sich zu weigern. Im Gegenteil. Das war bestimmt heiß wie die Hölle, wenn ein Engel wie Luca es ihm besorgte. Und er sollte mit seiner Vermutung mitten ins Schwarze treffen.
Jackson stolperte über seine Jeans, die bereits auf dem Weg zum Schlafzimmer auf seine Knöchel gerutscht war. Eilig strampelte er sie weg und kickte sie in die nächste Ecke.
„Langsam … jetzt“, raunte Luca. Er stand – nur noch in seiner Hose – im Türrahmen und starrte Jackson an. Schwer atmend pustete Jacks sich einige verirrte Strähnen aus den Augen. Provokant ließ er beide Hände über seine Brust wandern, immer weiter abwärts; bis er die Daumen unter den Gummizug seiner Shorts hakte. Und dann zog er sie sehr langsam über seinen Schritt. Sein halbharter Penis wippte hervor. Ein schneller Tritt und die Shorts flogen ebenfalls beiseite. Jacksons Blick forderte Luca dabei frech heraus. Schließlich stand er nackt mitten im Zimmer und stemmte die Hände in die Hüften.
„Willst du dich nicht endlich mal bedienen?“, ärgerte er Luca, dessen Gier geradezu durch den Raum waberte. „Oder kriegst du die Hose nicht mehr über deinen Mega-Ständer?“
„Dreh‘ dich um!“, ertönte Lucas kratzende Stimme.
„Oh, du bist schüchtern!“, frotzelte Jackson. Doch er befolgte Lucas Befehl. Es raschelte in seinem Rücken und er wusste, dass Luca nun auch nackt war. Leise Schritte folgten, bevor diese zarten Hände seinen Hintern berührten. Erst sanft, streichelnd. Dann immer forscher. Bis er ihn schließlich keuchend knetete.
„Ich bin so geil auf dich … Jackson. Spürst du mich?“
„Ja, ja“, hauchte er bestätigend, während seine Hände seitwärts Lucas Oberschenkel ertasteten und ihn aufmunternd streichelten. Schließlich packte er seinen eigenen Schwanz. Hart und schwer lag er in seiner Hand. Während er begann sich selbst zu massieren, biss und knabberte Luca sich seinen Hals entlang.
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