Jeder versucht, das zu Geld zu machen, was er am besten kann. Entwickelt eine Firma ein neues Verfahren, mit dem bestimmte Produkte billiger hergestellt werden können als mit den bisherigen Verfahren, dann wird die Firma, die das neue Verfahren einsetzt, wahrscheinlich sehr erfolgreich sein. Zugleich verändert sie durch ihren Erfolg aber auch das Wirtschaftssystem, in dem sie selbst agiert. Einige Konkurrenten, die ähnliche Produkte produzieren, werden vom Markt verschwinden, weil sie ihre Produktion nicht umstellen. Andere Firmen werden ihre Produktion umstellen und dann unter Umständen noch effektiver und damit kostengünstiger werden als die Firma, die das neue Verfahren entwickelt hat. Dann läuft die Firma, die das neue Verfahren entwickelt hat, selbst Gefahr, von der Entwicklung überrollt zu werden.
Neuartige Produkte können andere Produkte überflüssig machen, sodass deren Produzenten sich ein anderes Betätigungsfeld suchen müssen.
Die Analogie der Wirtschaft mit der Natur bezieht sich jedoch nicht nur auf das Verhalten Konkurrenten ge-genüber. So wie sich in der Natur mehrere Individuen zusammentun, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen, findet man im Wirtschaftsleben Kooperationen zwischen den Firmen ebenso wie Gewerkschaften und Wirt-schaftsverbände, die die Interessen ihrer Mitglieder wahrnehmen. Im Idealfall entsteht zwischen den Teilnehmern am Wirtschaftsleben eine Symbiose, bei der alle Teilnehmer etwas abgeben, aber auch von den
anderen Teilnehmern eine positive Gegenleistung erhalten. Wie die Natur hat auch die Wirtschaft Parasiten hervorgebracht, die andere Wirtschaftsteilnehmer nur für ihre Interessen ausnutzen und letztlich wie einen Organismus zum Kollabieren bringen können, falls die von ihnen angegriffenen Wirtschaftsteilnehmer nicht Abwehrmechanismen entwickeln. Resteverwerter, die die Hinterlassenschaften anderer Lebewesen nutzen, gibt es in der Natur wie im Wirtschaftsleben.
Aufgrund der Analogien des Wirtschaftslebens mit der Natur wird es nicht gelingen, ein Wirtschaftssystem zum Erfolg zu führen, das die Prinzipien des Kapi-talismus verneint. Stattdessen muss man sich bewusst machen, dass es diese Analogien gibt und dass man aus der Natur lernen kann, die Prinzipien des Wirt-schaftslebens zu verstehen.
Eine Lehre ist, dass man in jeder Partnerschaft wach-sam sein muss, dass aus einem beiderseitigen Nutzen nicht ein einseitiger Nutzen – im Zweifel für die andere Seite – wird. Auch die eigene Neigung, den eigenen Nutzen auf Kosten der Partner zu maximieren, sollte man im langfristigen Eigeninteresse so weit zügeln, dass die Partnerschaft weiterhin von allen Teilen als nutzbringend empfunden wird.
Eine andere Lehre ist, dass alle Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer sich an das Marktgeschehen ständig neu anpassen müssen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das betrifft sowohl die Produktionsmethoden als auch die Produktpalette.
Diese Ausführungen scheinen vor allem auf Firmen und ihre Führungskräfte gezielt zu sein. Diese Aussagen gelten jedoch auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für die Politikerinnen und Politiker, die das Geschick ganzer Gesellschaften lenken.
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