Auf der Suche nach Wiederherstellung ihrer Gesundheit suchen sie millionenfach alternative Wege bei Heilpraktikern und alternativen Methoden.
Während wir auf der einen Seite Hightech-Medizin zur Diagnostik einsetzen können, fehlt uns auf der anderen Seite eine präzise Analyse, Diagnose und Therapie der Ursachen selbst der einfachsten Erkrankungen wie z.B. Kopfschmerzen.
Wie hoch sind die Investitionen und der Aufwand für die Erforschung neuer Diagnostiken und Medikamente, die oft genug doch wieder nur am Symptom ansetzen?
Was ist die Lösung?
Wir haben jetzt die Möglichkeit,
den direkten Zusammenhang zwischen einer Belastung, einem Ärgernis und einer Körperreaktionen erkennen, nachweisen und messen zu können,
in Zahlen zeigen und messen zu können, wie stark ein negatives Ereignis den Körper belastet,
und die Chance für eine neue Diagnostik mit einer neuen Therapie und somit auch eine neue Medizin.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Zusammenhänge zwischen mentalen Belastungen und Krankheitsursachen. Sie sind typisch für das Leben vieler Menschen mit einer ähnlichen Krankengeschichte. Viele Studiendaten, Publikationen und statistische Erhebungen ganz unterschiedlicher Fachgesellschaften, Behörden und Krankenkassen bestätigen diese Fälle. Auch wir kennen viele dieser oder ähnlicher Beispiele aus unserer Arbeit in der Stressforschung.
2.1.1 Professor D. und der Herzinfarkt
Professor D. nahm an einer medizinischen Fortbildung zum Thema Ursachenmedizin von Stress- und Belastungserkrankungen teil. Er ist einer der anerkanntesten Herzchirurgen und genießt einen hervorragenden Ruf als Fachmann. 62 Jahre alt, väterlich, sympathisch im Umgang, zielorientiert und eine starke Persönlichkeit, so lernten wir ihn kennen und schätzen.
Sein Interesse an diesem Thema enstammte persönlicher Betroffenheit. Er litt schon seit vielen Jahren an erhöhtem Blutdruck und hatte mit 51 Jahren erste akute symptomatische Angina Pectoris-Vorfälle. Im Alter von 58 Jahren erlitt er einen Herzinfarkt.
Von heute auf morgen musste er seinen Beruf aufgeben. War er gestern noch Chef, hatte Verantwortung, stand mitten im Leben, so war er von einem Tag auf den anderen krank.
Als Experte der eigenen Krankheit unternahm er alles, um wieder gesund zu werden. Er kontaktierte die besten Spezialisten, flog in die USA, um sich über neueste Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Er begann sich täglich zu bewegen und stellte seine Ernährung um.
Was blieb und was ihm am meisten zu schaffen machte, war die Angst vor dem nächsten Infarkt. Infolgedessen schlief er schlecht. Die Lebensqualität im Alltag war gering.
Wir fragten ihn, worin er die Ursachen seines Herzinfarktes sehe. „Ich habe mich selbst immer unter Druck gesetzt. Das begann schon in der Schule. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und meine Arbeit, darf keine Fehler machen, bin Perfektionist, nie zufrieden, achte sehr auf die Kleinigkeiten, mich stört das Haar in der Suppe. Wenn meine Oberärzte operierten, stand ich kritisch daneben und achtete auf jede Kleinigkeit. Außerdem wurde ich ungeduldig, wenn mir Dinge nicht schnell genug gingen.
Früher konnte ich mir einen Zusammenhang zwischen meinem inneren hohen Anspruch und meinem selbst gemachten Druck nicht vorstellen. In meiner Welt ist das etwas ganz Normales. Heute, nachdem ich mich intensiv mit den Ursachen beschäftigt habe, ist mir der Zusammenhang ganz klar. Der selbst gemachte Druck ist für mich die Ursache.“
Fazit: Professor D. geht es wie vielen Menschen. Sie sind Leistungsträger, pflichtbewusst, übernehmen Verantwortung und unterschätzen die Folgen dieses permanenten Drucks für ihre Gesundheit. Das gilt auch für Ärzte, die selbst Experten für diese Erkrankungen sind. Das Thema Belastungen und Stress als Auslöser für Krankheiten ist in der Regel nicht Gegenstand eines Medizinstudiums - leider.
2.1.2 Frau A. und der Kopfschmerz
Seit Jahren hat Frau A., 42 Jahre alt, starke Kopfschmerzen, die sie sowohl privat als auch beruflich stark einschränken. Sie ist selbstständige Unternehmerin mit zahlreichen Kundenkontakten am Tag. Sie arbeitet viel und ist eine Frau, von der andere sagen, sie stehe mit beiden Beinen im Leben. Frau A. muss in ihrem Beruf tagtäglich vollen Einsatz bringen. Sie ist erfolgreich und kann es sich nicht leisten, bei wichtigen Kundenterminen unaufmerksam zu sein oder sogar auszufallen. Sie kann sich keine Fehler erlauben. Denn ihr Einkommen hängt zu 100% davon ab, wie gut sie, Tag für Tag im Umgang mit ihren Kunden ist. Das erzeugt unterschwellig die typische Daueranspannung, die viele Leistungsträger täglich kennen.
Anfangs traten die Kopfschmerzen unregelmäßig und scheinbar ohne erkennbare Vorwarnungen auf. Daher versorgte sie sich aus Vorsicht vor der möglichen unerwarteten nächsten Attacke bereits rechtzeitig mit Medikamenten.
Später erkannte sie, dass die Kopfschmerzen sich vor bestimmten Stresssituationen ankündigten und verstärkten. Oft reichte schon am Tag vor einem Meeting der einfache Gedanke daran, wie wichtig der Termin für den Auftrag oder den Abschluss war, dann war es bereits geschehen. Wie eine plötzlich auftauchende, zunächst unsichtbare Nebelwand kamen die Kopfschmerzen häufiger.
Der gesamte Tagesablauf von Frau A. richtet sich zunehmend nach den möglichen Kopfschmerzattacken. Sie machte sich schon morgens Sorgen und Gedanken darüber, wann es heute wieder soweit sein könnte, wann und wie sie dann wieder die Schmerztabletten einnehmen müsste.
Sie las Bücher darüber, wie sie sich entspannen, entschleunigen könnte. Der Yoga-Kurs und das Autogene Training brachten keine Besserung.
Die Hinweise, die sie in den üblichen Zeitschriften gelesen hatte und die ihr Arzt ihr empfahl, lauteten u.a.: „Schauen Sie zwischendurch mal aus dem Fenster, denken Sie an etwas Schönes, denken Sie an den Urlaub, an Dinge, die Ihnen Freude machen, etc.“
Doch wie macht man das, wenn der Kundentermin immer näher rückt, wenn die Gedanken automatisch kommen? Dann aus dem Fenster sehen? An etwas Schönes Denken? Frau A. wusste, dass gerade dies nicht funktioniert und auf Dauer oder während der Spannungssituation nicht wirksam ist.
Frau A. hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Sie hat verschiedene Ärzte konsultiert, nahm sechs Monate lang psychologische Betreuung mit einer Gesprächs- und Verhaltenstherapie in Anspruch. Sie ließ sich in mehreren Spezialkliniken durchchecken und verbrachte einige Wochen dort. Ihre privaten Investitionen entsprechen einem Autokauf der oberen Mittelklasse. Doch sie wollte nichts unversucht lassen. Sie wollte unbedingt wieder gesund werden.
Der Arzt, der Frau A. seit Jahren betreut, konnte bei ihr trotz sorgfältiger und wiederholter Untersuchungen keine klaren organischen Ursachen für die immer wieder auftretenden starken Kopfschmerzen finden.
Die vom Arzt empfohlenen Tabletten sind dennoch stark genug, um ihr über den Tag zu helfen. Am Wochenende sind die Attacken deutlich seltener, ist die Intensität der Schmerzen nach ihrer Einschätzung geringer. Wenn sie dann doch auftreten, versucht Frau A. sich in Ruhe hinzulegen, was ihr oft hilft.
Frau A. fragt sich immer wieder: Was sind die wirklichen Ursachen? Wird es immer so weitergehen oder am Ende sogar noch schlimmer? Sind die Ursachen genetisch bedingt und vererbt worden?
Fazit: Trotz erheblichen Aufwands sind die Ursachen und die Auslöser weder gefunden noch therapiert worden. Frau A. konnte definitiv nicht geholfen werden.
Was wäre, wenn Ärzte in Zukunft solchen Patienten eine konkrete Diagnose und Analyse der Ursachen sowie eine kausale Therapie der Belastungs- und Stressfaktoren anbieten könnten? Wie viel mehr an Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden hätte Frau A. über Jahre und Jahrzehnte gewonnen?
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