Tom Bleiring - Schattenwelten

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Duncan wächst in einem Waisenhaus nahe London auf.
Ohne Freunde, fern von jeder Wärme und Herzlichkeit, lebt er dort still für sich dahin.
Erst kurz vor seinem 18ten Geburtstag wird er von einem wohlhabenden Geschäftsmann adoptiert.
Anfangs wähnt sich Duncan noch im 7ten Himmel, doch bald schon findet er heraus, daß hinter der Fassade des biederen Geschäftsmannes mehr steckt.
Der junge Mann entschließt sich zur Flucht aus seinem neuen Heim, womit er aber eine Reihe von Geschehnissen in Gang setzt, die ihn schnell an allem zweifeln lassen, was er bisher für normal gehalten hat.
Sein Weg führt ihn direkt in die Schattenwelt…

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Sehr gut , << erwiderte die Person. Duncan fühlte, wie ihm eine Gänsehaut über den Rücken lief, als er die Stimme vernahm. Sie klang heiser und zischelte, vermittelte einem das Gefühl von eisiger Kälte. Jemandem mit solch einer Stimme konnte man sicher nicht trauen, denn in ihr schwangen dunkle Ahnungen mit. >> Zeigt er schon irgend welche Anzeichen ? << >>Nicht im Geringsten, aber es sind ja auch fast noch zwei Monate bis zu seiner Volljährigkeit. Wir sollten nichts übereilen, was den Jungen angeht. << >> Er hat es im Blut, Jonathan! << zischte die Stimme aufgebracht. >> Wir müssen erfahren, was sich in ihm verbirgt, bevor die andere Seite Wind von ihm bekommt! << >>Er ist hier absolut sicher, Sir, dafür habe ich gesorgt, << antwortete Jonathan mit ruhiger Stimme. >> Das Blutritual muss sein, << knurrte die fremde Person. >> Nur so können wir seine Eignung prüfen. Wenn es sein muss, dann zwingt ihn zur Teilnahme! << >>Sir, er ist erst Siebzehn, << entgegnete Jonathan energisch, >> und weist keinerlei Anzeichen für das auf, wonach wir suchen. Ich denke auch, dass wir ihn nicht zwingen sollten. Wenn wir es ihm erklären, dann hilft er uns vielleicht freiwillig. Zwang war in solchen Fällen noch nie hilfreich. << >> Ihr wollt ihn einweihen? Seid ihr von Sinnen?! << Der Fremde schien nun wirklich zornig zu werden, denn seine Stimme gewann an Schärfe. >> Ich erteile euch den Befehl, an dem Jungen das Blutritual durchzuführen. Wenn ihr euch dazu außer Stande sehen solltet, werde ich einen meiner Diener schicken, der es tut. Und er wird in nichts eingeweiht, dass wir uns da richtig verstehen! Ich erwarte eure Ergebnisse morgen früh, Jonathan! << Das Gespräch schien damit beendet, doch in Duncan’s Kopf wuchsen plötzlich Furcht und Entsetzen. War dies alles also doch nur Blendwerk? Hatte man ihn mit all diesen teuren Geschenken nur ködern wollen, um… ein Ritual mit ihm durchführen zu können? War er in die Hände einer Sekte geraten? Was hatten sie mit ihm vor? Sollte er vielleicht für ein obskures Ritual herhalten? Nein, dazu wollte er es nicht kommen lassen. Duncan sprang auf und stieß mit dem Kopf an die Platte des Schreibtisches. Benommen sank er wieder zu Boden, krabbelte auf allen Vieren zu seinem Bett und schlüpfte in seine neuen Straßenklamotten und Sportschuhe. Als er Schritte auf dem Flur hörte, hechtete er zum Fenster und riss es auf. Kalte Nachtluft schlug ihm entgegen und vertrieb die letzte Müdigkeit aus seinen Knochen. Es hatte inzwischen zu regnen begonnen und der Park unter ihm glänzte im matten Licht der Großstadt. Neben dem Fenster führte ein Fallrohr vom Dach hinunter in eine Regenwassertonne. Kurzentschlossen kletterte Duncan auf den Fenstersims und griff nach dem Rohr. Es schien fest mit der Wand verbunden zu sein und wackelte nicht. Beherzt griff er nun mit beiden Händen zu und hievte sich aus dem Fenster. Augenblicklich bereute er seine Entscheidung, denn er war nie ein guter Kletterer gewesen. Nun hing er hier an einem Rohr, einige Meter über dem Boden, und wagte kaum, sich zu bewegen. Im Augenwinkel sah er, dass im Flur vor seinem Zimmer Licht angegangen war. Besser fallen als von einem Verrückten in Stücke geschnitten zu werden, jammerte sein Unterbewusstsein. Duncan begann, mit den Füßen unter sich nach Halt zu suchen und fand einen Vorsprung. Langsam kletterte er etwas tiefer und suchte nach einem neuen Halt für seine Füße. Dieses Mal jedoch entglitt seinen Händen das feuchte Rohr, er verlor die Balance und stürzte hinab in die Azaleen, die rings um das Gebäude gepflanzt waren. Sein Rücken protestierte schmerzend, als er sich aufrappelte und sich in den dunklen Park flüchtete. Die Grundstücksmauer ragte nur wenige Meter entfernt vor ihm auf, doch sie war zerfallen und leicht zu erklimmen. Als er sich auf die Mauerkante zog, bemerkte er neben sich eine Steinfigur, einen hässlich anzusehenden Wasserspeier in der Größe eines Kleinkindes. Um besseren halt auf der feuchten Steinmauer zu finden griff er nach der Figur, doch kaum hatte sich seine Finger um den Kopf des Steinwesens gelegt, als dieses sich plötzlich heftig schüttelte, den Kopf drehte und ihn böse mit seinen rot funkelnden Augen anstarrte. Duncan’s Herz rutschte ihm in die Hose und mit einem Aufschrei des Entsetzens fiel er von der Mauer. Doch sein Glück blieb ihm auch dieses Mal treu, denn er landete relativ weich. Als er wieder auf den Beinen war, konnte er im Licht der Straßenlaternen erkenne, dass er auf einer alten Matratze gelandet war, die jemand achtlos hier entsorgt hatte. Der Regen wurde wieder stärker und prasselte in großen Tropfen auf ihn herab. Gehetzt blickte sich Duncan um, sah zu dem nun wieder regungslos dahockenden Wasserspeier auf der Mauer empor und rannte los. Er wollte so schnell wie möglich soweit es ging von diesem Haus und seinen Bewohnern wegkommen. Wie von Furien gejagt sprintete er durch die nächtlichen Straßen London’s, ohne sich auch nur ein einziges Mal umzuschauen. Erst, als seine Lunge wie Feuer brannte und er kaum noch Luft holen konnte, hielt er an und lehnte sich gegen eine Telefonzelle. Kurzschlussreaktion, urteilte sein Kopf und dachte dabei an seine überstürzte Flucht. Unsinn, widersprach Duncan sich selbst. Er war nur knapp einer vermutlich verrückten Sekte entgangen. Wofür es zwar keine Beweise gab, aber immerhin. Duncan starrte verwirrt auf die schwarz glänzenden Pfützen zu seinen Füßen. So hatte er noch nie gedacht, stellte er sachlich fest. Was war das in seinem Kopf? Hatte er sich bei seinem Sturz derart heftig den Schädel angeschlagen, dass er nun Stimmen hörte? Ein interessanter Gedankengang, erwiderte seine neue innere Stimme, wenn auch völlig abwegig. >>Was bist du dann?, << fragte Duncan laut. Der Verstand hinter deinem Verstand, sozusagen, erwiderte die Stimme. Duncan rieb sich die Augen und betastete seinen Kopf, auf der Suche nach Beulen oder anderen Verletzungen. Das ist absolut bekloppt, dachte er. Nicht so bekloppt, wie mitten in der Nacht auf offener Straße Selbstgespräche zu führen, antwortete sein neues Selbst. Das bilde ich mir ein, dachte Duncan und schüttelte verwirrt den Kopf. Das ist nicht real! Wenn du meinst, erwiderten die zweiten Gedanken lakonisch. Duncan sah sich um und stellte fest, dass er sich an das Ufer der Themse geflüchtet hatte. Ein gutes Stück entfernt erhellte Big Ben das Dunkel und tauchte die Straßenzüge in goldenes Licht. Ohne auf seine Umgebung zu achten, trat Duncan auf die Straße. Ein lautes Hupen holte ihn schlagartig zurück ins Hier und Jetzt, grelle Lampen blendeten ihn für einen Moment, dann wurde es schlagartig dunkel um ihn. Ein monotones Summen und Brummen war das erste Geräusch, welches er wahrnahm. Er schlug die Augen auf und blinzelte heftig, denn eine Lampe über ihm schien direkt auf sein Gesicht. Er lag auf einem Bett, das nicht sonderlich weich war und spürte einen Verband an seinem Kopf. Sein ganzer Körper tat weh, von den Füßen aufwärts bis hin zu den Ohren. So etwas hatte Duncan noch nie zuvor gespürt. Selbst seine Haare schienen Schmerzimpulse in sein Gehirn zu senden. Wie konnten bloß Haare so weh tun? Ein kurzer Blick genügte ihm, um die Einzelheiten des Zimmers, in dem er sich befand, wahrzunehmen. Scheinbar befand er sich in einem Krankenhaus. Rechts von ihm war eine graue Tür, die aus dem Zimmer führte. Links von ihm war ein Fenster, welches jedoch hinter einer Jalousie verborgen war, die genau so grau war wie die Tür. Spärliches Tageslicht fiel durch die Rillen der Jalousie und tauchte den Raum in diffuses Halbdunkel. Vor dem Fenster selbst stand ein einfacher Holzstuhl mit Rückenlehne, schwarz und abgenutzt. Genau gegenüber seinem Bett stand ein schmales Regal, in dem einige Krankenhausutensilien lagen. Darunter waren einige Rollen aus Verbandsmaterial, Kompressen, ein Becher mit flachen Holzstäbchen darin, ein kleines graues Männchen und vier Handtücher. Duncan’s Gehirn brauchte einige Sekunden, um die Informationen zu sortieren. Schlagartig war er wieder völlig klar im Kopf, sprang aus dem Bett und ignorierte dabei den aufkommenden Schmerz in seinem Schädel und den Brechreiz in seinem Hals. Sein Blick, seine volle Aufmerksamkeit galten nur dem grauen Männlein, welches im Regal hockte. Mit zittriger Hand deutete er auf das Wesen und stotterte erschrocken: >>Was bist du? << Das Männlein schien darauf gewartet zu haben, angesprochen zu werden, denn es erhob sich nun und klopfte den Staub von seinem grauen Mantel. Der kleine Kopf war haarlos und hatte große Ähnlichkeit mit dem eines Frosches. Auch die Gesichtszüge des Männleins waren denen einer Amphibie recht ähnlich, wenn man bei solchen Tieren überhaupt von Gesichtszügen sprechen konnte. Große Kulleraugen, ein breiter Mund und eine sehr flache Nase, umgeben von vielen Runzeln und Falten, so konnte man das Wesen recht passend beschreiben. Seine kleinen Hände und Füßchen jedoch waren menschlich. >>Aha, << sagte es mit leiser, piepsiger Stimme. >>Was heißt aha?, << erwiderte Duncan nervös. >>Ich habe sie etwas gefragt! << >>Und ich habe dich schon verstanden, mein Junge, << antwortete das Männlein freundlich. >>Aber ich bin erstaunt, dass jemand in deinem Alter mich noch sehen kann.<< Duncan spürte den Scherz zurückkehren, diesmal heftiger als zuvor, und sank wieder auf das Bett. >>Was hat denn mein Alter damit zu tun? << stöhnte er und hielt sich den Kopf. >>Oh, eine ganze Menge. Du scheinst schon aus der Pubertät heraus zu sein? Naja, ist auch egal. Du siehst mich, wie es scheint. Ja, du kannst mich sehen, eindeutig. Bist du vielleicht einer von ihnen? << Bei seinen letzten Worten kniff das Männlein misstrauisch die Augen zu engen Schlitzen zusammen. >>Einer von wem oder was oder welchen?, << brummte Duncan. Die Situation verunsicherte ihn, was ihn zornig machte. >>Na du wüsstest, wen ich meine, wenn du einer von ihnen wärst, << erwiderte das Männlein fröhlich und hüpfte aus dem Regal zu Boden. Mit einem weiteren Satz war es auf dem Bett und sah Duncan fragend an. >>Geh davon aus, dass ich nicht weiß, wen oder was du meinst, << zischte Duncan wütend. Das Männlein zuckte mit den Schultern und ließ sich im Schneidersitz neben Duncan nieder. >>Wenn ich mich zuerst vorstellen darf?<< >>Ich bitte darum, << erwiderte Duncan entnervt. Das Männlein wirkte für einen Moment beleidigt, dann aber winkte es galant mit der Hand durch die Luft und deutete eine Verbeugung an. >>Ich bin Mr. Pipp, meines Zeichens Kobold und Traumbringer, wobei du dir Letzteres sicher schon denken konntest. << Duncan’s Blick ruhte auf dem Männchen, bis er begriff, dass hier eine Erwiderung erforderlich war. >>Duncan Dafoe, sehr erfreut. Und ich habe nicht die geringste Ahnung, wovon sie sprechen, Mr. Pipp. Hatte ich einen Unfall? Wo bin ich überhaupt? << >>Ein wirklich interessanter Punkt, den du da ansprichst, << antwortete Mr. Pipp, >> denn ich dachte, euresgleichen wäre nicht kaputt zu kriegen. Du bist der Erste, dem ich als Patienten in einem Krankenhaus begegne. Und ja, du hattest einen Unfall und befindest dich in einer Klinik im Zentrum von London. Den Namen weiß ich nicht, die sind mir eigentlich auch schnuppe.<< >>Euresgleichen?, << wiederholte Duncan . Mr. Pipp gestikulierte wage mit den Händen. >>Na eben Große von deinem Schlag eben, << sagte er. >>Du kannst mich sehen, obwohl du schon fast erwachsen bist. Und du hast dieses Funkeln in den Augen, als wärst du einer von ihnen. << >>Einer wovon ?!, << rief Duncan lauter als eigentlich beabsichtigt. In diesem Moment öffnete sich die Tür und eine Krankenschwester trat in das Zimmer. >>Fein, sie sind aufgewacht, << sagte sie und öffnete die Jalousie. Grelles Tageslicht drang in den Raum und blendete Duncan. >>Sie wurden angefahren und haben eine unschöne Beule am Kopf davon getragen. Aber wenn sie sich fit fühlen, dann können sie uns heute vielleicht schon nach der Visite wieder verlassen. << >>Ein Autounfall, << sagte Duncan und starrte weiterhin auf das Männlein. Die Krankenschwester schien es nicht zu bemerken, doch so leicht wollte Duncan nicht aufgeben. >>Sie sehen hier nichts, was hier nicht hingehören würde, oder?, << fragte er die Frau. Die Krankenschwester schenkte ihm einen mitleidigen Blick und antwortete: >>Oh, machen sie sich keine Gedanken darum. Nach solch einem Unfall und mit so einer Beule am Kopf kommt es bei manchen Patienten zu Sinnestäuschungen. Wenn sie Dinge sehen, die gar nicht da sein sollten, ist das sicher darauf zurückzuführen. << >>Wir sind also alleine hier? , << fragte Duncan. Die Krankenschwester nickte heftig. >>Ja, junger Mann, das sind wir in der Tat. << Dann verließ sie kopfschüttelnd das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. >>Ein interessantes Gespräch, << bemerkte Mr. Pipp. Duncan starrte ihn sprachlos an. Dann aber sagte er schließlich: >>Wenn sie keine Einbildung sind, warum kann ich sie dann sehen? Ich habe vorher noch nie Kobolde zu Gesicht bekommen, warum also gerade jetzt? << Mr. Pipp kratzte sich hinter seinen kleinen spitzen Ohren und erwiderte: >>Noch nie einen gesehen, wie? Das heißt also, du bist neu. Kein Begleiter bei dir ? Dann würde ich versuchen, andere wie dich ausfindig zu machen. Du findest sie recht schnell, wenn du sie nicht suchst. Sie können dir helfen. << Mr. Pipp erhob sich und sprang vom Bett hinab auf den grünen Linoleumboden. >>Ich finde sie, wenn ich nicht nach ihnen suche?, << wiederholte Duncan . Der Kobold nickte, als müsste Duncan sofort klar sein, wovon er sprach. >>Ähm, eine Frage noch,<< rief Duncan ihm nach. Mr. Pipp blieb stehen und wandte sich ihm wieder zu. >>Ja?, << erwiderte er. >>Ich weiß, die Frage mag sich für sie seltsam anhören, aber was macht ein Traumbringer?<< Der Kobold blickte ihn verwundert an. >>Seltsam, sagst du? Ich bin ein Kobold, und du hältst dich für seltsam? Naja, sei es drum. Zu deiner Frage: Ich bringe Kindern ihre Träume! << >>Was, sie sind der Sandmann?, << entfuhr es Duncan überrascht. >>Nicht der Sandmann, sondern einer von vielen. Klar, dass du den Sandmann natürlich kennst, aber nichts über Kobolde weißt. Das ist typisch für euch Große. Zu deiner Information, junger Freund, Kobolde sind nicht nur kleine Männer mit grünen Hüten, die auf einem Topf mit Gold hocken. << Mit beleidigter Miene watschelte Mr. Pipp von dannen und entschwand, in dem er einfach durch die Wand des Zimmers trat. Das ist doch verrückt, dachte Duncan und griff sich erneut an seinen schmerzenden Kopf. Ich sitze hier auf meinem Bett und unterhalte mich mit einem Kobold, den ich mir einbilde. Nein, sagte eine ihm bekannte Stimme in seinem Kopf, du sitzt hier auf deinem Krankenlager und versuchst dir einzureden, dass du dich nicht gerade mit einem Kobold unterhalten hast. Das ist ein Unterschied. Noch so eine stressbedingte Einbildung, dachte Duncan wütend und überhörte den Einwand seiner zweiten Gedanken. Er erhob sich und trat zu dem Regal, in dem seine Sachen zusammen gefaltet lagen. Nicht ohne Mühe gelang es ihm schließlich, sich anzuziehen. Behutsam öffnete er die Tür und spähte auf den Gang hinaus. Als er sich sicher war, dass niemand sonst zugegen war, ging er zügigen Schrittes zum Eingang des Treppenhauses, lief hinab bis ins Erdgeschoss und verließ das Krankenhaus durch den Vordereingang. Erst, als er sich sicher sein konnte, dass ihm niemand gefolgt war, verlangsamte er seinen Schritt und durchsuchte seine Taschen. Er trug nur sein neues Mobiltelefon, seinen MP3-Player und seinen Jugendpass bei sich. In einer seiner Taschen entdeckte er noch einige Pfundnoten, die ihm wohl Piper am vergangenen Tag untergeschoben hatte. Wohin sollte er nun gehen? Zur Polizei konnte er nicht, diese suchte ihn vielleicht sogar schon als Ausreißer. Auch ins Waisenhaus konnte er nicht zurück, denn Mrs. Carver würde ihn sofort an Mister Miller ausliefern. Wenn du sowieso keine Alternativen hast, dann kannst du auch dem Rat dieses Männleins folgen, sagten seine zweiten Gedanken zu ihm. Und im Grunde stimmte das auch. Solange er nicht wusste, welchen Weg er einschlagen sollte, konnte er sich auf die Suche nach Anderen seiner „Art“ machen, was auch immer das bei einem Kobold heißen mochte. Aber auch hierin lag eine Schwierigkeit. Hatte Mr. Pipp nicht gesagt, dass er sie nur finden würde, wenn er nicht nach ihnen suchen würde? Also wie sollte er solches bewerkstelligen? Wie sollte man jemanden finden, wenn man nicht nach ihm suchte? Widersprach sich das nicht? Duncan’s Kopf begann wieder zu schmerzen, also setzte er sich auf eine Bank und dachte über das Gespräch mit Mr. Pipp nach. Während er so grübelte, vernahm er plötzlich eine piepsige Stimme. >>So eine Sauerei!, << hörte er jemanden rufen. Duncan blickte sich um und bemerkte in dem Mülleimer neben der Bank eine kleine Gestalt. Dieses Wesen glich Mr. Pipp, doch seine Haut hatte eine ungesund wirkende grüne Tönung. Der Mund und die Augen wirkten ebenso froschartig wie bei dem Kobold im Krankenhaus, doch dieser sah verwildert aus, war dreckig von den Zehen bis zum Kopf und schien sich eine dicke Schmeißfliege als Haustier zu halten, mit der das Wesen zu sprechen schien. Als es Duncan’s Blick auf sich spürte, fuhr es erschrocken herum, dann aber streckte es angriffslustig die dürre Brust vor und fragte in flegelhaftem Ton: >>Was glotzt du so, Bengel?! Noch nie jemanden im Müll wühlen sehen? << >>Nein, << antwortete Duncan ehrlich. Das schien den kleinen Burschen aus dem Konzept zu bringen. Nervös huschte sein Blick von links nach rechts und es sagte: >>Was habe ich gerade gefragt? << Als der junge Mann seine Worte wiederholte, warf er sich erneut zornig in die Brust und erwiderte: >>Das war rhetorisch gemeint, klar? Und überhaupt, gehört es sich denn, jemanden beim Müllwühlen zu beobachten? Annabelle und ich mögen sowas nich‘ ! >>Annabelle?, << fragte Duncan irritiert. Der Kobold deutete mit einer Hand auf die Fliege, die sich neben ihm im Abfall niedergelassen hatte und dem Gespräch zu folgen schien. >>Is das ein Problem für dich, dass sie so heißt?, << grunzte der Kobold streitsüchtig. >>Nicht doch,<< erwiderte Duncan sofort,>> auf keinen Fall! Ist ein hübscher Name für eine Fliege. Wie heißt du? << Der Kobold starrte ihn zuerst noch finster an, schien sich dann aber zu entspannen. >>Du kannst mich Trashcan nennen, << antwortete er generös. Duncan kniff die Augen zusammen. >>Wie war das bitte?, << fragte er ungläubig. >>Trashcan, << wiederholte der Kobold. >>Das ist ein sehr…ungewöhnlicher Name. << >>Besser als Euseborius, und viel einprägsamer, << erwiderte Trashcan. >>Auf jeden Fall,<< entgegnete Duncan. Mit jemandem, der in Abfalleimern wühlte und sich selbst Trashcan nannte, wollte er lieber keinen Streit vom Zaun brechen. Annabelle flog auf und summte fröhlich um seine Nase herum. >>Sie mag dich wohl, << stellte Trashcan fest. >>Was verschlägt dich hierher? Ist drüben schlechtes Wetter? << >>Drüben?, << fragte Duncan. >>Auf der anderen Seite, << erwiderte Trashcan und deutete mit dem Daumen hinter sich. >>Geh davon aus, dass ich nicht weiß, wovon du sprichst, << sagte Duncan verständnislos. Trashcan’s Augen funkelten, als er in verschwörerischem Ton fragte: >>Bist du der Junge, den sie suchen? << Ein Ausdruck von Panik huschte über Duncan’s Gesicht, der dem Kobold nicht entging. >>Soso, << sagte er, >>da sucht die halbe Agentur nach ihm, und zu wem verirrt er sich? Zum alten Trashcan. Das ist ja mal was. Aber keine Angst, mein Freund, ich wird dich nich verpfeifen. Stehe selbst nicht auf bestem Fuß mit diesen hochnäsigen Typen, die meinen, die Welt gehöre ihnen. Bin ein alter Rebell, wenn du verstehst. Nieder mit dem Establishment, und so. << Trashcan hob die rechte Hand, zur Faust geballt, empor und grinste frech. >>Aber du musst verdammt gut drauf sein, wenn du ihnen bis jetzt entwischen konntest. Die Agentur hat verdammt gute Spürhunde, die jeden schon auf eine Meile Entfernung ausmachen können. Du kannst dem alten Trashcan ruhig erzählen, was du ausgefressen hast. Ich kann ein Geheimnis für mich behalten und schweigen wie ein Grab. << >>Ich habe keine Ahnung, wovon du überhaupt sprichst, << erwiderte Duncan und blickte sich besorgt um. >>Was zum Teufel ist die Agentur? Und warum suchen die mich? Ich habe überhaupt nichts angestellt oder ausgefressen! << Trashcan sah sich um und rief lauter als nötig: >> Oh, ja, klar! Natürlich hast du nichts angestellt! Blöde von mir, also echt . Aber nun mal im Vertrauen, du weißt es wirklich nicht? << Duncan schüttelte entnervt den Kopf. >>Oh, das ist ja mal was, << erwiderte der Kobold daraufhin verblüfft. >>Bist du etwa ein Neuling? Gerade erst dazu gestoßen? Das würde zumindest deine Planlosigkeit erklären. Aber die halbe Agentur hält sich derzeit hier auf und sucht nach einem flüchtigen Jungen. Man kann von einer recht wichtigen Person ausgehen, wenn sie die Hälfte ihrer Agenten hierher schicken, um denjenigen zu suchen. Zumindest hat der alte Trashcan das gehört. << >>Da kommt man sich wie ein Schwerverbrecher vor, << stöhnte Duncan und vergrub das Gesicht in den Händen. >>Naja, immerhin haben sie dich noch nicht geschnappt, << sagte Trashcan. >>Das ist schon mal viel wert, glaub mir. Drüben sind die Jäger natürlich besser als hier, aber üblicherweise sind sie auch hier erfolgreich. << >>Ich werde also gejagt! << rief Duncan mit wachsender Verzweiflung. Er konnte nicht begreifen, wie er in solch ein Schlamassel hinein geraten war. Kobolde, Jäger und Agenturen, das klang alles viel zu phantastisch und unwirklich. Aber es schien so, als würde es den Kobold beeindrucken, dass man ihn noch nicht gefangen hatte. Trashcan’s Äußerungen nach mussten diese Spürhunde echt Profi’s sein, doch es war ihnen noch nicht gelungen, Duncan ausfindig zu machen. >>Bitte erzähl mir mehr über diese andere Seite, von der du gesprochen hast, << bat er Trashcan. >>Bin ich ein verdammter Fremdenführer?, << erwiderte dieser heftig. >>Es würde mir zu verstehen helfen, << erklärte Duncan hilflos. Trashcan setzte sich auf eine leere Dose und begann damit, an seinen verdreckten Fingernägeln zu knabbern. Als er den Ekel auf Duncan’s Gesicht bemerkte, fing er an, zu schmatzen und widerliche Sauggeräusche zu produzieren. >>Die andere Seite ist eigentlich keine andere Seite, << verkündete er schließlich in schulmeisterlichem Tonfall. >>Sie ist genau da, wo man selber ist, doch nicht jeder kann sie sehen und dorthin gelangen. Sie ist keinen Steinwurf entfernt, so nahe ist sie, doch für die meisten Großen ist sie auf Lebzeiten hin unerreichbar. << >>Deine Beschreibungen wären hilfreicher, wenn sie weniger nebulös wären, << sagte Duncan. Trashcan wirkte auf diese Erwiderung hin beleidigt, doch er fuhr mit seinen Schilderungen fort. >>Diejenigen, die von der anderen Seite wissen, nennen sie auch Schattenbreite, denn viel weiter ist sie nie von einem entfernt. Hast du schon einmal hinter deinen Schatten geblickt? << >>Natürlich nicht, das ist physikalisch gesehen auch unmöglich, << erwiderte Duncan, als wäre das eine Selbstverständlichkeit. >>Oh, wir haben hier einen Gelehrten. Aber deine Physik kannst du dir an den Hut kleben, mein Bester, soviel taugt sie im wirklichen Leben. Die Schattenbreite ist da zu finden, wo Schatten entstehen. Man tritt beiseite, sozusagen, und dann tritt man nochmal beiseite . Verstehst du, was ich meine? << Duncan schüttelte den Kopf. Trashcan wischte sich mit der Hand über das Gesicht, wodurch er den Dreck nur verteilte, aber nichts davon entfernte. >>Hör zu , << brummte er missmutig, >> so schwer ist es im Grunde nicht. Solange man an etwas glaubt, ist es auch real. Glaube definiert fast alles, er bestimmt Form und Aussehen der Dinge, die man normalerweise nie zu Gesicht bekommt. All diese Dinge haben eine Heimat, und diese Heimat nennt man die Schattenbreite. Und die Agentur sorgt dafür, dass die Großen nichts davon erfahren. Sie sind dafür da, alles geheim zu halten , aber manchmal geht halt was schief. Dann lesen die Großen davon in den Zeitungen und glauben wieder daran. Oder ihre vorhandenen Erinnerungen an eine Sache werden dadurch wieder geweckt. << >>Ich habe noch nie von solchen Sachen gelesen, << erwiderte Duncan ungläubig. Trashcan ließ von seinen Fingern ab und reichte Annabelle etwas von dem, was unter seinen Fingernägeln gewesen war und das Duncan nicht genauer in Augenschein nehmen wollte. >>Nie davon gelesen, wie? Keine Geistergeschichten gehört? Oder Geschichten von Spukhäusern? Solche Sachen meine ich. Und diese regen den Verstand der Menschen an, sie befassen sich dann damit, jeder auf seine Weise. Und solange auch nur ein Mensch diese Geschichten in seinem Kopf trägt, solange wird es mich, die Schattenbreite und alles andere geben. Nebenbei, da kommt ne heiße Braut auf uns zu. << Er grinste anzüglich, machte jedoch keinerlei Anstalten, sich zu verbergen. Duncan folgte seinem Blick und erstarrte vor Schreck. Nur noch wenige Schritte entfernt von ihm stand Piper auf dem Gehweg und blickte zu ihm hinüber. >>Können wir in Ruhe reden oder willst du aufspringen und wieder türmen?, << fragte sie und blieb stehen. Duncan, der keinen Fluchtweg für sich mehr sah, nickte wortlos und ließ Piper näher kommen. >>Hey Baby, wie wärs mit uns beiden? , << fragte Trashcan und zwinkerte ihr frech zu. >>Halt du dich da raus, Müllfresser, << gurrte Piper mit gespielt freundlicher Stimme. >>Süße, dein Wunsch ist mir wie immer Befehl, << antwortete der Kobold und wandte sich wieder dem Abfall zu. Piper setzte sich neben Duncan und blickte zum Himmel über London, der inzwischen fast wolkenfrei war, hinauf. >>Warum bist du abgehauen? , fragte sie schließlich nicht unfreundlich. >>Ich habe heute Nacht gehört, was Jonathan und der Fremde in seinem Büro besprochen haben, << erwiderte er heftig und richtete seinen Zeigefinger anklagend auf sie. >>Es war die Rede davon, mich einem Blutritual zu unterziehen. Glaubt ihr etwa, ich lasse mich freiwillig in Scheiben schneiden? Sucht euch einen anderen für eure okkulten Rituale! << >>Ach, so ist das also, << entgegnete Piper gelassen. >>Und du dachtest vermutlich, du wärst bei einer obskuren Sekte gelandet, die junge Männer opfert, um ihr Blut in düsteren Ritualen einer längst vergessenen Gottheit darzubringen.<< >>Ja, so etwas Ähnliches ging mir durch den Kopf! << rief Duncan. >>Und wenn ihr mich von hier verschleppen wollt, schreie ich so laut um Hilfe, bis die ganze Straße sich hier versammelt hat. << >>Das traue ich dir sogar zu, << erwiderte Piper, lehnte sich zurück und löste die Klammer, die ihre Haare zusammen hielten. Langsam glitt eine Woge nussbraunen Haares hinab, mehr sogar, als es der Vernunft nach hätte sein dürfen. Schließlich reichte es fast bis auf den Boden hinab, doch es wellte sich von selbst und schien sich zu bewegen. Trashcan pfiff, und selbst das klang bei ihm anzüglich. Piper’s Blick richtete sich auf ihn, und ihre Stimme war kalt wie Eis, als sie sagte: >>Wenn du nicht sofort verschwindest, dreh ich dir deinen dreckigen Hals um! << Der Kobold begriff nun, dass er es übertrieben hatte, und wurde blass. >>Bitte um Verzeihung, << murmelte er, sprang aus der Mülltonne und verschwand im nächsten Gebüsch. Annabelle umschwirrte Piper noch einmal zornig und folgte ihm dann. >>Dieser grüne Ekelbold ist ein Plage, << sagte Piper verdrießlich. >>Aber ich vermute mal, dass er dir gewisse Dinge erzählt hat. Ich will dir erklären, um was es geht, Duncan, damit du verstehst. Ich bin kein Mensch. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. << >>Aha, << antwortete Duncan misstrauisch,>> und was bist du dann? Die Zahnfee? Ich glaube, in eurer Sekte sollten weniger berauschende Mittel verabreicht werden. << >>Die würden eh nicht bei mir wirken, < >>Weißt du, was ein Avatar ist? Vermutlich nicht, also sag ich es dir lieber gleich. Es steht für Inkarnation oder Verkörperung. Und ich bin ein solcher Avatar, erschaffen von Jonathan Miller. << >>Und was verkörperst du bitte schön? << Duncan‘s misstrauische zweite Gedanken wurden wieder aktiv und gewannen für einen Augenblick die Kontrolle über seine Zunge. >>Genau das, wonach sich mein Schöpfer im Moment meiner Entstehung gesehnt hat, << antwortete Piper ohne Umschweife. >>Eine attraktive junge Frau? << fragte Duncan irritiert. >>Nein, << erwiderte Piper lachend, >> aber danke für das Kompliment. Mein Aussehen ist nur äußere Form und steht, was mich angeht, nicht in Verbindung mit meiner Aufgabe. Er sehnte sich nach etwas mehr Hoffnung und Vertrauen in der Welt. Und genau das kann ich den Menschen um mich herum ins Herz legen. Meine Bestimmung liegt darin, den Hoffnungslosen und im Herzen Einsamen wieder Kraft zu geben, sie zu ermutigen und zu neuen Taten zu beflügeln. << >>Dann hast du sicher ne ganze Menge zu tun. << Etwas Besseres fiel Duncan in diesem Moment nicht ein. >>Ich bin ja nicht für die gesamte Menschheit zuständig, << erwiderte Piper rasch. >>Nur für den Teil, der mit mir in Kontakt kommt, oder mit Jonathan. Ich höre jedes stumme Gebet und jeden Satz, der dem Herzen entspringt. Auch bei dir war das schon einmal der Fall. Der Moment, als du deine Freundin im Waisenhaus zurücklassen musstest. Du hast dich an den Gedanken geklammert, dein Versprechen ihr gegenüber einzuhalten. Dein Herz hat fast gebrüllt, wenn ich dies als Vergleich mal so sagen darf. << >>Sie ist nicht meine Freundin gewesen, << antwortete Duncan erbost, doch in seinem Innersten fühlte er sich seltsamerweise so, als hätte man ihn bei etwas Unanständigem erwischt. Scham wuchs in ihm und er wandte den Blick von Piper ab. >>Und woher weiß ich, dass du mir nicht ein Lügenmärchen auftischst? , << flüsterte er mit heiserer Stimme, um vom Thema abzulenken. >>Naja, du könntest auf deine neuen zweiten Gedanken hören. Oder du nimmst endlich zur Kenntnis, dass du mit Kobolden gesprochen hast, mit Fabelwesen. << >>Das kann alles davon herrühren, dass ihr mir bewusstseinsverändernde Drogen gegeben habt, << konterte Duncan sofort. Piper sah ihn für einen Moment fassungslos an, dann begann sie zu lachen, klar und hell wie ein junges Mädchen. >>Du kannst nicht echt sein, << brachte sie hervor, als sich der Lachanfall etwas gelegt hatte. >>Sowas wie du ist mir noch nie untergekommen. Was willst du denn hören oder sehen, damit du mir Glauben schenkst? Selbst wenn der heilige Petrus jetzt vom Himmel steigen würde, selbst dann würdest du wohl noch an Gott und den Heiligen zweifeln. << >>Warum habt ihr mich aus dem Waisenhaus geholt? << antwortete Duncan ernst. Piper’s Lachen verklang, und mit besorgter Miene sah sie Duncan in die Augen. >>Ich glaube nicht, dass ich dir das erklären sollte, << erwiderte sie. >>Und ich glaube schon, dass du es tun solltest, << antwortete Duncan. Piper holte tief Luft und seufzte. >>Wir haben dich dort raus geholt, weil wir nicht genau wussten, was an dir dran ist. Klingt dämlich, ich weiß, aber manchmal zeigt es sich nicht auf Anhieb, ob ein junger Mensch die Gabe hat. Wir erfuhren, dass deine Geburt mit dem Verschwinden einer ganzen Familie, die unseren Reihen entstammte, vom Datum her zusammen fiel. Wir stellten Nachforschungen an, konnten aber keine klaren Beweise für eine Verbindung erbringen. Also entschlossen wir uns, dich kurzerhand zu adoptieren, ehe die Falschen dich zufällig fänden. Und das Blutritual ist kein Vorgang, bei dem an dir rumgeschnippelt wird, sondern ein Test für mentale und physische Kräfte. Zumindest wissen wir, dass du zu uns gehörst, denn niemand hätte Trashcan sehen können, wenn er oder sie keine von uns ist. Allerdings entsprichst du nicht der Norm. << >>Es gibt Normen für Andersartigkeit?, << rief Duncan. >>Ich bin ein Freak, und ihr habt Kategorien dafür, na hervorragend. << >>Du bist kein Freak, Duncan, << erwiderte Piper heftig, >> und es besteht kein Anlass für so viel Sarkasmus. Du hast eine Begabung, die dich aus der grauen und gesichtslosen Masse aus Menschen hebt. Du bist etwas Besonderes. << >>Ihr wusstet also, wie ich heiße. Konntet ihr so nicht herausfinden, ob ich zu dieser verschwundenen Familie gehöre? Das hätte dieses ganze Theater unnötig gemacht. << >>Hast du auch daran gedacht, dass dich deine Eltern mit einem falschen Namen vor dem Waisenhaus ausgesetzt haben könnten? Wir konnten nicht sicher sein, und in solch einem speziellen Fall muss man schon zu hundert Prozent richtig liegen. Jeder falsche Schritt gefährdet unsere gesamte Welt, das muss dir klar sein. << >>Unsere Welt, << wiederholte Duncan verächtlich. >>Von der habe ich bisher nichts gehabt. Ich durfte in einem Waisenhaus aufwachsen, nur so zur Erinnerung. Da gab es keine Wärme, kaum was zum Lachen und Einsamkeit, soviel man wollte. Warum hat man mich da nicht früher rausgeholt? << >>Du bist das, was man bei uns als Insider bezeichnet, << erklärte Piper geduldig. >>Und die Fähigkeiten, die einen Insider auszeichnen, entwickeln sich erst zur Volljährigkeit hin. Darum bist du auch sowas wie die Ausnahme von der Regel, denn du scheinst schon jetzt gewisse Eigenschaften nutzen zu können. Für einen jungen Menschen ist es außerdem gefährlich, zu früh in unsere Welt einzutreten. Dir muss bewusst sein, dass nicht alle, die die Fähigkeit haben, die andere Seite zu betreten, dies uneigennützig tun. Es gibt unter diesen Leuten einige, die ihre Kräfte nutzen, um damit Böses zu tun. Und diese sind immer daran interessiert, Verbündete zu gewinnen, um ihr destruktives Tun fortsetzen zu können. Sie entführen sogar Kinder, wenn es sein muss, um diese ganz nach ihren Vorstellungen zu erziehen. Das dabei wenig Gutes entsteht, kannst du dir denken. Und das bringt uns zur Agentur, von der du ja schon gehört hast. Die Agentur funktioniert ein bisschen wie die Nachrichtendienste in der realen Welt. Alle Mitglieder der Agentur sind Insider , und davon gibt es wirklich nicht viele. Sie sorgen dafür, dass unsere Welt verborgen bleibt. Sie wirken nicht nur im Hintergrund, sondern sind aktiv daran beteiligt, unser Geheimnis zu bewahren. Störenfriede, egal von welcher Seite sie kommen, werden von ihnen aufgespürt und in ihre Schranken verwiesen. << >>ich bin also ein sogenannter Insider , <> und dazu ausersehen, einmal für diese Agentur zu arbeiten, um eure Welt zu schützen. << Piper rollte verzweifelt mit den Augen. >>Es ist nicht nur unsere, sondern nun auch deine Welt, begreif das doch. Jetzt, wo du den Blick für alles hast, bist du untrennbar mit der anderen Seite verbunden. In diesem Fall gibt es nur Schwarz oder Weiß, aber keine Grautöne dazwischen. Tut mir Leid, dass so sagen zu müssen, aber es ist nicht so, dass du eine Wahl hättest. Du musst dich damit abfinden. Renegaten kennt unsere Welt nicht, denn so kann es nicht funktionieren. << Duncan starrte ins Leere, als sein Gehirn die Unmenge an Information zu sortieren begann. >>Dann zeig mir die Schattenbreite, << sagte er schließlich und blickte Piper dabei fest in die Augen. Zu seiner eigenen Überraschung wich sie seinem Blick aus und schüttelte den Kopf. >>Kann ich nicht, << sagte sie. >>Neulinge wie du müssen eines der Portale nutzen, denn es ist durch unser Gesetz strengstens untersagt, jemanden von dieser Seite aus in die Schattenbreite mitzunehmen. Doch ich kann dir den Weg zu einem Portal zeigen, wenn du es wünschst. << >>Moment mal, wir wollen nichts überstürzen, << erwiderte Duncan und wedelte hektisch mit den Händen herum. >>Es gibt noch eine Menge Fragen, die ich beantwortet haben möchte. << >>Das glaube ich dir gerne, aber ich bin nicht die Person, die dir deine Fragen beantworten darf. Es gibt keine Akademie für Neulinge, du wirst mit der Zeit an Wissen und Erfahrung gewinnen. << >>Und was passiert, wenn ich zu langsam lerne ?<< >>Dann wirst du sterben, << erwiderte Piper regungslos. >>Das ist auch der Grund, warum es so wenig Insider gibt. Die natürliche Auslese, wenn wir sie mal so nennen wollen, ist hart und endgültig. << >>Echt motivierend, << flüsterte Duncan. Piper erhob sich und ihre Haare rollten sich von selbst dabei wieder auf, so dass sie nur noch die Haarklammer anzubringen brauchte. >>Ich werde dich zu einem Portal bringen, damit du die Schattenbreite betreten kannst. Wenn du einmal dort gewesen bist, dann gibt es kein Zurück mehr. Du wirst die Seiten ganz nach Belieben wechseln können, ohne Portale nutzen zu müssen, doch so bald du die Schattenbreite betreten hast, ist dein bisheriges Leben zu Ende. << Duncan, der begriffen hatte, dass ihm gar nichts anderes übrig blieb, erhob sich und folgte Piper. Schweigend gingen sie in Richtung der Innenstadt. Duncan blickte sich nicht um, sondern trottete einfach hinter Piper her. Es gefiel ihm nicht, in eine Rolle gezwungen zu werden, zumal er nicht einmal wusste, was ihn erwarten würde. Für ein Kind wäre der Gedanke reizvoll, in eine Welt der Märchen reisen zu können, doch nach den bisherigen Erlebnissen hielt er es nicht mehr für sonderlich erstrebenswert. Gut, sein bisheriges Leben hatte nicht gerade Rosen auf ihn herabregnen lassen, doch was konnte er schon gegen das Schicksal und Bestimmung ausrichten? Insgeheim verfluchte er sich dafür, nicht noch weiter geflohen zu sein. >>Du bist ein netter Junge, << sagte Piper plötzlich, >> doch ich muss auch dem Folge leisten, was mein Schöpfer mir aufträgt. << >>Selbstständiges Denken scheint wohl auch per Gesetz verboten zu sein, wie? << >>Es wäre mein Untergang, wenn er mich verstoßen würde, << erwiderte Piper ernst. >>Ich würde wahnsinnig werden und zu einer Gefahr für alle um mich herum. Es gibt solche Einzelgänger, das kann ich nicht verheimlichen, und sie werden von der Agentur aufgespürt und unschädlich gemacht. << >>Wie? , << fragte Duncan. >>Nun, sie werden zu ihrer und unser aller Sicherheit in ein Gefängnis gesperrt, denn ein herrenloser Avatar birgt große Wut und Zorn in sich, da er keine Nähe mehr zur Seele seines Erschaffers hat. Es gibt Wesen, die frei existieren können, wie etwa die Kobolde, aber bei einem Avatar ist das anders. Ohne einen Herren verliert er jeden Respekt vor dem Leben und kann extrem aggressiv werden. << Sie bogen in eine düstere Seitenstraße ein, weg vom Verkehr und den belebten Hauptverkehrsadern. Überquellende Mülltonnen standen am Straßenrand, Ratten huschten durch das Halbdunkel und obszönes Graffiti bedeckte die Wände der Häuser ringsum. Dem Tageslicht schien es auch nicht zu gelingen, die Straße zu erhellen. Die Düsternis war bedrückend und furchteinflößend. Vor einer rostigen Tür blieb Piper stehen und klopfte an. Eine Sichtluke wurde aufgeschoben und das finster dreinblickende Gesicht eines Mannes erschien. >>Was willst du? , << fragte er in harschem Ton. >>Ich bin im Auftrag von Mister Miller hier und soll diesen jungen Neuling durch das Portal führen, << erwiderte Piper gelassen, als würde sie diese Prozedur kennen. Das Gesicht wandte sich Duncan zu und musterte ihn gleichgültig, dann schloss sich die Luke und ein Rasseln und Schnarren erklang, als ein Riegel geöffnet wurde. Die Tür schwang auf und gab den Weg in einen von flackernden Lampen erhellten schmalen Gang frei. Die Tapete löste sich durch Feuchtigkeit von den Wänden und auf dem Boden lag allerlei Unrat. Piper ging hinein, ohne weiter darauf zu achten, Duncan aber versuchte, dem Müll auszuweichen, so gut es ging. Nach einigen Metern gelangten sie an eine Wendeltreppe, die in die Tiefe führte. Ein übler Gestank drang von unten herauf und ließ Duncan erahnen, wohin der Weg führen würde. Und er sollte sich nicht irren, denn die Treppe endete in der Kanalisation. Direkt neben ihnen dümpelte ein grauer Strom vorbei, die Kloake, die die Abfälle London’s aufnahm und fortspülte. Nur ein schmaler und schlüpfriger Steg führte darüber hinweg an der Wand des Tunnels entlang. Nach einigen Minuten veränderte sich die Bauweise und das Material des Abwasserkanals. Die glatten Kacheln und Fliesen der modernen Kloake wurden abgelöst von roten Ziegelsteinen, die bereits vermodert waren und aus denen Moos zu wachsen begann. Eine Bewegung an der Decke des Tunnels erregte Duncan’s Aufmerksamkeit, und als er aufblickte, bemerkte er eine Art Seilzug, an dem eine Gondel in Miniformat hing. Darin saß ein Kobold (schon wieder, schoss es ihm durch den Sinn), der damit beschäftigt war, das Moos von den Steinen zu lösen. Gelegentlich verspeiste er kleiner Fladen davon und schmatzte dabei genüsslich. Angewidert folgte er Piper durch die stinkende Dunkelheit weiter, bis sie schließlich an eine runde Stahltür gelangten. Die junge Frau packte den Griff daran und zog die Pforte auf. Duncan erkannte eine weitere Treppe, die noch tiefer hinab führte. >>Noch etwas tiefer und wir kommen im Keller eines Chinesen raus, << bemerkte er bissig, doch Piper schien es überhört zu haben. Die Treppe führte etwa vierzig Schritte hinab und endete an einer vermoderten Holztür, an der sich schon Holzwürmer gütlich getan hatten. Vorsichtig öffnete Duncan die Tür und war sofort geblendet vom grellen Licht, dass ihm entgegen flutete. Als er sich daran gewöhnt hatte, blickte er voller Überraschung in einen großen Saal, der über und über mit Büchern, Schriftrollen, Aktenordnern und Dokumenten vollgestopft war. In etlichen Metallregalen ruhten eiserne Kisten, in denen Duncan weitere Bücher und Schriftstücke vermutete. Viele der Kisten trugen das Wappen des Königshauses, andere das der britischen Regierung. >>Willkommen im Archiv, << verkündete Piper in geradezu feierlichem Tonfall und schloss die Tür, die knarrend ins Schloss fiel. >>Während des zweiten Weltkrieges schafften die damaligen Oberbefehlshaber alle wichtigen und geheimen Dokumente hier hinunter, damit sie nicht im Feuersturm der Bombenangriffe vernichtet würden. Leider starben die wenigen Menschen, die hiervon wussten, bei genau solch einem Bombenangriff und diese Kaverne geriet in Vergessenheit. Sie bot sich geradezu dafür an, ein Portal in ihr zu errichten, denn hierher hat sich seit Jahrzehnten kein Mensch mehr verirrt. << Duncan staunte noch immer und folgte den Ausführungen Piper’s kaum. Er erblickte im Durcheinander einen uralten Schreibtisch, hinter dem ein unheimlich dürrer, fast kahlköpfiger Mann saß, dessen markantestes Merkmal seine Hakennase war, die wie der Schnabel eines Greifvogels aus seinem Gesicht ragte. Neben ihm stand ein Metallgestänge, an dem ein Infusionsbeutel hing, in dem eine rotbraune Flüssigkeit zu sehen war. Von dem Beutel führte ein Plastikschlauch zu einer Kanüle, die am linken Unterarm des Mannes lag. Die Haut des Mannes war welk und wirkte wie ausgetrocknet. Blaue Venen zeichneten sich überall darauf ab. Im Grunde sah er wie tot aus, nur schien diese Nachricht noch nicht sein Gehirn erreicht zu haben. Der Mann lächelte und offenbarte dabei für sein Alter ungewöhnlich weiße und perfekte Zähne. >>Das ist Piotr Vulczkinski, der Archivar, << flüsterte Piper, doch der Mann schien jedes Wort verstanden zu haben. Er nickte, und als er zu sprechen begann, offenbarte er einen unverkennbaren russischen Akzent. >>Vulczkinski, jawohl. Und bitte keine Scherze mit meinem Namen machen. << Duncan deutet auf die Infusion und erwiderte: >>Ich hoffe, sie sind nicht ernsthaft erkrankt. Hier unten kann man sich sicher schnell den Tot holen, bei all den Bakterien und Keimen. << Eisige Stille legte sich über die Anwesenden. Der Archivar machte ein Gesicht, als hätte Duncan einen für ihn unverständlichen Witz erzählt, ohne dabei zu bedenken, dass sein Gegenüber ein Mensch war, der absolut keinen Humor hatte. >>Letzteres sollte für mich kein Problem darstellen, << erwiderte Vulczkinski mit krächzender Stimme. Duncan verstand nicht und wollte um eine Erklärung bitten, doch Piper zog ihn am Arm zu sich und sagte in ernstem Ton: >>Lass den Unsinn, okay ?! Piotr ist ein Vampir! Das da ist eine Bluttransfusion, auch wenn es sich bei der Flüssigkeit fast nur um Tomatensaft handelt. << Duncan war entsetzt und fasziniert zugleich. >>Ein Vampir, << stammelte er, >>und eine Tomatensaftinfusion?! << >>Auch ein Vampir hat das Recht, als Vegetarier zu leben, wenn er das wünscht, << antwortete Piper gereizt, wandte sich dem Archivar zu und lächelte eines ihrer strahlendsten Lächeln. >>Verzeihen sie, Mister Vulczkinski, er ist ein Neuling und noch feucht hinter den Ohren. Ich hoffe, es geht ihrer Frau gut? << >>Ich denke schon, auch wenn sie sich von ihrem letzten allergischen Anfall noch nicht gut erholt hat und noch etwas wackelig auf den Beinen ist. << Duncan konnte seine Neugier nicht im Zaum halten. >>Wogegen ist sie allergisch? << >>Gegen Holz jedweder Art, << antwortete der Archivar automatisch, >> was vor allem bei der Wahl eines neuen Bettes sehr problematisch werden kann. << Duncan gelang es, nichts darauf zu erwidern. Er wollte den Raum lebend verlassen und nicht an plötzlich auftretender Blutarmut sterben. >>Wollen sie das Portal benutzen? ,<< fragte der Vampir. Duncan nickte, woraufhin Vulczkinski sagte: >>Wundern sie sich nicht, aber es ändert gelegentlich die Übergänge. Man kommt dann nicht unbedingt aus einem Portal, wenn man drüben ist. << >>Das bedeutet was genau ?, < Der Alte zuckte mit den Schultern. >>Ist unterschiedlich. Manchmal erscheint man nur einige Meter über dem Boden, aber es hat auch schon Fälle gegeben, in denen die betreffende Person in einem Fluss erschien und zuerst an Land schwimmen musste. << >>Dann sollte ich vielleicht vorgehen, << erklärte Piper. >>Wir müssen durch den Gang dort drüben, um zum Portal zu gelangen. << Sie deutete auf einen niedrigen Gang hinter dem Schreibtisch des Archivars. Duncan zog den Kopf ein und folgte ihr in eine Kammer, die von unzähligen Kerzen erhellt wurde. Allerdings schwebten die Kerzen gut zwei Metern Höhe, so dass Duncan einigen Wachstropfen ausweichen musste, die herabfielen. Das Portal war ein aus grauen Steinen gemauerter Torbogen, der im Zentrum des Raumes stand. Duncan konnte dahinter die Wand der Kammer sehen. Dieser Durchgang hatte absolut nichts Magisches oder Mysteriöses an sich. Piper sah ihn noch einmal an, dann trat sie durch den Torbogen, ohne auf der anderen Seite wieder zu erscheinen . Duncan dachte zuerst an eine optische Täuschung und blickte hinter den Durchgang, betrachtete ihn von allen Seiten, doch er sah nichts außer den stumm dastehenden steinernen Torbogen. Er trat so nahe wie möglich heran und betrachtete die Luft zwischen den Steinen und vermeinte, ein Flirren zu erkennen, als plötzlich eine Hand aus dem Nichts erschien, ihn packte und vorwärts zog. Es war, als würde die Welt zusammen gefaltet und eine Neue entfaltet. Als würde man zwischen mehrere Spiegel treten und sein eigenes Spiegelbild bis in die Unendlichkeit hin betrachten. Dann kehrte die Normalität zurück und Duncan spürte festen Stein unter seinen Füßen. Er hatte während des Übergangs die Augen geschlossen und wagte nun nicht, sie zu öffnen. Es roch nach schmutzigem Wasser, Laub und feuchter Erde. Dazu kam ein Geruch, den Duncan nicht kannte und näher beschreiben konnte. Am ehesten erinnerte er ihn an den Geruch von abgebrannten Feuerwerkskörpern, Schwefel und Schwarzpulver. >>Die kannst die Augen ruhig öffnen, << hörte er Piper neben sich sagen. Duncan kam ihrer Aufforderung nach und fand sich auf einer Straße mitten in London wieder. Er wusste sofort, dass es London war, denn in der Ferne sah er Big Ben aufragen, auch wenn der Turm seltsam verändert wirkte. Als er sich Piper zuwandte, wich er überrascht einige Schritte zurück. Ihre Haare fielen wieder offen über ihre Schultern, doch trugen sie nun die Farbe von Bronze und schienen wieder von ihrem seltsamen Eigenleben erfüllt zu werden. Piper’s Haut war Weiß wie Kreide und nur ihre Lippen glühten in einem tiefen Burgunderrot. Sie bemerkte seine Verwunderung und sagte: >>Hier sind wir alle so, wie wir erschaffen wurden. Unsere Tarnung, die wir in der realen Welt benutzen müssen, fällt von uns ab. Tarnen kann sich in der dieser Welt nichts und niemand. Willkommen in der Schattenbreite! <<Читать дальше
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