Bernhard Giersche - Kampf dem Karl,
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Kampf dem Karl,: краткое содержание, описание и аннотация
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Wie sagte der KaLeu in „Das Boot“?: „NOT YET KAMERADEN, NOT YET!!!“ Ich habe gestern irgendwo erwähnt, dass es mein größter Wunsch sei, noch einmal nach Trogir/Kroatien zu fahren. Ich liebe dieses Land. Hier veränderte sich mein Leben vor über zwanzig Jahren, als ich als Soldat hier stationiert war, nach dem Bosnien-Krieg. Und ich werde mit meiner Frau dorthin reisen, bevor Karl Überhand gewinnt. Zunächst war mir diese dann angeleierte Aktion mit dem „Kroatien-Fond“ vollkommen peinlich. Ich wollte niemals in meinem Leben zu einem Bittsteller werden. Ich habe meine Sachen immer selber geregelt und aus jedem Schlamassel herausgefunden. Irgendwie…
Seit anderthalb Jahren lebe ich in Schmerz und Ungewissheit. Mit dem Verlust der körperlichen Gesundheit im Februar 2016 zerfiel auch viel von meinem Selbstwertgefühl. Giersche war also doch nicht unkaputtbar. Meine Seele fuhr Achterbahn. Ich fühlte mich wie ein gebrochener Mann, wissend, dass ich bei einer Zombieapokalypse nicht überleben würde, wegen meiner körperlichen Zerfallssituation. Das war immer mein Maßstab. Kann ich meine Familie und mich bei einer Zombieapokalypse retten? Mit dem kaputten Rücken, dem Diabetes und dem galoppierenden Blutdruck wohl kaum.
Ich lernte zu akzeptieren, dass ich Hilfe annehmen kann und muss. Und deswegen kann ich jetzt auch Hilfe annehmen. Ich kann meine Familie retten, vielleicht mich selbst nicht, aber das wiegt nicht so schwer für mich. Mit der Hilfe der Menschen um mich herum kann ich sie retten und meine verbleibende Zeit dazu nutzen, aus dem Krebs das Beste zu machen. Ich gönne Karl die Genugtuung nicht, dass das Böse, Schlechte und Destruktive die Überhand nimmt. Ich verwandle seine zerstörerische Energie in etwas Gutes um. Je mehr er powert umso mehr Energie werde ich in Gutes verwandeln, werde Handlungsstränge schaffen und Denkprozesse ermöglichen. Verstand und Gefühl von Menschen werde ich einladen, neugierig und angstfrei auf den Tod, das Sterben und den Umgang damit zu schauen. Jede Seele, die weniger Angst vor dem hat, was uns ja allen faktisch bevorsteht, schwächt den Tod und den Sterbeprozess.
Komm her Tod, ich lache dir ins Gesicht. Das soll die Devise sein, mit der wir leben. Den Tod als integralen Teil des Lebens zu sehen hilft, ihm den Schrecken zu nehmen. Und Schrecken ist die Energie, die er braucht um gewinnen zu können. Von mir bekommt er das nicht. Karl, verpiss dich aus meinem Leben! Und eines noch, lieber Karl...es gibt auch alternative Heilmethoden!
Es ist vernünftig von einem Arzt zu erwarten,
dass er vor der Macht des Geistes Krankheiten zu überwinden,
Achtung hat.
( Hippokrates)
17. Juli 2017
Und dann war da ja noch am Freitag die erste Chemotherapie. Gestern hatte ich ja schon darüber geschrieben, dass es echt schwer zu glauben ist, dass man todkrank sein soll, wenn doch alle Symptome irgendwie fehlen oder nur ganz schwach ausgeprägt sind. Da mag der eine oder andere sich gedacht haben: "Sei doch froh und glücklich, dass es dir noch so gut geht." Glaubt mir, bin ich. Ich werde ja täglich, ach was, stündlich daran erinnert. Medikamente, leichte Nebenwirkungen usw. erinnern mich andauernd daran. Heute morgen hatte ich auf einmal einen stechenden Schmerz im rechten Rücken. Da schießt es einem sofort in den Kopf: "Guten Morgen, Karl, auch schon wach?"
Freitag zum Beispiel war es ganz besonders hart. Ich fühlte mich eigentlich gut, am Tag zuvor hatten wir geheiratet. Heute ging es dann schon früh aus dem Haus zu meinen Onkologinnen. Dort angekommen gab es wenig zu sprechen. Ich musste mich auf diesen bequemen Ledersessel setzen und wartete auf das, was da kommen sollte. Ein wahrhaft komisches Gefühl. Chemotherapie, das hat so etwas endgültiges, so etwas ganz und gar offizielles. Die würde ich sicher nicht bekommen, wenn ich gesund wäre. Chemotherapie ist bei mir stigmatisiert. Wer zur Chemotherapie muss, dem bleibt oft nicht mehr lange Zeit zum Leben. Chemotherapie geht dem Krebstod immer voraus. So ist dieser Begriff bei mir besetzt und gekoppelt an Bilder, die wenig schön sind. Erbrechen, Übelkeit und Haarausfall. Bald würde mich die Chemotherapie so zeichnen, wie ich als Krebspatient gefälligst auszusehen habe. Dünn, ausgemergelt und kahlköpfig. Ich schwöre mir, nie eine dieser alles kaschierenden Mützen zu kaufen. Ich hatte ein wenig Sorge, dass das Anstechen des Ports weh tun würde. Mein Bedarf an Schmerzen ist auf Jahre ausreichend gedeckt. Ok, dann soll es jetzt also darangehen.
Ich schwitze in meinem Lederstuhl und bin überrascht, dass der kleine Pieks überhaupt nicht weh tut. Gut, eine Sorge weniger. Zunächst gibt es eine Infusion Antiübelkeitsmittel, dann einen halben Liter Kochsalzlösung. Läuft alles zügig in meinen Körper, spüren tue ich davon nichts. Dann kommt schon bald die Assistentin mit einem silbernen Beutel. Das also ist die Chemotherapie. Das erzeugt in mir ein echt mulmiges Gefühl. Das ist jetzt alles Ernst, das ist keine Fiktion. Vom Inhalt dieses Beutels hängt mein Leben ab. Mindestens aber die mutmaßliche Dauer meines Lebens. Hat das Methadon schon dafür gesorgt, dass das Mittel in die Krebszellen eindringt? Ist all das hier nicht doch vergebens? Und so liege ich fast drei Stunden auf dieser Liege und spüre nicht viel. Hin und wieder latsche ich mit meinem Infusionsständer zur Toilette. Ich sehe die anderen Patienten, die an ihren Tröpfen hängen in ihren grauen Sesseln. Ich gehöre jetzt zu ihnen. Ich warte darauf, dass irgendwelche Nebenwirkungen eintreten, ich werde etwas müde, schlafe ein wenig. Dann ist es vorbei, die Nadel wird gezogen und ich bekomme Rezepte und einen neuen Termin.
1 x wöchentlich gibt es diese Dröhnung also. Ich bete instinktiv zum großen Watumba, dass er bitte dafür sorgen möge, dass das Zeug Karl vertreibt. Bis heute habe ich keine Nebenwirkungen verspürt. Man sagte mir, dass man nach der ersten Chemotherapie oft noch nichts bemerkt, das käme erst bei der zweiten oder dritten Infusion. Na dann… Ach so, eine Glatze bekomme ich von dem Zeug wahrscheinlich auch nicht. Mann, was habe ich doch ein Glück!
Am Samstag erschien dann der Zeitungsartikel in unserer Tageszeitung. Nach der Chemotherapie habe ich so verdammt lange geschlafen, wie schon ewig nicht mehr. Also doch Nebenwirkung. Elf Stunden habe ich quasi durchgeschlafen. Der Samstag beginnt so wie er endet. Der Artikel im Patrioten löst eine wahnsinnige Welle aus, im Sekundentakt piept das Handy und solange die Tagebuchaktion läuft, bekomme ich den "Patrioten" nach Hause gebracht. Das ist dann wieder so ein Schubs in die Realität. Der Bericht von Dominik Friedrich ist wirklich ausgezeichnet geschrieben, nichts unter- oder übertrieben. Wahr ist etwas, was in der Zeitung steht, so wurde ich geprägt. Wahr ist, dass ich Krebs habe. Steht da geschrieben. Und das ich nicht viel Zeit habe, steht da auch.
Es wenden sich betroffene Menschen, Angehörige und auch sehr verzweifelte Menschen an mich. Das ist einfach, ich bin ziemlich transparent im Auftritt und es gibt etliche Möglichkeiten, mich zu kontaktieren, wenn man das möchte. Auch wenn man mich nicht kennt. Die Resonanz ist also überwältigend. Erst am späten Abend wird es etwas ruhiger. Ich fahre zum Tanken und werde gleich angesprochen. "Wir haben den Artikel gelesen. Alles Gute. Wir wünschen viel Kraft…." Die meisten finden gut, was ich mache. Dass ich offen darüber rede und sie hinter die Kulissen eines "Sterbenden" blicken lasse.
Und es sind so viele von dieser Krankheit betroffen. Fast könnte man meinen, dass jeder mindestens einen kennt, der Krebs hat. So viele Menschen sind von Karl und seinen abartigen Kumpels in Beschlag genommen worden. Warum nur ist es so ungewöhnlich, wenn ich jetzt offen darüber rede? Fast habe ich das Gefühl, einige hätten nur darauf gewartet, dass mal einer den Mund aufmacht, denn mich erreichen so viele Nachrichten von Menschen, die mir bestätigen, dass sie ähnlich fühlen oder ähnliches erlebt haben. Viele beginnen jetzt darüber nachzudenken, es auszusprechen und sich dem wie auch immer gearteten Schicksal zu stellen. Wenn ich den Menschen dabei helfen kann, dann will ich es gerne weiter tun. Hier bei Facebook und auch weiter einmal wöchentlich in der Zeitung.
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