Gertraud Huster - Durch das Tor der Zeit

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In meinem Buch beschreibe ich die Nachkriegszeit in der DDR in der Zeit von 1945 bis in die heutige Zeit und welchem Schicksal meine Mutter und ich ausgesetzt waren. Ich trete in meinem Buch als Zeitzeugin auf und beschreibe darin, wie im Laufe der Jahre immer mehr Informationen an mich herantraten. Es war für mich ein glücklicher Umstand doch noch nach 64 Jahren meine Halb-Schwester zu finden. Ebenso klärte sich das Schicksal meines Vaters auf, der über 60 Jahre als verschollen galt. Alles weitere erfahren Sie in meinem Buch.

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Zum Einen erlebte ich ein geistige Bevormundung und Gleichschaltung aller Kinder. Wir wurden instrumentalisiert und mussten tun, was gerade dran war. Dabei wurde auf eigene Befindlichkeit kaum Rücksicht genommen. Sie wurde weitgehend ausgeschaltet. Wir hatten nur zu gehorchen. Ich erlebte ständige Bewusstseinskontrollen eigener Gedanken, Worte und Handlungen. Sie wurden kontrolliert, korrigiert, an die Gruppe angeglichen. Abweichungen zur Gruppe wurden nicht toleriert. Meine Erzieherin machte sich über mich lustig, äffte mich nach und lachte mich aus, wenn ich etwas sagte oder machte, was sie anders haben oder hören wollte. Da sie das sehr häufig tat, schämte ich mich, zog mich zurück und blieb mit meinem Kummer allein. Meine Ängste, etwas falsch zu machen, nahmen im Laufe der Zeit immer mehr zu, mein Selbstvertrauen dagegen immer mehr ab.

Es entwickelte sich in mir ein regelrechter Zwang. Um nicht aufzufallen, verhielt ich mich angepasst und tat immer das, was die anderen gerade vormachten, man nennt das auch Gruppenzwang. Ohne nachzudenken, verließ ich mich auf die anderen Kinder. War ich mal zu Hause, verhielt ich mich garantiert anders. In meiner Schulzeit holte mich dieser Zwang immer wieder ein. Ich hatte im Heim nie gelernt logisch zu denken. Ich traute mich kaum, etwas zu sagen. Fragte mich ein Lehrer und ich konnte ihm nicht die richtige Antwort geben, dann schämte ich mich, zumal die ganze Klasse lachte. Ich konnte mit Niederlagen und Kritiken nicht umgehen. Ich hatte kein Durchsetzungsvermögen und konnte mich auch nicht selbst verteidigen. Oft fing ich an zu weinen, weil ich mir so hilflos, in die Enge getrieben und ausgeliefert vorkam. Im Heim, in der Gruppe musste ich mich unterordnen, meine Person wurde vereinnahmt.

Eine freie Entfaltung und Entwicklung meiner Persönlichkeit erlebte ich erst ab dem zwölften Lebensjahr. Ich spielte bereits drei Jahre Handball. Mein Trainer entdeckte bei einem Test meine guten Anlagen zu einem Torwart. Er trainierte mich, gab mir Zuspruch und Lob, war begeistert von meinen Fähigkeiten. Die Zuwendungen und Zusprüche meiner Mädchen-Mannschaft erlebte ich wie noch nie in meinem Leben. Bis zu meinem neunzehnten Lebensjahr spielte ich Handball. Die Teams halfen mir, ohne es zu wissen, mich zu einer starken und gefestigten Persönlichkeit zu entwickeln. Natürlich wirkte sich das auch auf meine schulischen Leistungen aus. Ich lernte besser und wuchs völlig über mich hinaus.

Noch einmal zurück zum Kinderheim. Ich erlebte eine Hierarchieordnung in der Gruppe. Es gab ein paar „Anführer“ in der Gruppe. Sie waren richtige Raufbolde. Weiterhin ein Mittelfeld und Schwache, die von den „Anführern“ beleidigt, gedemütigt und missbraucht wurden oder an denen sie ihre Launen ausließen. Ich ordnete mich bereitwillig unter, um keinen Ärger zu bekommen. Diese Anführer passten jeden Augenblick ab, wenn die Erzieherin das Gruppenzimmer verließ, um sich zu raufen, zu schlagen und Mädchen unsittlich zu berühren. Sie hatten ihre wahre Freude daran einem Mädchen den Slip herunterzuziehen und ihren Genitalbereich zubegrabschen. Die Schreie sind mir noch heute im Gedächtnis. Vor diesen Jungen hatte ich schreckliche Angst. Ich fühlte mich unbeschützt.

Aus heutiger Sicht kann ich mir das nur so erklären, dass verschiedene Jahrgänge in meiner Gruppe waren. Die Älteren beherrschten die Kleineren. An eine zweite Gruppe kann ich mich nicht erinnern, außer an Säuglinge und Kleinkinder, die im Seitenflügel des „Wismut-Kinderheimes“ mit separatem Eingang untergebracht waren.

Eine weitere Erziehungsmethode der Erzieherinnen war Freiheitsberaubung. Sie beinhaltete disziplinarische Repressalien und soziale Isolation des Kindes bei „Verstößen“. Auch ich erlebte Ausgrenzung von der Gruppe. Tagelang hatten Kinder mit Durchfall zu kämpfen und machten nachts in ihr Bett. Eines Morgens kam die Ankündigung der Erzieherin, dass beim Nächsten die Strafe kommt. Ich war die Nächste. Im Morgengrauen entdeckte ich einen kleinen braunen Fleck in meinem Bett. Tiefe Ängste erfassten mich. Der Schreck saß so tief, so dass mein ganzer Körper zu zittern begann. Meine Zähne schlugen aufeinander, so sehr fürchtete ich mich vor der Begegnung mit meiner Erzieherin. Dann war es so weit. Mit viel Geschrei bemerkte sie, was mir passiert war und befahl mir, den ganzen Tag im Bett zu bleiben, ohne Essen. Ich dachte, ich müsste vor Angst und Scham vergehen. Ihre ganze Wut von den Vortagen musste ich ausbaden. Am Vormittag kamen Putzfrauen in den Schlafsaal. Als sie mich in meinem Bettchen entdeckten, fragten sie mich, warum ich im Bett bleiben musste. Unter Tränen und schluchzend erzählte ich ihnen von meinem Missgeschick. Sie trösteten mich, bezogen mein Bettchen mit frischer Wäsche, zogen mir ein frisches Nachthemdchen an und leisteten mir eine Zeitlang Gesellschaft. Eine von ihnen brachte mir sogar ihre rote Grütze mit Vanillesoße vorbei. Ich tat ihr leid.

Einmal hatte ich das dringende Bedürfnis austreten gehen zu müssen. Wir lagen schon alle in unseren Betten. Es war uns verboten, danach noch einmal die Toilette zu benutzen. Leise schlich ich mich auf den Gang und wurde dabei erwischt. Die Erzieherin steckte mich, ohne den Grund zu erfragen, ins Bad. In der Wanne lag ein Holzrost, dass wir beim Baden vor der Wanne benutzten. Auf dieses musste ich mich setzen, bis meine Strafzeit abgelaufen war. Zutiefst war ich erschüttert. Dieses Erlebnis habe ich mir besonders gut eingeprägt.

Ein weiteres Ritual fand jede Nacht statt. Wir wurden aus dem Schlaf gerissen und auf das Töpfchen gesetzt. Häufig war ich so verschlafen, dass ich fast herunterfiel oder weiterschlief. Ein Klaps auf dem Po half zwar, aber gegen meinen Willen.

So könnte ich noch manches erzählen. Es ist erstaunlich, wie lang ein Mensch sich zurückerinnert. Das Kinderheim in Schneeberg kann ich sogar beschreiben. Im Eingangsbereich rechts befand sich das Büro mit großen Glasfenstern. Eine große, hölzerne Treppe führte in das obere Stockwerk zu den Schlafsälen und einem Waschraum mit Bad und Toiletten. Ein Schlafsaal war für Jungen, der zweite für Mädchen. Ein großer Durchgang verband die beiden Säle. Über eine massive Treppe erreichte man vom Flur aus die Kellerräume. Geradeaus befanden sich die Garderobe und die Tür zu unserem Gruppenraum. Ein Krankenzimmer als Isolierraum gab es auch im Erdgeschoss. Ebenso erinnere ich mich noch an eine Küche und eine Wäscherei in den Kellerräumen, einen Spielgarten mit Sandkasten und einem betonierten Planschbecken, das wir an heißen Tagen zum Baden und Planschen benutzen. Ringsherum begrenzte ein Zaun die Spielanlagen und Grünflächen der Einrichtung.

Einige Male bekam ich heftige Schmerzen in den Beinen, denn die Schuhe waren im Winter eiskalt. Die Garderobe wurde nicht beheizt. Das Gleiche erlebte ich gelegentlich im Sommer, wenn wir barfuß im Sandkasten buddelten. Im Innersten war der Sand kalt. Ich wand mich abends vor Schmerzen im Bett, auf dem Stuhl, sogar auf dem Fußboden, immer gerade da, wo die Schmerzen begannen. Meine Tränen liefen mir übers Gesicht. Es konnte mir niemand helfen. Ich musste sie stundenlang aushalten.

Die Häuser, in denen ich als Kind untergebracht wurde, gibt es noch, aber sie schweigen. Ich habe sie nach über 60 Jahren aufgesucht. Das ehemalige Säuglingsheim in Aue, heute eine Kita, konnte ich mir erst vor Kurzem auch von innen ansehen. Es sind mir noch winzige Bilder im Gedächtnis geblieben. So konnte ich mich noch an eine Villa erinnern. Die Wände in den Räumen waren hoch und alle Zimmer auf einer Etage durch große Türen miteinander verbunden. Ehe ich dieses Haus betrat, schilderte ich meinem Mann, der mich begleitete, welche Erinnerungen ich an dieses „vorübergehende Zuhause“ hatte. Es war tatsächlich so, wenn auch verschwommen, aber nicht vergessen. Erstaunlich!

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