Eugenie Marlitt - Reichsgräfin Gisela

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Klassiker der Weltliteratur! eBooks, die nie in Vergessenheit geraten sollten.
Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Gisela Gräfin Sturm, die als Kind ein von ihrer Großmutter auf unredliche Weise erworbenes Vermögen erbt und später in die Schusslinie zweier tödlich widerstreitender Parteien gerät: Auf der einen Seite steht ihr Stiefvater, der es selbst auf das Vermögen abgesehen hat, und....

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Die Blinde stöhnte und schlug die Hände vor das Gesicht. »Ich bin auch jung und von edlem Geschlecht!« fuhr die Tochter unerbittlich fort. »Ich fühle auch den Beruf in mir, oben zu stehen und mit den Großen zu verkehren, und muß elend in einem dunkeln Winkel verkümmern!«

War es Frau von Zweiflingens Absicht gewesen, ihr Kind, frei von Eitelkeit und Weltlust, für eine anspruchslose, bescheidene Lebensstellung zu erziehen, dann hatte sie unklugerweise einen beredten Gegner außer acht gelassen, der unausgesetzt und energisch ihren Bestrebungen entgegenwirkte – es war der Spiegel. Wenn auch die dürftige Talgkerze kaum ein halbes Dämmerlicht im Zimmer verbreitete, so daß nur das weiße Licht des jungen Mädchens, die bleichen Blumensterne in ihrem Haar und hier und da ein Streifen der hellen Seidenrobe aufleuchteten – das deckenhohe Glas warf doch eine Erscheinung zurück, die in ihrem stolzen Gesamtausdruck, in dem verführerischen Reiz ihrer tadellosen Formen durchaus nicht mit der einsamen und harmlos verblühenden Waldanemone verglichen werden durfte.

»Von dem ganzen großen Familienvermögen ist nicht ein Groschen für mich verblieben«, sprach Jutta beharrlich weiter, während die blinde Frau, das Gesicht in den Händen vergraben, bewegungslos schwieg. »Du sagst, Papa habe es durch Unglücksfälle und falsche Freunde verloren – gut, das ist nicht zu ändern; aber dann mußten von deiner und Papas Seite Schritte geschehen, mich wenigstens standesgemäß zu versorgen... Vor einigen Tagen las ich, daß die Töchter verarmter Adelsfamilien meist als Hofdamen untergebracht werden – das hat mich sehr aufgeregt, Mama; ich muß fortwährend darüber nachdenken, weshalb du mir den einzigen Weg zu einem glänzenden Leben verschlossen hast.«

»So – das wäre also dein unumwundenes Glaubensbekenntnis, Jutta!« sagte die Blinde tonlos; ihre Hände sanken langsam in den Schoß. Die leidenschaftlich hervorbrechende Heftigkeit der Frau war plötzlich wie erloschen, wie vernichtet unter einem ungeahnten moralischen Schlag. »Und ich habe gewähnt, das Blut durch die Erziehung bekämpfen zu können! Alle Eigenschaften unserer Kaste, da sind sie ja: die Genußsucht, der Hochmut, der Trieb, es den Höchsten gleich zu tun – und reichen die eigenen Mittel nicht aus, nun so schraubt man den Stolz um so und so viel Grad tiefer und mischt sich wenigstens unter den dienenden Troß, um sich von der Gnadensonne beglänzen zu lassen... Ich wollte dich nicht in jener Sphäre wissen, die du das Paradies, nennst, hörst du?« fuhr sie heftiger fort, indem sie sich mit den Händen auf die Seitenlehnen des Stuhles stützte und so ihre halbgelähmte Gestalt höher aufrichtete; »eher würde ich dich eigenhändig hier im alten Waldhause vermauern!... Das mag dir vorläufig genügen. Später, wenn du gereift und nicht mehr so kindisch unverständig sein wirst, und wenn ich nicht mehr bin, soll Theobald dir meine Gründe sagen!« Sie lehnte sich erschöpft zurück und ließ die Lider über die Augen sinken.

3

Es war mit einemmal still geworden im Zimmer, Jutta wagte kein Wort der Erwiderung mehr. In dem Blick, den sie auf die Kranke heftete, lag doch etwas wie Scheu, Furcht und ein plötzlicher Schrecken über die eigene Kühnheit. Sie ging einigemal auf und ab; die kleinen Füße glitten unhörbar über die ausgetretenen Dielen, als versänken sie im weichsten Teppich – nur das verhängnisvolle Seidenkleid knisterte und rauschte beim Hinstreifen über die Möbel. Draußen aber flog der Sturm im jähen Aufbrausen um die alten Turmmauern. Die letzten Blätterreste der ächzenden Baumwipfel rasselten, im wilden Gemenge mit dem Flockenwirbel, gegen die Fensterscheiben, und droben in luftiger Höhe klatschten und knarrten die verwahrlosten Laden der Dachluken hilflos auf und zu.

In diesen allgemeinen Aufruhr mischte sich plötzlich der Ruf einer menschlichen Stimme.

Zur Sommerzeit lag das Waldhaus nicht so gänzlich vereinsamt, als man hätte denken sollen. Der Fahrweg, den Sievert anfänglich betreten, führte, ungefähr dreißig Schritte entfernt, an der Nordseite des Hauses vorüber. Er lief ziemlich gerade über den hier sehr flachen Bergrücken in der Richtung nach A. und vereinigte sich drunten wieder mit der Landstraße, die in weitem Bogen den Fuß des Berges umschrieb – er verkürzte die Strecke zwischen Neuenfeld und der Stadt um mindestens eine halbe Stunde. Dieser Umstand und die köstliche Waldeskühle machten, daß der Weg nicht allein von den Holzfuhrknechten benutzt wurde. Die Dorfleute gingen hin und wieder und kehrten auch öfter bei Sievert ein, um kleine Bestellungen für ihn in der Stadt zu besorgen. An heißen Tagen aber vermieden auch die Reisenden zu Wagen die staubige Landstraße und vergaßen auch die holprigen Geleise über dem Frieden und der grünen Dämmerung des Waldes. Diese Lebensader, die das Dickicht durchlief, wurde den Bewohnern des Waldhauses freilich nur bemerkbar durch herüberklingendes Lachen und Plaudern von Menschenstimmen, lustiges Peitschenknallen und bei trockenem Wetter durch das Rasseln der Räder – ebenso wußten die wenigsten, die da drüben vorüberzogen, um das Dasein des uralten Jagdschlößchens im Herzen des Waldes, denn ein wildverwachsenes Unterholz, überragt von dicht gescharten Buchenkronen, trennte das Haus von dem Fahrweg. Mit dem Eintritt des Winters jedoch verstummten die Laute eines lebendigeren Verkehrs vollständig. Nur die Dohlen, die, seit Jahrhunderten auf den Türmen nistend, ihre Geschlechtstafel getrost neben die verwitterte drunten in der Halle hängen durften, und die ihr angemaßtes Vorrecht im Walde zäher und hartnäckiger zu behaupten wußten, als die besiegelten Pergamentstreifen des Herrn von Zweiflingen es vermocht hatten – sie kreisten flügelklatschend über dem einsamen Hause, und ihr mißtönendes Geschrei war oft wochenlang die einzige Lebensäußerung, die von draußen her in das stille Turmzimmer drang.

Der vereinzelte Ruf einer Menschenstimme war demnach von überraschender Wirkung für die beiden Frauen. Die Blinde fuhr empor aus ihrem apathischen Hinbrüten, und Jutta öffnete rasch den Flügel des einen unverhüllten Fensters. Mit dem Windstoß, der ihr entgegenfuhr, drang auch deutlicher ein wiederholter Ruf herein, das laute Hallo einer Männerstimme; es klang von der nördlichen Seite des Hauses herüber und galt offenbar Sieverts erleuchteten Fenstern. Eine halbverwehte Antwort des alten Soldaten erfolgte, und nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Fremden kam er aus seiner Stube und schritt nach der Haustür.

Jutta nahm das Licht und ging hinaus in die Halle in dem Augenblick, wo Sievert den schweren Türflügel zurückschlug und, auf die Galerie tretend, eine brennende Laterne in die undurchdringliche Finsternis hinaushielt.

Rasche, feste Schritte kamen über den schmalen Wiesenfleck, der sich vor dem Hause hinstreckte. Am Fuß der Treppe machten sie halt, und gleich darauf trippelten ein Paar leichte Füßchen die Stufen hinauf.

»Meine beiden Kutscher sind auf den Tod erkrankt«, sagte draußen eine tiefe Stimme von sehr angenehmem Klang, wenn sie auch im Unwillen und, wie es schien, infolge körperlicher Anstrengung bebte. »Ich war gezwungen, mit dem Postillon zu fahren, und weil der Mensch während des Sommers meist den Holzfahrweg benutzt hat, so ist er einfältig genug, auch in dieser entsetzlichen Nacht in den engen, bodenlosen Schacht einzubiegen. Der Sturm hat uns wiederholt die Laternenflammen ausgeblasen, und mein Wagen steht da drüben wie eingemauert. Ist nicht jemand da, der bei den Pferden bleiben möchte, bis der Postillon Vorspann geholt hat, und können wir einstweilen hier eintreten?«

Jutta trat rasch in den Bereich der Tür. Sie hielt die Hand schützend vor das flackernde Kerzenlicht; dadurch wurde der Strahl desselben doppelt kräftig auf das Gesicht und die Büste des jungen Mädchens geworfen, und wie sie so dastand, den blumengeschmückten Lockenkopf mit dem Ausdruck lächelnder Spannung vorgeneigt, während der Flammenschein des Kamins hinter ihr aufzuckte und die Bilder und Hirschköpfe als nebelhafte, fremdartige Gestalten von den Wänden herabdämmerten – da mußten wohl die in Sturm und Nacht draußen Stehenden unwillkürlich an eine jener wunderholden Erscheinungen denken, wie sie das Märchen in alten verzauberten Schlössern walten und weben läßt.

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