Eugenie Marlitt - Reichsgräfin Gisela

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Klassiker der Weltliteratur! eBooks, die nie in Vergessenheit geraten sollten.
Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Gisela Gräfin Sturm, die als Kind ein von ihrer Großmutter auf unredliche Weise erworbenes Vermögen erbt und später in die Schusslinie zweier tödlich widerstreitender Parteien gerät: Auf der einen Seite steht ihr Stiefvater, der es selbst auf das Vermögen abgesehen hat, und....

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»Du Törin!« zürnte die kranke Frau. »Ist dieser bodenlose Unsinn das ganze Resultat meiner Erziehung?« Sie hielt inne, denn Sievert trat eben wieder in das Zimmer. In der einen Hand trug er ein Glas frisches Wasser und in der andern die mitgebrachte weiße Papiertüte, die er Jutta hinreichte. Sie schlug das Papier auseinander – auch nicht ein Zug des Gesichts veränderte sich beim Anblick der duftenden Liebesboten, die ihre unschuldigen Köpfchen furchtlos in die Winterzeit gewagt hatten, um die an Licht, Duft und Wärme verarmten Menschen erquickend zu trösten. Es ist reizend, wenn ein junges Mädchen die vom Geliebten gesandten Blumen leise und verstohlen an ihre Lippen drückt – diese Braut aber war wohl augenblicklich zu tief gekränkt; sie bog nicht einmal den Kopf nieder, um den süßen Duft einzuatmen; das Papier auf dem Tisch ausbreitend, warf sie das Bukett auseinander und zog nur die Tazetten heraus... Sievert stand noch da und hielt ihr das Glas hin; sie stieß es zurückweisend mit der Hand weg.

»Ach, dazu sind sie nicht abgeschnitten«, sagte sie verdrießlich. »Ich kann die trübe Lache in den Gläsern nicht ausstehen!« Sie trat an den Spiegel und steckte die Tazetten diademartig in ihre Locken, und zwar so anmutig und ungezwungen, als seien die weißen Blumensterne auf das dunkle Haar geschneit. Die unglückliche Mutter war in diesem Augenblick doppelt bedauernswürdig, daß sie ihr unvergleichlich schönes Kind nicht sehen konnte; vielleicht hätte sie über der Erscheinung den »bodenlosen Unsinn« vergessen, den die in innerer Befriedigung jetzt lächelnden Lippen vorhin so herb ausgesprochen – »sehr unglücklich« sah das Gesicht ganz gewiß nicht mehr aus.

Der alte Diener warf auch nicht einen Blick auf die geschmückte Gestalt vor dem Spiegel; aber ein böses Lächeln zog seine Mundwinkel herab, als er mit dem Glas zur Tür hinausging. Die Dichter besingen in zahllosen Variationen das vermutliche Wonnegefühl der Blumen bei ihrem Verscheiden im Haar oder an der Brust eines schönen Mädchens – der rauhe Soldat aber fluchte innerlich, daß er »die armen Dinger« so sorgsam durch Schnee und Wetter getragen, damit sie nun »elendiglich« hier umkommen sollten. Er brachte nach kurzer Zeit das Teewasser, Brot und Butter herein, und schob die kranke Frau im Lehnstuhl näher an den Tisch; dann zog er sich in seine im Erdgeschoß des nördlichen Turmes gelegene Stube zurück. Da kam, wie allabendlich, seine Erholungszeit. Er heizte den Ofen tüchtig, stopfte sich eine Pfeife und las – astronomische Werke.

Jutta schlug die feinen Spitzenmanschetten am Handgelenk zurück. Sie strich Butterbrote und bereitete den Tee.

»Ich weiß nicht, mein Kind«, sagte die Blinde, das Ohr aufmerksam nach ihrer Tochter hinneigend, »es rauscht heute bei jeder deiner Bewegungen wie schwere, starre Seide –«

Die junge Dame erschrak sichtlich; ein glühendes Rot färbte für einen Augenblick Gesicht und Hals, und unwillkürlich rückte sie einen Schritt weiter aus dem Bereich der Mutter.

»Hast du deine schwarzseidene Schürze vorgebunden?« forschte die blinde Frau weiter.

»Ja, Mama!« Diese Antwort klang halberstickt, aber sie erfolgte sofort.

»Merkwürdig – das Geräusch ist mir nie so aufgefallen. Hättest du über ein seidenes Kleid in deiner Garderobe zu verfügen, dann wollte ich darauf schwören, du machtest dir das lächerliche Vergnügen, im alten Waldhaus als Salondame zu paradieren... Was hast du für ein Kleid an?«

»Mein altes braunes Wollkleid, Mama.«

Das Examen war zu Ende, Jutta atmete erleichtert auf, sie klirrte beim Teetrinken mehr als nötig mit der Tasse, im übrigen aber hielt sie sich plötzlich steif und unbeweglich wie ein Wachsbild.

Die Kranke genoß so viel wie nichts. Ein dünnes Schnittchen des feinen Brotes, das Sievert um ihretwillen aus Schloß Arnsberg geholt hatte, zerbröckelte zwischen ihren Fingern, kaum einige Krumen kamen über ihre Lippen sie war offenbar dem letzten Stadium ihrer Krankheit sehr nahe.

»Du könntest mir etwas vorlesen, Jutta, wenn du mit deinem Abendbrot fertig bist«, sagte sie. »Der Sturm heult zu unheimlich!«

»Gern, Mama. Ich will die Sappho von Grillparzer holen. – Theobald hat sie mir gestern mitgebracht.«

Ein nervöses Aufzucken durchflog die Glieder der blinden Frau. »Nein, nein!« rief sie mit abwehrender Heftigkeit. »Weißt du, was diese Sappho ist? Ein unglückliches, verratenes Weib!... Ein Sturm der qualvollsten Seelenschmerzen geht durch dies Buch, schlimmer als der da draußen, und – ich will ihn ja doch vergessen!«

Die junge Dame erhob sich, um ein anderes Buch zu holen; dabei streifte sie unbewußt mit ihrem Kleid die herabhängende Rechte der Kranken – diese Hand erfaßte plötzlich die vorübergleitenden Rockfalten und hielt sie krampfhaft fest, während die Linke prüfend in fieberhafter Hast über den Stoff hinfuhr.

»Jutta, bist du wahnsinnig?« schrie sie auf.

Das junge Mädchen sank sofort neben dem Lehnstuhl nieder. »Ach, Mama, verzeihe mir!« flüsterte sie. Der Schrecken hatte ihre Lippen schneeweiß gefärbt.

»Leichtsinniges, liebloses Geschöpf du«, zürnte die Mutter und stieß die Hände zurück, die ihre Rechte erfaßten. »Hast du auch nicht einen Funken von Scham und Scheu empfunden, als du mein Heiligtum an dich rissest?... Mein Brautkleid, das ich gehütet habe wie einen Augapfel, als einzigen Zeugen einer himmlisch schönen Zeit – dieses Kleid, von dem du weißt, daß es mit mir gehen soll, wenn ich endlich erlöst sein werde von meinem Leiden, schleifst du zur Verhöhnung unserer ganzen armseligen Verhältnisse über die elenden Dielen des Waldhauses und führst damit eine Farce auf, wie sie sich lächerlicher und erbärmlicher nicht denken läßt?«

Jutta erhob sich rasch, mit einer zornigen Gebärde. In diesem Moment verflüchtigte sich auch die letzte Spur der Dornröschenlieblichkeit bei dem jungen Mädchen. Der zürnenden Mutter den Rücken halb zugewendet, war sie Zoll für Zoll die geharnischte Opposition. Ein impertinenter Zug flog um die leichtvibrierenden Nasenflügel, und höhnisch lächelnd richtete sie ihre sprühenden Augen auf ein Damenporträt, das über dem Sofa hing. Es war eine jugendliche Mädchengestalt mit einem Mulattenköpfchen. Vollkommen unregelmäßig in seinen Linien und von entschiedenem bronzefarbenem Teint, fesselte dies kleine magere Gesicht unwiderstehlich durch den pikanten, geistreichen Ausdruck der Züge und durch ein tiefes halbverschleiertes Augenpaar, in dem die Leidenschaft verstohlen glimmte. Die zarten, bräunlichen Schultern umfloß weiße Seidengaze, unter der schwerer Atlas schimmerte, und in den dicken, dunkeln Haarflechten steckte ein Granatblütenstrauß, den eine Brillantnadel festhielt.

Juttas Blicke hingen an der eleganten Toilette des Bildes.

»Du tust, als hätte ich ein Kriminalverbrechen begangen, Mama«, sagte sie kalt. »Ich habe das Kleid nicht an mich gerissen, sondern mir nur erlaubt, es für einige Stunden zu leihen. Die paar Nähte, die ich verändern mußte, sind im Nu wieder aufgetrennt; im übrigen ist es unversehrt... Theobald wollte uns heute abend seinen Bruder vorstellen; es ist wohl sehr natürlich, daß ich dem neuen Verwandten wenigstens einen anständigen Eindruck machen wollte. Mein braunes Wollkleid ist lächerlich unmodern und hat Flicken, die sich nicht gut mehr verbergen lassen – du erlaubst ja nie, daß Theobald mir dergleichen schenkt... Mama, du hast vergessen, daß du auch einmal jung gewesen bist; oder vielmehr, du kannst nicht begreifen, wie ich fühle und leide, denn deine Jugend war ja so ganz anders!... Wenn ich dort dein Bild ansehe und den weißen Atlas mit meiner brillantesten Toilette, eben dem kostbaren braunen Wollkleide, vergleiche, dann frage ich: Warum bin ich ausgestoßen aus dem Paradiese, in dem du, Mama, leben und glänzen durftest?«

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