Kim Robinson - Mutter Göttin der Welt

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»Mein Gott.«

Wir saßen da und hielten Kunga Norbus heiße Hände, und ich stellte mich als Feuerröhre vor; und die Wärme ergoß sich in mich, meine Arme hinauf, durch meinen Oberkörper — sie taute sogar meinen erfrorenen Hintern und meine Füße auf. Ich sah Kunga Norbu an, und er sah direkt durch die Wand unserer Höhle in die Ewigkeit, oder wohin auch immer, und seine Augen glühten schwach im Kerzenlicht. Es war unheimlich.

Ich weiß nicht, wie lange das anhielt — es schien endlos zu währen, obwohl es vermutlich nur etwa eine Stunde dauerte. Doch dann hörte es auf — Kungas Hände wurden kälter, und unsere Körper ebenfalls. Er blinzelte mehrere Male und schüttelte den Kopf. Dann sagte er etwas zu Freds.

»Tja«, sagte Freds. »Länger kann er es dieser Tage nicht durchhalten.«

»Was?«

»Tja …« Er biß sich bedauernd auf die Zunge. »Es ist ungefähr so. Tulkus neigen dazu, im Verlauf ihrer verschiedenen Inkarnationen ihre Kräfte zu verlieren. Anscheinend verlieren sie bei jedem Prozeß etwas, genauso, als ob man ein Band von einer Kopie zieht, oder so. Es gibt einen Namen dafür.«

»Übertragungsfehler«, sagte ich.

»Genau. Na ja, das erwischt sie auch. Man sieht in Tibet sogar jede Menge Tulkus, die völlige Trottel sind. Kunga ist besser dran, aber er erinnert mich etwas an Paul Revere. Ein kleines Licht im Glockenstuhl, du weißt schon. Ein großer Lama, und ein toller Bursche, aber bei den mystischen Disziplinen nicht mehr besonders mächtig.«

»Zu schade.«

»Finde ich auch.«

Ich erinnerte mich an Kungas heiße Hände und ihre Wärme, die in mich drang. »Also … ist er eigentlich gar kein Tulku, oder?«

»Oh, ja! Natürlich! Und jetzt hat er sich auch vom alten Dorjee Lama befreit und ist selbst ein Lama und niemandes Schüler mehr. Es muß ein tolles Gefühl sein.«

»Darauf gehe ich jede Wette ein. Aber wie genau funktioniert das überhaupt?«

»Wie man ein Tulku wird?«

»Ja.«

»Es kommt darauf an, seine geistigen Kräfte zu konzentrieren. Die Tibetaner glauben, daß es gar kein übersinnliches Phänomen ist, sondern nur eine Ausnutzung der natürlichen Kräfte, die wir alle haben. Tulkus haben ihre psychischen Energien unglaublich konzentriert, und wenn man diese Ebene erreicht hat, kann man seinen Körper verlassen, wann immer man will. Wenn Kunga wollte, könnte er in etwa zehn Sekunden sterben.«

»Sehr nützlich.«

»Ja. Und wenn sie sich also dazu entscheiden, springen sie ins Bardo. Das Bardo ist die andere Welt, die Welt des Geistes, und ein sehr verwirrender Ort — Halluzinationen sind nichts dagegen! Zuerst geht vor deinem Gesicht ein Licht an, wie das Blitzlicht von Gottes Kamera. Dann sind es nur ein Haufen farbiger Wege, Erscheinungen und so weiter. Wie Kunga es beschreibt, klingt es echt unheimlich. Wenn man nur ein ganz gewöhnlicher Geist ist, kann man leicht die Orientierung verlieren und wird als Schnecke oder als Showmaster einer dieser Spielshows im Vorabendprogramm oder als irgend etwas wiedergeboren. Doch wenn man konzentriert bleibt, wird man in dem Körper wiedergeboren, den man sich ausgesucht hat, und macht von da ausweiter.«

Ich nickte einfältig. Mir war müde und kalt, und der Sauerstoffmangel beschleunigte meine Gedankengänge nicht gerade; ich konnte Freds’ Ausführungen nicht den geringsten Sinn entnehmen, wenngleich das an allen anderen Orten vielleicht genauso gewesen wäre.

Wir saßen da. Kunga summte etwas vor sich hin. Es wurde kälter.

Die Kerze tropfte und erlosch.

Es war dunkel. Es wurde noch kälter.

Nach einer Weile war nur noch die Dunkelheit da, unser Atmen und die Kälte. Ich fühlte meinen Hintern und die Beine unterhalb der Knie nicht mehr. Ich wußte, daß ich auf etwas wartete, hatte jedoch vergessen, worauf. Freds bewegte sich und sprach auf Tibetanisch mit Kunga. Sie schienen weit, weit entfernt zu sein. Sie sprachen mit Menschen, die ich nicht sehen konnte. Eine Weile zappelte Freds hin und her und stieß gegen die Wände der Höhle. Kunga rief heiser Worte wie »Hak!« und »Phut!«

Schließlich raffte ich mich auf. »Was macht ihr da?« fragte ich.

»Wir wehren Dämonen ab«, erklärte Freds.

Ich war, als ich meine Gefährten beobachtete, schon zu der Schlußfolgerung bereit, daß der Sauerstoffmangel einen in den Wahnsinn treiben kann; aber als ich daran dachte, wer sie waren, stellte ich mein endgültiges Urteil noch etwas zurück. Vielleicht lag es doch nicht am Sauerstoff.

Eine unbestimmbare Weile später fing Freds an, Schnee aus dem Tunnel zu schaufeln. »Wirfst du die Dämonen raus?« fragte ich.

»Nein, ich will wieder warm werden. Versuch’s doch auch mal.«

Ich hatte nicht die Kraft, mich zu bewegen.

Dann schüttelte er mich von einer Seite zur anderen, wechselte ins Englische und erzählte mir Geschichten. Eine Geschichte nach der anderen, mit trockener, heiserer, tiefer Stimme. Ich verstand keine davon. Ich mußte mich darauf konzentrieren, gegen die Kälte anzukämpfen. Und auf das Atmen. Freds wurde ganz aufgeregt; er erzählte mir eine Geschichte von Kunga, etwas darüber, wie er mit einem Freund durch Tibet lief, irgendein Lung-gom-pa-Test, und der Freund schleppte Ketten mit sich, um nicht ganz davonzutreiben. Dann begegneten sie nachts einem frischgebackenen Ehemann, ließen die Ketten in ein Lagerfeuer fallen … »Die Träger wußten vom Lung-gom, und am nächsten Morgen müssen sie versucht haben, es den Engländern zu erklären. Kannst du dir das vorstellen? Träger, die erklären, wie diese Ketten aus dem Nichts kommen … daß Leute sie benutzen, die durch Tibet laufen, damit sie nicht in den Orbit abzischen? Mann, diese Engländer müssen gedacht haben, sie würden das Land Oz erforschen. Meinst du nicht auch? He, George? George? … George?«

16

Doch schließlich ging die Nacht vorbei, und ich war noch da.

Wir krochen noch vor dem ersten Licht der Dämmerung aus unserer Höhle, stampften mit den Füßen, bis wieder etwas Gefühl in sie zurückkehrte, und waren sehr mit uns zufrieden. »Guten Morgen!« sagte Kunga Norbu höflich zu mir. Und damit hatte er recht. Hochstehende Wolken färbten sich über uns rosa, und ein Meer aus blauen Wolken trieb weit unter uns über Nepal dahin. Die höheren Gipfel stachen wie Inseln daraus hervor und färbten sich ebenfalls langsam rosa. Ich hatte nie einen überirdischeren Anblick wahrgenommen; es war, als wären wir aus der Höhle auf einen anderen Planeten gekrochen.

»Vielleicht sollten wir einfach den Südpaß hinab und uns zu diesen indischen Soldaten durchschlagen«, krächzte Freds. »Ich habe keine Lust, wieder auf den Gipfel zu klettern, um die Westseite hinabzusteigen.«

»Du meinst es ernst«, sagte ich.

Also stiegen wir die Südseite hinab.

Peter Habeier, Messners Partner bei der ersten Besteigung des Everest ohne Sauerstofflaschen im Jahre 1979, ist den Grat vom Gipfel bis zum Südpaß in einer Stunde hinabgerast. Er hatte Angst vor Gehirnschäden; meines Erachtens ist die Geschwindigkeit seines Abstiegs der beste Beweis dafür, daß sie schon eingetreten waren. Wir gingen, so schnell wir konnten, was beunruhigend schnell war, und brauchten fast drei Stunden dafür. Einen Schritt nach dem anderen, einen steilen, verschneiten Grat hinab. Ich weigerte mich, in die tiefen Schluchten zu meiner Rechten und Linken hinabzuschauen. Die Wolken unter uns schwollen an wie die Flut in der Fundy-Bai; unser schönes Wetter würde bald ein Ende finden.

Ich kam mir völlig losgelöst von meinem Körper vor, beobachtete einfach, wie er marschierte. Unter mir sang Freds »›I get up, I get dow-wow-wown‹« aus dem Lied »Close to the Edge« von Yes. Wir gelangte an eine große, schneegefüllte Rinne und rutschten sie achtlos hinab, glitten bei jedem verträumten Schritt acht oder zehn Meter weit. Wir alle drei taumelten mittlerweile. Wolken strömten hinauf, und wie durch Zauberei erschien überall um uns herum Nebel, aber wir waren schon unmittelbar über dem Südpaß, und es spielte keine Rolle mehr. Ich sah, daß man im Paß ein Lager aufgeschlagen hatte, und seufzte erleichert auf. Ansonsten wären wir verloren gewesen.

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