Moritz Busch - Die Mormonen

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Im Sommer 1838 kam es bei Gelegenheit einer Wahl von Beamten in Caldwell-County, wo man die Mormonen nicht stimmen lassen wollte, zu Thätlichkeiten zwischen den feindlichen Parteien. Es erfolgten mehrere Verwundungen, und einer der Heiligen wurde erstochen. Im Herbste nahmen die hierauf sich entspinnenden gegenseitigen Neckereien den Charakter ernstlicher Feindseligkeiten an. Eine aus den eifrigsten Jüngern Smiths gebildete Schaar, Daniten oder Würgengel genannt, verbrannte die Ortschaften Gallatin und Millport, wogegen die Antimormonen, unter dem Oberbefehle des Methodistenpredigers Bogard, der später wegen Mordes nach Texas flüchtete, mehrere Farmen der Heiligen beraubten und zerstörten. Endlich griff ein Haufe Mormonen eine Milizcompagnie, die von dem Anführer im Dunkel der Nacht für eine Rotte Pöbel gehalten wurde, mit Flintenschüssen an, und diese mußte sich mit Verlust mehrerer Todten zurückziehen.

Damit war der Bürgerkrieg im Kleinen da. Der Gouverneur Boggs rief die Miliz des Staates Missouri zu den Waffen, um den Ruhestörungen ein Ende zu machen. Diese Landwehr war vom brennendsten Hasse gegen die fanatische Secte erfüllt, und so war ihre nächste Waffenthat, daß sie in einem Blockhause bei Hauns Mill vierundzwanzig wehrlose und unschuldige Mormonen, meist Frauen, Greise und Kinder, mit kaltem Blute niederschoß. Einige Tage nachher erschienen die Generale Clark und Lucas mit 3500 Mann vor Far West. Beim Anblicke dieser offenbaren Uebermacht ergaben sich die Heiligen, die damals 1100 Streiter zählten, legten ihre Waffen nieder und lieferten auf Verlangen sechs ihrer Führer, darunter den Propheten, zur Bestrafung aus. Diese wurden nur durch das Dazwischentreten des Generals Doniphan vor dem Erschießen bewahrt, in's Gefängniß gebracht, um unter der Anklage des Hochverraths, des Mordes und der Brandstiftung vor Gericht gestellt zu werden. Die große Masse des unseligen Volkes aber mußte mit ihrem gesammten Eigenthume die Kriegskosten bezahlen, und mitleidlos trieben die Vollstrecker der Befehle des mindestens nicht unparteiischen Gouverneurs die Armen mit Weib und Kind mitten im November über die Grenzen des Staates auf die öden Prairien von Iowa, wo Massen von ihnen durch Kälte, Hunger und Krankheit den Tod fanden.

Das war eine schwere Heimsuchung. Aber ihr folgte eine Glanzperiode, deren man eine Secte von so gemeinem Ursprunge und so gemischtem Wesen nicht fähig halten sollte. Die Exulanten wurden von dem Nachbarstaate Illinois freundlich aufgenommen, und nachdem sie sich hier in Quincy und dessen Umgebung einige Wochen aufgehalten, wählten sie, von Dr. Gallant auf diesen gut gelegenen Punkt aufmerksam gemacht, das Städtchen Commerce zum bleibenden Aufenthalte, welches sie in Nauvoo – das heißt auf neuägyptisch »die Schöne« – umtauften. Diese neue »ewige Wohnung« der Heiligen vom jüngsten Tage lag in Hancock-County auf einem Hügelvorsprunge am Mississippi, nicht weit vor den Des Moines-Wasserschnellen, am Rande einer prachtvollen, wellenförmigen Prairie, die durch den Fleiß der Ankömmlinge rasch in reichtragende Felder verwandelt wurde. Commerce war ein Haufe elender schmuziger Blockhütten gewesen, Nauvoo war schon nach Verlauf von drei Jahren die größte und schönste Stadt in Illinois.

Smith und die anderen Führer der Secte, welche mit ihm in's Gefängniß gebracht worden waren, benutzten den 4. Juli, wo ihre Wächter den Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung durch allzureichlichen Genuß geistiger Getränke gefeiert hatten, zur Flucht über die Grenze. Bei den Ihrigen eingetroffen, wußten sie zu bewirken, daß die Gesetzgebung von Illinois den Mormonen außergewöhnliche Vorrechte zur Förderung ihrer Colonie gewährte, und mit diesen versehen, wuchs dieselbe mit unerhörter Schnelligkeit. Rasch entstanden Straßen und Plätze, Häuser und Blumengärten. Die benachbarten Sümpfe, welche Anfangs tödtliche Fieberluft aushauchten, wurden durch großartige Drainirungsanstalten entwässert. Meilenweit in's Land hinein sah man auf eingezäunten Aeckern Mais und Weizen reifen, während die Prairie herrliches Viehfutter gewährte. Kaufleute eröffneten Läden mit den Erzeugnissen des Ostens, welche die Dampfboote auf dem Strome herzuführten. Eine Freimaurerhalle und ein Concerthaus, eine Universität und ein großer Gasthof, zu dessen Wirthe Jehova in einer feierlichen Offenbarung vom 19. Januar 1841 den Propheten selbst bestimmte, wurden erbaut. Einer Gesellschaft, zur Betreibung der Landwirthschaft im Großen wurde Concession ertheilt, und als die Mormonen eine Legion zur Vertheidigung ihrer Niederlassung errichteten, lieferte ihnen der Staat die Waffen dazu.

Die Krone des Ganzen aber versprach der Tempel zu werden, zu welchem am 6. April 1841 der Grundstein gelegt wurde. Das Modell dazu hatte der Prophet von einem Engel empfangen. Die Ausführung mußte einem »heidnischen,« d. h. einem ungläubigen Baumeister übertragen werden, welcher, als Smith ihm den »Bauplan des Herrn« beschrieb, anfänglich Schwierigkeiten machte, sich aber schließlich einverstanden erklärte. Smith hatte erkannt, daß ein solches Centralheiligthum ein gutes Bindemittel sein werde, und so wurde seine Errichtung in allen auswärtigen Gemeinden als religiöse Pflicht gepredigt. Die Kosten des Werkes, welches nach seiner Vollendung gleichsam als versteinertes Charakterbild der wunderlichen und doch zugleich imposanten Secte, die es geschaffen, die Stadt überragte, beliefen sich auf mehr als eine halbe Million Dollars, ungerechnet die Arbeitstage, womit unvermögende Mormonen ihren Beitrag abgezahlt hatten. Es war ein hundertachtundzwanzig Fuß langes, achtzig Fuß breites und sechzig Fuß hohes Viereck, dessen flaches Dach auf dreißig Pfeilern von eigenthümlicher Structur ruhte. Die Basis war ein Halbmond, und die Kapitäler bestanden aus einem strahlenumkränzten Menschenantlitze, über dem zwei Hände zwei Posaunen hielten. Zwischen diesen Pfeilern liefen um das Viereck vier Reihen Fenster, zwei im Rundbogenstyle und zwei kreisrunde. Drei Thüren, zu denen man auf je vier Stufen emporstieg, führten ins Innere, und über dem Ganzen erhob sich ein hundertfunfzig Fuß hoher Thurm. Ein gewaltiges Marmorbassin, getragen von zwölf kolossalen Stieren, sollte im Erdgeschoß als Taufbecken dienen. Das Material des ganzen, mit Ausnahme des Thurms, nicht unschönen Bauwerks war weißer Kalkstein.

Und wie der Tempel und die Stadt des Mormonengottes, so wuchs auch sein Reich und die Zahl seiner Anbeter. Wie ein Magnet wirkte »Mormon Joe« trotz der Streitschriften, womit die Geistlichkeit aller Secten ihn bekämpfte, bis über das Meer hinüber. Alle Jahre wurden zweimal Generalconferenzen abgehalten, in welchen Missionaire für Europa, Afrika und Asien gewählt wurden. Bei einer Conferenz wurden deren mehrere Hunderte hinausgesendet, und obwohl sie sich binnen drei Tagen zur Abreise »ohne Beutel und Stab« bereit zu machen hatten und nicht selten Jahre lang von Familie und Geschäft entfernt blieben, trat nie der Fall ein, daß einer sich dem »Auftrag aus der Höhe« zu folgen geweigert hätte. Die zwölf Apostel Smiths, denen die Beaufsichtigung der fremden Gemeinden oblag, fanden fast allenthalben die Arbeit dieser Prediger mit Erfolg belohnt, und nicht allzusehr übertrieben scheint es, wenn die Mormonen sich im Jahre 1843 rühmten, allein innerhalb der Vereinigten Staaten an hunderttausend Bekenner ihres Glaubens zu haben. Nicht weniger verbreitet war die Lehre Smiths in Großbritannien, wo die Apostel Young, Parley Peter Pratt und Heber Kimball namentlich in den Manufacturdistricten Englands sowie in Schottland, vor Allem aber unter der unwissenden Landbevölkerung von Wales großen Anhang gewonnen, und durch Ueberreichung des Buchs Mormons an die Königin sogar bei Hofe Proselyten zu machen versucht hatten. Der außerordentlich thätige, sprachenkundige Apostel Taylor ging nach Jerusalem, um die dortigen Juden zu bekehren. Andere schifften nach den britischen Besitzungen in Ostindien und Australien, noch Andere sogar nach den Inseln der Südsee, wo ihnen die Eingeborenen in Masse zufielen. Männer, die in Amerika für Gelehrte gelten konnten und allenthalben für ziemlich geschickte Sophisten angesehen werden dürften, vertheidigten die sich jetzt immer mehr mit mystischen Doctrinen füllenden Katechismen des Mormonenthums. Vier Zeitungen, wovon eine in England erschien, stritten für die geistlichen und weltlichen Angelegenheiten der Secte. Die Verhältnisse in Nauvoo ordneten sich von Tage zu Tage besser, und von einem baldigen Erlöschen des Trugbildes, welches wie ein ungeheures Irrlicht alle unklaren Köpfe im Bereiche des anglo-sächsischen Lebens in seinen Sumpf lockte, konnte nicht mehr die Rede sein.

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