Erich Remarque - Der Funke Leben
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»Das ist das wenigste. Wenn er noch etwas durchhält, heilt die Wunde. Es ist außerdem ein hinterer Backenzahn; das macht die Kontrolle schwieriger, wenn die Leiche erst starr ist. Wenn er heute abend stirbt, ist er morgen vormittag soweit. Wenn er morgen früh stirbt, müssen wir ihn hier behalten, bis er starr ist. Das geht. Handke können wir beim Morgenappell täuschen.« 509 sah Berger an. »Wir müssen es riskieren. Wir brauchen das Geld. Jetzt besonders.«
»Ja. Wir können ohnehin nichts anderes mehr machen. Wer soll den Zahn verschieben?«
»Lebenthal. Er ist der einzige, der es machen kann.«
Hinter ihnen öffnete sich die Tür der Baracke. Ein paar Leute zerrten eine Gestalt an Armen und Beinen heraus und schleiften sie zu einem Haufen neben der Straße. Dort lagen die Toten, die seit dem Abendappell gestorben waren.
»Ist das schon Lohmann?«
»Nein. Das sind keine von den Unsern. Das sind Muselmänner.«
Die Leute, die den Toten losgelassen hatten, taumelten zur Baracke zurück.
»Hat irgend jemand gemerkt, daß wir den Zahn haben?« fragte Berger.
»Ich glaube nicht. Es sind fast alles Muselmänner, die da liegen. Höchstens der Mann, der uns die Streichhölzer gegeben hat.«
»Hat er was gesagt?«
»Nein. Bis jetzt nicht. Aber er kann immer noch einen Anteil verlangen.«
»Das ist das wenigste. Die Frage ist, ob er es für ein besseres Geschäft hält, uns zu verraten.« 509 dachte nach. Er wußte, daß es Leute gab, die für ein Stück Brot zu allem fähig waren. »Er sah nicht so aus«, sagte er schließlich. »Warum hätte er uns sonst die Streichhölzer gegeben?«
»Das hat nichts damit zu tun. Wir müssen vorsichtig sein. Sonst sind wir beide erledigt. Und Lebenthal ebenso.« 509 wußte auch das gut genug. Er hatte manchen Mann für weniger hängen sehen.
»Wir müssen ihn beobachten«, erklärte er. »Wenigstens so lange, bis Lohmann verbrannt ist und Lebenthal den Zahn verschoben hat. Danach nützt es ihm nichts mehr.«
Berger nickte. »Ich gehe noch einmal 'rein. Vielleicht finde ich schon etwas heraus.«
»Gut. Ich bleibe hier und warte auf Leo. Er muß noch im Arbeitslager sein.«
Berger stand auf und ging zur Baracke hinüber. Er und 509 hätten ohne Zögern ihr Leben riskiert, wenn Lohmann durch irgend etwas zu retten gewesen wäre. Aber er war nicht zu retten. Deshalb redeten sie über ihn wie über einen Stein. Die Jahre im Lager hatten sie dazu gebracht, sachlich zu denken.
509 hockte im Schatten der Latrine. Es war ein guter Platz; niemand achtete hier auf ihn. Das Kleine Lager hatte für alle Baracken zusammen nur eine gemeinsame Massenlatrine, die an der Grenze der beiden Lager errichtet war und zu der ein endloser Zug von Skeletten ständig stöhnend von den Baracken hinüber und zurück schuffelte. Fast alle hatten Durchfall oder Schlimmeres, und viele lagen zusammengebrochen umher und warteten, bis sie wieder Kraft genug hatten, um weiter zu stolpern. Zu beiden Seiten der Latrine lief der Stacheldrahtzaun entlang, der das Kleine Lager vom Arbeitslager trennte. 509 hockte so, daß er die Pforte, die in den Stacheldraht geschnitten war, beobachten konnte. Sie war da für die SS-Blockführer, die Blockältesten, die Essenholer, die Leichenträger und die Leichenwagen. Von Baracke 22 durfte nur Berger sie benutzen, wenn er zum Krematorium ging. Für alle anderen war sie streng verboten. Der Pole Silber hatte sie die Krepierpforte genannt, weil die Gefangenen, die ins Kleine Lager überwiesen wurden, nur als Leichen durch sie zurückkamen. Jeder Posten durfte schießen, wenn ein Skelett versuchen sollte, ins Arbeitslager zu gelangen. Fast niemand versuchte es. Auch vom Arbeitslager kam außer denen, die Dienst hatten, nie jemand herüber. Das Kleine Lager war nicht nur unter einer losen Quarantäne; es war auch sonst von den übrigen Gefangenen aufgegeben worden und wurde lediglich als eine Art von Friedhof betrachtet, auf dem die Toten noch kurze Zeit umherwankten. 509 konnte durch den Stacheldraht einen Teil der Straßen des Arbeitslagers sehen. Sie wimmelte von Gefangenen, die den Rest ihrer Freizeit ausnutzten. Er sah, wie sie miteinander sprachen, wie sie in Gruppen zusammenstanden und die Straßen entlanggingen – und obschon es nur ein anderer Teil des Konzentrationslagers war, erschien es ihm, als sei er durch einen unüberbrückbaren Abgrund von ihnen getrennt und als sei das drüben fast so etwas wie eine verlorene Heimat, in der immerhin noch Leben und Gemeinschaft existierten. Er hörte hinter sich das weiche Schlurfen der Häftlinge, die zur Latrine wankten, und er brauchte sich nicht umzublicken, um ihre toten Augen zu sehen. Sie sprachen kaum noch – sie stöhnten höchstens oder zankten mit müden Stimmen; sie dachten nicht mehr. Der Lagerwitz nannte sie Muselmänner, weil sie völlig in ihr Schicksal ergeben waren. Sie bewegten sich wie Automaten und hatten keinen eigenen Willen mehr; alles war in ihnen ausgelöscht, außer ein paar körperlichen Funktionen. Sie waren lebendige Tote und starben wie Fliegen im Frost. Das Kleine Lager war voll von ihnen. Sie waren gebrochen und verloren, und nichts konnte sie retten, nicht einmal die Freiheit 509 spürte die Kühle der Nacht tief in den Knochen. Das Murmeln und Stöhnen hinter ihm war wie eine graue Flut, in der man ertrinken konnte. Es war die Lockung zur Selbstaufgabe – die Lockung, gegen die die Veteranen verzweifelt kämpften. 509 bewegte sich unwillkürlich und drehte den Kopf, um zu fühlen, daß er noch lebte und einen eigenen Willen hatte. Dann hörte er das Abpfeifen im Arbeitslager. Die Baracken dort hatten eigene Latrinen und wurden nachts abgeschlossen. Die Gruppen auf den Straßen lösten sich auf. Die Leute verschwanden. In kaum einer Minute war drüben alles leer, und nur noch der trostlose Zug der Schatten im Kleinen Lager war da – vergessen von den Kameraden jenseits des Stacheldrahtes; abgeschrieben, isoliert, ein Rest zitternden Lebens im Territorium sicheren Todes. Lebenthal kam nicht durch das Tor. 509 sah ihn plötzlich schräg vor sich über den Platz gehen. Er mußte irgendwo hinter der Latrine hereingekommen sein. Niemand wußte, wie er sich durchschmuggelte; es würde 509 nicht gewundert haben, wenn er dazu die Armbinde eines Vormannes oder sogar die eines Kapos benutzt hätte. »Leo!« Lebenthal blieb stehen. »Was ist los? Vorsicht! Drüben ist noch SS. Komm hier weg.« Sie gingen zu den Baracken hinüber. »Hast du was erwischt?« fragte 509. »Was?«
»Essen. Was sonst?«
Lebenthal hob die Schultern. »Essen! Was sonst«, wiederholte er irritiert. »Wie stellst du dir das vor? Bin ich der Küchenkapo?«
»Nein.«
»Na also! Was willst du dann von mir?«
»Nichts. Ich habe nur gefragt, ob du was zu essen erwischt hast.«
Lebenthal blieb stehen. »Essen«, sagte er bitter. »Weißt du, daß die Juden zwei Tage Brotentzug im ganzen Lager haben? Befehl von Weber.«
509 starrte ihn an. »Ist das wahr?«
»Nein. Ich habe es erfunden. Ich erfinde immer so was. Es ist witzig.«
»Mein Gott! Das wird Tote geben!«
»Ja. Haufen. Und du willst noch wissen, ob ich Essen erwischt habe -«
»Sei ruhig, Leo. Setz dich hierher. Das ist eine verfluchte Geschichte. Gerade jetzt!
Jetzt, wo wir allen Fraß brauchen, den wir kriegen können!«
»So? Ich bin vielleicht wohl noch schuld, was?« Lebenthal begann zu zittern. Er zitterte immer, wenn er sich aufregte, und er regte sich leicht auf; er war sehr empfindlich. Das bedeutete bei ihm nicht mehr, als hätte ein anderer mit den Fingern auf eine Tischplatte getrommelt. Es kam durch den ständigen Hunger. Er vergrößerte und verkleinerte alle Emotionen. Hysterie und Apathie waren Geschwister im Lager. »Ich habe getan, was ich konnte«, zeterte Lebenthal leise mit hoher, sich überschlagender Stimme. »Ich habe herangeschafft und riskiert und besorgt, und da kommst du und erklärst, wir brauchen -«
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