Einige Leute hatten die Laterne des Bahnwärters genommen und sammelten die zerstreuten Glieder des Kutschers, um sie auf Befehl des Bürgermeisters nach dem Todtenhause zu tragen. Dabei wurde das schreckliche Unglück beklagt und besprochen, und die Art und Weise erörtert, in der es sich zugetragen. Jeder befragte den Bahnwärter, Alle wollten wissen, wie es denn möglich sei, daß ein Wagen auf die Schienen kommen konnte, wenn die Barriere geschlossen. Er vermochte ihnen darüber keine Aufklärung zu geben und wiederholte nur, daß er seine Pflicht gethan und den Weg abgesperrt habe. Viele schienen ihm zu glauben, die Meisten aber zuckten die Achseln oder schüttelten bedenklich den Kopf.
Vor Allen legte der Bürgermeister ein entschiedenes Mißtrauen an den Tag. Daß Johann Verhelft bisher allgemein für einen braven Mann und pflichtgetreuen Beamten gegolten, wußte er wohl, aber woher kam es denn, daß er und seine Frau jetzt in Thränen schwammen und vor Entsetzen kaum sprechen konnten? Der Notar war ihnen allerdings ein guter Freund gewesen, aber das war doch keine genügende Erklärung, für eine so auffallende Angst, die nur durch ein schuldbeladenes Gewissen, wie der meinte, begreiflich sei.
Da er aber ein vorsichtiger Mann war, sagte er am Schluß seiner Erwägungen:
»Wir wollen die Sache untersuchen, und die Wahrheit wird ohne Zweifel an den Tag kommen; bis dahin muß: man keinen anklagen.«
Und leise für sich fügte er bei:
»Wie kann denn ein Wagen bei geschlossenen Barrieren auf die Bahn kommen? Der Notar wird uns drüber Aufschluß geben sobald er die Sprache wiederfindet.«
Aber der arme Notar lag noch immer besinnnngslos da, nur das Röcheln in seiner Brust verrieth, daß noch Leben in ihm war.
Als der Arzt seine Arbeit vollendet, sagte er, daß es rathsam sei, den Kranken nach seinem Hause zu schaffen. Eine Bahre hatte man nicht bei der Hand, der Bahnwärter aber, der ungeachtet seiner Betrübniß den Kopf oben behielt, hob die Thür des Wärterhäuschens ans ihren Angeln.
»Hier ist eine Bahre,« sagte er, »legt Herrn Vereichen in meinen Kissen darauf und tragt ihn sorgfältig nach Haus.«
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.