Hendrik Conscience - Der Bahnwärter

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Das alte Fahrzeug war in zwei Gefächer abgetheilt; in dem einen schliefen die Kinder mit der Großmutter, das andere war zum Eßzimmer eingerichtet.

Rund um den Tisch, auf Stühlen oder Bänkchen, saßen hier in der Tiefe des Wagens die Großmutter zwischen dem Bahnwärter und seinem Sohn Alexander, an der andern Seite die Mutter Marianne, ein Kind auf dem Schooß und neben ihr noch ein kleiner Knabe von drei oder vier Jahren.

Es war so eng dort, daß sie sich kaum rühren konnten, und doch erschienen Alle so frei in ihren Bewegungen und so heiter, als wären sie in einem prüchtigen Saal beim Festmahle versammelt.

Auf dem Tisch dampfte eine große Schüssel Kartoffeln und daneben stand ein Gefäß mit vielem Essig und wenigem Fett als Sauce.

Alexander sprach laut das Gebet, und Alle saßen gesenkten Hauptes und mit gefalteten Händen, bis das letzte Wort der Danksagung aus dem Munde des Kindes verklungen war.

Der Bahnwärter legte einige Kartoffeln auf einen Teller vor der alten Frau, und fügte ein Stückchen Butter zu, während er die Kartoffeln sorgfältig zu Mues verarbeitete, und der Blinden eine Gabel reichte mit dem Wunsch:

»Daß es dir gut bekommen« liebe Mutter!«

Dann erst goß er die Sauce über die gemeinschaftliche große Schüssel und gab das Zeichen zum Beginn des Abendmahls durch die Worte:

»Das Eisen geschmiedet, so lange es heiß ist! Laßts euch schmecken, liebe Kinder!«

Es war eine Lust zu sehn, wie diese Leute, die Freude des Genusses aus den Gesichtern, der groben Kost zusprachen, als ob sie Kuchen und Pasteten äßen. Lange dauerte es nicht, da war die große Schüssel so rein, als ob sie eben erst gewaschen.

Die blinde Frau allein war zurückgeblieben, da es ihr Mühe machte, mit der Gabel die Speise zu finden. Jetzt aber halfen ihr von der einen Seite der Bahnwärter, von der andern sein Sohn Alexander; abwechselnd brachten sie mit liebevoller Sorge der Großmutter das Essen in den Mund.

Marianne hatte inzwischen eine Lampe angesteckt, denn draußen war es dunkel geworden.

Die Blinde holte nun das Körbchen hervor, das sie unter ihrem Stuhl verborgen gehalten. Was man auch dagegen einwenden mochte. sie bestand darauf. die prächtigen Erdbeeren zu vertheilen. Man solle, sagte sie, vor Jeden einen Teller sehen und die ihm zugetheilten Erdbeeren darauf legen, damit Jeder sein Theil für sich hätte.

Ihr Wunsch wurde endlich erfüllt, und sie reichte nach allen Seiten die Früchte hinüber, indem sie sagte: »Dies ist eine für Bärbchen, diese für Heinrich, diese für Alex, diese für Marianne, diese für Jan und die Große da für mich; und nun wieder von Neuem, bei der Kleinsten angefangen!«

Man begann die köstlichen Früchte zu essen, und pries ihren vortrefflichen Geschmack; bald aber gab der Bahnwärter ein Zeichen, das sogleich von ihnen verstanden ward; denn sie hörten auf zu essen, obwohl sie fortfuhren, hörbar die Lippen zu bewegen, um die Blinde glauben zu machen, daß sie den Genuß der saftigen Früchte fortsetzten, während sie leise die Erdbeeren von ihren Tellern auf den der Großmutter zurücklegten, so daß diese endlich ausrief:

»Das ist ja ein Wunder! Ich bin sonst so verpicht auf Erdbeeren, und kann jetzt doch nicht mehr, so viele muß ich gegessen haben!«

»Nur erst so wenige, Großmütterchen,« sagte Alexander.

»Dann kommt es, daß sie so außergewöhnlich groß sind, ich kann doch nicht weiter, obwohl noch acht oder zehn auf meinem Teller liegen, wie ich deutlich fühle. Oder habt ihr mich wieder aus Liebe betrogen? Es bleibt sich gleich; hier Marianne, setze meinen Teller fort bis morgen, für unser Bärbchen.«

Der Bahnwärter, der seit einiger Zeit wiederholt seine silberne Uhr hervorgezogen und danach gesehn hatte, mußte nun wieder die Barrieren schließen, da ein Zug vorüberfahren sollte.

Als er zurück kam, fand er den Tisch gänzlich abgedeckt. Sein Sohn war beschäftigt, der blinden Großmutter von fernen Ländern zu erzählen, wo Löwen, Tieger und Elephanten durch die Wildniß liefen und die Bäume voller Affen säßen. Sein Lehrer hatte ihm die Länder auf der Karte gezeigt, und es sei ärgerlich, sagte der Junge, daß die Großmutter erblindet, sonst wollte er ihr die Landstriche gleichfalls zeigen, auf seinem kleinen Atlas, der aufgeschlagen auf dem Tische lag.

Der kleine Heinrich spielte mit einem Hampelmann, den sein einhändiger Vater, mit großer Anstrengung und Mühe, für ihn gemacht; der kleine Bursche brach wiederholt in schallendes Gelächter aus bei den komischen Sprüngen und lustigen Bewegungen seines Spielzeugs.

Das jüngste Kind lag schon schlafend in seinem Bettchen, während Marianne eifrig beschäftigt war, Alexanders Strümpfe zu stopfen.

Still setzte der Bahnwärter sieh nieder, und zündete seine Abendpfeife an und blickte mit einem stolzen, glücklichen Lächeln auf seine brave, zufriedene Familie. Einmal sah er so lange in die Höhe, daß seine Frau verwundert zu ihm aussah und ihn fragte, was er denn da oben an der Decke suche.

Er schob seinen Stuhl näher zu ihr und flüsterte im bewegten Ton:

»Du fragst, weshalb ich, ohne es zu wissen, zum Himmel blicke? Kannst du dir die Antwort darauf nicht selbst geben, liebe Frau?«

»Ja, ja,« rief sie, »Gott ist zu gut! Er gibt uns Alles, was wir nur wünschen können, Gesundheit und Freuden. und Er läßt unsere Kinder so gut und gehorsam sein.«

Dann, um die Unterhaltung der Großmutter mit Alexander nicht zu stören, begann Johann leise mit seiner Frau zu sprechen von den Kindern, von der großen Kartoffelernte, von der Zukunft Alexanders und von dem Herrn Notarius, der versprochen hatte, sein Beschützer zu werden, wenn der Junge brav und fleißig blieb. Viel Erfreuliches mußte in dem leisen Flüstern enthalten sein, denn zuweilen drückten sie sich die Hand und ihre Augen strahlten nicht selten vor Freude.

Lange hatten sie so gesessen, und der Bahnwärter schon die dritte Pfeife angezündet, als die blinde Frau plötzlich erschreckt den Kopf erhob und fragte:

»Jan, hast du nichts gehört?«

»Nein, Mutter,« war die Antwort. »Du glaubst wohl den Zug pfeifen zu hören, aber es ist noch über 40 Minuten bis zu dem 10 Uhr Schnellzug.«

»Nein, das meinte ich nicht: Donnern in der Ferne; wir bekommen ein Gewitter, ganz gewiß.«

»Das kann sein, es war heute ganz das Wetter danach,« sagte der Bahnwärter. »Komm Kinder, ihr müßt schlafen gehn; ihr fürchtet das Gewitter? Weshalb? Wer seine Pflicht thut und ein reines Gewissen hat, braucht nichts zu fürchten. Kriecht ins Bett, da ist es noch am besten von allem. Vergeßt nicht Euer Abendgebetchen und sagt Euch selbst, wenn ihr die Augen schließt: Wen Gott beschützt, der ist gut aufgehoben.«

Ohne noch ein Wort zu erwiedern, umarmten beide Knaben ihre Eltern und die blinde Großmutter, empfingen den Segen von allen und verschwanden dann in der zweiten Abtheilung des Wagens. Kaum mochten sie eingeschlafen sein, da begann es beinah unaufhaltsam zu blitzen und zu donnern, mit immer zunehmender Gewalt . . . und die Blitze und Schläge wurden bald so heftig, daß der Wagen wankte und die ganze Landschaft in Feuer und Flammen zu stehen schien.

Marianne hatte noch eine Kerze angezündet und ein kleines Crucifix aus den Tisch gestellt; sie und die Blinde saßen mit gesenkten Augen und gefalteten Händen betend da. Der Mann nahm Theil an ihrem Gebete, doch hielt er seine Uhr in der Hand, von Zeit zu Zeit den Blick darauf richtend.

Das Unwetter war indessen noch schrecklicher geworden. Die Blitze zuckten ohne Aufhören und der Donner rasselte wie das Gekrach von hundert Kanonen durch den sturmbewegten Himmel. Außerdem war jetzt ein Orkan losgebrochen, der die kurzen Pausen zwischen den Donnerschlägen mit dem Heulen der Winde und dem Prasseln der niederstürzenden Hagelsteine ausfüllte.

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