Hendrik Conscience - Die hölzerne Clara
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– Frau Mutter, Frau Mutter, kommt schnell herab! Hier ist eine schöne Edelfrau, die Euch zu sprechen verlangt! Einen Augenblick später erschien eine Frau von vielleicht vierzig Jahren im Sprachzimmer. Gesundheit und Gemüthsruhe spiegelten sich in ihrem Angesicht und ihre ganze Erscheinung zeugte von Güte und Frieden. Sie verneigte sich vor der Senora, und bot ihr höflich einen Sessel an.
– Welche Ehre, edle Frau, sprach sie, daß die Gräfin d’Almata unser Haus und eine armen Waisen eines Besuches würdigt! Worin können wir Euch dienen?
– Wohlan, Frau Mutter, ich wünsche einige schöne Spitzen zu kaufen und bei dieser Gelegenheit eine Stiftung zu sehen, die so berühmt ist ob ihrer Reinheit und ihrer Zucht.
Die Mutter öffnete hastig eine große Lade und breitete große Stücke Spitzen vor den Augen der Edelfrau aus. Diese jedoch konnte ihre Ungeduld nicht bezwingen.
– Ja, sprach sie, die Spitzen sind außerordentlich schön und ich werde deren gewiß kaufen; wollt Ihr aber, Frau Mutter, nicht die Güte haben mir vorerst Eure Waisen zu zeigen wenn sie bei der Arbeit begriffen sind?«
Ohne dieser Bitte die schuldige Aufmerksamkeit zu schenken, fing die Mutter plötzlich an die Senora verwundert zu betrachten, und zwar in einer Weise, die keineswegs von Unhöflichkeit frei zu sprechen war.
– Wohlan, Frau Mutter, sprach die Gräfin, Ihr antwortet mir nicht?
– Verzeiht, edle Frau, erwiderte diese, ach Gott, wo sind meine Sinne! Ich war ganz zerstreuet! . . . Es ist doch sonderbar!
– Was ist’s denn, was Euch so sehr überrascht? fragte die Senora fast zitternd.
– Nichts, nichts, eine Aehnlichkeit . . . aber, mein Himmel, wie ich auch nur daran denken konnte! – Habet die Güte mir zu folgen, edle Frau!
Sie führte beide Frauen über einen viereckigen Hof nach dem Hintergebäude, wo die Waisen sich befanden.
– Cuidado, Senora! (Gebt acht!) flüsterte unterwegs die Duena ihrer Herrin mit Nachdruck in das Ohr.
Der Saal, in welchen die Gräfin von der Mutter geführt ward, war von arbeitenden Mädchen verschiedenen Alters angefüllt.
Sie waren alle gleich gekleidet: ein schwarzer wollener Rock, ein blaues wollenes Leibchen mit plattem weißem Krägelchen, eine schneeweiße Schürze und ein schwarzes Sammtkäppchen, dies war ihr ganzer Schmuck. Das Haar war hinten aufgebunden und in das Käppchen gefaßt, so daß die Stirn ganz frei und sehr erhaben erschien. Bei der Arbeit trugen sie, um die Aermel ihrer wollenen Leibchen vor zu schneller Abnutzung zu bewahren, leinene Vorärmel.
Die Meisten waren mit Spitzenklöppeln beschäftigt, Andere nähten oder zeichneten Wäsche, strickten bunte Wolle oder stickten mit Seide und Gold in verschiedenen Stoffen.
Vor Ankunft der Mutter waren die Mädchen mit dem Singen eines geistlichen Liedes beschäftigt; die Senora hatte dies gehört und namentlich eine sanfte Discantstimme unterschieden, die wie der Ton einer silbernen Flöte den Gesang beherrschte. Es war ihr peinlich, daß bei Ihrem Erscheinen plötzlich die tiefste Stille herrschte und jedes Mädchen das Haupt über ihre Arbeit beugte. So lautete indessen die Hausordnung und die Mutter war nicht mild im Strafen.
Nach dem Wunsche der Senora zeigte ihr die Mutter die Arbeit eines jeden Mädchens und gab dabei so weitläufige Erklärungen, daß sie nur sehr langsam zwischen den Reihen der Mädchen fortschreiten konnte. Nach Derjenigen fragen, die sie zu sehen wünschte, das durfte die Gräfin nicht und sie sah sich mithin zur peinlichsten Geduldprobe verdammt und hörte, ganz mit dem Gedanken beschäftigt, daß Jemand, der ihr theurer war als selbst ihr eigenes Leben, in diesem Augenblicke mit ihr die Luft desselben Zimmers athme, fast nicht mehr auf ihre Begleiterin.
Die Mutter war über die sonderbare Unaufmerksamkeit der Gräfin nicht wenig verwundert, und eben wollte sie ihre Erklärungen unterbrechen, als diese plötzlich fragte:
– Eure Töchter, Mutter fingen wohl lieblich und schön; vor Allen ist unter ihnen ein Discant von bezaubernder Reinheit.
– — Ich glaube es wohl, rief die Mutter; das ist die hölzerne Clara . . . Was fehlt Euch, Edelfrau? die Luft beengt Euch vielleicht? Kommt, wir wollen in den Hof gehen, dort ist es frischer.
– Ihr irrt Euch, Mutter, antwortete die Duena mit Hast doch sehr kaltblütig. Meine Gebieterin erbleicht oft plötzlich; es ist dies ein nervöses Uebel, was jedoch weiter Nichts bedeutet.
– Ah! um so besser, versetzte die Mutter. Wollt Ihr, edle Frau, das Lied vielleicht noch einmal hören?
– Ach ja, ich würde Euch dafür dankbar sein; aber erlaubt, daß ich mich ein wenig setze, denn ich bin sehr ermüdet.
Die Mutter eilte nach dem oberen Ende des Saales und holte ihren eigenen mit Leder überzogenen und mit vergoldeten Nägeln besetzten Sessel herbei. Sie ersuchte die Gräfin sich darauf niederzulassen und sprach dann zu den Mädchen gewandt:
– Kinder, diese Edelfrau wünscht Euch singen zu hören. Clara Houtvelt stelle Dich vor das Pult.
Während die Waisen sich anschickten Ihrer Mutter zu gehorchen, fragte die Gräfin mit schlecht bezwungener Aufregung:
– Clara Houtvelt, sagt Ihr, Mutter? Ich glaube Ihr habt von einer (hölzernen) Clara gesprochen, die Vorsängerin ist?
– Ja, edle Frau, Clara Houtvelt ist Houten Clara, das liebe Engelchen, was dort vor dem Pulte steht.
Und ohne weiter auf den Gesichtsausdruck der Senora, noch auf die ängstliche Aufmerksamkeit, womit die Duena ihre Gebieterin betrachtete, Acht zu geben, wandte sie sich zu den Mädchen:
– Das Christlied! Clara, Kind, sing Du vor; Deine Schwestern sollen den Gruß (die Salution) wiederholen.
Clara stand da vor dem Pulte wie ein poetisches Bild des Kindes. Ihre Glieder waren außerordentlich zart, vielleicht etwas mager, doch dies that ihren zwölf Jahren keinen Eintrag. Ihre großen Augen schienen das Blau des Himmel zurück zu strahlen, ihr Mündchen war klein wie ein gefaltetes Rosenblatt und das Grübchen auf ihrer Wange lieblich wie ein glänzendes Sternchen. Was sie jedoch am Meisten vor ihren Genossinnen auszeichnete, aber zu ihrem platten Mützchen, ihrer Schürze und ihrem wollenen Leibchen am Wenigsten paßte, das war die Würde ihrer Haltung und etwas unaussprechliches in ihrem Blick, was in ihr das Kind hoher Eltern vermuthen ließ. Unter ihren Gespielinnen selbst war Keine, die diesen Eindruck nicht bereits erfahren hatte; alle waren überzeugt daß Clara von keinen geringen Eltern stammen könne, obschon dieser Glaube sich bei ihnen nur auf die würdige Haltung und die edle Seele dieses reinen und schönen Kindes gründete. Als Clara von der Mutter das Zeichen zum Anfang erhalten hatte, erhob sie ihr schmeichelnd hohes Stimmchen und sang:
Maria ende Joseph mede
Voeren beyde te samen
Tot Bethleem ter stede,
Daer si haer herberghe namen. 3 3 Das hier mitgetheilte Christlied ist ein alter vlämischer Kirchengesang, ganz in jenem schwulstigen und barocken Style geschrieben, der die geistliche Poesie der damaligen Zeit charakterisierte. Der Uebersetzer hielt es aus diesem Grunde für passend den vlämischen Text auch in dieser deutschen Ausgabe unverändert stehen zu lassen, giebt aber hier eine Uebersetzung derselben in Prosa: D. U.
Die andern Mädchen antworteten Alle zugleich:
In excelsis gloria!
Et in terra pax hominibus.
Valasus! Valasus!
Swighet soete Jhesus;
Ghi sijt ons Dominus,
Et in terra pax hominibus!

Maria und Joseph fuhren zusammen nach Bethlehem zur Stadt, wo sie ihre Herberge nahmen.
In excelsis gloria! etc.
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