Honoré de Balzac - Das Chagrinleder
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»Wohlan denn, ich will leben im Übermaß!« sprach der Unbekannte und ergriff das Chagrinleder.
»Junger Mann, hüten Sie sich!« rief der Alte mit unglaublicher Heftigkeit.
»Ich hatte mein Leben dem Studium und dem Denken geweiht, aber es hat mir nicht einmal Brot gegeben«, erwiderte der Unbekannte. »Ich will mich weder von einer Predigt zum Narren halten lassen, die eines Swedenborg [*Swedenborg, Emanuel von(1688-1772) ]: schwedischer Theosoph und Naturwissenschaftler; lehrte den organischen und mechanischen Zusammenhang aller Dinge. Er soll eine Vision gehabt haben, bei der ihm Gott erschienen sei und ihn als Propheten ausersehen habe. Swedenborg lehrte, dass Christus die Dreieinigkeit wäre und dass zwischen Gott und dem Menschen eine unsichtbare Welt existiere, die er als eine geistige Übersetzung der menschlichen Welt veranschaulicht. Diese Welt sei bevölkert von Engeln, die wie Menschen lebten würdig wäre, noch von Ihrem orientalischen Amulett, noch von Ihren barmherzigen Bemühungen, Monsieur, mich an eine Welt zu binden, wo meine Existenz künftighin unmöglich ist. Lass sehen!« rief er und drückte krampfhaft den Talisman, wobei er den Alten ansah. »Ich will ein glanzvolles, wahrhaft königliches Mahl, ein Bacchanal, wie es des Jahrhunderts würdig ist, in dem alles, wie man sagt, vollkommen sein soll. Meine Gäste sollen jung sein, geistreich und ohne Vorurteile, ausgelassen bis zur Tollheit! Und Weine sollen gereicht werden, die immer prickelnder, immer süffiger, immer stärker uns drei Tage lang berauschen! Die Nacht soll von feurigen Frauen verschönt sein! Ich will, dass die rasende ungezügelte Lust uns in ihrem Viergespann davontrage, über die Grenzen der Welt hinaus, uns an unbekannte Küsten verschlage, dass die Seelen sich in himmlische Gefilde schwingen oder in den Kot sinken, ob sie sich damit erheben oder erniedrigen, ich weiß es nicht, und es schert mich auch wenig! So befehle ich denn der finstern Macht, mir alle Freuden zu einer zu verschmelzen. Ja, alle himmlischen und irdischen Wonnen will ich in einer letzten Umarmung umfassen, um daran zu sterben. Dem Trinken sollen antike Liebesfeste folgen, Gesänge, die Toten zu erwecken, und dreifache Küsse, endlose flammende Küsse, die wie eine Feuersbrunst über Paris auflodern, so dass die Gatten aus dem Schlaf fahren und in eine rasende Glut geraten, die sie alle verjüngt, selbst die Siebzigjährigen!«
Gellendes Gelächter aus dem Munde des kleinen Alten tönte dem Wahnwitzigen in die Ohren wie ein Tosen der Hölle und unterbrach ihn so gebieterisch, dass er verstummte.
»Glauben Sie«, sagte der Händler, »dass mein Fußboden sich plötzlich öffnen wird, um prächtig beladene Tische und Gäste aus der andern Welt heraufzulassen? Nein, nein, junger Hitzkopf. Sie haben den Pakt geschlossen, alles ist gesagt. Von jetzt ab werden Ihre Wünsche peinlich genau erfüllt, aber auf Kosten Ihres Lebens. Der Kreis ihrer Tage, den dieses Leder verkörpert, wird je nach Ausmaß und Zahl Ihrer Wünsche, vom kleinsten bis zum ungeheuerlichsten, immer enger werden. Der Brahmane, dem ich diesen Talisman verdanke, hat mir seinerzeit erklärt, dass eine geheimnisvolle Übereinstimmung zwischen dem Schicksal und den Wünschen des Besitzers eintreten wird. Ihr erster Wunsch ist vulgärer Natur, ich könnte ihn erfüllen, aber ich überlasse dies den Ereignissen Ihrer neuen Existenz. Schließlich und endlich wollten Sie doch sterben? Je nun, Ihr Selbstmord ist nur aufgeschoben.«
Der Unbekannte, überrascht und nahezu gereizt, von dem sonderbaren Alten, dessen halb menschenfreundliche Absicht ihm mit dieser letzten Spottrede klar erwiesen schien, ständig aufgezogen zu werden, rief:
»Ich werde ja sehen, Monsieur, ob sich mein Schicksal in der Zeit, in der ich den Quai überschreite, wandeln wird. Aber wenn Sie nicht bloß eines Unglücklichen spotten, wünsche ich, um mich für einen so verhängnisvollen Dienst zu rächen, dass Sie sich in eine Tänzerin verlieben! Sie werden dann das Glück einer Ausschweifung begreifen und vielleicht all die Schätze vergeuden, die Sie so philosophisch angehäuft haben.«
Er ging hinaus, ohne den tiefen Seufzer zu hören, den der Greis ausstieß, durcheilte die Säle und lief die Treppen hinunter, während der pausbäckige Bursche ihm folgte und ihm vergeblich leuchten wollte. Er jagte jedoch davon wie ein Dieb, der auf frischer Tat ertappt wurde. Von einer Art Wahn wie geblendet, merkte er nicht einmal, wie unglaublich biegsam das Chagrinleder geworden war, das sich geschmeidig wie ein Handschuh in seinen fieberhaft bebenden Händen zusammenrollte, so dass es in seine Rocktasche passte, wohin er es fast mechanisch steckte. Als er zur Ladentür hinaus auf die Straße stürzte, rannte er gegen drei junge Leute, die Arm in Arm vorübergingen.
»Rindvieh!«
»Schwachkopf!« Das waren die liebenswürdigen Redensarten, die sie austauschten.
»Ah, du bist es, Raphael!«
»Nun, wir suchten dich!«
»Was, ihr seid es?« Diese drei Freundschaftsbekundungen folgten unmittelbar auf die Schimpfwörter, als nämlich das Licht einer Laterne, vom Wind aufflackernd, die Gesichter der erstaunten Gruppe beleuchtete.
»Lieber Freund«, sagte der junge Mann, den er beinahe über den Haufen gerannt hätte, zu Raphael, »du kommst gleich mit uns.«
»Um was handelt es sich denn?«'
»Komm nur, ich erzähle dir die Geschichte unterwegs.«
Raphael mochte wollen oder nicht, seine Freunde umringten ihn, fassten seine Arme, reihten ihn in ihre lustige Schar ein und zogen ihn in Richtung zum Pont-des-Arts mit sich fort.
»Höre, Lieber«, fuhr der Redner fort, »wir stellen dir seit etwa einer Woche nach. In deinem ehrbaren Hotel Saint-Quentin, auf dessen unveränderlichem Schild, nebenbei gesagt, noch immer wie zu Rousseaus Zeiten die roten und schwarzen Buchstaben prangen, hat uns deine Leonarda [*Leonarda: Gestalt der Köchin aus dem Roman ›Gil Blas‹ (erste Auflage 1715) von Alain-René Lesage (1668-1747)] gesagt, du seist aufs Land gereist. Und wir sehen doch wahrhaftig nicht nach Geldleuten, Gerichtsboten, Gläubigern, Häschern des Handelsgerichts und dergleichen aus. Gleichviel! Rastignac hatte dich am Abend vorher in den Bouffons [* Bouffons: Bezeichnung für die Opéra Comique, ein 1714 gegründetes Pariser Theater, dessen Repertoire Opernparodien und Singspiele, später auch die französische komische Oper umfasste. 1762 ging die Opéra Comique in der Comédie-Italienne auf und wurde 1801 als »Théâtre de l'Opéra Comique« neugegründet. Die Opéra Comique war zwischen 1830 und 1870 eines der bedeutendsten Musikzentren Europas gesehen] wir fassten wieder Mut und setzten unsern Stolz darein, zu entdecken, ob du in den Bäumen der Champs-Elysées dein Nest aufgeschlagen hast oder ob du dich für zwei Sous in jenen menschenfreundlichen Häusern einlogiert hast, wo die Bettler auf ausgespannten Gurten schlafen, oder ob du, im glücklicheren Fall, dein Lager vielleicht in irgendeinem Boudoir aufgeschlagen hast. Wir haben dich nirgends gefunden, weder auf den Häftlingslisten von Sainte-Pélagie [* Sainte-Pélagie: Gefängnis in Paris] noch auf denen von La Force. [* La Force: 1782 im ehemaligen Hôtel de la Force eingerichtetes Gefängnis von Paris] Nachdem die Ministerien, die Oper, die Klöster, Cafés, Bibliotheken, Präfektenlisten, Zeitungsredaktionen, Restaurants, Theaterfoyers, kurz alles, was es in Paris an guten und üblen Orten gibt, auf kundige Art durchforscht worden waren, beklagten wir den Verlust eines Mannes, der genial genug ist, sich sowohl bei Hofe als in den Gefängnissen suchen zu lassen. Schon redeten wir davon, dich wie einen Julihelden heiligsprechen zu lassen. Und meiner Treu, wir trauerten um dich!«
In diesem Augenblick schritt Raphael mit seinen Freunden über den Pont-des-Arts. Auf dem Pont-des-Arts musste ein Sou Brückengeld bezahlt werden und ohne ihre Worte weiter zu beachten, starrte er auf die brausenden Wasser der Seine hinunter, in der die Lichter von Paris widerstrahlten. Über diesem Flusse, in den er sich vor kurzem noch hatte stürzen wollen, wurde die Voraussagung des Alten erfüllt: die Stunde seines Todes war schon vom Schicksal aufgeschoben.
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