Alfred Bratt - Die Welt ohne Hunger

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Der Chemiker Alfred Bell steht kurz vor der Vollendung einer Formel, die den Hunger der Welt ein für alle Mal besiegen soll. Allerdings fehlt ihm jemand, der an seine Arbeit glaubt und sie finanziert. So reist Bell auf den abenteuerlichsten Wegen von Paris nach London und New York, trifft eitle Professoren, reiche Unternehmertöchter und zwielichtige Dema­gogen. Mit der Weigerung, seine Erfindung wirtschaftlich auszubeuten oder in den Dienst der Populisten zu stellen, macht er sich bald gefährliche Feinde.
Der einzige Roman des viel zu jung verstorbenen Schriftstellers Alfred Bratt sorgte bei seinem Erscheinen 1916 für Aufsehen. «Die Welt ohne Hunger» erlangte innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Auflagen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Auch heute hat der Roman nichts von seiner Spannung und Aktualität verloren.

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Es schien ihm, als erlebte er nun noch einmal die ersten Jahre, die er in England verbracht hatte – nicht viel besser als diese bleichen Menschen, die um ihn die Reihen füllten. Aus allen Teilen des Kontinents, aus Ungarn, Galizien, Rußland, aus dem Balkan und dem Orient waren sie herübergekommen – gescheiterte Existenzen allesamt, die zu klein oder zu schwach waren, die Reise über das große Wasser zu unternehmen. Sie waren hier steckengeblieben – einige Straßen weiter floß die Themse, breitete sich zwischen massiven Hafenanlagen, spülte an Speicher und Docks … und weiter südlich lag das Meer, verschwiegen und gleich frei für alle, die es trug. Doch sie vermochten nicht, seine Küste zu erreichen; sie waren weit hergewandert, aber ehe sie den großen Ozean atmen konnten, mußten sie einsehen, daß sie auf diesem fremden Boden ebenso schwer, ebenso gebeugt einherschritten wie daheim – daß sie Juden, Ungarn, Wolgabauern, Armenier geblieben waren und bleiben würden. Sie trugen die Last, die Dürftigkeit, den kraftlosen Hauch ihrer Erde über den Kanal bis hierher, und dann brachen sie zusammen, und ihre Ohnmacht, ihre Makel häuften und drängten sich zu einem Sumpf, der Whitechapel hieß. Ja … das war das europäische »Amerika«, ein verfaulter und aus seiner Fäulnis ewig neu wuchernder Morast. Tausend verschwiegene Leben, tausend ungesprochene Geheimnisse, ungehörte Beichten waren darin versenkt, und seine Tümpel waren mit Blut bespritzt …

Vor Bells Augen bewegten sich unklare, verschlungene Kreise. Er sah gekrümmte Rücken … nackte, ausgemergelte Körper, über die kahle Bettstatt gebeugt … Arme, die sich wie hilflose Trümmer emporstreckten … er hörte abgerissene Teile von Gesprächen, deren Inhalt niemals zutage kommen würde … geflüsterte Sätze … Flüche der Trunkenheit. Nach und nach wurde es stiller um ihn; die Lampe beleuchtete geisternd die Schlafenden, die ausgestreckt in den Kasten lagen.

Bell erhob sich lautlos und begann sich langsam zu entkleiden. Mechanisch legte er jedes einzelne Stück zusammen, er spürte seine Bewegungen wie ziehende Gewichte, als würde er von einer Lähmung befallen …

Bells Füße und Ellenbogen stießen gegen das harte Holz, sein Kopf ruhte auf einer Roßhaardecke, die bei der leisesten Bewegung unter ihm knisterte und stach. Die Flügel der Fledermäuse klatschten raschelnd gegen das Gestein, das Petroleum in der Lampe summte schwelend. Bell konnte keinen Schlaf finden; jeder Knochen wurde ihm bewußt wie ein scharfer Schmerz. Mit offenen Augen lag er da und lauschte den Atemzügen, die von allen Seiten wie das Ächzen unsichtbarer Sägen durch das Dunkel feilten.

Und da schien es Bell mit einem Male, als befinde er sich in einer riesenhaften Gruft, in den Katakomben einer Stadt von Namenlosen – es war der Hauch von Gräbern, der ihn umgab, sie alle waren lebendig Begrabene, ja – die Bettstellen glichen Särgen … offenen Särgen.

Er empfand weder Schmerz noch Grauen mehr, er dachte ganz deutlich und klar, er war bei hellem Bewußtsein … und doch schien ihm alles seltsam und unwirklich.

Er hielt den Atem an, als könnte er damit seine Anwesenheit hier vor sich selbst leugnen, als sei er dadurch isoliert von jeder Berührung. Allmählich lösten sich seine Gedanken, flossen ineinander, er wurde stumpf und gleichgültig. Er verspürte nur noch die Wohltat des stillen Liegens. Er dehnte die Muskeln, etwas löste sich in ihm, das ihn mit unendlichem Gleichmut durchströmte. Er lag in einem weiten Nichts, er fühlte, wie das warme Blut durch seine Adern rann, alles war schwarz ringsum und undurchdringlich …

Ein leises Scharren ließ ihn auffahren; Schritte, die schlurfend näherkamen. Er richtete sich auf … und erblickte in dem Flackern der ersterbenden Lampe … Sergej Schebekoff, hochaufgerichtet zwischen den Reihen der Schlafenden.

Im ersten Augenblick wollte Bell eine jähe Bewegung machen wie die - фото 5

Im ersten Augenblick wollte Bell eine jähe Bewegung machen, wie die Überraschung sie eingibt; gleichzeitig empfand er wie ein flüchtiges Aufleuchten das Bedürfnis der Abwehr. Doch schon in der nächsten Sekunde – da ihn ein stechend klarer Blick aus den Augen Schebekoffs traf, gab Bell automatisch jede Lust zu irgendeiner Aktivität auf. Er blieb nur halb emporgerichtet, den Oberkörper schwer auf die Ellenbogen gestützt, und betrachtete den Mann, der – sichtbar darauf bedacht, kein überflüssiges Geräusch zu verursachen – geradewegs auf ihn zukam.

Dann, als Schebekoff vor der Bettstatt stehen blieb, stumm, hager und in der ganzen Länge seiner knochigen Gestalt, hatte Bell gute Lust, dieses beharrliche Phantom mit einem kräftigen Wort anzufahren und den Mann aus dem theaterhaften Dunst, den er um sich zu verbreiten beliebte, in eine sehr reale Wirklichkeit zu versetzen, an den wenig gewählten Platz, der ihm gebühren mochte.

Da stand dieser Bursche und schwieg! Es war lächerlich und ärgerlich … ja, das war es.

Doch als Bell sprechen wollte, ohne sich seine Worte weiter überlegt zu haben, begegnete er plötzlich den Augen des anderen, die fest auf ihn gerichtet waren. In diesen Augen aber ward plötzlich eine so intensive, merkwürdig vertiefte Trauer lebendig, eine solche Welt von fast erschreckender Trauer war in ihnen, die das häßliche Gesicht seltsam warm und ausdrucksvoll werden ließ, daß Bell in einer Anwandlung unbewußten Mitgefühls die sich geöffneten Lippen über dem noch unausgesprochenen Wort schloß. Er verzichtete auf jede Äußerung, er wollte nur Ruhe haben, er ließ sich wieder auf das harte Lager zurücksinken und schloß die Augen.

Einige Sekunden lag er so, ohne sich zu bewegen. Aber er fühlte, daß der andere an seiner Seite blieb.

Und diese stumme und darum doppelt eindringliche Gegenwart stachelte Bell innerlich auf. Er suchte nach einem Grund, diesen Mann, der da war und nichts weiter tat, als da zu sein, anzugreifen, ihn irgendwie irgendwo anzupacken, mit Worten oder – wenn es sein mußte – mit der Faust. Bell war sich darüber klar, daß er, wenn Schebekoff sich jetzt regte oder den Mund aufmachte, mit einemmal die Spannung überwunden haben würde, die ihn zurückhielt. Daß er aufspringen oder sonst etwas tun würde, und daß er damit im Nu die »Oberhand« haben müßte.

Aber Schebekoff regte sich nicht, er schien nicht zu leben, er war nur da – weiter nichts.

So verhielten sich beide stumm und bewegungslos in dieser mit Särgen angefüllten unterirdischen Wölbung. Beide wußten, daß dies Kampf war. Und beide warteten.

Doch eben dieses Warten löste in Bell die Spannung, indem er sich mit einemmal unsagbar lächerlich vorkam. Er blickte wieder auf und sah Schebekoff an, der mit ruhiger Miene vor dem Lager stand und ihn unverwandt betrachtete. In dem Gefühl, sich selbst wieder zu besitzen, das ihm mit dem Erkennen der theatralischen Abgeschmacktheit der ganzen Situation zurückgekehrt war, wollte Bell seinem Drang nach freiem, kräftigem Atemzug durch ein starkes Wort Luft machen, als er wieder den Augen Schebekoffs begegnete. Und dieser Blick zwang ihn abermals, zu schweigen.

Dies war das erste Duell zwischen Alfred Bell und Sergej Schebekoff. Und Bell unterlag.

»Ja, ich bin es!«, sagte Schebekoff einfach und mit einer zu seiner Erscheinung nicht recht passenden Milde in der Stimme, die jedes Wort gleichmäßig betonte und darum völlig unpersönlich klang.

»Ich bin es … und ich glaube nicht, daß Sie etwas dagegen unternehmen können.«

Bell wollte antworten – er hatte das ehrliche Bedürfnis, sich endlich sprechen zu hören –, aber Schebekoff, der dies gewissermaßen vorauszuahnen schien, fuhr gleich wieder fort, wobei er den Ton seiner Stimme zu einem intimen Flüstern herabsinken ließ, im übrigen aber eine durchaus ungezwungene Haltung annahm:

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