Anna Neder von der Goltz - Martha schweigt

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Ein deutsches Dorf in den 50er Jahren. Martha, Paul und Edwin, alle drei jung und begabt, wollen aus der Enge ihres Dorfes ausbrechen, wo das Leben geprägt ist von Verpflichtungen, Erwartungen und Unterdrückung.
Martha möchte Lehrerin werden, um den ärmlichen Verhältnissen zuhause zu entfliehen. Edwin, sensibel und seit dem Selbstmord des Vaters ein Außenseiter im Ort, will Arzt werden. Paul, gerade vom Krieg heimgekehrt, träumt davon Mechaniker zu werden, doch er soll den elterlichen Hof übernehmen.
Edwin erfährt Unterstützung vom Pfarrer, Paul vom Lehrer. Martha wendet sich an die einflussreiche Wirtstochter Antonia, die vorgibt ihr zu helfen, jedoch dann ihre Pläne vereitelt.
Paul und Edwin lieben Martha, sie liebt Paul. Als sie vergewaltigt und schwanger wird, wendet sie sich an ihn. Er bietet ihr an, sie zu heiraten, wenn sie ihm den Täter nennt, doch Martha schweigt.
Der Debütroman ist eine Hommage an eine starke, unvergessene Frau, die aufbegehrt gegen alte traditionelle Rollenbilder, still und trotzig zugleich.

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Letzten Samstag suchte er Leo wieder einmal. Nachdem er an einigen Kartoffeläckern entlanggelaufen war, am Dorfweiher geschaut hatte und bei den Türen anderer Eltern geklopft und die Kinder gefragt hatte, ob sie wüssten, wo Leo sei, ob sie ihn gesehen oder mit ihm zusammengespielt hätten, und nur Kopfschütteln und Schulterzucken geerntet hatte, stellte er genervt und wütend zugleich die Suche ein. Er beschloss nach Hause zu gehen, in der leisen Hoffnung, dass Leo schon dort aufgetaucht wäre.

Die Abendstille hatte sich über das Dorf gelegt und der Mond zog mit hellblassem Licht herauf. Als Edwin die Hoftür öffnete und sich noch einmal zum Dorfplatz umdrehte, sah er über der Steinmauer des Nachbarhofes im matten Licht der Straßenlaterne einen rötlichen Haarschopf in den Zweigen des Baumes schimmern.

Er stürzte wie ein Irrer auf die Mauer zu, stemmte sich hoch und lief auf dem Mauersims zu Leo hin, der dort mit Stricken an einem Baum festgebunden war. Um das Kinn baumelte lose eine Schlinge. Edwin schleuderte diese von Leos Kopf über den Ast hinweg, schrie so laut er konnte den Namen seines Bruders, sprang von der Mauer herunter, während sein Schreien immer schriller wurde, und versuchte mit den Fingern die Verknotungen des Seils zu lösen, während er weinend und laut schluchzend immer wieder „Leo“ rief und ihn dabei ohrfeigte.

Die Hoflampe ging an und der alte Bauer Brehm trat, vom Schreien alarmiert, vor die Tür. Als er die beiden Brüder sah, schob er seine Frau, die ebenfalls herausgetreten war, zur Seite, stürzte in die Küche und kam mit einem scharfen Hornmesser zurück, lief zu Edwin hin und half ihm die festen Stricke zu durchtrennen.

Leos Körper rutschte am Baumstamm herunter und Edwin schlug erneut in das kleine blasse Gesicht, in der Hoffnung, dass sein Bruder zu sich kommen würde. Er kniete sich hinunter zu dem kleinen leblosen Körper und hievte ihn über seine Schulter und als er aufstand, hielt ihm der alte Bauer den Arm zur Stütze hin und murmelte dabei: „Um Gottes willen, warum denn schon wieder auf meinem Hof, warum denn schon wieder auf meinem Hof?“

Mutter stand mit angsterfülltem Blick am Tor, beide Hände an den Mund gelegt, während die alte Bäuerin Brehm in den Hof rannte, einen Eimer kaltes Wasser aus der Regentonne schöpfte und über Leos Gesicht goss, bevor Edwin mit ihm über die Türschwelle des Hauses trat. Die alte Brehm herrschte die Mutter an, die immer noch erstarrt am Tor stand, ihr beim Tragen des Holzzubers in die Küche zu helfen. Sie stellten ihn neben den Herd, in dem das Feuer loderte. Und während diese abwechselnd heißes Wasser aus dem Herdbassin und kaltes aus dem Hahn in den Zuber schöpfte, streiften Edwin und die Mutter Leos Kleider ab. Sie setzten ihn in das Warmwasserbad, massierten ihm dabei seine kalten und blutleeren Füße und Hände und die Mutter küsste und drückte immer wieder sein Gesichtchen, bis Leo schließlich die Augen öffnete und mit heiserer Stimme stammelte: „Mama, ich bin kein Verräter.“

Nicht nur Edwin und die Mutter erschraken bei diesen Worten, sondern auch die alte Bäuerin Brehm, denn sie sagte plötzlich unnötig laut, sie habe noch Hühnerbrühe bei sich auf dem Herd stehen und wolle sie für Leo holen.

„Das würde ihm sicher guttun“, sagte sie und verließ hastig das Haus.

Edwin wurde das Gefühl nicht los, dass sie geflüchtet war vor Leos Worten, die dieser wiederholte, als Mutter sagte:

„Nein, du bist kein Verräter, wer sagt denn so was?“

„Die anderen Kinder wollten, dass ich der Verräter bin“, antwortete Leo mit immer noch heiserer Stimme.

„Aber nein, du Dummerchen, du bist doch kein Verräter, das war doch nur im Spiel“, beschwichtigte die Mutter erneut.

„Und Papa, war der ein Verräter?“, brach nun ein lautes Schluchzen aus Leo heraus, als die Tür aufging und die alte Brehm mit dem Suppentopf hereinkam.

Die Mutter schüttelte den Kopf, tätschelte die Wangen von Leo und sagte: „Ach, du mein kleines Dummerchen!“

Während die Mutter mit einer Hand den Kopf von Leo hielt und mit der anderen weiterhin seine Hände und Füße massierte, löffelte die alte Brehm die Suppe in Leo hinein. Dabei wiederholte sie, wie bei den Fürbitten in der Kirche, immer wieder die Worte: „Das wird dich stark machen, Bub, so stark wie deinen großen Bruder.“

Edwin spürte, dass er nicht mehr gebraucht wurde, und nach den Fragen von Leo wollte er nur weg aus der Küche, hoch in seine Schlafstube. Er setzte sich auf das Bett, schaute zum Fenster in das gelbe Mondlicht hinaus, das wie eingefroren seine Gedanken an den Vater festhielt. Mein Vater ist ein Verräter, ein Feigling, dachte er, fiel seitlich auf das Bett, schleuderte seine Schuhe in die Ecke, legte sich mitsamt seinen Kleidern unter die Bettdecke und fror die ganze Nacht.

Die alte Brehm war in dieser Nacht bei Mutter im Haus geblieben. Sie hatten Leo ins Ehebett gelegt, mit Wärmflaschen und dicken Wolldecken umgeben und kalten Wickeln um Hals und Stirn, um die Schwellungen zurückzudrängen.

Die beiden Frauen saßen noch lange in der Küche zusammen, wobei die alte Brehm erzählte, dass einmal ein Kind bei ihnen auf dem Hof zu Tode gekommen sei. Geschubst von einem anderen Kind beim Verstecken- und Fangenspielen vor ihrem Haus und dabei in die Jauchegrube gefallen. Viel zu spät zog ihr Mann damals den kleinen Reinhold aus der Brühe. Seitdem war ein Geländer an der Treppe zwischen Haustür und Misthaufen angebracht worden und ihr Mann verjagte die Kinder, wenn sie auf der Mauer herumkletterten oder wenn er sie im Hof spielen sah. Und vielleicht auch, weil er wusste, dass sein Sohn bei diesen Spielen auch dabei gewesen war.

Es war das erste Mal seit dem Selbstmord des Vaters, dass jemand anderes als der Pfarrer in ihr Haus gekommen war und irgendwie war Edwin froh darüber.

3 Antoniusfeuer

Sie haben unsere Welt verbrannt, dachte Martha, als sie in den frühen Morgenstunden, von Unruhe getrieben, die hintere Bergstraße hochlief, von wo aus sie die Flammen zum Himmel auflodern sah. Die Balken knirschten und bogen sich, bis sie barsten und der Dachstuhl in sich zusammenfiel. Laut und scheppernd krachte er durch die Decke des Lagerhauses und zerstörte alles, was unter ihm lag. Dunkler Rauch stieg in den Himmel und weiße Schwaden zogen übers Dorf hinweg. Die Feuerwehr versuchte vergeblich, mit ihrer Pumpe, die durch dicke Schläuche mit dem Dorfweiher verbunden war, die Wucht der Flammen einzudämmen, doch das Feuer verschlang alles.

Seitlich von der Lagerhalle, auf einer Steinmauer zur Straße hin, saßen Menschen auf Säcken und Bündeln. Sie hielten Hanfnetze mit Zwiebeln, Brot und Kartoffeln fest in ihren Händen, doch noch fester hielten sie ihre Kinder, die sie zwischen ihren Leibern und Kleidern versteckten, um sie vor dem Anblick dieses Grauens zu schützen. Sie hatten Decken über die Schultern gelegt, und ihre Körbe, in denen sie das Notdürftige verstaut hatten, lagen verstreut auf ihrem Fluchtweg ins Freie. Sie drängten sich eng zusammen und in ihren Augen, die noch immer erschrocken ins Feuer starrten, spiegelte sich die rote Glut der Flammen.

Früher wurde in der Halle Getreide gelagert, an den Wänden waren Säcke mit Saatgut und Torfballen aufgereiht, Kohlen und Briketts wurden dort an die Dorfbewohner verteilt, und auf der Holzrampe vor dem Lagerhaus stellten die Bauern ihre vollen Milchkannen ab, damit sie von der Molkerei abgeholt werden konnten. Einmal im Monat war auf dem Vorplatz Markt. Es trafen sich dort all jene, die etwas kaufen oder verkaufen wollten oder auch nur nach einem Rat suchten, wo man was bekommen könne.

Als der Krieg begann, behielten die Bauern ihre Waren für sich. Von der Milch schöpften sie die Sahne ab und stampften Butter daraus. Die Milch, die nicht getrunken wurde, stellte man an den warmen Herd, um aus der geronnenen Milch, die sich oben am Tonkrug absetzte, Quark zu machen. Die Masse wurde in ein Tuch eingeschlagen und das restliche Wasser ausgedrückt. Die gelblich trübe Molke gab man den Alten und Kranken zu trinken, schnell hatte man ihre heilende und stärkende Wirkung erkannt. Kohlen und Briketts gab es immer weniger, je länger der Krieg dauerte, umso mehr war man auf das Sammeln von Holz im Wald angewiesen. Das Getreide wurde oft gleich zur Mühle gefahren, man hatte nicht mehr genug, um etwas zu verkaufen. Nur das Saatgut wurde noch lange oben auf dem Speicher des Lagerhauses ausgebreitet, wo es vom Gemeindearbeiter zum Frühjahr hin gebeizt wurde, doch auch diese Menge verringerte sich von Jahr zu Jahr.

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