Viel Freude mit dem Buch!
ZUHAUSE IST 2020 ZU NOCH MEHR GEWORDEN ALS „NUR“ ZU EINEM ORT, AN DEM MAN WOHNT. DA SIND NATÜRLICH AUCH NEUE INNENEINRICHTUNGSIDEEN GEFRAGT. DIESES BUCH VERSAMMELT DIE KREATIVSTEN PROJEKTE DES JAHRES.
Janina Temmen
Während dieses Buch entstand, durften nahezu alle, mit denen ich sprach, aufgrund der Corona-Pandemie ihr Zuhause nicht verlassen. So hörte ich während meiner Telefonate manchmal die Kinder meiner Gesprächspartner im Hintergrund spielen oder ihren Eltern etwas zurufen. Manchmal saßen die Innenarchitekten auch im Garten und ich vernahm Vogelgeräusche im Hintergrund. Oder jemand musste erst mal zum nächsten Hotspot fahren, um mich überhaupt erreichen zu können.
Keine Frage, die Corona-Pandemie verändert die Welt; sie verändert ebenfalls unsere Wahrnehmung von Zuhause: sicherer Hafen auf der einen, vom sozialen Leben abgeschnittene Kapsel auf der anderen Seite. Was für ein Segen, wenn es in den Wochen des Lockdown einen Balkon gab oder eine Terrasse. Doch natürlich ist das generell so: Wie wohltuend, wenn ein Bereich im eigenen Zuhause existiert, in dem man Sport treiben oder die Seele baumeln lassen kann. Wenn man die Berge, den Himmel sehen kann – um in die Ferne zu blicken und sich danach zu sehnen.
Kennen Sie noch das Buch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch? Darin suchen ein Bär und ein Tiger das Paradies. Sie finden es: vor ihrer eigenen Haustür. Vielleicht ist es auch das, was wir in der Krise gelernt haben: dass das ganz große Glück zu Hause liegt. Womöglich legen wir deshalb jetzt besonders viel Aufmerksamkeit auf die Gestaltung unseres Heims.
Dieses Buch ist dafür die ideale Inspirationsquelle, denn es gewährt einzigartige Einblicke in Ferienhäuser, Familien-Refugien, Villen, City-Apartments … Es entschlüsselt aber auch das Denken der Menschen dahinter und ihre kreativen Konzepte. Nicht selten liegt ihr gesamtes Herz darin oder mehr noch: drückt das Projekt ihre Zukunftsvision aus.
Der kreative Geist ist immer größer als der Raum, in dem er entsteht. Lassen Sie ihn frei fließen und Neues entstehen!
Die „Best of Interior“-Jury
IN IHREM ALLTAG SIND DIESE FÜNF FRAUEN TÄGLICH MIT DEM THEMA EINRICHTEN ZUGANGE. SPASS MACHT IHNEN INTERIOR DESIGN ABER AUCH DANN, WENN SIE NUR AUS DER JURYPERSPEKTIVE AUF EIN PROJEKT SCHAUEN. IHR LIEBLINGSMOMENT BEIM „BEST OF INTERIOR AWARD 2020“: ALS SICH DIE TÜREN ZUM MEETINGRAUM MIT DEN HOCHKARÄTIGEN BEWERBUNGSUNTERLAGEN ÖFFNETEN …
… schreibt als Designjournalistin für internationale Wohn- und Lifestyle-Magazine. Sie spürt mit Leidenschaft Geschichten auf und ist eng mit den kreativen Köpfen der Szene verbunden.
JANINATEMMEN.DE
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… hat mit der von ihr gestalteten Scheune im Chiemgau 2019 allen den Kopf verdreht. Mit Spannung wird nun die Eröffnung eines Hotels in St. Anton erwartet, dessen Interieur ihr Studio verantwortet. Neu ist auch ihr Showroom in München voll mit hochkarätigen Designstücken.
STEPHANIE-THATENHORST.COM
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… ist 2019 an die Spitze des bundes deutscher innenarchitekten (bdia) aufgerückt – und so auch fester Bestandteil der „Best of Interior“-Jury. Da sie in mehreren Fachkommissionen sitzt, ist ihr diese Arbeit nicht fremd. Und den Innenarchitektur-Alltag kennt sie ebenfalls bestens: Denn mit ihrem DÖLL Innenarchitekturbüro ist sie neben dem Ehrenamt immernoch aus Frankfurt heraus freiberuflich tätig.
BDIA.DE
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… ist quasi eine Institution: Nicht nur, weil sie sich als Chefredakteurin des Magazins SCHÖNER WOHNEN täglich mit den schönsten Seiten des Einrichtens beschäftigt, sondern auch weil sie bereits seit 2017 Teil der „Best of Interior“-Jury ist.
SCHOENER-WOHNEN.DE
Der bdia bund deutscher innenarchitekten e. V. ist der größte und wichtigste Innenarchitektur-Verband in Deutschland. Seit über 60 Jahren fördert und festigt er den Berufsstand und die Berufsausübung der deutschen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten.
SCHÖNER WOHNEN ist die führende deutsche Wohnzeitschrift mit Themen rund um Wohnen, Einrichten, Bauen mit einer verkauften Auflage von rund 200.000 Exemplaren. Die Erstausgabe erschien im Januar 1960 im Verlag Gruner + Jahr.
BOLD heißt kühn, mutig und tapfer, wild, frech und gewagt. An diese Vision hält sich BOLD bei der Verwirklichung eines Designhotels, das die Hotelszene im günstigen Preissegment ein wenig aufmischen soll.
Neuhoff Natursteinwerk gehört zu den ersten Adressen in Deutschland, wenn es um hochwertigen Innenausbau und stilvolle Außenanlagen mit Naturstein im In- u. Ausland geht. Ob in den Werkstätten im unterfränkischen Schwanfeld oder im Showroom STEINSALON in München, Neuhoff zeichnet große Kompetenz, Fachwissen und Liebe zum Handwerk aus.
BEST OF INTERIOR AWARD 2020
EINE LAUDATIO VON
Bettina Billerbeck
Eine Altbauwohnung von Grund auf neu zu planen und einzurichten, ohne ein einziges vorhandenes Möbel integrieren zu müssen – vor dieser Aufgabe stehen Innenarchitekten eher selten. Üblicher ist heute ein „Mix & Match“ von Alt und Neu oder aber die Auftraggeber haben sich in einen ganz bestimmten Teppich verliebt und in einen Farbton, der unbedingt an die Wand muss. In der Wiener Wohnung, die der Gewinner des „Best of Interior Awards“ gestaltet hat, lautete die Vorgabe: Midcentury aus einem Guss und in Perfektion. Das ist gelungen. Zunächst hat der Architekt in dem Gründerzeithaus in der Josefstadt zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt – so entstanden vier Zimmer auf 130 Quadratmetern. Neues Fischgrätparkett aus massivem Eichenholz bildet die Grundlage, auch für das natürliche Farbkonzept. In den zur Straße hin gelegenen Räumen befinden sich der Koch-, Ess- und Wohnbereich, Richtung Innenhof das Schlafzimmer und eine Bibliothek. Raumteiler aus Glas und Stahl trennen so klug wie dezent die Zonen – etwa zwischen Bett und Ankleide oder Küche und Esstisch. Im Wohnzimmer hat sich eine Gruppe Österreicher breitgemacht: die Bank „Constanze“ in schwarzem Leder und die passenden „¾-Sessel“ aus der Hand von Johannes Spalt für Wittmann. Grau gepolsterte Stühle von Fritz Hansen gruppieren sich um einen Esstisch aus hellem Holz, den das Designbüro des Architekten gezeichnet hat. Die vielen eigenen Entwürfe sind es, die das Einrichtungskonzept zusammenhalten – einfach nur Designklassiker aus den 50er- und 60er-Jahren zu arrangieren, das hätte nicht die angestrebte Perfektion ergeben. Das Interieur wird daher bestimmt von Einbauten sowie von exklusiven Kommoden und Sideboards aus Teak und vernickeltem Metall, die formal den Midcentury-Look aufnehmen, deren Fronten aber zeitgenössisch glänzen. Ein paar Spritzer Zitrone – die Platner-Hocker und ein Teppich in Gelbtönen – verleihen dem Einrichtungskonzept die moderne Frische. Im Museum wohnen wollten die Eigentümer offenbar auch nicht. Die Küche nimmt die Themen helles Holz und Glanz wieder auf. Sie ist eine Sonderanfertigung aus Teak und spiegelndem Strukturglas – mit einer Küchenarbeitsfläche aus aktuellem Terrazzo. Die Wiederholung von Farben und Materialien ist Teil des Erfolgsrezepts für diese Einrichtung, ebenso der Einsatz von Glaselementen, der Funktionalität und Struktur erreicht, ohne Blicke zu versperren und den Räumen die Großzügigkeit zu rauben. Das Sinnliche des Interieurs mit seinen Holz- und Textiloberflächen und den sanften Cremetönen lässt an einen luxuriösen, aber superdezenten Kaschmirpullover denken, in den die Bewohner genüsslich schlüpfen können, wenn sie nach Hause kommen. Ein bis ins Detail durchkomponiertes und im wahrsten Sinne ganzheitlich eingerichtetes Zuhause, in dem man sofort zur Ruhe kommt. Das ist Best of Interior – herzlichen Glückwunsch an Stephan Vary und sein Wiener Büro Labvert.
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