Daniel C. Dennett - Ellenbogenfreiheit

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Daniel C. Dennett hat mit seinem international sehr beachteten Buch «Ellenbogenfreiheit» einen originellen Vorschlag zur Frage erbracht, wie man unsere Intuition über Freiheit, Rationalität und Verantwortung mit dem Bild von einer deterministischen Welt in Einklang bringen könne. Nach Dennett ist das für all jene Intuitionen möglich, an denen uns für unser Selbstverständnis wirklich gelegen sein muss. Und dort, wo keine Vereinbarkeit möglich erscheint, handelt es sich immer um ein Überbleibsel einer unhaltbaren philosophischen Theorie. Die Debatte selbst hinterfragt Dennett, indem er die entscheidende Frage reflektiert, warum uns am freien Willen so viel gelegen ist.
Ein aktuelles Vorwort von Daniel C. Dennett ist der Neuausgabe vorangestellt, und als neuer Beitrag zum Thema sein anlässlich der Verleihung des Erasmus-Preises 2012 verfasster Essay «Erasmus: Sometimes a Spin Doctor is Right».

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Nichts von dem, was wir von den Neurowissenschaften lernen, gefährdet diese Art Willensfreiheit. Ja, wir haben erfahren, dass Hirnforscher unter sehr anspruchsvollen Bedingungen manchmal „vorhersagen“ können, welche „zufällige“ Wahl wir ein paar Sekunden später treffen werden. Das hat praktische Folgen, die wir uns zu Herzen nehmen sollten: Spielen Sie mit niemandem Schere, Stein, Papier um Geld, wenn Sie in einem Kernspintomographen liegen! 20 Die Tatsache, dass unsere Entscheidungen Ereignisse in unserem Gehirn darstellen, die von vorhergehenden Ereignissen in unserem Gehirn verursacht werden, die wiederum von ihnen vorhergehenden Ereignissen im Gehirn hervorgebracht werden, und selbst die Tatsache, dass diese Ereignisse „prinzipiell“ vorhersagbar sind, auch wenn dies praktisch noch nicht möglich ist – beides hat einfach nicht zur Konsequenz, dass unser freier Wille eine Illusion ist, es sei denn, Sie definieren Willensfreiheit so, dass dies trivialerweise daraus folgt. Aber dann liegt die Beweislast bei Ihnen, zu zeigen, warum Willensfreiheit, so definiert, irgendjemanden interessieren sollte außer Theologen und Philosophen, die zu viel Zeit haben.

Nun noch eine weitere Reise über die fünfhundert Jahre alte Brücke: Die Theologen zu Erasmus’ Zeit machten sich Sorgen über Gottes Vorherwissen und Seine Macht (wenn Er sie nutzte), die Entscheidungsfindungen Seiner Kreaturen zu manipulieren. Wie das praktisch vonstatten gehen sollte, blieb natürlich ein Rätsel, ein bequemes Geheimnis, weil es den Theologen erlaubte, alle möglichen subtilen Unterscheidungen zu erfinden, die – wie sie mit einem gehörigen Grad an Überzeugungskraft behaupten konnten – die Rolle des selbstverantwortlich Entscheidungen treffenden Menschen nicht völlig aufsogen. Diesen theologischen Luxus haben wir nicht mehr; wir gehen den neuronalen Mechanismen auf den Grund, auf denen menschliche Entscheidungsprozesse beruhen, und die Standards für die wissenschaftliche Argumentation sind erheblich anspruchsvoller als in der Theologie, wo man die Regeln mehr oder weniger selbst erfinden kann, während man fortschreitet. Als Luther behauptete, dass Gott unseren Willen kontrolliere, gab es prinzipiell keine Möglichkeit, dies empirisch zu testen, eine Tatsache, die Luthers Behauptung vor der Falsifikation schützte, es aber auch seinen Nachfolgern leichtmachte, ihm seine Schlussfolgerung zuzugestehen und gleichwohl davon überzeugt zu sein, dass sie in Wirklichkeit ihren Willen selbst kontrollierten. Wer vermochte das schon zu entscheiden? Ganz im Gegensatz dazu können Sie, wenn unsere Neurochirurgin Ihnen sagt, sie kontrolliere Ihren Willen, sie einfach entschlossen widerlegen – wenn Sie nicht zu sehr von ihrem weißen Arztkittel und ihren extravaganten Apparaturen beeindruckt sind –, und sollte sie Recht behalten, tun Sie natürlich gut daran, zu hoffen, dass ein paar gute Freunde Sie ihren Klauen entreißen. Aber bis dieser vorstellbare, logisch mögliche, doch außerordentlich unwahrscheinliche Zustand der Neurotechnologie eingetreten ist, können Sie ziemlich sicher sein, dass Ihr freier Wille ganz und gar keine Illusion ist.

2012 Erasmus Prize Lecture, reprinted with the kind permission from the Praemium Erasmianum Foundation

Literaturangaben

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*Dieser Aufsatz wurde unter dem Titel „Erasmus: Sometimes a Spin Doctor is Right“ für die Stiftung Praemium Erasmianum anlässlich der Verleihung des Erasmus-Preises 2012 an Daniel Dennett verfasst.

1Greenblatt 2011.

2Die Zeit meinte es nicht gut mit Erasmus’ zwei Gedankenexperimenten (Erasmus von Rotterdam 1967-1975, Bd. 4, S. 165 ff.). Das eine handelt von einem König, der einen Mann unbewaffnet in den Krieg schickt und dann „seine Hinrichtung befiehlt wegen des unglücklichen Endes des Krieges“. Erasmus stellt sich vor, dass Letzterer sich beschwert: „Warum strafst du an mir, was durch deine Schuld geschehen ist? Wenn du mich in gleicher Weise ausgestattet hättest, hätte ich in gleicher Weise gesiegt.“ Im anderen Gedankenexperiment „läßt ein Herr einen unwürdigen Sklaven frei“.

3Denys et al. 2010.

4Dieser Aufsatz wurde 1996 ursprünglich online veröffentlicht in „Forbes ASAP“ und dann wieder abgedruckt in Wolfe 2000.

5Beide Zitate in: Erasmus von Rotterdam 1967-1975, Bd. 4, S. 19.

6Ebd., S. 21.

7Dennett und LaScola 2010. Zum ersten Mal vorgestellt bei „On Faith“: http://newsweek.washingtonpost.com/onfaith/2010/03/disbelief_in_the_pulpit/all.html. Schilderungen ehemaliger Priester finden Sie auch bei Ehrman 2005 und Good 2003.

8Linda LaScola und ich haben dabei geholfen, das Clergy Project zu ermöglichen (das durch die Richard-Dawkins-Stiftung gefördert wird), aber da wir weder amtierende noch ehemalige Geistliche sind, haben wir keinen Zugriff auf die internen Aktivitäten. Wir werden hin und wieder von den Gründungsmitgliedern (einschließlich Dan Barker von der Freedom from Religion Foundation) darüber informiert, wie die Gemeinschaft funktioniert und wächst. Ich würde die Stimmung, die von diesen Nachrichten ausgeht, mit einem Wort so zusammenfassen: Befreiung.

9Miles 2011.

10Smilansky 2000 und 2002.

11Erasmus von Rotterdam 1967-1975, Bd. 4, S. 69.

12Ebd., S. 63.

13Ebd., S. 191.

14Ayer 1954.

15Einen guten Überblick liefert Morris 2001.

16James Miles (2011) gibt Zitate und Textbelege an für Steven Pinker, Daniel Wegner und Marvin Minsky. Hier sind einige Zitate der anderen: Jerry Coyne: „Die Willensfreiheit ist eine derart überzeugende Illusion, dass die Menschen sich einfach weigern zu glauben, wie hätten sie nicht. In Free Will greift Sam Harris auf Neurowissenschaften und Psychologie zurück, um diese Illusion ein für alle Mal zur letzten Ruhe zu betten.“ Paul Bloom (ebenfalls Harris’ Buch lobend): „Wenn Sie an den freien Willen glauben oder jemanden kennen, der es tut, dann ist hier das perfekte Gegengift.“ Chris Frith: „Ist es möglich, die Handlungen der Menschen auf der Basis der neuronalen Aktivität, die ihren bewussten Entscheidungen vorhergeht, vorauszusagen? Wenn ja, dann ist der freie Wille eine Illusion.“ Stephen Hawking (2010, zusammen mit Leonard Mlodinow): „Jüngere Experimente in den Neurowissenschaften stützen die Ansicht, dass es unser physisches Gehirn ist, das, indem es den bekannten wissenschaftlichen Gesetzen folgt, unsere Handlungen bestimmt, und nicht irgendeine Agentenschaft, die außerhalb dieser Gesetze existiert […] Es ist schwer vorstellbar, wie der freie Wille operieren kann, wenn unser Verhalten durch physikalische Gesetze bestimmt ist, so dass es scheint, als seien wir nicht mehr als biologische Maschinen und der freie Wille bloß eine Illusion.“ Albert Einstein: „Würde ein Wesen mit höherer Einsicht und einer perfekteren Intelligenz den Menschen und sein Treiben beobachten, wäre es amüsiert über die Illusion des Menschen, sein Handeln entspringe seinem eigenen freien Willen.“

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