Daniel C. Dennett - Ellenbogenfreiheit

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Daniel C. Dennett hat mit seinem international sehr beachteten Buch «Ellenbogenfreiheit» einen originellen Vorschlag zur Frage erbracht, wie man unsere Intuition über Freiheit, Rationalität und Verantwortung mit dem Bild von einer deterministischen Welt in Einklang bringen könne. Nach Dennett ist das für all jene Intuitionen möglich, an denen uns für unser Selbstverständnis wirklich gelegen sein muss. Und dort, wo keine Vereinbarkeit möglich erscheint, handelt es sich immer um ein Überbleibsel einer unhaltbaren philosophischen Theorie. Die Debatte selbst hinterfragt Dennett, indem er die entscheidende Frage reflektiert, warum uns am freien Willen so viel gelegen ist.
Ein aktuelles Vorwort von Daniel C. Dennett ist der Neuausgabe vorangestellt, und als neuer Beitrag zum Thema sein anlässlich der Verleihung des Erasmus-Preises 2012 verfasster Essay «Erasmus: Sometimes a Spin Doctor is Right».

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Wenn mir Erasmus wie ein Spindoktor vorkommt, dann muss ich all jenen als Spindoktor erscheinen, die bisher von meinen sorgfältig durchgeführten Analysen der erstrebenswerten Arten von Willensfreiheit unbeeindruckt geblieben sind. Ich habe versucht zu zeigen, dass nichts, was wir in der Wissenschaft (der Autorität, die ich gemeinsam mit den Wissenschaftlern teile, die den freien Willen als Illusion ansehen) finden, irgendeinen Zweifel an der wichtigen Art von Willensfreiheit nährt, der Art, die der moralischen Verantwortung zugrunde liegt. Das platziert mich solide im Lager der Kompatibilisten , also derjenigen, die darauf beharren, dass die Willensfreiheit mit dem Determinismus vollkommen vereinbar sei – wie auch mit dem Indeterminismus! (Ich behaupte, dass die Willensfreiheit sich mit der modernen Physik, der Biologie und Psychologie in Übereinstimmung bringen lässt und dass sie keine wundersame Flucht aus der physikalischen Kausalität erfordert, so dass der Indeterminismus der Quantenphysik irrelevant ist.) Der Kompatibilismus hat eine lange Geschichte, die sich mindestens bis zu David Hume ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, und ist wahrscheinlich die vorherrschende Position seit Alfred J. Ayers (wenn auch zu simpler) positivistischer Variante 14 Mitte des letzten Jahrhunderts.

Der Kompatibilismus hat trotz seiner Popularität unter Philosophen stets Argwohn hervorgerufen. Kant nannte ihn bekanntermaßen eine „elende Täuschung“, und heutige Autoren äußern oft ihre Zweifel an der Aufrichtigkeit derjenigen, die ihn vertreten. Und so sollte es eigentlich auch sein. Die Wissenschaft lehrt uns, gerade bezüglich des Wunschdenkens besonders wachsam zu sein, und viele der Regeln wissenschaftlicher Forschung wurden speziell zu dem Zweck entworfen, uns davor zu schützen, auf unsere Hoffnungen hereinzufallen, wenn wir glauben, von der Evidenz überzeugt zu sein. Stellen Sie sich vor, einige Astronomen würden verkünden, dass ein gigantischer Asteroid in zehn Jahren auf unserem Planeten einschlagen werde, alles Leben auslöschend, woraufhin eine andere Gruppe von Astronomen erklärte, ihre erneute Analyse der Daten zeige, dass wir alle aufatmen könnten; der Asteroid werde die Erde knapp verfehlen. Gute Neuigkeiten, aber woher wissen wir, dass sie sich nicht selbst betrügen – oder uns nur mit einer liebevollen Lüge täuschen? Prüfen Sie genau ihre Berechnungen; versuchen Sie, unabhängig davon die Daten zu reproduzieren; akzeptieren Sie nicht einfach ihre Schlussfolgerung, nur weil sie keine offensichtlichen Fehler enthält und Ihnen entgegenkommt! Aber vergessen Sie ebenfalls niemals, dass sie recht haben könnten. Machen Sie nicht den Fehler und diskreditieren – auf der Basis „allgemeiner Prinzipien“ – etwas, das scheinbar „zu gut ist, um wahr zu sein“! Ist der Kompatibilismus zu gut, um wahr zu sein? Ich denke nicht; ich glaube, er ist wahr, und wir können gründlich und entschieden die Panikmacher zurückweisen und zugleich unser Verständnis dessen, was unsere moralische Verantwortung rechtfertigt, reformieren und überdenken.

Jedenfalls kann man feststellen, dass, trotz all ihrer Plausibilität zu jener Zeit, Erasmus’ Sorge, Luthers Zurückweisung der Willensfreiheit würde eine soziale Katastrophe nach sich ziehen, scheinbar mit der Zeit gewaltig abgemildert worden ist. Lutheraner und andere Protestanten, die – weil es ein religiöses Dogma ist – verkünden, dass der freie Wille eine Illusion sei, waren offenbar deshalb nicht nutzlos oder weniger unternehmungslustig, nicht wahr? Max Weber argumentiert in Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus bekanntermaßen, dass der Fleiß, der dem Erfolg des Kapitalismus zugrunde liege, selbst eine direkte Wirkung der Theologie von Luther und Calvin sei. Er führt gute Argumente an. Wie kann das sein? Wie haben die Theologen die Schwierigkeiten vermieden, die von Erasmus so anschaulich beschrieben wurden? Die Antwort ist kompliziert, und ihre Evaluation übersteigt meine Kompetenz als historisch gebildeter Wissenschaftler, beinhaltet sie doch eine Reihe feiner Unterscheidungen zwischen Arten von Vorbestimmung, Gnade, „Auserwählung“ und natürlich Erbsünde, aber es gibt eine kurze Antwort, die, so glaube ich, alle geistreiche Theologie abdeckt: Sie haben Wege gefunden, Luther darin zuzustimmen, dass der freie Wille eine Illusion sei – und dennoch an die Willensfreiheit unter anderen Beschreibungen geglaubt! Die Calvinisten zum Beispiel – zumindest viele von ihnen – widersprachen den Lutheranern gerade bezüglich der These, Willensfreiheit sei in all ihren Bedeutungen eine Illusion; sie waren Kompatibilisten. 15 Gott konnte nicht nur alle unsere Entscheidungen vorhersehen, sondern sie gingen auch alle von ihm aus; nichtsdestotrotz hatte man immer noch eine Art Wahlfreiheit, eine wünschenswerte Art, die unserem Streben einen Sinn gibt.

Dies legt nahe, dass auch viele derjenigen, die heute auf der Basis der Autorität der Wissenschaft den freien Willen zur Illusion erklären, ebenfalls ihren Wetteinsatz absichern, ohne gleich ihre Position so … theologisch zu formulieren. Vielleicht glauben auch John Horgan, Steven Pinker, Daniel Wegner, Marvin Minsky (und Paul Davies, Jerry Coyne, Paul Bloom, Chris Frith und, ja, Stephen Hawking und sogar Albert Einstein), ohne es zu merken, an eine Art von Willensfreiheit, die ihnen durch den Tag hilft, ohne zu verzweifeln. 16

Vielleicht sind sie ja doch unabsichtlich Kompatibilisten und akzeptieren einfach nicht, dass das, woran sie glauben, es ebenso verdient, Willensfreiheit genannt zu werden, wie die Variante, die sie als Illusion verwerfen. Manch andere gehören nicht zu diesem Lager, da sie, wie Luther, meinen, bewiesen zu haben, dass niemand Lob oder Tadel für seine Taten verdiene: Wolf Singer, Sam Harris, Joshua Greene und Jonathan Cohen zum Beispiel, aber auf den zweiten Blick vertreten auch sie nuancierte Ansichten. 17

Lassen Sie uns zu meinem Gedankenexperiment mit der ruchlosen Neurochirurgin und ihrem unglückseligen Patienten zurückkehren. Es sollte die „illusionistischen“ Wissenschaftler schockieren und dazu bringen, über die Gefahr nachzudenken, dass sie der Gesellschaft ernsthaften Schaden zufügen. Vielleicht war es nicht fair; vielleicht sind die Ähnlichkeiten zwischen ihren Behauptungen und den skrupellosen Äußerungen der Neurochirurgin zu oberflächlich. Lassen Sie uns genauer hinschauen. Zunächst einmal hat die Neurochirurgin absichtlich gelogen, hat sich einen groben Scherz erlaubt, während die Illusionisten die Wahrheit sagen wollen. Das macht einen riesigen, aber keinen hinreichenden Unterschied. Wenn mein Gedankenexperiment von einer irregeführten Neurochirurgin gehandelt hätte, die ernsthaft davon überzeugt ist, die Entscheidungen ihres Patienten kontrollieren zu können, indem sie in ihrem Labor Hebel hin und her bewegt, wären ihre Aussagen immer noch bedauerlich und rechtlich gesehen sogar fahrlässig, sofern sie für ihre Überzeugungen keine gute Evidenz vorweisen kann. Unsere Illusionisten sollten sich also dennoch über die Aussicht Gedanken machen, dass sie mit ihren Ankündigungen vorschnell gehandelt und voreilige Schlüsse gezogen haben aus dem, was ihre Wissenschaft tatsächlich zeigt, und zwar speziell angesichts der möglichen düsteren Folgen für diejenigen, die ihnen glauben.

In der Tat waren sie vorschnell, da sie die Bedeutung eines Details in der Geschichte der Neurochirurgin übersehen oder unterschätzt haben, das kein Gegenstück in der wissenschaftlichen Fundierung ihrer Überzeugung hat: Auf schockierende Weise schädlich an ihrer Aussage war weniger der Teil darüber, dass das Gefühl des Patienten, sein Wille sei frei, eine Illusion sei, sondern ihre spezifischere Behauptung, dass sie selbst seine Entscheidungen kontrolliere. Aus diesem Grund wäre er – wenn sie die Wahrheit gesagt hätte – tatsächlich kein moralisch verantwortlicher Akteur mehr gewesen: Seine Agentenschaft wäre von der Agentenschaft einer anderen Person usurpiert worden.

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