Pascale Karlin - Das fragile Gleichgewicht zwischen Sein und Nichtsein

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Pascale Karlin ist ein Glücksfall: Selbst von Autismus betroffen, steht sie als Beraterin gleichsam an der Grenze zweier Welten und gibt mit ihrem selbstreflektierenden Vermögen wertvolle Einblicke in die Erfahrungsweise autistischer Menschen. Die spezielle Verfassung des eigenen Selbst, die besonderen Körperempfindungen, die Art der Wahrnehmungen, spezielle Verhaltensweisen: Die Autorin gibt einzigartige und für Außenstehende oft verblüffende Beschreibungen des „Innenzustands“ des Autismus, der sonst oft unverständlich, ja befremdlich bleibt. Dieses Buch bietet ein unschätzbares Werkzeug für alle pädagogisch und therapeutisch Tätigen und nicht zuletzt für alle, denen ein Verständnis unserer besonderen Mitmenschen mit Autismus am Herzen liegt.

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Meiner Ansicht nach ist die Bezeichnung Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zu hinterfragen, da sie jede Form von „Introvertiertheit“, oder „Anderssein“ ins Spektrum einbeziehen kann. Eine klare Abgrenzung von „normal“ und „pathologisch“ ist aber dringend notwendig, um die Grenzen nicht immer mehr zu verwischen. Das ist auch wichtig, damit die Mittel für Forschung und Unterstützung für tatsächlich vom Autismus betroffene Menschen zur Verfügung stehen.

Wir kommen zu der Frage, wie die Welt auf Menschen mit Autismus wirkt und diese Frage hat mit dem fragilen Gleichgewicht zwischen Sein und Nichtsein von vielen Menschen mit Autismus zu tun. Und genau hier können auch viele Fragen auf das oft so unverständliche Verhalten von Menschen mit Autismus geklärt werden.

Was ist Autismus?

Wenn ich zum Thema Autismus unterrichte, dann höre ich beinahe jedes Mal die Aussage: „Wir sind doch alle manchmal ein bisschen autistisch“. Ich möchte diese Aussage sehr bezweifeln, denn in dem Augenblick, in dem ein Mensch ohne Autismus ein bisschen autistisch wäre, würde ihm der Boden unter den Füßen wegbrechen und er geriete in akute Panik, da sich sein vertrautes Gefühl der Seins-Kontinuität in Luft auflösen würde. Dinge sortieren, ein bisschen penibel sein, das Bedürfnis nach Rückzug, keine Lust zum Kommunizieren, zurückhaltend oder scheu sein, all das ist nicht „ein bisschen autistisch“, sondern einfach menschlich. Autistisch würde bedeuten, dass Ihnen von einem Moment zum anderen alle Sinnesschleusen aufgehen und Ihnen die Fähigkeit zum Filtern der Sinneswahrnehmungen fehlen würde. Die Verarbeitung dieser Fülle an Eindrücken wäre Ihnen kaum noch möglich, da Sie sich nicht mehr als in sich geschlossene Person wahrnehmen könnten und die Innen- und Außenwahrnehmung zu einer einzigen Flut zusammenfließen würden. Das ist Autismus! Manchmal ein bisschen mehr, manchmal ein bisschen weniger – aber von Geburt an bis zum Tod. Genauso wie eine Frau nicht ein bisschen schwanger sein kann, genauso unmöglich ist es, manchmal ein bisschen autistisch zu sein.

Um Autismus und das Verhalten von betroffenen Menschen zu verstehen, muss zunächst klar definiert sein, was Autismus tatsächlich ausmacht. Dass diese Frage wissenschaftlich bis heute nicht endgültig geklärt wurde, könnte darauf hinweisen, dass es den Autismus vielleicht gar nicht gibt, die Ursache mit den herkömmlichen Möglichkeiten nicht nachgewiesen werden kann, oder dass das, was alle Menschen mit Autismus gemeinsam haben, noch nicht gefunden wurde. Für mich als Betroffene ist das ein Rätsel, da sich mir die Gemeinsamkeit von Menschen mit Autismus klar zeigt. Warum diese Gemeinsamkeit nicht wahrgenommen werden kann, ist für mich ebenso klar: Es ist der Zeitgeist des Ich-Zentrismus. Wer vom Ich/Ego als seinem zentralen Lebensmittelpunkt (Selbstwahrnehmung) ausgeht, kann ein Sein, welches auf einem ganz anderen Prinzip beruht, nicht erkennen, und die Auswirkungen auf ein solches dezentrales oder peripheres Leben nicht nachvollziehen. Ich vermute, dass die derzeitige Diagnosepraxis diesem absolut wesentlichen Teil, der Selbstwahrnehmung, zu wenig Rechnung trägt und so nicht selten zu Fehldiagnosen führt.

Dem einen oder anderen fällt jetzt vielleicht der Schleier von den Augen. Das, womit alle Menschen mit Autismus konfrontiert sind, ist ihre Art der Selbstwahrnehmung, die offenbar nicht jener von anderen Menschen gleicht. Und dies nicht etwa erst ab dem Zeitpunkt ihrer Entwicklung, wo sie „Ich“ zu sich selbst sagen können sollten, sondern schon von Geburt an. An dieser Stelle ist zu bemerken, dass die heutige Bezeichnung des Autismus Spektrums immer eine Symptom-Diagnose nach gängigen Kriterien ist. Wichtig erscheint mir hier aber zu erwähnen, dass so gesehen Autismus nicht immer auch Autismus bedeutet. Denn wenn ein Kind – sagen wir mit fünf Jahren – eine Gehirnhautentzündung erleidet und danach eine Diagnose gestellt wird (Atypischer Autismus), dann hat dieses Kind bereits ein Bewusstsein für sein Ich entwickelt, während ein Kind, das von Geburt an Autismus hat (Kanner Autismus), nie eine solche Erfahrung gemacht hat. Dasselbe gilt für Kinder, die normal sprechen lernen und dann ihre Sprachfähigkeit mit zwei oder drei Jahren wieder einbüßen (Rett-Syndrom). Ich sehe darin einen wesentlichen Unterschied, da sich die neuronale Struktur dieser Kinder erheblich unterscheiden dürfte. Beim sogenannten Asperger Autismus vermute ich eine „begrenzte“ Ich-, oder Selbst-Wahrnehmung, jedenfalls scheint hier ein Bewusstsein von sich selbst als eigenständige Person klarer vorhanden. Die Schwierigkeit dieser Form liegt oft darin, dass Betroffene nicht immer erkennen können, wie sie auf andere Menschen wirken (erschwerte Selbstreflexion). Einige der Betroffenen haben auch Mühe zu verstehen, dass ein anderer Mensch auch andere Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken haben kann als sie selbst. Für mich liegt hier die Ursache in einer unklaren Erkenntnis der eigenen Grenzen. Wer hier den Hintergrund, die unklare Selbstwahrnehmung nicht kennt, neigt gerne dazu anzunehmen, es handle sich um einen besonders egoistischen Menschen. Dies ist jedoch nicht zutreffend, weil ein ausgeprägter Egoismus auch eine ausgeprägte Wahrnehmung von sich selbst als Ich/Person bedingt, denn Ego bedeutet nichts anderes als Ich. Das Problem dabei ist, dass sich Egoismus und fehlende Selbstwahrnehmung nach außen hin in sehr ähnlicher Weise zeigen können, der Hintergrund aber ein ganz anderer ist.

Da ich nicht jede Form des Autismus durcharbeiten kann, aber einen Einblick in ein Leben mit Autismus geben möchte, werde ich mich auf den Frühkindlichen Autismus, also Autismus ab Geburt oder zumindest (erkennbar) vor dem dritten Lebensjahr, beschränken. Zu dieser Form gehören Kanner Autismus, Hochfunktionaler Autismus und Asperger Autismus. Nicht in diesen Bereich fallen Formen, die durch eine Krankheit wie etwa Gehirnentzündung, eine Verletzung, oder „Geistige Behinderung“ Autismus ähnliche Symptome verursachen, die oft auch als Formen des Atypischen Autismus bezeichnet werden. Der Grund, weshalb ich diese Bereiche trenne, ist folgender: Beim Frühkindlichem Autismus kann meist keine sichtbare Veränderung im Gehirn festgestellt werden. Es gibt unterschiedliche Hypothesen die Autismus erklären sollen: „Meiner Vermutung nach liegt das Problem in der Tatsache begründet, dass diese ganze Diskussion noch immer darum kreist, was bei Autismus nicht funktioniert. Autisten haben kein Spiegelsystem oder keine Theory of mind oder keine Empathie (…) Und da keine von ihnen durchschlagenden Erfolg hatte, ist es vielleicht an der Zeit, sich mit ein paar Forschungsprojekten an eine Theorie heranzutasten, die auf zu viel, die auf Hypersensitivität beruht. (…) Überfunktion kann dem normalen Verständnis genauso abträglich sein wie Unterfunktion.“ (Gregory Hickok)

Eine dieser neuen Theorien ist die von Henry Markram, Tania Rinaldi und Kamila Markram, welche 2007 formuliert wurde: An Alternative Hypothesis for Autism (Die intensive Welt – eine alternative Hypothese zum Autismus). Diese beruht nicht auf der Annahme eines Defizits oder einem verminderten Wahrnehmen, sondern ganz im Gegenteil eines Zuiel an Wahrnehmung. Diese Theorie wird im Buch von Gregory Hickok Warum wir verstehen was andere fühlen (Hanser Verlag 2015) näher beschreiben.

Man weiß also nicht genau, was der Grund für diese Verhaltensweisen beim Autismus ist, da in der Regel keine Schädigung des Gehirns sichtbar ist und oft eine normale bis hohe Intelligenz vermutet werden kann. Im Gegensatz dazu kann bei Hirnverletzungen dem Verhalten eine Ursache zugeordnet werden. Folglich kann dem autistischen Verhalten in beiden Bereichen nicht dieselbe Ursache zugrunde liegen. Ich schließe daraus, dass autistisches Verhalten nicht unbedingt Autismus im Sinne des Frühkindlichen Autismus bedeutet, und dies dürfte auf der psychischen Ebene des betroffenen Menschen einen großen Unterschied ausmachen. Diese Ansicht erhärtet sich auch in den biographischen Texten von betroffenen Menschen beider „Kategorien“.

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