Burkhard Müller - Für unsere Sünden gestorben?

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Burkhard Müller hat im Frühjahr 2009 mit sechs Morgenandachten im WDR eine bundesweite Diskussion losgetreten. Er vertritt die Ansicht, dass man als Christ nicht glauben muss, dass Jesus für unsere Sünden den Opfertod am Kreuz gestorben ist.
Einerseits gab es begeisterte Zustimmung zu seinen klaren Argumenten und Ausführungen. Immer wieder wurden seine Worte als «befreiend» gekennzeichnet. Andererseits wurde er heftig kritisiert: er zerstöre die Mitte des christlichen Glaubens. Es kam zu heftigen Angriffen und zu der Forderung nach disziplinarischen Maßnahmen wie der Entfernung aus dem Sprecherteam des WDR.
Burkhard Müller führt den Leser über die Sühnopfertheologie des Anselm von Canterbury zum Neuen Testament und sucht dort nach dem Sühnopfer-Gedanken. Er behandelt die vier Evangelien, sichtet die Abendmahlstexte, beschäftigt sich mit Paulus und seiner Sündenlehre und wendet sich auch dem Hebräerbrief zu. In alledem will er die alten Traditionen der Bibel und der Kirche nicht leichtfertig abschütteln, sondern sie zu einem guten Gebrauch in heutiger Zeit bewahren.

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»Wie war es denn wirklich?«Mir erscheint als ein wesentliches Merkmal der Neuzeit, dass immer sofort die Frage lauert: Wie ist das denn wirklich gewesen damals? Was haben der und die denn wirklich gesagt?

Wir fragen nicht immer so kritisch. Wenn ein Künstler ein Bild malt, etwa von der Geburt Jesu, und den Personen seines Bildes die Kleidung aus seiner eigenen Zeit gibt, kämen wir nie auf den Gedanken zu sagen: »Er lügt! Das war ja in Wirklichkeit ganz anders!«

Sondern wir erkennen, dass der Künstler das Wunder der Weihnacht ganz bewusst in seine Zeit transportiert. Wir erlauben ihm die historische Inkorrektheit. Die Wahrheit in der Kunst ist eben etwas anderes als die Richtigkeit der Darstellung.

Auch in Romanen dürfen Dinge so erzählt werden, wie sie nie passiert sind. Wir verstehen sofort, dass hier die Wahrheit keine historische Wahrheit ist, sondern vielleicht eine gedankliche Wahrheit, für die der Schriftsteller uns mit seinem ausgedachten Text die Augen öffnen will.

Aber bei anderen Texten wie bei denen der Bibel ist immer die Frage lebendig: Ist das so passiert? Wie hat sich das abgespielt? Wie ist der Bericht darüber entstanden? Denn man weiß, dass hier von Vergangenem geredet wird, das ja für die Gegenwart bedeutsam sein soll. Und darum wird die Bibel, weil sie so wichtig ist, von den Forschern besonders genau untersucht. Ich verstehe, dass für manchen die Ergebnisse nicht einfach zu akzeptieren sind:

−Es gibt zwei Schöpfungsgeschichten, die sich widersprechen.

−Die Bücher Mose sind nicht von Moses geschrieben.

−Die »Richter« haben nichts mit der Justiz zu tun.

−Die Geschichte von Jona und dem Wal ist eine Novelle.

−Keiner der vier Evangelisten kannte Jesus persönlich.

−Der Paulusbrief an die Kolosser ist wahrscheinlich gar nicht von Paulus.

−Die Bergpredigt ist keine Predigt, sondern ist eine Sammlung von Sprüchen.

Trotzdem ist das geradezu unser Schicksal, an solcher historischen Arbeit nicht vorbeigehen zu können. Diese Erkenntnisse aufzunehmen ist ein Stück Inkulturation heute.

Trinitätslehre: eine Inkulturation in griechisches DenkenAls der christliche Glaube die Welt der griechischen Religionen und Philosophien erreichte, mussten die Christen ihren Glauben gegenüber kritischen, neugierigen und spöttischen Fragen rechtfertigen. »Was, ihr habt drei Götter, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist? Wer sind diese drei? Was haben sie miteinander zu tun? Sind sie etwa drei Götter? Oder wer von ihnen ist der Gott?«

Da gerieten die Christen in Erklärungsnot. Bei ihnen selbst waren ja auch schon solche Fragen laut geworden. Sie nahmen die gedankliche Herausforderung an und versuchten zu klären, was zu klären war. Dazu mussten sie sich der Sprache und der Begriffe der griechischen Philosophie bedienen. In den ersten Jahrhunderten der Kirche hat man darüber lebhaft und leidenschaftlich diskutiert, zum Teil auf höchstem Niveau. Konzilien wurden einberufen. Dabei ging es allerdings nicht immer ordentlich zu. Vor allem der Kaiser spielte seine Macht aus. Unter solchen nicht immer idealen Umständen entwickelten sie die altkirchliche Trinitätslehre, eine großartige Leistung der Inkulturation in das griechische Denken.

Aber nur kurze Zeit und für wenige in den Gemeinden war das Ergebnis das, was es sein wollte: wirklich verständlich. Für die Christen im lateinischen Sprachraum, also im Westen des Mittelmeerraums, war das von Anfang an schwierig zu verstehen. Denn auf dem Konzil zu Nicäa im Jahr 325, zu dem der Kaiser Konstantin eingeladen hatte, um die Fragen der Trinität zu klären, waren unter den 250 Bischöfen nur 5 Bischöfe aus dem Westen, dem lateinischen Sprachraum. Die Trinitätslehre ist eben eine Inkulturation in das griechische Denken. Schon das römische Denken hatte seine besondere Mühe bei der Übertragung.

Immer schwerer hatten es die Menschen, den tiefen Gedanken zu folgen. Heute muss man schon hochgescheiter AltHistoriker oder Kirchengeschichtler sein, um dieses Dogma und seine theologischen Feinheiten zu verstehen.

Ich vermute, dass wegen dieser Verstehensschwierigkeiten die Trinitätslehre zunehmend als »geoffenbartes Mysterium« verkauft wurde, das man nicht verstehen kann, sondern letztlich glauben und anbeten muss. Leider, denn vermutlich hat die Ehrfurcht vor dieser alten Lehre verhindert, die Trinitätslehre zu aktualisieren. Das aber wäre dringend nötig, weil heute ganz neue Fragen gestellt werden und eine neue Inkulturation nötig wäre.

Die »Regensburger Rede« von Papst Benedikt XVI.Doch das Bemühen um solche Inkulturation in unser gegenwärtiges Denken prallt auf viel Widerstand, so auch bei Papst Benedikt XVI. Mit seiner berühmten Regensburger Rede, die er am 12. September 2006 in der Aula Magna der Universität Regensburg gehalten hat, machte er zwar vor allem wegen seiner Äußerungen zum Islam Furore. Aber nachdem der Rauch dieses Feuers verweht ist, lohnt es sich, den Blick auf den eigentlichen Inhalt dieser Rede zu werfen.

Benedikt preist zunächst die Inkulturation in der frühen Christenheit, die er als ein wunderbares Zusammenkommen von hebräischaramäischem Denken und griechischer Philosophie der Vernunft zu einer harmonischen Synthese ansieht. Der biblische Glaube sei dem Besten des griechischen Denkens von innen her entgegengegangen. Dieses innere AufeinanderZugehen von biblischem Glauben und griechischem philosophischem Denken ist für Benedikt XVI. nicht nur religionsgeschichtlich, sondern weltgeschichtlich ein entscheidender Vorgang, der uns auch heute in die Pflicht nehme. Die Ergebnisse haben so geradezu Offenbarungscharakter.

Danach, so beklagt er, seien immer wieder Versuche gestartet worden, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und das Christentum von den griechischen Elementen zu reinigen. Man wolle sich dabei das Recht nehmen, hinter die Inkulturation in das Griechische zurückzugehen und auf die einfache Botschaft des Neuen Testaments zurückzugreifen, um diese Botschaft dann in ihre gegenwärtigen Zusammenhänge jeweils neu zu inkulturieren. Angesichts der Begegnung mit der Vielheit der Kulturen sage man heute gern, die Synthese mit dem Griechentum, die sich in der alten Kirche vollzogen habe, sei nur eine erste Inkulturation des Christlichen gewesen, die Inkulturation in andere Kulturen müsse folgen. Dies aber lehnt Benedikt strikt ab.

Kein Wunder, dass Benedikt zur Inkulturation des Evangeliums in der Gestalt der Befreiungstheologie Südamerikas oder zur feministischen Theologie keinen Zugang hat. Aber es ist eine Selbsttäuschung, ohne Inkulturation auskommen zu können. Wer heute nur dasselbe sagt, was man früher gesagt hat, sagt heute etwas anderes, als früher gesagt wurde – weil es heute anders verstanden wird als früher. Darum bedarf es der Inkulturation als einer Übersetzung und Übertragung aus früher Zeit in die Gegenwart.

Wenn wir uns mit der Frage des Sühnopferdenkens heute beschäftigen, werden wir uns – ob wir ihr zustimmen oder sie ablehnen – in einem Prozess der Inkulturation befinden, weil wir sie notgedrungen nicht so hören wie die Menschen damals im Mittelalter, für die Anselm von Canterbury seine Theologie formuliert hat.

Inkulturation bei den GermanenDie germanischen Volksgruppen, die sich im Zuge der Völkerwanderung nördlich der Alpen niedergelassen hatten, dachten anders über Gott und die Welt als die Griechen und Römer. Beim Überschreiten der Alpen kam das Evangelium aus der griechischen und lateinischen Welt in den germanischen Raum und musste neu inkulturiert werden.

Germanisches Denken blieb viele Jahrhunderte lebendig. Die profilierteste Fassung der Sühnopfertheologie, nämlich die des Anselm von Canterbury, ist nicht ohne das germanische Denken zu verstehen. Sie ist eine Inkulturationsleistung hervorragender Art. Sie ist aber nicht der erste und einzige Versuch, das Evangelium in die germanische Welt zu inkulturieren.

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