Alex übernahm das Kommando und berichtete, was sie am Abend vorher in der Nähe des Wasserturms erlebt hatten. Herr Hallberg nahm alles auf Band auf. Er stellte ein paar ergänzende Fragen, benützte das Haustelefon und bat jemanden, die deutsche Autonummer zu überprüfen und ob jemand mit dem Namen Bremer im Sheraton-Hotel wohne.
Dann stellte er den dreien noch einmal die Frage, ob das, was sie erzählt hatten, auch wirklich stimme und ob ihnen nicht die Phantasie durchgegangen sei. Die Drei Asse blieben dabei und meinten, daß die hundertausend Kronen, über die die zwei Männer geredet hätten, wohl Hinweis genug seien, daß es hier nicht mit rechten Dingen zuginge.
Nach einer Weile klingelte das Telefon in Hallbergs Zimmer. Eine Stimme berichtete, daß es im Sheraton keinen Deutschen namens Bremer gäbe und daß ein Auto mit der angegebenen Nummer überhaupt nicht existiere.
Die Drei Asse schauten einander verdutzt an. Hallberg bedankte sich, wiegte sich im Bürohstuhl hin und her und überlegte eine Weile, dem Anschein nach tief in die Reklameposter vertieft. Dann sagte er:
„Ich will ja nicht direkt behaupten, daß eure Geschichte erfunden ist, und ich behalte auch das Band mit euerer Zeugenaussage, aber ich glaube, wir haben aktuellere Informationen. Ich lasse von mir hören, wenn ich einen Grund dafür habe. Vielen Dank erst einmal, daß ihr der Polizei alles erzählt habt.“ Schließlich fügte er hinzu: „Als ich in eurem Alter war, hatte ich auch eine lebhafte Phantasie. Es ist leicht passiert, daß man einiges hinzufügt und sogar Sachen hört, die man nicht gehört hat.“
„Wir haben uns das nicht eingebildet!“ Andy Berg wurde wütend.
„Kommen Sie mit uns zum Wasserturm, dann können Sie den Inhalt der Kiste untersuchen!“
„Oder fahren Sie heute abend nach zehn hin“, fuhr Assemann fort. „Dann können Sie die Verbrecher auf frischer Tat schnappen.“
Hallberg ließ sich davon nicht beeindrucken.
„Es ist möglich, daß ich heute abend einen Wagen dorthinschicke, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist und daß keine Kinder um diese Zeit draußen herumlaufen.“
Welch kalte Dusche!
Ein paar Minuten später standen die Drei Asse enttäuscht vor dem Polizeipräsidium. Was sollten sie nun, verflixt noch mal tun, und wie kam es, daß es anscheinend weder den Bremer noch sein Auto gab?
„Kommt, wir setzen uns irgendwo hin und sprechen alles durch!“ Die drei gingen schweigend die sommerleere Straße entlang, fanden einen Tabakladen, in dem sich jeder ein großes Eis kaufte, schlenderten weiter und kamen zu einem einladenden Rasen nur ein paar Straßen von der Polizeiwache entfernt.
Hatten sie sich so verhören oder sich so verschauen können? Das hielten die Drei Asse für unmöglich. Sechs Augen hatten das deutsche Nummernschild gesehen, und genau so viele Ohren hatten den Namen Bremer gehört. Vielleicht schrieb er seinen Namen etwas anders, aber der Schwede hatte ihn jedenfalls so ausgesprochen.
„Vielleicht wohnt er unter falschem Namen im Hotel“, meinte Andy. „Und hat ein Auto mit falscher Nummer“, fügte Alex hinzu.
Nein, so einfach würden die Drei Asse nicht aufgeben. Der Sache muß man auf den Grund gehen. Nun ging es nicht nur um das verschwundene Kirchensilber und die mysteriöse Kiste, sondern auch um die Glaubwürdigkeit der Drei Asse. Sie waren doch keine Lügner, die komische Geschichten erfinden, um die Polizei zu beeindrucken.
„Was tun wir jetzt?“ fragte Assemann.
Keinem fiel eine gute Antwort ein, und sie blieben eine ganze Weile schweigend auf dem Rasen liegen.
Alex richtete sich, immer noch schweigend, auf und dachte nach. Tief in seine eigenen Gedanken versunken ließ er die Hand die Ähren eines Grashalms abziehen. Langsam nahm eine Idee in seinem Gehirn Gestalt an. „Ich habe einen Vorschlag“, sagte er nach einer Weile. Die anderen saßen still und erwartungsvoll. Alex’ Ideen waren es meistens wert, angehört zu werden.
„Assemann und ich fahren zum Sheraton, um diesen Bremer und sein Auto zu suchen. Wir wollen es schwarz auf weiß haben, ob sie existieren oder ob wir uns alles nur eingebildet haben.“
„Das haben wir ganz bestimmt nicht“, wandte Andy ein. „Nein, und das wissen wir, aber nicht der Kriminalassistent Hallberg. Er ist der Polizist, der den Silberdiebstahl klären soll. Wir haben Sommerferien, und ich persönlich würde viel lieber baden gehen, als deutsche Silberdiebe zu jagen.“
Er sprach weiter: „Andy könnte das mit dem Schlüssel erledigen, jemanden in der Stadtverwaltung erwischen und überprüfen, ob es eine natürliche Erklärung für den nächtlichen Besuch am Turm gibt.
Am besten wäre es, wenn Andy jemanden überzeugen könnte, mit zum Wasserturm zu gehen, um den Inhalt der Holzkiste zu untersuchen. Und wenn Andy noch Zeit hat, könnte er ja auch zur Kirche gehen und sehen, ob ihm dort jemand über den Weg läuft.“
Assemann und Andy waren mit dem Plan einverstanden, und man beschloß, sich nach dem Mittagessen wieder bei Andy zu treffen.
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