Alexander Goldmann - Über die Textgeschichte des Römerbriefs

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Der neutestamentliche Römerbrief ist die redaktionelle Überarbeitung einer älteren Fassung, die für die marcionitische 10-Briefe-Sammlung bezeugt ist. Bei dieser Überarbeitung im 2. Jahrhundert wurde die ältere Fassung in großem Umfang ergänzt: Das «Abrahamkapitel» (Rm 4) sowie die beiden letzten Kapitel (Rm 15f) finden sich nur in dieser jüngeren, kanonisch gewordenen Fassung.
Diese grundstürzende These wird vor allem textgeschichtlich begründet: Die Studie stützt sich auf paratextuelle Zeugnisse, die von der Textkritik bislang weitgehend vernachlässigt wurden, und verbindet sie mit neueren Untersuchungen zur marcionitischen Schriftensammlung und zur Kanonischen Ausgabe des NT.
Die Ergebnisse haben weitreichende Auswirkungen auf die Paulusexegese sowie auf die Textkritik und ihre Methodik. Sie erschließen die früheste Theologiegeschichte und etablieren das NT als Buch des 2. Jahrhunderts.

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3 Weiterhin wurde deutlich, dass nicht der historische Römer brief (also das Autographon) rekonstruiert werden kann, sondern der Römerbrief als Teil einer Schriften sammlung, nämlich des Corpus Paulinum, also einer Sammlung35 von Paulusbriefen. Die verfügbaren Handschriften bezeugen allesamt eine Sammlung von Texten (bzw. Teile davon), niemals aber nur einen einzelnen Brief. In seiner jüngsten Studie fordert FLEMMING daher zu Recht:

„Neutestamentliche Textkritik sollte demnach als Editionskritik stattfinden, d.h. stets die Existenz verschiedener Ausgaben der biblischen Texte mitdenken. Gerade für die Paulusbriefe ist ein solcher Fokus auf Ausgaben von Texten besonders naheliegend, weil uns diese ausschließlich in Form von Briefsammlungen überliefert sind.“36

Es ergibt sich also die Einsicht, dass die Frage der Textgeschichte des Römerbriefes nur editionsgeschichtlich gelöst werden kann.37 Daher ist zu fragen, ob der Römerbrief im Rahmen der Editionsgeschichte Veränderungen erfahren hat und redaktionell bearbeitet wurde.38 Die vorweggenommene Antwort der vorliegenden Studie lautet: der heute bekannte Römerbrief ist tatsächlich ein umfangreich interpolierter Text. Das methodische Vorgehen, das zu dieser Einsicht führt, wird im Folgenden dargestellt und erklärt.

II. Methodologische Reflexion

2.1. Die belegbaren Sammlungen von Paulusbriefen im 2. Jh.

Die Zugehörigkeit der Paulusbriefe zum Neuen Testament (respektive zum neutestamentlichen Kanon) war nie in irgendeiner Form umstritten. Es scheint klar, dass sie von Anfang an als verbindliche Schriften verstanden und verwendet wurden.1 Zu klären ist allerdings, welche verschiedenen Sammlungen von Paulusbriefen im 2. Jahrhundert existierten2 und wie diese ausgesehen haben, v. a. welchen Umfang sie hatten. Die Sammlungen sind nach ihrem jeweiligen terminus ad quem geordnet.

2.1.1. Die 10-Briefe-Sammlung – der Marcionitische Apostolos

Die früheste Sammlung von Paulusbriefen,1 über deren Existenz wir gesicherte Informationen besitzen, ist eng mit dem Namen Marcion von Sinope verbunden, einem Reeder aus Pontus an der südlichen Schwarzmeerküste.2 Belegt ist, dass dieser in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts eine Schriftsammlung benutzte, die ein namenloses Evangelium (welches bekanntermaßen eine Kurzversion des Lukasevangeliums war) sowie zehn Paulusbriefe umfasste. Diese 10-Briefe-Sammlung trug die Bezeichnung Apostolos und beinhaltete die Pastoralbriefe und den Hebräerbrief nicht. Als terminus ad quem dieser Edition kann Marcions Ausschluss aus der römischen Gemeinde gelten, der ins Jahr 144 datiert wird.3

Spätestens seit Irenäus von Lyon galt Marcion als der „Erzketzer“ schlechthin, seine Schriften als Verfälschungen und Verstümmelungen der eigentlichen (katholischen) Texte.4 Es mag daher nicht überraschen, dass von der besagten marcionitischen Bibelausgabe keinerlei Exemplare die Zeiten überdauert haben. Wenngleich also keine direkten Zeugnisse des Textes mehr existieren, so liegt doch eine umfangreiche metatextuelle Beschreibung5 des Textes durch die altkirchlichen Häresiologen vor, so v. a. durch Tertullian,6 Epiphanius7 und Adamantius8. In ihren polemischen Schriften diskreditieren sie Marcions kurzen Bibeltext als perfide Fälschung. Die inhärente Strategie dieser Streitschriften war es, Marcion auf Grundlage seines eigenen Textes zu widerlegen.9 Dazu hatten die Häresiologen Marcions Bibeltext vor sich liegen, den sie der Reihe nach durchgingen und an ausgewählten Stellen in wünschenswerter Ausführlichkeit kommentierten. Damit prägten sie zwar einerseits nachhaltig das Verständnis Marcions als Schriftfälscher des frühen Christentums, andererseits erlaubt ihre Vorgehensweise (ungewollt), Marcions Bibeltext mit hinreichender Sicherheit wiederherzustellen. Durch diese metatextuelle Bezeugung haben wir also Zugriff auf die besagte 10-Briefe-Sammlung und sind in der Lage, die Reihenfolge, den Umfang und an vielen Stellen auch den genauen Wortlaut der einzelnen Texte zu rekonstruieren.10

Wie das Zeugnis der Häresiologen zeigt, besaß die 10-Briefe-Sammlung folgende Anordnung: Gal, 1/2 Kor, Rm, 1/2 Thess, Laod (= Eph), Kol, Phil, Phlm11 bzw. Phlm, Phil.12 Auffällig ist die Position des Galaterbriefes, der an erster Stelle der Sammlung steht, sowie die Tatsache, dass der heutige Epheserbrief als Brief an die Laodizener tituliert wird.13

Fazit: Die Existenz der 10-Briefe-Sammlung kann für das 2. Jahrhundert als gesichert angesehen werden. Ob sie tatsächlich auf Marcion zurückgeht, wurde in der jüngeren Forschung immer wieder in Frage gestellt. Stattdessen wird Marcion vermehrt als Tradent eines bereits bekannten denn als Urheber eines eigenen Textes verstanden.14 Dies sollte auch in der Beschreibungssprache deutlich werden. Hier erscheint es angemessen, die Bezeichnung marcionitisches Evangelium bzw. marcionitische Paulusbriefsammlung zu vermeiden, da diese Termini implizieren, Marcion tatsächlich als Schöpfer dieser Texte bzw. Textsammlungen zu verstehen.15 In der vorliegenden Arbeit wird daher vornehmlich die neutrale Bezeichnung 10-Briefe-Sammlung benutzt. Gleiches gilt für den Römerbrief innerhalb der Sammlung: Dieser wird hier zumeist als 10Rm oder aber durch Marcion bezeugter bzw. verwendeter Römerbrief bezeichnet.16 Werden zu Zwecken der Textrekonstruktion die häresiologischen Zeugnisse bemüht, so ist auch hier die Rede vom 10Rm, selbst wenn die Kirchenväter sich freilich mit einem Text auseinandersetzen, den sie selbst Marcion zuschreiben. Anders gesagt: In der vorliegenden Arbeit wird der Text, auf den sich die Häresiologen in ihren Schriften gegen Marcion beziehen – also der marcionitische Apostolos –, mit dem Text der 10-Briefe-Sammlung gleichgesetzt. Dass dieses Vorgehen methodisch legitim ist, wird in Kap. 4.2. belegt.

2.1.2. Die 14-Briefe-Sammlung

Der zweite ‚Fixpunkt‘ im Rahmen der Entstehungsgeschichte des Corpus Paulinum ist die 14-Briefe-Sammlung. Sie beinhaltet all jene 14 Texte, die auch in den heute gängigen Ausgaben des Neuen Testaments als Paulusbriefe erscheinen. Zusätzlich zu den aus der 10-Briefe-Sammlung bekannten Texten enthält sie also noch die Pastoralbriefe und den Hebräerbrief.

Ihr terminus ad quem lässt sich schwerer bestimmen als der der 10-Briefe-Sammlung. Einzelne Bezugnahmen auf Paulusbriefe bzw. allgemein eine Sammlung von Paulusbriefen1 finden sich zwar bereits im zweiten Petrusbrief (2 Petr 3,15f)2, bei Polykarp von Smyrna (Polyk 3,2)3 und in den Ignatiusbriefen (IgnEph 12,2)4. Diese sind allerdings zu fragmentarisch, um daraus valide Rückschlüsse zu ziehen, dass hier bereits eine Briefsammlung im Hintergrund steht, bzw. welche konkrete Gestalt und welchen Umfang eine solche hatte.5

Tatsächlich kann das Vorhandensein der 14-Briefe-Sammlung erstmals für Irenäus wahrscheinlich gemacht werden. Dieser liefert zwar keine expliziten Hinweise über den Umfang der Sammlung (beispielsweise in Form einer konkreten Auflistung), allerdings zitiert er aus (fast) allen heute bekannten Paulusbriefen. Die meisten der Briefe bezeugt Irenäus sogar namentlich – ein deutliches Indiz dafür, dass er eine entsprechende Briefsammlung vorliegen hatte.6 Einzig der Philemonbrief findet in Irenäus’ Texten keine Erwähnung, was freilich aufgrund seines knappen Umfangs und seiner geringen theologischen Bedeutung nicht allzu überraschend anmutet. Darüber hinaus wird auch aus dem Hebräerbrief nicht explizit zitiert. Allerdings finden sich diverse Anspielungen auf dessen Inhalt, sodass in der Forschung davon ausgegangen wird, dass Irenäus davon Kenntnis besaß und er ihn als Teil des Corpus Paulinum verstand.7 Somit ist es folgerichtig, Irenäus als ersten Zeugen der 14-Briefe-Sammlung anzusehen. Der terminus ad quem kann also gegen Ende des 2. Jahrhunderts datiert werden.8

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