Jakob Wassermann - Der goldene Spiegel

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Drei sehr ungleiche Freunde stellen gewissermaßen den Rahmen dieses Romans dar – der eine Arzt, der andere Privatgelehrter und der dritte angehender Diplomat. In ihrer Mitte aber bewegt sich Franziska, die mit ihrer Hilfe einen bemerkenswerten Start am Theater hinlegt. Sie liebt den einen, liebt den anderen und bald gesellt sich zu den Vieren noch der junge, aber eher introvertierte Ingenieur Hadwiger. Am Ende eines Sommers treffen sie sich alle in einem Landhaus, Franziska wie immer der strahlende Mittelpunkt der Gruppe. Sie hat einen wertvollen Spiegel mitgebracht, den sie den Freunden schenkt. Wichtiger aber ist noch, dass sie ihnen das Versprechen abnimmt, sich in genau einem Jahr an gleicher Stelle wieder zu treffen. Die Freunde finden sich rechtzeitig ein, nur Franziska erscheint erst im letzten Moment, um Jahre gealtert. Sie überrascht die Freunde mit der Idee, dass derjenige den Spiegel sein Eigen nennen soll, der die ergreifendste Geschichte erzählen kann. Es folgen denkwürdige Stunden, in denen unterhalten oder mit dem Leben abgerechnet wird.-

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Die jungen Männer hatten im Halbkreis um sie her Platz genommen, und Borsati, der Franziskas Augen auf dem goldenen Spiegel ruhen sah, bemerkte gegen sie scherzhaft übertreibend, es hätte nicht viel gefehlt, so wäre um das Geschenk Unfrieden entstanden. Lamberg griff das Thema mit Behagen auf und schilderte Cajetans spitzleutseliges Diplomatenwesen, Rudolfs cholerische Ungeduld, die so oft ihre Hülle von abgeklärter Mässigung zerriss und Heinrich Hadwigers finstern Neid mit vieler Laune, denn er war witzig wie Figaro.

„Georg macht es wie gewisse Diebe“, sagte Cajetan lachend, „indem sie fliehen, schreien sie: haltet den Dieb. Wer war und ist am meisten in den Spiegel verliebt, mein Teurer? Im übrigen ist meine Meinung noch immer die, dass es kindisch ist, eine solche Kostbarkeit von Wohnung zu Wohnung zu schleppen,“ fügte er ernst hinzu. „Jede Hausfrau wird zugeben, dass ihre Möbel durch häufigen Umzug beschädigt werden, und mich dünkt, dass auch das schöne Kunstwerk davon Schaden erleidet, vielleicht nur geistig, wenn ihr den Ausdruck erlaubt. Es gleicht beinahe einem Diamantring, der immer wieder an der Hand eines andern glänzt.“

„Lassen wir doch das Los entscheiden“, meinte Hadwiger plump, ein Wort, das der Entrüstung Lambergs und der schweigenden Verachtung der beiden andern anheimfiel.

„Ganz ohne Verdienst hoffen Sie zum unumschränkten Besitzer werden zu können?“ fragte Lamberg mit vernichtendem Hohn.

„Meine Möglichkeit ist nicht grösser als die Ihre“, versetzte Hadwiger bestürzt. „Ohne Verdienst? was heisst das? Soll der Spiegel eine Prämie für Leistungen werden? Wir können uns aneinander nicht messen.“

„Sagen Sie das aus Anmassung oder aus Bescheidenheit?“ erkundigte sich Borsati lächelnd.

„Was denkt unsere ausgezeichnete Franziska über den Fall?“ fragte Cajetan.

„Als echte Frau müsste sie den Spruch abgeben: wer mich am besten liebt, soll den Spiegel behalten“, entgegnete Borsati.

„Also ein weiblicher König Lear“, sagte Franziska sanft. „Dabei kommt die Cordelia am schlechtesten weg. Wenn ihr euch in den Haaren liegt, meine lieben Freunde, so muss ich wirklich glauben, dass mein Geschenk eine Torheit war. Aber ich kenne euch, ihr seid wie die Advokaten, die sich vor Gericht mörderisch beschimpfen und dann gemütlich miteinander zum Frühstück gehn. Soll ich einen Vorschlag machen? Nun gut. Ihr habt doch so manches erlebt, so vieles gehört und gesehen, ihr habt doch immer, wenn wir zusammen geplaudert haben, allerlei Amüsantes und Merkwürdiges zu berichten gewusst. So erzählt doch! Erzählt doch Geschichten! Wir haben ja wenigstens acht oder zehn Abende vor uns, so lang werdet ihr doch bleiben, hoff ich, und wer die schönste Geschichte erzählt, oder die sonderbarste oder die menschlichste, eine, bei der wir alle fühlen, dass uns tiefer nichts ergreifen kann, der soll den Spiegel bekommen. Vielleicht liebt mich der am meisten, der die schönste Geschichte erzählt, wer weiss. Und vielleicht, eines Tages, wer weiss, vielleicht gibt es eine Geschichte, die auch mich zum Erzählen bringt —“ Sie hielt inne und sah mit zuckendem Gesicht empor.

Alle schwiegen. „Ich denk’ es mir herrlich“, fuhr Franziska mit einiger Hast fort, als wolle sie ihre letzten Worte übertönen; „immer spricht eine Stimme, spricht von der Welt, von den Menschen, von Dingen, die weit weg und vergangen sind. Ich liege da und lausche, und ihr zaubert mir spannende Ereignisse vor, habt Freude daran, reizt einander, überbietet einander, — lasst euch doch nicht bitten, sagt ja! Fangt an!“

Wieder entstand ein Schweigen. „Ich halte das für ein verzweifeltes Unternehmen“, murmelte endlich Hadwiger mit der Miene eines Menschen, von dem Unmögliches gefordert wird.

„Nicht verzweifelt, aber etwas problematisch“, schränkte Borsati ein; „wer wird nicht dabei an den Spiegel denken?“

„Wer an den Spiegel denkt, kann uns nichts zu erzählen haben“, antwortete Lamberg und fügte mit Bedeutung hinzu: „Bei solchem Anlass darf man niemals an den Spiegel denken.“

„Bravo, Georg!“ rief Cajetan. „Ich sehe, Sie fangen schon Feuer. In Ihren Augen malen sich schon die Bilder aus wundersamen Geschichten. Nicht an den Spiegel denken, das ist es! Als Richter gleichen wir dann nicht den Zuhörern im Theater, denen ein müssiges Händeklatschen über einen unklar gespürten Eindruck hinweghilft, sondern wir krönen den Verkündiger eines Schicksals als Tatzeugen. Ich sehe keine Schwierigkeit, nicht einmal eine Verlegenheit. Es wird vieles sein, was uns aneifert; das Wort ist ja ein grosser Verführer.“

Die Pest im Vintschgau

Der Diener Emil brachte den Kaffee, und nachdem jeder seine Tasse ausgetrunken hatte, sagte Borsati: „Wenn ich im Geist zurückschaue, fällt mir ja dies und jenes auf, was des Berichtens wert wäre, aber wo ich selbst beteiligt bin, stört mich die Nähe, und wo es nicht der Fall ist, bin ich ungewiss, ob ich überzeugend oder wahr sein kann.“

„Wir sind nicht einmal wahr, wenn wir Vorfälle aus unserm eigenen Leben erzählen, um wie viel weniger, wenn es sich um fremde Erlebnisse handelt“, erwiderte Lamberg. „Ja, man lügt mehr, wenn man über sich selbst die Wahrheit sagt, als wenn man andere in erfundene Geschicke stellt.“

„Wir wollen Sachlichkeiten und keine Sentiments“, versetzte Cajetan missbilligend. „Jeder ist dann so wahr, wie seine Augen oder sein Gedächtnis wahr sind. Ich bin nicht grösser als mein Wuchs. Wer sich grösser macht, wird ausgezischt. Die Welt ist vom Grund bis zum Rand erfüllt mit den seltsamsten Begebenheiten, und die seltsamste wird wahr, wenn man ein Gesicht sieht, ein lebendiges Gesicht.“

„Famos. Ich will möglichst viel schöne Gesichter sehn“, sagte Franziska und nahm eine Miene des Bereitseins an.

„Jedes Gesicht ist schön im Erleiden des besondern Schicksals, zu dem sein Träger bestimmt ist“, entgegnete Lamberg.

„Darf ich etwas Ketzerisches sagen?“ begann Franziska wieder; „ich finde, dass der Sinn für die Schönheit immer geringer wird; man sucht stets noch etwas Anderes daneben, Seele oder Geist oder Genie, etwas, das mit der Schönheit gar nichts zu schaffen hat und einem nur den Geschmack verdirbt.“

„Es scheint in der Tat, dass man in früheren Zeiten die Schönheit mehr um ihrer selbst willen geachtet hat“, antwortete Lamberg. „Auch wurde ihr eine höhere Wichtigkeit zuerkannt. So wird von einer vornehmen Marquise berichtet, deren Name mir entfallen ist, und die im Alter von siebenundzwanzig Jahren an der Schwindsucht starb, dass sie die letzten Monate ihres Lebens auf einem Ruhebett zubrachte und beständig einen Spiegel in der Hand hielt, um die Verwüstungen zu beobachten, die die Krankheit in ihrem Gesicht erzeugte. Schliesslich liess sie die Fenster dicht verhängen, kein Mensch durfte mehr zu ihr, und sie duldete kein anderes Licht als die Lampe eines Teekessels.“

„Sogar das Volk besass einen echten Enthusiasmus für die Schönheit hochgestellter Frauen“, sagte Cajetan. „Im Jahre 1750 verdiente sich ein Londoner Schuster eine Menge Geld dadurch, dass er für einen Penny den Schuh sehen liess, den er für die Herzogin von Hamilton verfertigt hatte. Und als dieselbe Herzogin auf ihre Güter reiste, blieben vor einem Wirtshaus in Yorkshire, wo sie wohnte, mehrere hundert Menschen die ganze Nacht über auf der Strasse, um sie am nächsten Morgen in ihre Karosse steigen zu sehen und die besten Plätze dabei zu haben.“

„Demgemäss äusserte sich dann auch die Verliebtheit der Männer“, nahm Georg Vinzenz abermals das Wort; „ein Jüngling in einer burgundischen Stadt war von der Schönheit seiner Geliebten so hingerissen, dass er nach dem ersten Stelldichein, das sie ihm bewilligt hatte, in allem Ernst erklärte, er werde sich die Augen ausstechen, wie es die Pilger von Mekka bisweilen tun, wenn sie das Grabmal des Propheten gesehen haben, um ihre Blicke von nun ab vor Entweihung zu schützen.“

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