Michael Wildberg - So lonely

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Wer in Duisburg-Meiderich aufwächst, dem ist als Schicksal mitgegeben, Fan des MSV Duisburg zu sein. Davon erzählt Michael Wildberg in seinem Buch, lebendig, frech und temporeich: vom Leben in der nicht immer ausverkauften Fankurve, von abenteuerlichen Begegnungen am Essener Hauptbahnhof, von wilden Partynächten in Duisburg und sogar von einem DFB-Pokal-Finale.
Eines steht dabei fest: dass beim MSV nach jeder Phase der Euphorie ein Absturz ins Bodenlose droht. Diese Achterbahnfahrten der Gefühle vermag Michael Wildberg wunderbar treffend zu beschreiben – so, dass der Fan beim Lesen einstige Glücksgefühle ebenso wiedererlebt wie schiere Verzweiflung.

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Wären meine Eltern ein bisschen cleverer gewesen, so hätten sie mich zwei Wochen vorher in die Welt entlassen. Der MSV verprügelte die Knappen mit 5:1, Jara, Nigbur und Fischer wurden aus dem Stadion gejagt, 27.000 Zuschauer drehten am Rad und Schiedsrichter war der entenschnatternde Walter Eschweiler gewesen, der Jahre später noch im Frühstücksfernsehen unsinnige Prognosen für den kommenden Spieltag abgeben musste und sich jedes einzelne Mal meinen Zorn zuzog, wenn er dem MSV mal wieder eine Niederlage prognostizierte.

Ich kam also gottverdammte zwei Wochen zu spät.

Danke, Mama.

Danke, Papa.

In meiner ersten Saison als MSV-Fan, ich wurde mittlerweile ein Jahr alt, stieg der MSV als Gründungsmitglied der Bundesliga einfach ab. Vorbei waren die glorreichen Siebziger, als Ennatz Dietz sich zur vollen Blüte erhob und die Bayern im Alleingang erlegte. Oder als die Mannschaft im UEFA-Cup für Furore sorgte und erst an der Gladbacher Elf im Halbfinale scheiterte. Vorbei auch die Zeiten, als ein Duisburger Spieler eine deutsche Auswahlmannschaft anführte. 1980 nahm Ennatz Dietz den Europameisterpokal in Rom entgegen. Horst Hrubesch hatte das 2:1 gegen die Belgier in der 88. eingeköpft. Eben jener Horst Hrubesch, der 25 Jahre später zu mir „Verpiss dich, du Arschloch“ sagen sollte, als ich mitten im Stadion sturztrunken neben ihm stand und lauthals schrie: „Guckt mal alle her! Hier sitzt der Hrubesch!“ Vorbei auch die Zeiten, in denen die Bayern überlegten, hier ihre besten Spieler zu schonen, da eh keine Aussicht auf einen Sieg bestand. Vorbei auch die Schlachten gegen die Reviernachbarn oder gegen die Wundertruppe aus Gladbach von der anderen Niederrheinseite. Es war vorbei.

Bei mir fing es an.

Seit diesen Jahren hat nie wieder ein Duisburger eine deutsche Auswahlmannschaft auf das Spielfeld geführt, und Nationalspieler konnten unsere Talente erst werden, nachdem sie den Verein mit wehenden Fahnen Richtung Bayern, Karlsruhe oder sonst wohin verlassen hatten. International wurde nur noch höchstselten gespielt und wenn, dann nur auf freundschaftlicher Ebene. Es gab auch keine glorreichen Siege mehr gegen die Bayern, auf Jahre durfte man gegen sie noch nicht einmal spielen.

Der furchtbare Niedergang des Traditionsvereins setzte sich fort. 1984 schafften sie es noch einmal in die Relegation, die Frankfurter Eintracht war der Gegner, das Hinspiel fand in Duisburg statt. Mein Vater und mein Bruder pilgerten vorfreudig ins Stadion, der MSV endlich wieder zurück auf dem Weg in die höchste deutsche Spielklasse, ein Traum.

Das Tor zum 0:5 bekam mein Vater nicht mehr mit. Laut eigener Schilderung irrte er quer durch den Block, auf der Suche nach seinen künstlichen Zähnen, die er, wutentbrannt vor sich hin keifend, schon beim letzten Gegentor verloren hatte. Ich bin mir ziemlich sicher den Satz „Und jedes Mal dieselbe Scheiße hier“ an jenem Tage abermals gehört zu haben, diesmal aber aus mehreren Kehlen, mit und ohne Gebiss.

Abstieg 1986 in die Oberliga, 18 Punkte Rückstand am Ende der Saison, der Verein nahezu pleite. Mein Hirn setzte langsam, aber sicher ein. Ich rannte hinter Bällen her und kugelte mich durch die Gegend.

1987 wurde ich eingeschult, im Wohnzimmer mit der Eichenschrankwand und den kackbraunen Teppichen starrte man auf den knopfumrandeten Fernseher. Ernst Huberty röchelte durchs Bild, Wechsel auf die Tabelle, damals noch penibel auf kleine Nägel gehangen und mit der Kamera abgefilmt: „Naja, wenigstens vor Hamborn 07.“ Wer ist dieser Hamborn 07 eigentlich? Weiter kugeln, immer weiter kugeln.

Mein erstes Spiel, ein Freundschaftsspiel gegen die Bayern. Von Meiderich aus konnte man mit der Straßenbahn zum Stadion fahren. Ich klammerte mich an die Hand meiner Schwester, ein selbst gestrickter Schal um meinen Hals, neben uns die hoch toupierte Flamme meines Bruders. Friseuse, natürlich.

Meine Schwester, die blöde Kuh, raffte überhaupt nichts, die Friseuse neben uns ebenso wenig. In Marxloh stiegen wir aus, vollkommen falsche Richtung, mindestens die erste Halbzeit verschenkt und ich zum ersten Mal in meinem jungen Leben gegenüber Frauen gewaltbereit.

Der MSV gewann seinen ersten Titel: Deutscher Amateurmeister 1987, die Stadt flippte aus, Tausende von Wimpeln mussten neu bedruckt werden. Eh dieser Wimpel. Untereinander stehen dort die größten Erfolge unseres Vereins: Deutscher Vizemeister (1963/64), 3 x DFB-Pokalfinalist (1966, 1975, 1998), Deutscher Amateurmeister (1987). Danach gähnende Leere, mittendrin eigentlich auch, oder übersetzt: Nur anschauen, nicht anfassen.

„Papa, haben wir eigentlich jemals einen Titel geholt?“ „Halt bloß dein vorlautes Mundwerk!“ Oder: „Geh doch zu Schalke, wenn du unbedingt enterbt werden willst!“

Langsam, aber sicher sickerte es durch: Mit meinem Vater war nicht gut Kirschen essen, sobald es um den sportlichen Erfolg unseres Heimatvereins ging. Der Niedergang nagte an ihm, während ich begann, aufzudrehen.

Mit Pipeff, mittlerweile mit der Klassiker-Kombi Kinderwagen und Pils unterwegs, rannte ich über den Schulhof, Grundschule Zoppenbrück, direkt neben dem Asylantenwohnheim. Das Derby stand an, Hamborn gegen Duisburg, Zweiter gegen den Ersten, 13.000 im Stadion, Oberliga wohlgemerkt, dritte Liga, für mich wichtiger als jedes Länderspiel und jede Niederlage von Schalke 04. Duisburg rannte und rannte und rannte, Hamborn schoss das 1:0 vor der Pause. Die Zebras in der zweiten Halbzeit gegen ein Bollwerk und dennoch: Tönnies zum 1:1, und als es keiner mehr für möglich hielt Struckmann in der letzten Minute. Die Wedau bebte.

„Tor, Tor, Tor“, ich rannte über den Schulhof, die Arme in den Himmel gereckt, Richtung Aula, meiner imaginären Tribüne, und schmiss mich auf den Boden vor meine imaginären Fans, mittags um vier, nach der Schule und keine Menschenseele weit und breit. Pipeff stand im Tor und murmelte: „Drüber“, traute sich aber angesichts der sich vor seinem Auge abspielenden Ekstase nicht, weiter den Querulanten zu mimen. Wir hatten auch gar kein Tor, nur zwei Stangen, und über die Höhe der Latte entschieden wir je nach Situation. Hier war es mehr als eindeutig gewesen. Und am Ende der Saison auch: 97 Tore, 61 Punkte, wenn ich mich recht entsinne. Oberhausen stieg mit satten vier Punkten ab, wusste schon damals, dass das mit denen nichts wird.

Aufstiegsrunde und ich sehe ein einziges Spiel. Das Heimspiel gegen Preußen Münster, mehr als 20.000 im Stadion und ich auf der Tribüne. Ein Epos. Erschlagen von der Menge an Menschen, erschlagen von der Lautstärke, erschlagen von dem Einheitsgefühl und der gleichzeitigen Einsamkeit, dass keiner einem helfen kann, wenn es mal schiefgeht. Es gibt nichts Einsameres, als nach einer Niederlage in einem vollbesetzten Stadion zu stehen. Nirgendwo sonst wird derart deutlich, wie sehr Niederlagen ins eigene Herz brettern können. Keiner da, der dir hilft. Auch nicht dein Vater, der nach dem 1:3 immer nur schreit: „Und jedes Mal dieselbe Scheiße hier“, dabei aber wenigstens sein Gebiss nicht verliert.

Und dann machen sie es klar, in Berlin, vor 50.000 im Olympiastadion.

Natürlich nicht. Sie spielten in Reinickendorf, bei den Füchsen. Gewannen dort und waren wieder dabei, der Profifußball hatte uns wieder.

Ich wusste nicht, wie es stand. Ich hatte überhaupt keine Ahnung.

Auf unserem Campingplatz in der Nähe von Wesel wartete ich auf dem Fußballfeld, mein viel zu enges Trikot an den Wanst gepresst, und stand blöd in der Gegend herum. Eine Ewigkeit lang.

Von Weitem kommt mein Vater den Hang hochgerannt. Er hält die Arme in die Höhe gereckt, und ich schreie und renne wie wild hin und her.

Ich hatte eine einfache Formel, um herauszufinden, welcher Spieler sich in einem Formtief befand oder welcher Recke am nächsten Wochenende das Spiel entscheiden würde. Ich nahm einen Ball und ging damit auf unseren Garagenhof. Dann stellte ich mich zwischen die Garagen und schoss mit dem Ball auf die trennenden Betonpfeiler. Zumindest versuchte ich es. Nach und nach zählte ich die Spieler auf: Struckmann, dann der Schuss, Tönnies, dann der Schuss, Torwart Macherey? Macht nicht mit.

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