Kurt E. Becker - Der behauste Mensch

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Ein Charakteristikum des Menschen ist, dass er wohnt und sich einrichtet. Der Wohnraum gehört zur Intimsphäre und darf nur auf Einladung betreten werden. Wie er «haust», offenbart viel über einen Menschen.
Hinter Häusern, Dörfern, Städten stehen Ideen und Konzepte, Welt- und Menschenbilder. Wohnen hat Voraussetzungen und Begleiterscheinungen, die in ihrem Wandel immer auch das Selbstverständnis des Menschen spiegeln.
Kurt E. Becker reflektiert das Behaustsein des Menschen in 77 «Gesprächen» mit Persönlichkeiten der Kulturgeschichte. Deren Wortmeldungen sind Originaltexte aus über 2000 Jahren – ein Lesevergnügen mit Aha-Effekt.

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Von der Erde Ökonomie lernen

Im Gespräch mit Novalis

Herr Novalis, Ihre Idee vom Menschen hat nicht zuletzt die Anthro­posophie immer wieder aufs Neue inspiriert. Was ist Ihre Idee vom Menschen?

Novalis: Der Mensch hat gleichsam gewisse Zonen des Körpers. Sein Leib ist die nächste, was ihn zunächst umgibt die zweite, seine Stadt und Provinz die dritte; so geht’s fort bis zur Sonne und ihrem System. Die innigste Zone ist gleichsam das Ich, und diesem steht, als der höchsten Abstraktion, Kontraktion – die höchste Reflektion, Expansion, die Welt entgegen. So der Punkt dem atmosphärischen Raum.

Und der Mensch als Teil der Natur steht wiederum unter deren Gesetzen.

Novalis: Die Natur ist Feindin ewiger Besitzungen. Sie zerstört nach festen Gesetzen alle Zeichen des Eigentums, vertilgt alle Merkmale der Formation. Allen Geschlechtern gehört die Erde; jeder hat Anspruch auf alles. Die Frühern dürfen diesem Primogeniturzufalle keinen Vorzug verdanken. – Das Eigentumsrecht erlischt zu bestimmten Zeiten. Die Amelioration und Deterioration steht unter unabänderlichen Bedingungen. Wenn aber der Körper ein Eigentum ist, wodurch ich nur die Rechte eines aktiven Erdenbürgers erwerbe, so kann ich durch den Verlust dieses Eigentums nicht mich selbst einbüßen.

Die Toten leben ewig in unserer irdischen Behausung? Sie gehören zu unserem Behaustsein dazu?

Novalis: Der Mensch lebt, wirkt nur in der Idee fort, durch die Erinnerung an sein Dasein. Vor der Hand gibt’s kein anderes Mittel der Geisterwirkungen auf dieser Welt. Daher ist es Pflicht, an die Verstorbenen zu denken. Es ist der einzige Weg, in Gemeinschaft mit ihnen zu bleiben.

Unser irdisches Behaustsein ist mit vielerlei Risiken konfrontiert?

Novalis: Mächtige Überschwemmungen, Veränderungen der Klimate, Schwankungen des Schwerpunkts, allgemeine Tendenz zum Zerfließen, sonderbare Meteore sind die Symptome dieser heftigen Inzitation, deren Folge den Inhalt eines neuen Weltalters ausmachen wird. So nötig es vielleicht ist, dass in gewissen Perioden alles in Fluss gebracht wird, um neue, notwendige Mischungen hervorzubringen, und eine neue, reinere Kristallisation zu veranlassen, so unentbehrlich ist es jedoch ebenfalls, diese Krisis zu mildern und die totale Zerfließung zu behindern, damit ein Stock übrig bleibe, ein Kern, an den die neue Masse anschieße und in neuen schönen Formen sich um ihn her bilde. Das Feste ziehe sich also immer fester zusammen, damit der überflüssige Wärmestoff vermindert werde, und man spare kein Mittel, um das Zerweichen der Knochen, das Zerlaufen der typischen Faser zu verhindern.

Ein Wort zum Haushalt?!

Novalis: Der Hof ist eigentlich das große Muster einer Haushaltung. Nach ihm bilden sich die großen Haushaltungen des Staats, nach diesen die kleinern, und so herunter. Wie mächtig könnte nicht eine Hofreform wirken! Der König soll nicht frugal, wie ein Landmann oder ein begüterter Privatmann sein; aber es gibt auch eine königliche Frugalität, und diese scheint der König zu kennen. Der Hof soll das klassische Privatleben im Großen sein.

Welche Rolle billigen Sie der Frau zu?

Novalis: Die Hausfrau ist die Feder des Hauswesens. So die Königin die Feder des Hofs. Der Mann fourniert, die Frau ordnet und richtet ein. Ein frivoles Hauswesen ist meistenteils die Schuld der Frau. Dass die Königin durchaus antifrivol ist, weiß jedermann. Daher begreife ich nicht, wie sie das Hofleben, wie es ist, ertragen kann. Auch ihrem Geschmack, der so innig eins mit ihrem Herzen ist, muss die fade Monotonie desselben unerträglich auffallen.

Krankheiten haben Ihrer Überzeugung zufolge heilsame Wirkungen?

Novalis: Krankheiten sind gewiss ein höchst wichtiger Gegenstand der Menschheit, da ihrer so unzählige sind und jeder Mensch so viel mit ihnen zu kämpfen hat. Noch kennen wir nur sehr unvollkommen die Kunst, sie zu benutzen. Wahrscheinlich sind sie der interessanteste Reiz und Stoff unsers Nachdenkens und unserer Tätigkeit. Hier lassen sich gewiss unendliche Früchte ernten, besonders, wie mich dünkt, im intellektuellen Felde, im Gebiete der Moral, Religion und Gott weiß in welchem wunderbaren Gebiete noch.

Ihr Blick auf das große Ganze der Schöpfung scheint ökologisch geprägt?!

Novalis: Man muss die ganze Erde wie ein Gut betrachten und von ihr Ökonomie lernen.

Ich danke für das Gespräch.

Novalis, geboren am 2. Mai 1772 auf Schloss Oberwiederstedt, gestorben am 25. März 1801 in Weißenfels, eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, war ein deutscher Schriftsteller der Frühromantik und Philosoph. Seinem Roman »Heinrich von Ofterdingen« entstammt die blaue Blume, Sinnbild schlechthin der Romantik.

Die Natur – das Grausamste und Fremdeste

Im Gespräch mit Rainer Maria Rilke

Herr Rilke, im Zeitalter des Klimawandels und einer fortschreitenden Umweltbedrohung lassen Sie uns bitte über das Verhältnis des Menschen zur Natur miteinander sprechen. Zu diesem Themenkomplex haben Sie eine überaus dezidierte Meinung.

Rilke: Da könnte mancher sich auf unsere Verwandtschaft mit der Natur berufen, von der wir doch abstammen als die letzten Früchte eines großen aufsteigenden Stammbaumes. Wer das tut, kann aber auch nicht leugnen, dass dieser Stammbaum, wenn wir ihn, von uns aus, Zweig für Zweig, Ast für Ast, zurückverfolgen, sehr bald sich im Dunkel verliert; in einem Dunkel, welches von ausgestorbenen Riesentieren bewohnt wird, von Ungeheuern voll Feindseligkeit und Hass, und dass wir, je weiter wir nach rückwärts gehen, zu immer fremderen und grausameren Wesen kommen, sodass wir annehmen müssen, die Natur, als das Grausamste und Fremdeste von allen, im Hintergrunde zu finden.

Nun lebt der Mensch aber in der Natur und von ihr. Er ist ein Teil von ihr.

Rilke: Der Umstand, dass die Menschen seit Jahrtausenden mit der Natur verkehren, (ändert daran) nur sehr wenig; denn dieser Verkehr ist sehr einseitig. Es scheint immer wieder, dass die Natur nichts davon weiß, dass wir sie bebauen und uns eines kleinen Teiles ihrer Kräfte ängstlich bedienen. Wir steigern in manchen Teilen ihre Fruchtbarkeit und ersticken an anderen Stellen mit dem Pflaster unserer Städte wundervolle Frühlinge, die bereit waren, aus den Krumen zu steigen. Wir führen die Flüsse zu unseren Fabriken hin, aber sie wissen nichts von den Maschinen, die sie treiben. Wir spielen mit dunklen Kräften, die wir mit unseren Namen nicht erfassen können, wie Kinder mit dem Feuer spielen, und es scheint einen Augenblick, als hätte alle Energie bisher ungebraucht in den Dingen gelegen, bis wir kamen, um sie auf unser flüchtiges Leben und seine Bedürfnisse anzuwenden. Aber immer und immer wieder in Jahrtausenden schütteln die Kräfte ihre Namen ab und erheben sich, wie ein unterdrückter Stand gegen ihre kleinen Herren, ja nicht einmal gegen sie – sie stehen einfach auf, und die Kulturen fallen von den Schultern der Erde, die wieder groß ist und weit und allein mit ihren Meeren, Bäumen und Sternen.

Was schlussfolgern Sie daraus?

Rilke: Der gewöhnliche Mensch, der mit den Menschen lebt und die Natur nur so weit sieht, als sie sich auf ihn bezieht, wird dieses rätselhaften und unheimlichen Verhältnisses selten gewahr. Er sieht die Oberfläche der Dinge, die er und seinesgleichen seit Jahrhunderten geschaffen haben, und glaubt gerne, die ganze Erde nehme an ihm teil, weil man ein Feld bebauen, einen Wald lichten und einen Fluss schiffbar machen kann. Sein Auge, welches fast nur auf Menschen eingestellt ist, sieht die Natur nebenbei mit, als ein Selbstverständliches und Vorhandenes, das so viel als möglich ausgenutzt werden muss …

In diesem Missverhältnis messen Sie der Kunst eine große Bedeutung bei?!

Rilke: Es ist nicht der letzte und vielleicht der eigentümlichste Wert der Kunst, dass sie das Medium ist, in welchem Mensch und Landschaft, Gestalt und Welt sich begegnen und finden. In Wirklichkeit leben sie nebeneinander, kaum voneinander wissend, und im Bilde, im Bauwerk, in der Symphonie, mit einem Worte in der Kunst, scheinen sie sich, wie in einer höheren prophetischen Wahrheit, zusammenzuschließen, aufeinander zu berufen, und es ist, als ergänzten sie einander zu jener vollkommenen Einheit, die das Wesen des Kunstwerks ausmacht.

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