Neben einfachen Aufzuchtverfahren wird auf die Herstellung von Marihuana, Haschisch, Haschöl und Liquid für elektrische Zigaretten eingegangen. Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche Verfahren zur Veredelung der gewonnenen Produkte und Ratschläge zum gesunden, effizienten Konsum.
Am Ende sind alle wesentlichen Anleitungen dann noch einmal kurz zusammengefasst, damit sie bei Bedarf schnell noch einmal nachgeschlagen werden können.
Leider ist der Anbau, Besitz und Konsum nicht in allen Ländern legal. Dieses Buch soll nicht dazu anregen, in diesen Ländern eine Straftat zu begehen. Darum bitte ich Sie, werte Leserinnen und Leser, sich vor der Anzucht, der Verarbeitung und dem Konsum über die rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Land zu informieren und diese in Ihrem eigenen Interesse auch einzuhalten.
Der besseren Lesbarkeit wegen wird in der Folge die männliche Schreibweise bevorzugt. Selbstverständlich sind weibliche Leser und Transgender ebenso angesprochen.
Natürlich bin ich auch offen für Anregungen und Kommentare. Sie erreichen mich unter: c huckilore@gmail.com .
Ich wünsche allen Konsumenten eine gute Ernte und viel Freude beim Konsum!
Chuck Lore, im Juni 2020
Hanf ist eine sehr alte Kulturpflanze und begleitet den Menschen schon seit den Anfängen der Zivilisation. Es ist eine einjährige krautige Pflanze, die alleine durch den Wind bestäubt wird. Darum brauchen die Blüten keine Insekten anzulocken und sind deshalb vergleichsweise bescheiden.
Meistens werden drei unterschiedliche Sorten benannt. Diese sind der gewöhnliche Hanf ( Cannabis sativa var. sativa ), der Indische Hanf ( Cannabis indica ) und der selbstblühende Wildhanf ( Cannabis ruderalis , eine Unterart von Cannabis sativa , Varietät Cannabis sativa var. spontanea ). Nur die weiblichen Pflanzen der beiden ersten Sorten enthalten ausreichend hohe Mengen Cannabinoide, darum sind diese in den meisten Züchtungen mit unterschiedlichen Anteilen eingekreuzt.
Cannabis sativa var. sativa
Cannabis indica
Cannabis ruderalis
Jede Hanfpflanze hat fünf Lebensphasen. Sie beginnt ihre Existenz mit der Keimung des Samens.Während der Keimling nach oben durch die Erde bricht, bildet sich parallel dazu eine Wurzel, die tiefer ins Erdreich dringt und sich dort fixiert. Ist die Saat aufgegangen, entfaltet der Keimling seine beiden Keimblätter.
Direkt im Anschluss daran beginnt das Keimlingsstadium.In dieser Zeit ist die Pflanze noch sehr labil und empfindlich. Der Stamm ist oft noch schwach und muss abgestützt werden, das ist ganz normal.
Wenn sechs neue Blätter ausgebildet sind, dann beginnt die vegetative Phase.In dieser Phase wächst die Pflanze schnell und sammelt Nährstoffe. Sie braucht viel Energie und entsprechenden Dünger, damit sie gut gedeiht.
Keimling, 3 Tage alt.
Reife Hanfpflanze.
Am Ende der vegetativen Phase beginnt die Vorblüte.Dazu muss die Dunkelphase auf zehn bis zwölf Stunden ausgeweitet werden, sonst setzt diese (außer bei Cannabis ruderalis ) nicht ein. Die ersten Blütenkelche bilden sich aus, und mit geschultem Auge ist jetzt auch das Geschlecht der Pflanze erkennbar.
Sofort nach der Vorblüte kommt die Phase der Blütezeit.Die Pflanze wächst nicht mehr, sondern steckt alle Kraft in die Entwicklung der Blüten. Mit der Blüte endet der Lebenszyklus der Hanfpflanze. Sie stirbt ab und verrottet. Die Dauer der einzelnen Phasen kann nicht genau bestimmt werden, sie ist von der Sorte und den Lichtverhältnissen abhängig.
Wie erwähnt wird die Blüte bei Cannabis sativa und Cannabis indica tageslängenabhängig (Photoperiodismus) ausgelöst. Die Tageslänge wird dabei übrigens alleine von der Dunkelphase bestimmt. Wenn diese länger als zehn bis zwölf Stunden andauert, dann wird nach wenigen Tagen die Blütenbildung eingeleitet.
Anders ist es bei Cannabis ruderalis . Bei dieser Gattung wird die Blüte durch chronologische Reifung ausgelöst; aus diesem Grund und wegen des geringen Wirkstoffgehalts wird sie nur dann für Züchtungen verwendet, wenn die Pflanzen selbstblühend sein sollen.
Die wirksamen Cannabinoide, hauptsächlich Tetrahydrocannabinol(THC, für den Rausch hauptsächlich verantwortlich) und Cannabidiol(CBD, wenig psychoaktiv, aber medizinisch vielfältig wirksam), sind in den Trichomen (hier: Harzdrüsen der Hanfpflanze) enthalten. Diese finden sich an den weiblichen Blütenständen selbst und an blütennahen Blättern besonders häufig.
Die männlichen Pflanzen (Femel oder Fimmel) sind zwar für die Bestäubung unentbehrlich, werden aber, sobald die Geschlechter unterscheidbar sind, bei der Herstellung von Rauschhanf entfernt. Nur unbestäubte weibliche Hanfpflanzen, die man auch Sinsemilla (aus dem Spanischen: sin semilla , ohne Samen) nennt, haben den begehrten hohen Gehalt an Cannabinoiden. Dabei wirkt das Harz des Indischen Hanfes beruhigend und einschläfernd, dasjenige des gewöhnlichen Hanfes anregend und bewusstseinserweiternd.
Die Rauschwirkungist von der Kombination der in der Pflanze enthaltenen Cannabinoide abhängig. THC alleine garantiert kein gutes Rauscherlebnis, und es wird vermutet, dass ohne einen kleinen Teil CBD die Wirkung eher unspektakulär oder auch unangenehm ist. Ein hoher Anteil CBD hingegen dämpft die Wirkung von THC, verlängert aber den Rausch. Dazu kommt die kaum erforschte Wechselwirkung mit anderen Cannabinoiden, die mitverantwortlich dafür ist, dass unterschiedliche Hanfsorten eine teils völlig entgegengesetzte Wirkung haben.
So wertvoll die anderen Bestandteile der Pflanzen auch sein mögen, sie werden in der Folge nicht behandelt. Wer seine Kleidung aus Hanffasern herstellen möchte oder sein Küchenöl aus den gepressten Samen gewinnen will, der hat das falsche Buch in der Hand. Dieses Werk behandelt lediglich die Punkte, die die Gewinnung und Verwertung der psychoaktiven beziehungsweise medizinisch wirksamen Bestandteile betreffen.
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