Irene Stratenwerth - Hurdy Gurdy Girl

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Luise Ludwig ist 17, als sie im Sommer 1863 in der Wetterau aufbricht. Für drei Jahre ist sie als Tanzmädchen bei einem sogenannten Landgänger verdingt. Diese Männer ziehen mit jungen Mädchen aus den verelendeten, hessischen Bauerndörfern in die Fremde, um sie zum Tanzen und Trinken zu vermieten -zunächst in Kalifornien, dann in British Columbia (heute Kanada). Dort, wo der Goldrausch massenhaft Männer anlockt, ist mit jungen Frauen viel Geld zu verdienen. Von einer Reise in die Neue Welt hat Luise lange geträumt, doch sie wird bitter enttäuscht: Mutterseelenallein strandet sie in einem Bordell in San Francisco. Nachdem ihr die Flucht ins kanadische Goldgräberland gelungen ist, will sie bald nur noch eins: zurück in die Heimat. Was sie auf ihrer abenteuerlichen Reise erlebt, was sie daraus lernt und wer ihr begegnet erzählt die Autorin historisch präzise und packend. Zum ersten Mal spielt ein Roman in der Welt, die vor über hundert Jahren viele deutsche Auswanderer anzog und manche reich machte.

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Ein Fremdenführer bringt sie zu einer Wartehalle am Wasser. Es ist unerträglich heiß. Luise hat Durst, aber Margarethe hat streng verboten, etwas von dem Wasser zu trinken, das fliegende Händler anbieten. Insekten umschwirren ihr Gesicht.

Erschöpft lässt sie ihren Kopf hängen. Drei Monate sind sie jetzt unterwegs. Noch zwölf Mal so lang, denkt sie, dann kann sie endlich wieder nach Hause.

Auf dem Dampfsegler St. Louis geht es schließlich weiter nach San Francisco. Anna ist inzwischen dick wie eine Tonne. Tesi sitzt fast immer neben ihr, hält ihre Hand und starrt sie angsterfüllt an. Margarethe wendet sich nur noch mit kurzen Befehlen an ihren Gatten. An Bord gibt es zwar nicht viel für Schneider zu tun. Umso mehr kann sie ihm verbieten: Das Trinken, das Kartenspielen, das Lachen und Singen mit anderen Reisenden soll er gefälligst unterlassen.

Dichter Nebel liegt über dem Hafen, als sie endlich in San Francisco ankommen. In einer Mietkutsche holpern sie eine steile, sandige Straße hinauf. Für Luise sieht diese Stadt wie eine einzige Ansammlung von trostlosen Bretterbuden und dreckigen Fahrwegen aus.

„Vieles ist hier erst im Aufbau“, erklärt Margarethe, als sie die entsetzten Blicke der Mädchen bemerkt, „vor ein paar Jahren hausten viele Leute noch in Zelten.“

In der Nacht beginnt es zu regnen. Wasser rinnt an den Holzwänden der Herberge herab. Luise liegt lange wach. Ihr geht nicht aus dem Kopf, was sie auf dem Schiff gehört hat: Dass in dieser Stadt überall tote Tiere auf den Straßen liegen und mehr Ratten als Menschen leben.

Schneider ist, kaum haben sie ihr Gepäck abgestellt, aus dem Gasthaus verschwunden. Er bleibt drei Tage und Nächte fort. Irgendwo muss es in San Francisco auch große Steinhäuser, Spielcasinos, Tanzpaläste und elegante Magazine geben. Dort geht er wohl seinen Geschäften nach.

Achtes Kapitel

Seit vielen Wochen hat Faber die Klassenstube nicht mehr betreten. Verbrauchte Luft schlägt ihm muffig entgegen, als er die Tür öffnet. Von der Decke hängen graue Trauben aus Staub und Spinnweben.

Die Standuhr tickt längst nicht mehr. Er wird sie aufziehen müssen, bevor die Schule wieder beginnt. Bald werden sich wieder fast vierzig Kinder in dem kleinen Raum drängen und Kuhdung, Schweinemist und noch Schlimmeres ausdünsten.

Erschöpft werden sie sein nach der monatelangen Plackerei auf den Feldern. Wenn es draußen erst kalt wird und er den Kanonenofen einheizen muss, werden sie reihenweise auf den Schulbänken einschlafen. Und spätestens im Januar oder Februar so blass und schwach aussehen, dass man als Mensch, dem noch ein Herz in der Brust schlägt, froh ist über jedes Kind, das den Winter überlebt.

Ein Dutzend Sechsjähriger ist in diesem Frühjahr neu in die Schule gekommen. Ihre strahlenden, wissbegierigen Augen brachten frischen Glanz in die düstere Klassenstube, und am ersten Tag trugen sie noch stolz ihren Sonntagsstaat. Doch schon bald liefen sie wieder in den abgewetzten und vielfach geflickten Sachen herum, die Faber schon von ihren Geschwistern kannte. Heinrich, Johann, Margarethe, Elisabeth. Es fällt ihm schwer, sich die ewig gleichen Vornamen für immer wieder andere Kinder zu merken.

Um an das einzige Fenster im Raum zu gelangen, muss er sein Pult beiseite rücken. Mit beiden Händen ergreift er die mit Leder bespannte Schreibplatte und versucht das Möbelstück zu bewegen. Es ist schwerer als erwartet. Plötzlich gibt etwas unter seinen Händen nach: Er kann den Deckel anheben und vom Pult lösen. Vorsichtig stellt er ihn beiseite und starrt in das oberste Schubfach. Schulhefte, Kreiden, zusammengeknülltes Papier und noch einiges mehr hat sich darin angesammelt. Er sieht einen Brieföffner, den er schon lange vermisst hat, ein paar Knöpfe, eine Steinschleuder und ein schmuddeliges Taschentuch.

Am hinteren Ende der Lade entdeckt er einen sauber getischlerten, schmalen Kasten, den er noch nie vorher bemerkt hat. Ein Geheimfach! Behutsam schwenkt er einen schmalen Deckel beiseite. Vor ihm liegt eine ordentlich verschnürte, staubige Papierrolle. Mehr nicht.

Faber nimmt das Papier in die Hand, löst den Knoten und streicht die wenigen, brüchigen Blätter auf einem Schülerpult glatt. Der Hessische Landbote steht auf der ersten Seite. Er weiß: Die berüchtigte Flugschrift wurde vor Jahrzehnten verfasst und verbreitet. Doch er hat sie noch nie mit eigenen Augen gesehen.

Darmstadt, im Juli 1834 , liest er. Fast dreißig Jahre ist das Papier also alt. Faber war damals zwölf Jahre alt und besuchte die Knabenschule in Butzbach. Dass Friedrich Ludwig Weidig, der Konrektor dieses Institutes, dieses Pamphlet gemeinsam mit dem jungen Schriftsteller Georg Büchner verfasste, wusste damals noch niemand.

Den Pädagogen mit den sanften Gesichtszügen hat er einige Male über den Schulhof gehen sehen, aber Unterricht hatte er bei Weidig nie. Ihm hätten sie es zu verdanken, so erzählte ihm ein Klassenkamerad mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Spott, dass auf ihrem Stundenplan täglich Leibesübungen standen.

Der Konrektor verschwand kurz danach aus der Schule. Versetzt, munkelte man erst, und dann: verhaftet. Später hieß es, Weidig habe sich im Gefängnis das Leben genommen.

Was aber hat diese Flugschrift im Lehrerpult von Langenhain-Ziegenberg zu suchen? Hat Fabers Vorgänger sie etwa dort versteckt? Fragen kann er den alten Schulmeister nicht mehr: Er liegt längst auf dem Kirchhof begraben.

Eine Weile starrt Faber unschlüssig auf das Papier. „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ , steht in der Mitte der ersten Seite. Den Lesern wird ausdrücklich geraten, die Schrift sorgfältig vor der Polizei zu verbergen.

1834 war Faber natürlich noch viel zu jung, um sich für Politik zu interessieren. Für den Sohn eines Schuhmachers war es schon etwas Besonderes, dass er eine höhere Schule besuchen durfte. 1848, vierzehn Jahre später, kam die deutsche Revolution für ihn wiederum etwas zu spät. Als in Frankfurt und Gießen hunderte Studenten durch die Straßen zogen, war er bereits Lehrer und hatte dem Großherzogtum Hessen seine Treue geschworen.

Vorsichtig rollt er das Dokument wieder zusammen, wickelt die Schnur darum und legt es zurück in das Geheimfach. Was soll er auch sonst damit tun? In seiner privaten Stube im Obergeschoss will er das Papier nicht herumliegen lassen. Nicht umsonst sind viele der 48er-Revolutionäre aus Deutschland geflohen und müssen noch immer mit empfindlichen Strafen rechnen.

Auf Fabers Stirn haben sich Schweißperlen gebildet. Die staubige Luft kitzelt in seiner Nase. Höchste Zeit, endlich das Fenster aufzureißen. Fluchend rüttelt und zerrt er an den morschen Holzrahmen, bis diese ächzend nachgeben. Schwülwarme Luft strömt herein. Vorsichtig, um sein Hemd nicht zu beschmutzen, beugt er sich über die Brüstung und schaut die Hauptgasse hinunter. Kein Mensch ist um diese heiße Mittagsstunde draußen. Nur eine Postkutsche kriecht mühselig zum Schulhaus hinauf und kommt direkt davor zum Stehen.

Fliegenschwärme umkreisen die Köpfe der beiden schwitzenden Pferde, während der Kutscher wie tot auf seinem Bock hängt. Er bringe Post, knurrt er den Lehrer an, als dieser aus dem Haus tritt: Wie jede Woche die Gartenlaube . Diesmal habe er auch einen Brief.

Überrascht nimmt Faber den Umschlag entgegen. Die ordentliche Schülerinnenhandschrift lässt sein Herz sofort schneller schlagen: Ist es etwa ein Brief von Luise? Er wurde in Hamburg zur Post gegeben, soviel kann er am Stempel erkennen. Ist das Mädchen denn schon zurück aus Amerika? Oder ist Luise nie aus der Hafenstadt abgereist?

Erst oben in seiner Stube wagt er es, das Kuvert zu öffnen. Drei dünne, gefaltete Blätter fallen heraus. Nur auf einem steht sein Name.

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