21. Der Wüsten-Wasser-Planet 21. Der Wüsten-Wasser-Planet »Hör auf!«, fleht Günter. »Ich will wieder zurück in die Gegenwart!« Moment noch, Schweinehund. Denn es gibt auch Prognosen, die sogar acht Grad Erwärmung prophezeien. Dann ist in den heißesten Regionen kein Leben mehr außerhalb von Behausungen möglich. Wie auf Wüstenplaneten in Science-Fiction-Filmen. Nahrungsmittel? Vergiss es! Sogar die Alpen sind dann so trocken wie ein Gebirge auf dem Mars. Andererseits ist der Meeresspiegel um 60 Meter gestiegen und hat ganze Küstenlinien verändert. Dabei wurden zwei Drittel aller Metropolen geflutet: unter anderem New York, Shanghai, Hongkong, Dakar oder Karatschi – alle Matschi. »Das! Kann! Nicht! Sein!«, ruft Günter verzweifelt. Leider doch, Schweinehund. Wobei diese Schätzungen zum Teil noch optimistisch sind. Es kann schon früher so übel werden: Selbst wenn wir nur zwei Grad Erwärmung schaffen, wird unsere Atmosphäre mindestens 500 ppm CO 2 enthalten. Das war zum letzten Mal vor 16 Millionen Jahren der Fall. Damals war es zwischen fünf und acht Grad wärmer und die Meere um 40 Meter höher – und nicht nur um einen halben Meter, wie wir heute hoffen.
22. Falsche Frage, richtige Frage 22. Falsche Frage, richtige Frage Also schnell zurück in die Gegenwart, Günter! Und dann lass uns schauen, wie wir den ganzen Mist verhindern. Denn eine Sache ist klar: Nichts wird all das stoppen, außer wir. Und dafür müssen wir einiges verändern, selbst wenn das nicht nach deiner Kernkompetenz klingt. »Aber wie soll das gehen?«, jammert Günter. »Das Klima hat sich doch schon immer verändert – auch ohne menschliche Einflüsse.« Das ist richtig, Schweinehund. Zum Beispiel begann vor 700 Millionen Jahren die Sturtische Eiszeit, bei der fast unser ganzer Planet zufror. Oder vor 250 Millionen Jahren das große Sterben, eine Hitzephase, die 90 Prozent aller Arten tötete. »Na also!«, resümiert Günter. »Stimmt es dann überhaupt, dass wir den heutigen Klimawandel verursachen?« Falsche Frage, Schweinehund. Denn abgesehen davon, dass sie 97 Prozent aller Klimaforscher mit Ja beantworten, führt sie höchstens zu noch mehr Zeitverschwendung. Der Punkt ist: Sogar wenn wir den Klimawandel nicht hervorrufen, findet er statt. Also müssen wir uns eine ganz andere Frage stellen: Wie können wir ihn aufhalten?
23. Ökopflaster fürs Gewissen
24. Es gibt Hoffnung
25. Schlamassel-Analyse
26. Das Wohnzimmer als Treibhaus
27. F-Gase
28. Lachgas und Methan
29. Kohlendioxid
30. Der schiefe Kreislauf
31. Verbote? Verboten!
32. Treibhauseffekt
33. Rückkopplungen
34. Arktis adieu!
35. Land in Sicht
36. Tschüss Permafrost!
37. Puffersysteme
38. Immer mehr Meer
39. Grüne Hoffnung?
40. Von Tupperdosen und Tütensuppen
41. Tödliche Tierhaltung
42. Rülpsende Kühe
43. Guten Appetit?
44. Industrielle Tierhaltung
45. Kollateralschäden
46. Fieses Futter
47. Tote Erde
48. Hofnarren der Schöpfung
49. Ausgestorben
50. Nemo in der Plastiksuppe
51. Unsere gute Milch
52. Nebenwirkungen
53. Die Dürren kommen
54. Raumschiff Erde
55. Noch mal von vorne
56. Die Macht der Menschheit
57. Große Baustellen
58. Viele Wege gehen
59. Das richtige Maß
60. Problem Kohlendioxid
61. Carbon Capture and Storage
62. Geoengineering
63. Die liebe Energie
64. Flöze und Fracking
65. Kohlekraftwerke
66. Atomkraft – nein danke?
67. Erneuerbare Energien
68. Kampf gegen Windmühlen
69. Das Wassern ist des Müllers Lust
70. Die Sonne scheint
71. Mikronetze und Sonnenstaaten
72. Akkus für alle!
73. Nicht so schnell
74. CO 2-Staaten
75. Teure Wirtschaft
76. Sinnlose Subventionen
77. Hilfe, Politik!
78. Emissionshandel
79. Internationale Feuerrechte
80. Wirtschaft im Wandel
81. Die lieben Innovationen
82. Elektrischer Verkehr
83. Grüne Mobilität
84. Gemüse statt Gase
85. Carbon Footprint
86. Landwirtschaft und Tierhaltung
87. Teufelskreis der Tierprodukte
88. Veggie werden
89. Neues Essen
90. Biologische Landwirtschaft
91. Bio ist besser
92. Vertikale Farmen
93. Eine traumhafte Zukunft?
94. Die Geschichte verändern
95. Neues Leben entsteht
96. Die halbe Erde
97. Wölfe im Park
98. Am Scheideweg
99. Das Ende der Verleugnung
100. Günter rettet die Welt
1. Günter, der innere Schweinehund
Kennst du Günter? Günter ist dein innerer Schweinehund. Er lebt in deinem Kopf und bewahrt dich vor allem Übel dieser Welt. Immer, wenn du etwas Neues tun, dich verändern oder Ungewohntes ausprobieren willst, ist Günter zur Stelle: »Lass das sein!«, sagt er dann. »Unmöglich, viel zu schwierig!«, bremst er. Oder: »Besser, das machen andere!«, hält er dich zurück. Und obwohl das Leben voller Herausforderungen steckt, die dich und die Welt weiterbringen können, betrachtest du sie lieber als Probleme, die es zu vermeiden gilt. Schade.
Klar: Kurzfristig mag es bequem erscheinen, nicht aus dem Quark zu kommen, aber langfristig ist es oft viel unbequemer! Ein Problem ansprechen? »Jetzt noch nicht …« Bis es dir um die Ohren fliegt. Eine große Aufgabe in Angriff nehmen? »Später mal …« Und die Aufgabe wird immer größer. Endlich eine Entscheidung treffen? »Noch mal drüber schlafen …« Bis du nicht mehr selbst entscheiden kannst. Kennst du so was?
Günter hasst Veränderungen und Herausforderungen. Er bleibt am liebsten in seiner kleinen Welt.
»Herausforderungen? Igitt!«, mault Günter. Denn am liebsten bleibt er in der kleinen kuscheligen Welt seiner Komfortzone. Und so kommt es, dass du im Leben oft auf der Stelle trittst: Dein Job? Der ewig gleiche – selbst wenn er dir stinkt. Dein Urlaub? Wie immer auf Mallorca – obwohl du schon gehört hast, dass es auch woanders schön ist. Im Restaurant? Das leckere Steak essen – obwohl Fleisch gar nicht so gut sein soll.
»Und was ist dagegen einzuwenden?«, will Günter wissen. »Dein Job ist sicher, auf Malle kennst du dich prima aus, und Fleisch ist nun mal Grundnahrungsmittel.« Falsch, Schweinehund: So mancher Job ist überhaupt nicht sicher, auf Mallorca kennst du nur Hotel und Pool, und Fleisch ist … Ach, dazu kommen wir später noch.
Du bist ein Gewohnheitstier, Schweinehund. Und das ist vor allem dann doof, wenn große Veränderungen anstehen: Wer sich nicht freiwillig verändert, tut es früher oder später unfreiwillig. Und dann kann es wehtun.
Disruptionen verändern die Welt. Man überlebt sie nur, wenn man sich an sie anpasst.
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