Abb. 7: neuronale Vorgänge beim „Lernen im Schlaf“
Aus diesen Studien kann man zusammenfassend schließen, dass deklarative Gedächtnisinhalte vor allem vom Schlaf der 1. Nachthälfte profitieren, da sie in den Tiefschlafphasen konsolidiert werden. Da Inhalte des prozeduralen Gedächtnisses
eher in der REM-Phase des Schlafes gefestigt werden, ist die zweite Nachthälfte vor allem für nichtdeklarative Aufgaben von Nutzen, denn die REM-Schlafphasen werden in der zweiten Hälfte des Schlafes länger und die Tiefschlafphasen kürzer.9
Während des Schlafs, werden die Tagesereignisse im Schnelldurchlauf erlebt (von Matt Wilson am MIT in Cambridge an Ratten untersucht)10, dadurch läuft die Gedächtniskonsolidierung schneller ab. Beim Betrachten der Hebb´schen Lernregel11 in Verbindung mit dieser Verdichtung der neuronalen Feuerraten im Schlaf, müssten sich auch mehrere Nervenzellen in ihrer Aktivität zeitlich überlappen und damit verbunden werden. Hinzu kommt, dass auch frühere Erlebnisse, die assoziativ mit dem jetzigen Erlebten etwas gemeinsam haben, reaktiviert und von dieser Phasenverdichtung eingeschlossen werden. Auf den Menschen übertragen würde das bedeuten, dass wir durch das beschleunigte Erleben der Tagesereignisse, Fakten, die assoziativ zusammengehören, gemeinsam abspeichern12.
Das würde erklären, weshalb die Lösung einer am Vorabend noch unlösbar aussehenden Geometrieaufgabe am Morgen einfach auf dem Frühstücksteller liegt.
Jan Born konnte in seinem Schlaflabor beweisen, dass das bewusstlose Gehirn im Schlaf offenbar nicht nur Informationen ein- und umsortiert, sondern sie überdenkt und das Wesentliche daraus extrahiert. Im Tiefschlaf (non-REM-Phase) macht das Gehirn nicht nur Aufräumarbeiten, sondern bringt auch neue Ideen hervor13.
In einer weiteren Studie mit Björn Rasch konnte Jan Born zeigen, dass Studienteilnehmer, die mit Rosenduft gelernt hatten, sich besser an das Gelernte erinnern konnten als die einer Vergleichsgruppe, wenn während des Schlafs wieder Rosenduft versprüht wurde. Man kann also den Konsolidierungsprozess im Schlaf noch unterstützen.14 (Dazu später mehr beim Proustschen Gedächtnis.)
Schlaf ist wichtig, denn unser Gehirn benutzt zur Aufnahme und Konsolidierung von Informationen dieselben Netzwerke! Hätte es dafür verschiedene Areale, könnte es zwar tagsüber nebenbei aufräumen und umsortieren, würde aber schwerfälliger und größer. Daher sind unser Bewusstsein und unsere Sinneswahrnehmungen im Tiefschlaf ausgeschaltet und unser Gehirn arbeitet mit weniger Energie als im Wachzustand. Lernen im Schlaf ist also auch effizient! Für Lernen und Gedächtnisbildung ist ein guter Schlaf unerlässlich. Je öfter wir über die Informationsaufnahme schlafen, umso besser ist dieses Wissen in unserem Langzeitgedächtnis verankert.
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