Jayson war hart. So erregt, dass Feuchtigkeit auf seiner Eichel glänzte und ich keinen Gedanken daran verschwendete, ob mein Tun wohl zum Skript passte, sondern mich einfach über ihn neigte und mit der Zunge seine Spitze umspielte. Seinen Vorsaft ableckte und den leicht salzigen Geschmack auf meiner Zunge genoss.
»Fuck …« Sein Flüstern drang, getragen von schweren Atemzügen, rau an meine Ohren. Kribbelte über meinen Nacken und von dort durch meinen ganzen Körper, bis in meinen Schwanz hinein. Grinsend sah ich zu Jayson hoch, bemerkte wohl, wie Dave mit der Kamera näherkam, und wollte mir doch den Moment nicht nehmen lassen, obwohl meine Worte sicherlich für Außenstehende erst mal keinen Sinn ergaben. Aber wer achtete in Pornos schon auf die Dialoge?
»Deine Tonlage ist auch ziemlich sexy.«
In Jaysons Augen blitzte es. Das Grinsen, das schmal, aber eindeutig anzüglich um seine Lippen spielte, zeigte deutlich, dass er verstand, worauf ich anspielte. Mit einer Hand griff er mir ins Haar, zog mich zu sich nach oben, ließ jedoch nicht zu, dass ich meinen Mund auf seinen senkte, sondern flüsterte mir gegen die Lippen: »Fick mich, Mason.«
Mein Schwanz zuckte begeistert zwischen der Verschnürung der Cargoshorts, die ich noch immer trug.
»Jepp, dürft ihr gleich, Jungs, aber einen Moment noch.«
Halb seufzend, halb lachend löste ich mich von Jayson, setzte mich auf meine Fersen zurück und sah abwartend und auffordernd in einem zu Tracy, die mit nachdenklicher Miene neben Dave stand.
»Das war echt heiß«, meinte sie gedehnt und sah dabei irgendwie nicht so aus, als sei sie wirklich überzeugt von ihren Worten. Aber vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil ich diese ganze Sache als ziemlich anheizend empfunden hatte und vielleicht einfach nicht nachvollziehen konnte, dass andere weniger enthusiastisch reagierten als mein Schwanz.
»Ich überlege nur gerade …«
Während Tracy noch grübelte, richtete ich mich auf die Knie auf und griff an den Bund der Shorts, wollte diese gerade loswerden, als mich Tracy erneut aufhielt.
»Stopp, warte mal, lass sie an. Jungs, ich hab mich gerade ein wenig umentschieden. Vergesst, was ich wegen der Rollenklischees gesagt habe. Diese paar Sequenzen eben, in denen Jay sich dir hingegeben hat, als du ihn geleckt hast, waren echt sexy. Ich glaube, das wird bei den Fans gut ankommen, zumal Jay ja meist eher den dominanten Bottom gibt.«
»Ist.«
»Was?«
Zeitgleich mit Tracy wandte ich mich Jayson zu, der auf die Ellbogen gestützt zu uns hochgrinste. »Du meintest, zumal Jay ja ein dominanter Bottom ist.«
Scheiße, der Kerl gefiel mir! Nicht, dass ich mich in ihn verguckt hätte, aber seine direkte, freche Art imponierte mir. Wenn ich damals ein bisschen mehr wie er …
Fuck!
Entschlossen schüttelte ich den Gedanken ab, ehe er sich in meinem Hirn festbeißen konnte.
»Also, neuer Plan: Wir setzen auf einen Stimmungsumschwung zwischen euch beiden. Vorhin im Pool war Jay noch fordernd und frech. Jetzt, nachdem du ihn verwöhnt hast, Mason, wird er anschmiegsam unter deinen Händen. Das bekommst du hin, oder, Jay? Ich hätte dich gern ein bisschen … nun, nicht devot, aber … weich. Hingebungsvoll, nicht zu fordernd, eher …«
Wie das, was Steve an Angel so geliebt hatte.
Seine Hingabe.
Jene, an der Angel zerbrochen war.
Tracys Worte, auch wenn ich die letzten nicht mal mehr verstand, trafen mich wie ein Kübel Eiswasser. Schienen dafür zu sorgen, dass sich alles in mir zusammenzog. Eng wurde. Klein. Sich auf der Suche nach Schutz zusammenkauern wollte.
Alles.
Selbst mein Schwanz, oder … Nein, der war hart wie zuvor, stellte ich mit einer seltsamen Mischung aus Erleichterung und Schock fest, als Jayson sich in eine sitzende Position aufrichtete und mit einer Hand locker meinen Schaft umfasste. Mich dabei auf diese ihm anscheinend so eigene, leicht provokante Art angrinste.
»Tja dann«, schnurrte er mir zu und streifte mit den Lippen über meine Brust, kitzelte mit der Zungenspitze bis hoch zu meiner Kehle, »Hingabe kann ich.«
Ich schluckte. So trocken und hart, dass ich mir sicher war, er müsse an seinen Lippen fühlen können, was in mir vorging.
›Ja‹, wollte ich entgegnen, ›ja, du kannst das sicher. Ich aber nicht. Nicht mehr. Nicht, ohne dabei an Angel zu denken.‹
»Mason, alles klar?«
Ich zwang mich, den Kopf zu drehen und Tracy anzusehen. Zu nicken.
Mason, ja. Nicht Angel.
Niemals wieder Angel.
~*~*~*~*~*~
Ich hatte nicht erwartet, dass es einfach werden würde. Nichts davon. Aber ich hatte auch nicht erwartet, dass ich so sehr mit mir würde kämpfen müssen. Mit meinen Emotionen und letztlich auch mit meinem Schwanz.
Es lag nicht an Jayson, definitiv nicht. Der Anblick, wie er bäuchlings mit gespreizten Beinen vor mir auf der breiten Rattanliege lag, einen Fuß seitlich auf dem Boden abgestellt, sodass er mir seinen festen, runden Arsch noch einladender entgegenstrecken konnte, war heiß und die kleinen, flehenden Laute, die er ausstieß, taten ihr Übriges, um mich hart zu machen. Verdammt hart.
Die Kunst bei einem sich über Stunden ziehenden Dreh bestand allerdings bekanntermaßen nicht darin, hart zu werden, sondern darin, hart zu bleiben. Etwas, das mir bei Jaysons Anblick und seinem Stöhnen und der Art, wie er sich mir bei jedem Stoß entgegen schob, hätte leichtfallen sollen. Wäre da nicht mein verfluchtes Hirn gewesen, das sich mit jedem Laut aus seinem Mund und mit jeder Bewegung, mit der er mir seinen perfekten Arsch anbot, lauter und lauter zu Wort meldete. Mein Hirn, das Erinnerungen hervorkramte, die nagende Scham in meinem Inneren befeuerten – aus unterschiedlichen Gründen, die ich, rational betrachtet, hätte nichtig erscheinen lassen können. Aber in mir war in diesem Moment nichts rational.
Zur Hölle noch mal, Jayson war scheiße heiß. Und ganz egal, ob gespielt für einen Porno oder echter Lust geschuldet, er beherrschte das, was er da tat, in Perfektion. Ihn vor der Kamera zu vögeln, hätte so einfach sein können. So erregend. Wenn sich nicht jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, kurz vor diesem einen Punkt zu sein, an dem ein Orgasmus in greifbare Nähe rückte, mein Hirn eingeschaltet hätte, um mir zu sagen, dass ich das unmöglich bringen konnte. Dass ich es unmöglich zulassen durfte, die Kontrolle zu verlieren. Dass ich es unmöglich bringen konnte, auf einen Kerl abzuspritzen, der all das bot – egal ob echt oder zur Schau gestellt –, was Steve einst so an Angel vergöttert hatte.
Er ist nicht du. Jayson ist nicht wie Angel.
Und du bist nicht wie ER.
Du. Bist. Nicht. Wie. Steve.
Ich wiederholte die Worte in Gedanken wie ein Mantra, mit jedem Stoß, mit dem ich mich in Jaysons Arsch versenkte. Mit jedem Keuchen, das meinen Mund verließ, wollte ich es hinausschreien: Es. Ist. Nicht. Wie. Mit. Angel.
Aber warum genoss ich es dann?
Warum machte es mich an, einen Kerl zu vögeln, der in all seiner Hingabe an Angel erinnerte? Warum erregte mich genau das, was Steve damals erregt, was er von mir gefordert hatte? Immer und immer wieder. Ohne sich einen Scheiß darum zu kümmern, dass ich … dass Angel … unter ihm zerbrach. Mit jedem einzelnen Fick ein bisschen mehr.
»Fuck … Scheiße … Sorry …« Schwer atmend hielt ich inne, stützte mich mit beiden Händen seitlich neben Jaysons Flanken auf dem Polster ab und musste mich nicht mal nennenswert bewegen, damit mein nur noch halbsteifer Schwanz aus ihm glitt.
Jayson entließ die Luft in einem zischenden Laut aus seinem Mund, drehte sich halb unter mir, sodass er mich über die Schulter hinweg ansehen konnte. Er sagte nichts. Besser so. Und ich sagte auch nichts zu ihm. Stattdessen stemmte ich mich vollends hoch und stand auf, wandte mich Dave zu.
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