Erich Knauf - Der unbekannte Zille

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In den 1930er Jahren verfasste der einflussreiche Publizist Erich Knauf (1895 – 1944), der freundschaftlich wie beruflich eng mit Erich Kästner und Erich Ohser (alias e. o. plauen) verbunden war, eine Biografie über den Berliner Zeichner Heinrich Zille. In feuilletonistischer Manier zeichnete Knauf ein ebenso kurzweiliges wie differenziertes Porträt des Künstlers und seiner Zeit. Bis heute hat der Text nicht an Aussagekraft und Relevanz verloren, insbesondere aufgrund seiner bisweilen ungewöhnlichen Perspektive auf den bekannten Künstler. Denn Erich Knauf betrachtete nicht nur Zilles Kunstschaffen erfrischend kritisch. Ebenso nahm er sich der exzessiven Selbstvermarktung des Künstlers in dessen letzten Lebensjahren und den verfälschenden Vereinnahmungen seines Werkes an. Trotz seines ungewöhnlichen Blickes auf den Zeichner und seiner literarischen Qualität wurde das Manuskript bis heute nicht verlegt. Die nationalsozialistische Diktatur vereitelte das Vorhaben des regimekritischen Autors, der 1944 hingerichtet wurde. Aus Anlass des 120. Geburtstages von Erich Knauf erscheint das Manuskript nun erstmalig in Gänze und mit erläuternden Texten des Schriftstellers Wolfgang Eckert und des Kunsthistorikers Pay Matthis Karstens.

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Es ist dies alles eine Reihung von Zufällen. Ohne Michael Pflumm, ohne Dr. Gernot Krämer mit der Veröffentlichung in Sinn und Form, ohne Pay Matthis Karstens wäre das Manuskript Knaufs in der Versenkung meiner kleinen Heimatstadt Meerane geblieben. So aber kam es, an dem Erich Knauf sehr gehangen hatte, 15nach mehr als achtzig Jahren ans Tageslicht.

Wir sprechen oft vom Vergessen und der Gleichgültigkeit der Zeit. Aber hier wird die Regel durchbrochen. Und der seit siebzig Jahren tote und vergessene Erich Knauf beginnt mit seinem geschriebenen Wort noch einmal so zu leben wie es gelegentlich im glücklichen Fall nur Schriftstellern zustoßen kann.

___________________

1Vgl. Kästner, Erich, Eine unbezahlte Rechnung, in: ders., Da samma wieda! Geschichte in Geschichten, Berlin 1969, S. 113f.

2Vgl. ders., Brief an Wolfgang Eckert, 3. August 1970, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

3Vgl. Eckert, Wolfgang, „Heimat, Deine Sterne …“ – Leben und Sterben des Erich Knauf, Chemnitz 1998.

4Vgl. Griebel, Otto, Ich war ein Mann der Straße. Lebenserinnerungen eines Dresdner Malers, hg. von Matthias Griebel und Hans-Peter Lühr, Halle und Leipzig 1986, S. 12f.

5Dragowski, Jürgen, Die Geschichte der Büchergilde Gutenberg in der Weimarer Republik 1924–1933 (Forschungen zur Arbeiterliteratur 8), Essen 1992, [zugl. Diss. Bremen 1990], S. 104.

6Knauf, Erich, Der Mensch steht auf. Franz Masereel, in: ders., Empörung und Gestaltung. Künstlerprofile von Daumier bis Kollwitz, Berlin 1928, S. 45–54, hier: S. 48f.

7o. A., [Protokoll:] 8. Sitzung, 27. April 1933, Kopie im Archiv der Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main.

8E. K. [Erich Knauf], Carmen, etwas blutarm. Dusolina Giannini in der Staatsoper, in: 8-Uhr-Abendblatt, 22. Mai 1934, o. S.

9Freisler, Roland, [Urteil des Volksgerichtshofes], 6. April 1944, S. 9 und 11, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

10Knauf, Erich, [Abschiedsbrief an Erna Knauf], 2. Mai 1944, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

11Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof, Vollstreckung des Todesurteils gegen: Erich Knauf, 2. Mai 1944, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

12Knauf, Erich, Ich bin so gerne auf der Welt!, o. J., Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

13Knauf, Erna, Brief an Will Grohmann vom Sachsenverlag, 30. November 1947, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

14Knauf, Erich, Der unbekannte Zille, mit einer Nachbemerkung von Wolfgang Eckert, in: Sinn und Form 4, 2014, S. 437–463.

15Knauf, Erna, Brief an Herrn Reich vom Sachsenverlag, 25. April 1948, Nachlass Erich Knauf, Dauerleihgabe im Kunsthaus Meerane.

Erich Knauf

Der unbekannte Zille

I.

Im Hohenzollernmuseum zu Berlin hängt ein großes Bild: die Huldigung an Friedrich Wilhelm IV. Eine unabsehbare Menge hält den freien Platz vor dem Wohnsitz der Könige von Preußen besetzt. Über den Massen wehen die Fahnen und Standarten der Verbände. Tribünen sind für die Bevorzugten errichtet, und bis zur ersten Etage des Schlosses erhebt sich ein Thronbalkon. Die vielen Tausende blicken gespannt auf den neuen König, der mit feierlicher Handbewegung den Eid leistet, ein treuer Diener seines Volkes zu sein. In der Menge sind nicht wenige Gesichter zu bemerken, die den Ausdruck skeptischer Zurückhaltung bewahren, und das dichte Gedränge sieht eher nach einer politisch aufs höchste interessierten Versammlung aus als nach einer Huldigung für den König. Der Monarch ist es, der hier vor seinem Volk erscheint, und „die Szene wird zum Tribunal“.

Die Provinzialdelegierten von Berlin beschlossen, als sie am Abend dieses 15. Oktober 1840 noch einmal zusammentraten, den denkwürdigen Augenblick eines königlichen Versprechens im Bilde festhalten zu lassen. Es kam ihnen besonders darauf an, daß Friedrich Wilhelm IV. und seine zum Schwur erhobene Rechte deutlich zu sehen waren. Und dieses Bild sollte dem König nur zur bleibenden Erinnerung überreicht werden.

Franz Krüger, der Maler großer Paradebilder, bekam den Auftrag, das historische Ereignis darzustellen, und zwar in Ausmaßen, die das Gemälde davor bewahrten, in der Fülle der königlichen Geschäfte und in den Räumen des großen Schlosses übersehen zu werden. Fünfzehntausend Reichstaler ließen die Provinzialdelegierten es sich kosten, ihren König an einen Eid zu erinnern. Wahrscheinlich dachten sie daran, daß der Vater Friedrich Wilhelm IV. seinem Volke wiederholt eine Verfassung versprochen hatte, ohne sich genötigt zu sehen, sein Wort einzulösen.

Der Maler nahm seine Aufgabe sehr genau. Er scheute die Arbeit nicht, hunderte von Menschen porträtähnlich auf das Bild zu bringen und den Vorgang des königlichen Schwures mit sachlicher Treue wiederzugeben. Franz Krüger war ein braver Handwerker, und das kam den Wünschen der Besteller dieses Bildes entgegen. Sie verlangten und erhielten eine historische Illustration im Riesenformat.

Mit versteckten Andeutungen und schüchternen Ermahnungen ist noch nie Politik gemacht worden. Das auf eine Verfassung hoffende Bürgertum mußte erst die Fackel der Märzrevolution von 1848 anzünden, ehe Friedrich Wilhelm IV. bemerkte, daß die bürgerliche Klasse nicht mehr länger im Hintergrunde des politischen Theaters bleiben wollte. So wenig die deutsche Bourgeoisie ihren französischen und englischen Nachbarn gleichen konnte, weil diese einen ökonomischen und politischen Vorsprung von etlichen Jahrzehnten hatten, die Unmöglichkeit eines Fortbestands der göttlichen Weltordnung von vorgestern hätte sogar einer königlich preußischen Regierung klar werden müssen. Der junge Industriekapitalismus empfand die Kleinstaaterei mit all ihren behördlichen Hemmnissen und altväterlichen Traditionen als unerträglich, und der allgemeine Ruf nach Freiheit kam ihm nur gelegen. „Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt“, demokratische Intellektuelle und freisinnige Kleinbürger mochten das Lied mit andächtiger Inbrunst singen, „komm mit deinem Scheine, süßes Engelsbild“ – der Industriekapitalismus stellte sich dabei einen sehr realen Schimmer vor. Was er brauchte, war die Freiheit des Profitmachens. Und er konnte sehr ungemütlich werden, als er später, glücklich am Ziel, von den achtundvierziger Waffenbrüdern aus dem Stande der Kleinbürger und Arbeiter hören mußte, sie hätten sich unter Freiheit etwas anderes vorgestellt.

Der „Pöbel“ hatte die Revolution eben wieder einmal für die anderen gemacht. Mochte er davon zehren, daß er den König gezwungen hatte, entblößten Hauptes die aufgebahrten Opfer des Aufstandes zu grüßen! Während die Sieger der Berliner Straßenschlachten ein solches Schauspiel – aber ach, ein Schauspiel nur! – veranstalteten, um sich dann aufs Ohr zu legen, beeilten sich die während der Kämpfe im Hintergrund gebliebenen Mächtegruppen, den Ertrag der Revolution einzustecken. Der König fand sich sehr schnell in den Korrekturen seiner Rolle zurecht. Angetan mit den „alten, ehrwürdigen Farben deutscher Nation“, zeigte er sich am 21. März 1848 hoch zu Roß in den Straßen von Berlin, und Maueranschläge verkündeten die Freudenbotschaft: „Eine neue glorreiche Geschichte hebt mit dem heutigen Tage für Euch an. Ihr seid fortan wieder eine große Nation, stark, frei und mächtig im Herzen von Europa! Preußens Friedrich Wilhelm IV. hat sich, im Vertrauen auf Euren heldenmütigen Beistand und Eure geistige Wiedergeburt, zur Rettung Deutschlands an die Spitze des Gesamtvaterlandes gestellt.“

Das war die Proklamation eines großen Deutschlands unter der Führung Preußens und der Versuch, den Hohenzollern rechtzeitig den Anteil am bevorstehenden goldenen Zeitalter zu sichern. Die kapitalistische Bourgeoisie dachte bei der Formulierung „Deutsche Nation“, die seit den sogenannten Befreiungskriegen nicht mehr aus der öffentlichen Diskussion verschwinden wollte, an etwas Brauchbares: an einen Innenmarkt ohne dutzenderlei Zollschranken, ohne Kirchturmsinteressen, alle Türen offen und alle Taler in rollender Bewegung, und dann an den Anlauf zu imperialistischer Politik, zu friedlicher und – bei dem Gott, der Eisen wachsen ließ! – auch kriegerischer Eroberung der Weltmärkte. Die Märzrevolution, so verunglückt sie auch sein mochte, bedeutete für das Großbürgertum den Beginn einer sehr einträglichen Blut- und Eisenpolitik, die zwei Jahrzehnte später, nach einem Vorstoß auf Paris, im Spiegelsaal zu Versailles ihren Glorienschein empfing, weitere fünfzig Jahre später, nach einer verunglückten Wiederholung dieses Vorstoßes, am selben Ort freilich ihre Konkurserklärung unterschreiben mußte.

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