Wiglaf Droste - Nomade im Speck

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Unterwegs als Nomade im Speck berichtet Wiglaf Droste über merkwürdige Begebenheiten und kulinarische Überraschungen in Regionen der Welt, die er auf seinen Reisen durchstreift. Und Nikolaus Heidelbach setzt diese Geschichten in ebenso überraschenden wie verwegenen Bildern um, die sich nur ungläubig und andächtig bestaunen lassen – mit 32 ganzseitigen Illustrationen.

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»Siebzisch Prözent Rentno hoben wo hio«, mault der Chemnitzer Droschkenfahrer, »und die rommeln olle mit nöynundreyßisch Ko Em Ho dursch die Stodt!« Ich hätte nicht gedacht, dass ich den 1912 in Sachsen gestorbenen Karl May einmal persönlich treffen würde, aber dann geschah es doch noch, in Chemnitz.

Im Auge des Rehs

WIR ZIEHEN IN DIE FERNE mit Butterbrot und Speck und einer matschgen Birne - фото 15 WIR ZIEHEN IN DIE FERNE mit Butterbrot und Speck und einer matschgen Birne - фото 16

»WIR ZIEHEN IN DIE FERNE, mit Butterbrot und Speck, und einer matsch’gen Birne, die nimmt uns keiner weg …« Mit diesem Ausflugslied meiner Großmutter auf den Lippen hirschelte ich durch den beginnenden Herbst. Die Welt leuchtete, Kastanien prasselten aus den Bäumen, und wie immer ließ der Anblick der mahagonifarben schimmernden archaischen Glückskugeln mein Herz hüpfen wie ein Kind, das in Gummistiefeln selbstvergessen durch frische Pfützen pladdert.

So viele man auch aufsammelt, betrachtet, berührt, befummelt und sich knetend durch die Hände gleiten lässt: es gibt keine zwei Kastanien, die einander ganz gleichen, da ist immer ein ganz Eigenes in Form, Größe, Maserung und Farbenspiel. Und so wie es wahr ist, dass weibliche Brüs­te die »Halbkugeln einer bessern Welt« sind, wie Schiller schwärmte, so handelt es sich bei Kastanien um die ganzen Kugeln einer mannigfach glücklichen Welt. Anfangs schien es mir schier unbegreiflich, dass man diese appetitlichen Bollern und Knubbel nicht auch essen kann. Doch die Rosskastanie, das musste ich nach einigen Versuchen feststellen, ist für den menschlichen Verzehr nicht geeignet. Sie schmeckt einfach nicht, und hartnäckig widersetzt sie sich allen Zubereitungsversuchen. Aber man muss ja auch nicht alles aufessen, was man liebt.

Ich war schon etwa dreißig Jahre alt, als etwas Schreckliches geschah. Der Eiserne Vorhang hatte sich geöffnet, und aus den dunkelsten Tiefen des Ostens kam die Rosskastanienminiermotte massenhaft in den Westen geflogen und fraß gnadenlos alles nieder. Ich nannte sie allerdings Minimiermotte, weil sie ja den Bestand der Kasta­nien minimiert. Die Minier- und Minimiermotte ist für die Kastanie das, was der rumänische Exportschlagersänger Peter Maffay für das menschliche Trommelfell und seine Kollegin Herta Müller für die Literatur ist: ein langsamer, zäher Tod.

Doch die Kastanie, auch das muss man an ihr loben, lässt sich nicht so leicht niederringen wie ein Kulturbetrieb. Sie blieb, der Miniermotte und den Prozessionsspannern des medial ausgerufenen Katastrophismus zum Trotz, bestehen und erfreut zuverlässig jene, die sie ganz begreifen.

All dies wuschelte mir im Kopf herum, als ich durch den Wald stapfte. Ich fand die abgefallene Geweihstange eines Rehbocks, und mit dem erhobenen Gefühl eines erfolgreichen Steinpilz- oder sonstwie Schatzsuchers schob ich mir das etwa dreißig Zentimeter lange Unikat aus Bockshorn in den Gürtel. Und erinnerte mich daran, wie wir als Kinder die Kastanien, die wir zu unserem großen Bedauern ja nicht selber essen konnten, eimerweise gesammelt und an die pelzigen Bewohner eines nah gelegenen Rehgeheges verfüttert hatten.

Hier schloss sich der Nahrungskreislauf: Der Mensch verzichtet einsichtsvoll auf das Verspeisen der Kastanie und gibt sie dem Reh zu fressen, zu dem die Kastanie auch farblich sehr gut passt. Der Schimmer im Auge des Rehs und das Leuchten der Kastanienkugel sind einander verwandt. Während der Mensch das Reh mit der dargebotenen Kastanie erfreut, sieht er schon fröhlich der Eigensättigung entgegen. Das Reh kaut und verdaut ihm die Kastanie, die sich ihm als Nahrungsmittel verweigert, ahnungslos vor. Wenn er schon die Kastanie nicht haben kann, futtert er eben das Reh, dessen Fleisch seinen Wohlgeschmack auf Kastanienbasis erwarb.

Ich trat aus dem Wald und wanderte zur Herberge meines Vertrauens, dem Gasthaus von Freund Vincent, einem Mann der Musen und einem Meister der Kochkünste. Just als ich das Lokal erreichte, wurden zwei Rehe zum Kücheneingang gebracht. Sie sahen aus, als wären sie eben noch durch den Wald oder über die Wiese gesprungen. Jäger hatten sie geliefert, und nun trugen jeweils zwei Köche ein Reh zur Küche hinein.

Einer der Köche, ein mir sehr naher Blutsverwandter und Frischling von damals zweiundzwanzig Jahren, erlernte bei Vincent das Handwerk des Kochens. Ich freute mich schon auf alles, was er und seine Kochkolleginnen und Kochkollegen unter Anleitung ihres Meisters aus den beiden Rehen machen würden, die, das stand für mich fest, nicht umsonst gestorben waren. Man würde die Tiere aus der Jacke nehmen, und später würden respektvolle Rehverzehrer den inneren Zusammenhang zwischen Reh und Kas­tanie feststellen können.

Der mir nicht unbekannte junge Mann trat aus der Tür, schlank, hochgewachsen und sehr schmuck in seiner weißen Arbeitskluft. Er hatte noch nie ein totes Reh gesehen, jetzt sah er gleich zwei. Die Blässe seines Teints legte Zeugnis ab davon, dass ihn die Rehe, die wirkten, als ob sie bloß schliefen, nicht kaltließen.

Gemeinsam mit dem Küchenchef trug er ein Reh zur Küche. Das Auge des Rehs spiegelte sich im Auge meines jungen Verwandten, und ich sah, dass es gut war.

Banditen an Frijoles

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