Ben Faridi - Das Schweigen der Familie

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Commisário Jao Baptista ermittelt auf Corvo, einer winzigen zu den Azoren gehörenden Insel im Atlantik. Im Dickicht enger Beziehungsstrukturen und den Wirrnissen seiner empfindlichen Seelenlage, die sich nur zu gern auf seine Gesundheit schlägt, versucht der einzelgängerische Baptista einen Fall zu lösen, der ihn auf den ersten Blick überfordert. Niemand scheint ihn und seine Anwesenheit auf Corvo zu mögen und eigentlich nimmt ihn niemand richtig ernst. Aber genau das ist Baptistas gefährlichste Waffe.

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»Im Obduktionsbericht stand, dass er einige Stunden im Wasser lag. Tagsüber wäre es wohl ausgeschlossen, dass er diese lange Zeit unbemerkt blieb. Über Nacht ist das natürlich denkbar. Trotzdem: Ihn mitten im Hafen abzuwerfen erzeugt unnötige Aufmerksamkeit.« Bei diesen Überlegungen beließen es die beiden. »Kommen Sie. Ich bringe Sie nun zu seiner Frau.« Delgado lief in Richtung Wagen. Wieder wurden sie von den rund zehn älteren Männern argwöhnisch betrachtet. »Sag schon, Teo. Es war doch Pão. Das Schwein!« Baptista sah etwas erschrocken auf. Der Mann, der ihnen die Worte zurief, hatte ein verwittertes Gesicht. Tiefe Furchen zogen sich vom Mund nach unten. »Wer ist das?«, raunte er Delgado zu. »Ach, der alte Bastelio. Die Sonne hat sein Gehirn ausgetrocknet, als er einmal zu lange auf dem Meer blieb. Nehmen Sie ihn bloß nicht ernst.« »Und dieser Pão. Warum verdächtigt er ihn?« »Pão ist ein Einzelgänger. Er ist der Bruder von Francisco und tickt nicht mehr ganz richtig. Er wohnt am Rand des Kraters. Bei Vollmond zündet er ein Feuer an und tanzt laut schreiend herum. Die Leute glauben, er sei an allem Schuld.« Dann wandte sich Delgado an Bastelio. »Sag deinen Schafen einen Gruß. Und mach ihnen keine Angst mit deinen Geschichten.« In Bastelios Gesicht machte sich beinahe ein Lächeln breit. Die anderen gaben ein leises Gekicher von sich. Delgado und Baptista verließen mit dem Auto Vila Nova und fuhren ein Stück auf einem Feldweg, bis sie ein Haus erblickten.

Maria Grazia arbeitete im Garten. Sie hatte die einfache Kleidung der Bauersfrauen an und zupfte zwischen den Beeten das Unkraut. Unwillig hob die fünfzigjährige rüstige Frau den Kopf, als sie das Auto wahrnahm. Delgado reichte ihr die Hand. »Maria, gut, dass du da bist. Das hier ist Senhor Baptista. Er untersucht den Fall.« Mit großer Skepsis betrachtete Senhora Maria Grazia den Herrn aus Europa. »Wie soll ein Fremder denn helfen können?«, meinte sie wenig erfreut. Das fragte sich Baptista auch. Dennoch sagte er mit überzeugender Stimme: »Nun ja, ich werde mein Bestes tun. Und Senhor Delgado unterstützt mich ja auch tatkräftig. Hätten Sie ein paar Minuten Zeit für einige Fragen?« »Zeit, Senhor Baptista, davon haben wir auf Corvo im Übermaß. Man kann daran ersticken.« Baptista war überrascht über die unverhohlene Feindseligkeit, die Senhora Grazia gegen ihn zu hegen schien. Aber er hatte bei den Angehörigen von Mordopfern in seiner Laufbahn schon oftmals sehr überraschendes Verhalten erlebt. Vor Jahren wurde auf einer Hochzeit der Bräutigam in der Kirche von seinem besten Freund erschossen. Als Baptista die junge Witwe besuchte, gab sie ihm eine heftige Ohrfeige und begann zu weinen. Die ersten Reaktionen können eine gute Hilfe bei den Ermittlungen darstellen. Man musste sie allerdings richtig zu deuten wissen.

Sie gingen in das Haus. Von außen schien es beinahe zusammenzufallen. Im Wohnzimmer knarrten die nicht gut befestigten Fensterläden im Wind. Sie setzten sich an den Esstisch. Baptista hustete und hatte zum wiederholten Male das Gefühl, dass sein Brustkorb platzen würde. Maria Grazia machte nicht die geringsten Anstalten, ein Wasser anzubieten, geschweige denn, dass sie Mitleid zeigte. So stand Baptista kurz entschlossen auf und holte sich selbst ein Glas Wasser aus der Küche. Er atmete tief durch und ignorierte sein nassgeschwitztes Hemd. »Senhora Grazia, ich habe von Francisco nur aus den Akten gelesen. Was für ein Mensch war Ihr Mann?« »Francisco war mein Mann.

Das ist im Wesentlichen alles.« Die Senhora schwieg. Alle schwiegen. Schließlich durchbrach Baptista das Schweigen. »Nach einem Mord möchte man gerne alles vergessen. Könnten sie dennoch erzählen, wie er war?« »Den Mord vergessen? Ha. Ich wurde gezwungen ihn zu heiraten, als ich sechzehn war. Damals hatte ich am Frühstückstisch gesagt, ich wolle nach São Miguel und Jura studieren. Mein Vater ist blass geworden und warf ein Messer nach mir. Meine Mutter schrie hysterisch, und eine Woche später war ich verheiratet. Francisco war damals dreiundzwanzig Jahre und was das Wichtigste war: Er kam aus der Familie der Amarals. Vielleicht war Francisco kein ganz schlechter Mensch. Aber er benahm sich wie ein Tyrann. Ich habe ihm nie den Tod gewünscht. Aber das Gute in der Welt ist durch seinen Tod nicht viel weniger geworden. Und das sage ich als seine Frau. Punkt.« Baptista hatte sich ein kleines Notizbüchlein auf den Tisch gelegt und versuchte mitzuschreiben. Er stockte jedoch mehrfach, weil ihm so ungeheuerlich erschien, was Senhora Grazia sagte.

»Wann haben Sie ihn zum letzten Mal lebend gesehen?« »Er lag betrunken am Dienstagnachmittag im Bett. Zuvor hatte er versucht, mich mit einer Zaunlatte zu verprügeln. Aber ich kann mich wehren. Am Ende war er es, der mit blauen Flecken im Dreck lag. Ich habe ihn ins Bett geschleift und bin mit den Kindern zu meiner Schwester gefahren. Als ich am Mittwochmorgen wiederkam, war Francisco weg.« »Wo sind ihre Kinder denn jetzt?« »In der Schule, Senhor. Wir sind hier zwar in der Mitte des Ozeans, aber eine Schulpflicht gibt es trotzdem. Allerdings befindet sich die weiterführende Schule auf Flores. Ich hoffe, dass meine Kinder bald nach São Miguel zum Studieren gehen und das tun, was ich nicht durfte.« »Darf ich mich im Haus kurz umsehen?« »Aber fassen Sie nichts an. Ich mag es nicht, wenn Fremde meine Sachen berühren!«

Baptista war froh, dass er dem unangenehmen Gespräch entfliehen konnte. Als er das Wohnzimmer hinter sich hatte, hörte er wieder dieses Wispern, dass er schon von seinem Hotelzimmer her kannte. Er ging sehr langsam, damit sein Kopfschmerz auszuhalten war. Im Schlafzimmer sah er, dass die Kleider von Amaral zu einem großen Berg aufgetürmt waren. Sie hat keine lange Trauerphase gehabt, dachte Baptista. Zu kurz. Niemand hatte Francisco am Abend seines Todes gesehen. Sie hätte ihn hier töten können und irgendwo ins Wasser werfen. Er würde ihr zutrauen, soviel Hass zu empfinden. Die Kinderzimmer wirkten aufgeräumt. Er dachte, dass er auch gerne Kinder gehabt hätte. Warum hatten Menschen wie Francisco Kinder und er nicht? Ihm wurde schwindelig. Er stützte sich auf. Dann ging er wieder zu den beiden anderen. Als er sich dem Zimmer näherte, hörten sie schlagartig auf zu sprechen. »Ich muss Sie leider bitten, sich für weitere Fragen bereitzuhalten.« »Wenn Sie dafür das Unkraut jäten ...« Baptista war versucht zu lachen, doch dann verstand er, dass Maria den Satz ernst meinte. Sie gab ihm zum Abschied nicht die Hand.

Donnerstagmittag, 13. Juni

Es war noch früher Mittag, als sie Marias Haus verließen. Fiebrig wankte Baptista durch den Garten. Auf dem Weg zum Auto stützte er sich mehrmals an einigen Pfosten ab. Etwas Eigenartiges kam ihm ins Gesichtsfeld, aber er war zu müde, um darüber nachzudenken. Es passte nicht mehr in seinen wummernden Kopf. Er bat, in die Pension zu fahren und erst am Nachmittag mit der Untersuchung fortzufahren. Kaum angekommen, musste er sich vor Schmerz übergeben. Dann trank er Leitungswasser und sank in einen kurzen komaähnlichen Schlaf. Als er aufwachte, hatte er hohes Fieber, jedenfalls fühlte sich sein Körper so an. Dennoch ging es ihm besser als zuvor. Seine Kopfschmerzen hatten nachgelassen. Langsam setzte er sich auf. Er musste einige Stunden geschlafen haben. Aber für eine kurze Befragung war noch Zeit. Er zog sich erneut um. Dann ging er nach unten und rief bei Delgado an. Dessen Frau war am Telefon und sagte ihm, dass Delgado in der Bar Di Caldeirão zu finden sei. Ohne einen genauen Plan, wo das sein könnte, lief Baptista Richtung Zentrum los.

Die kleine Stadt hatte eine intensive Wirkung auf jeden Betrachter. Man konnte jedem Winkel seine Besonderheit ansehen. Nur dreihundert Menschen auf kleinstem Raum. Eine geschlossene Gemeinschaft. Kaum Infrastruktur, ein Arzt, der gelegentlich vorbeikam. Alle versuchten gemeinsam der Natur zu trotzen. Waren nicht alle irgendwie gleich? Jeder hatte Fischer in seiner Familie und Bauern. Es gab hier keine Programmierer oder Finanzmakler. Warum auch? Für wen sollte man denn eine Villa mit Pool haben? Mit einem Auto konnte man vielleicht zwanzig Minuten fahren. Niemand braucht dafür eine Luxuskarosse. Auch die Fassaden der Häuser. Für wen machte man sie schön? Für die eigene Verwandtschaft? Es war einfach zu klein für große Unterschiede. Baptista lief einige Straßen in Richtung des ansteigenden Teils der Stadt. Als er an einem der kleinen Häuser vorüberging, hörte er Stimmengewirr und Musik. Er ging einige Schritte zurück. Dann erkannte er, dass hier die besagte Bar sein musste. Er trat ein. Die Stimmen verstummten. »Baptista, hier bin ich. Setzen Sie sich, bis ich mein Bier ausgetrunken habe.« Baptista konnte in der Dunkelheit nicht sofort sehen. So stieß er schmerzhaft gegen eine Tischkante, als er in Richtung von Delgados Stimme ging. Allmählich begannen die Gestalten um ihn herum wieder zu sprechen. »Geht es Ihnen besser?«, fragte Delgado. »Geht so. Ich brauche gleich morgen den Arzt.« »Wie sollen wir weiter machen?« »Wir sollten die Geschwister besuchen.« »Gut. Marias Schwestern wohnen hier in der Straße.« Delgado trank sein Bier aus, warf ein Geldstück auf den Tisch und nickte den anderen beim Hinausgehen kurz zu.

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