Alex Stock - Liturgie und Poesie

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Während das neue «Gotteslob» und das neue Messbuch langsam Gestalt annehmen, stellt Alex Stock hier aus aktuellem Anlass die Gestaltung der Liturgie nach der Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil einmal grundsätzlich auf den Prüfstand. Bei allem Gewinn der Sprachreform, so seine Feststellung, wurde im Eifer der Neugestaltung die theologische Poesie der Lieder und Gebete nicht selten übersehen oder sogar übergangen. Doch kritische Aufmerksamkeit für die Sprache heißt auch, den Reichtum der Überlieferung für die Zukunft zu bewahren. Wahrheit und Schönheit, Begriff und Bild, Intellekt und Emotion – sie gilt es im christlichen Gottesdienst schöpferisch zusammenzuhalten. Eine nuancierte Analyse mit Relevanz für die weitergehende Reform der liturgischen Bücher, aber auch ein Plädoyer dafür, einen lebendigen Sinn für die Sprache des Gottesdienstes zu entwickeln.

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Ernst Johann ist eine Generation älter als ich, aber ich teile mit ihm solche Erinnerung. Liturgie, Messe, Andachten, Prozessionen, lateinisch und deutsch, in der Vielfalt der Textsorten und Sprechweisen und Singweisen, eingebettet in die Atmosphäre des Kirchenraums und der wechselnden Zeiten des Tages und des Kirchenjahres – das war auch für mich in dem westfälischen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, der Mutterboden der Poesie. Nicht allein, die Volks- und Jugendlieder kamen hinzu und natürlich die einsame Lektüre unter der Lampe. Aber die Liturgie war doch jener poetische Raum, in dem kulturelle Weite und persönliche Betroffenheit aufs Engste sich verbanden. Diese Erfahrung teile ich mit dem 1909 geborenen Schriftsteller Ernst Johann. Wie weit die noch einmal eine Generation später Geborenen an alldem noch teilnehmen können, ist schwer zu sagen.

Aber, dies ist jetzt nicht die erste Strophe des Liedes „Wie schön der Weihrauch damals roch.“ Ich greife nicht zur Panflöte der Nostalgie, wollte vielmehr nur zu Beginn kenntlich machen, woher das kommt, was ich vorlegen möchte, was sein lebensgeschichtlicher Grund ist und folglich auch seine perspektivische Grenze.

„Das meiste vermag die Geburt“, heißt es bei Hölderlin, aber lebensentscheidend ist dann, was wir aus dem machen, was uns mitgegeben ist. So steht es in den letzten Sätzen von E. Blochs monumentalem Werk „Prinzip Hoffnung“: „Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch (…) so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin doch niemand war: Heimat.“ 5Da ist vom schaffenden, schöpferischen Menschen die Rede, eben von dem, was im Griechischen poiein und poiesis heißt, etwas ins Werk setzen, aus Gegebenem, Vorgegebenem, Überkommenen, Überlieferten etwas Neues hervorbringen, aber nicht im Sinne eines blinden Fortschritts, sondern aus dem verborgenen Antrieb, als Erwachsener irgendwie einzuholen, wovon ein verheißungsvoller Vorschein in die Kindheit gefallen ist.

Das Poetische hat so von vornherein diesen doppelten Sinn, den der Schönheit und den des Werkes. Es weist auf eine Herkunft, aber es meint keine Regression in den schönen einfachen Kinderglauben des katholischen Milieus und schon gar nicht dessen fundamentalistische Restaurierung. Das Poetische ist, wie schon in der Romantik, kein Weg hinter die Aufklärung zurück, sondern über sie hinaus: Der Versuch, Wahrheit und Schönheit, Begriff und Bild, Intellekt und Emotion zusammen zu halten.

Wie zur bildenden Kunst so ist auch das Verhältnis der Theologie zur Poesie, historisch gesehen, zwiespältig, gespalten zwischen humanistisch-neugierigem Interesse für die literarischen Schätze der Welt und moralischer Verachtung für das feinsinnige Allotria christlicher Ästheten. Das offene Interesse wiederum hat sich seit der Spätantike auf zwei Ebenen bewegt. Die erste Interessensrichtung schließt sich an die antike Tradition der theologia poetica (mythica, narrativa) an, dergemäß die ersten Theologen die Dichter waren, Männer wie Hesiod und Orpheus. Christliche Theologen der Spätantike und des Mittelalters haben sich da angeschlossen, indem sie die heidnischen Mythen wie das Alte Testament allegorisch und typologisch lasen auf Christus und die Offenbarung des Neuen Bundes hin, als verborgene (christliche) Theologie, die man durch Interpretation aus ihrer Latenz heben konnte.

Das zweite positive Interesse richtete sich nicht primär auf die potentiellen theologischen Inhalte, sondern auf die der Dichtung eigene sprachliche Kunstfertigkeit. Im propädeutischen Schulprogramm der artes , insbesondere der Grammatik und Rhetorik, las man die Dichter. Man beschäftigte sich mit Poesie in poetischer Absicht, d. h. in der Lernabsicht, selbst in und mit der Sprache etwas machen zu können, inhaltlich durchaus etwas anderes, als es die klassischen Autoren vorgaben. Richtig lesen, reden und schreiben zu können, gut und auch schön, lernte man durch das Studium der Autoren. Poetik zielte hier darauf, aus dem gelungen Gemachten die Regeln der Kunst des Machens zu gewinnen. Diese poetische Position hat die Poesie in der Theologie jedoch nicht auf Dauer halten können. Im Bildungssystem der Hochscholastik stieg die Logik zum ersten Lerngegenstand der artes auf, die „poetica“ wurde zur „infima inter omnes doctrinas“ , zur untersten aller Wissenschaften (Thomas v. Aquin, Sth I q 1 a 9). „Die Scholastik ist an der Würdigung der Poesie nicht interessiert. Sie hat keine Poetik und Kunsttheorie produziert“ 6, resümiert E. R. Curtius. Das gilt auch für die Neuscholastik des 19./20. Jahrhunderts. Und als diese transzendentaltheologisch aufgehoben oder exegetisch überrollt wurde, fand eine theologische Poetik auch keine nennenswerte Wiederbelebung.

Die Theologen, die sich heute mit der mittlerweile weltlich gewordenen Literatur beschäftigen, sind primär Nachfahren der inhaltlich-offenbarungstheologisch interessierten Allegoriker der Antike und des Mittelalters. Weltfreudig-humanistisch sind sie an der in der säkularen Literatur verborgenen Theologie interessiert, an dem, was die Dichter in ihrer anderen Sprache sagen über Gott und Jesus, die biblischen Geschichten, die Kirche und die Moral. Hiob und der Holocaust sind bewegende Anziehungspunkte des Theodizee-Interesses der literarischen Theologen der Gegenwart. Und so, wie die heidnische Literatur der Antike als Präfiguration der christlichen Botschaft gelesen wurde, so wird die aus dem Christentum herausgewachsene weltliche Literatur der Moderne von vielen als „Postfiguration“ 7gelesen, wie A. Schöne sagt, oder als „Realisation eines theologischen Gehaltes in der nicht-religiösen weltlichen Konkretion“ 8, wie es bei Dorothee Sölle heißt. Nicht selten wird dies in einem unmittelbar inhaltlichen Sinne verstanden: Die dichterische Gestalt ist die bildliche Einkleidung von Gedanken. Diese erscheinen als das eigentlich theologisch Interessante, die „Aussagen des Schriftstellers zu …“ und seine darin artikulierte weltanschauliche Position. Es ist wohl der konfessorische, kerygmatische, dogmatische Grundzug theologischer Rede, der dazu führt, die Poesie vor allem daraufhin zu befragen, was der Dichter sagen will und welche Meinung er hierzu und dazu vertritt, um dies dann mit den hauseigenen Aussagen und Meinungen vergleichen und mit diesem Maßstab einordnen zu können.

Man kann versuchen, Dichtung so zu lesen, und je mehr sie selbst Lehr- und Gedankendichtung ist, mag das auch gelingen. Was dabei zwangsläufig in den Hintergrund treten muss, ist die eigentümliche Sprachbewegung der Dichtung selbst. Ihr kommt man nur auf die Spur, wenn man den Lesevorgang selbst, in den wir uns durch die literarischen Texte verstricken lassen, als den Ort begreift, wo Dichtung sich realisiert. Vielleicht hat D. Sölle, die den Begriff der „Realisation“ in die theologische Literaturdiskussion eingebracht hat, dies auch im Sinn gehabt, wenn sie „Realisation“ als „Gewinn an Sprache, an Ausdrucksmöglichkeit, an angeeigneter Welt“ 9interpretiert. Es ist sehr wichtig, sich in der Weltliteratur umzusehen, wie die alten Motive und Themen des Christentums jenseits des kirchlich verwalteten Terrains weiterverhandelt werden. Aber erst, wenn durch diese Lektüre den lesenden Theologen selbst etwas geschieht, wenn das Lesen solcher Literatur die Theologie nicht nur ornamental umspielt, sondern in ihre ureigene Schreib- und Redeweise eingreift, wird die Bedeutung der Poesie für die Theologie Ereignis. Der theologisch eigentlich interessante Ort der Poesie, insbesondere der modernen, ist somit das Arbeitsfeld einer theologischen Poetik. Da geht es primär nicht darum, ob man hier oder da einmal ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte „einsetzen“ kann, sondern um sprachliche poiesis im ursprünglichen Sinne des Machens, Herstellens, Anfertigens von Texten und Textkompositionen.

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