3. Und daß die trefflichen Taten der Alten als Vorbilder zu unserer Besserung aufgestellt sind, das zeigt der Apostel mit den Worten: „… so daß meine Gefangenschaft in Christus bei der ganzen kaiserlichen Leibwache und bei allen übrigen bekannt wurde und daß die meisten meiner Brüder im Herrn, durch meine Gefangenschaft in ihrem Vertrauen gestärkt, um so mehr das Wort Gottes furchtlos zu verkündigen wagen.“ 2280 Denn auch die Martyrien sind herrlich geheiligte Vorbilder der Bekehrung. 4. „Denn alles, was geschrieben wurde“, sagt der Apostel, „wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Standhaftigkeit und den Trost, die uns die Heilige Schrift vermittelt, die Hoffnung auf den Trost haben.“ 2281
VI. Kapitel 17 VI. Kapitel 25. 1. Unser heiliger Erlöser gebrauchte aber die Wörter Armut und Reichtum und ähnliche Begriffe sowohl mit Bezug auf das Geistliche als auch auf das Sinnliche. Wenn er nämlich sagt: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt sind“, 2295 so lehrt er uns damit ganz deutlich, daß wir den Glaubenszeugen in jeder Lage suchen müssen. 2. Wenn dieser der Gerechtigkeit wegen arm 2296 ist, so bezeugt er damit, daß die Gerechtigkeit, die er lieb gewann, ein Gut ist; und wenn er der Gerechtigkeit wegen Hunger oder Durst leidet, 2297 so bezeugt er damit, daß die Gerechtigkeit das Beste ist.
VII. Kapitel 27 VII. Kapitel 42. 1. Wie groß muß dann wohl das Unheil sein, in dem sich der befindet, der verleugnet und sich selbst als untreu erwiesen hat und zum Heere des Teufels übergelaufen ist! 2. Es verleugnet also den Herrn, ja vielmehr es hat seine eigene Hoffnung durch Lügen zunichte gemacht, wer Gott nicht glaubt. Der aber glaubt ihm nicht, der nicht tut, was Gott geboten hat. 3. Wie nun? Verleugnet nicht sich selbst, wer den Herrn verleugnet? Denn nicht beraubt den Herrn seiner Herrschaft, wer sich selbst der Zugehörigkeit zu ihm beraubt. Wer also den Erlöser verleugnet, verleugnet das Leben; denn „Leben war das Licht“. 2371 4. Nicht Kleingläubige 2372 nennt er solche Leute, sondern Ungläubige 2373 und Heuchler, 2374 da sie sich zwar den Christennamen angeeignet haben, aber gläubig und treu zu sein ableugnen. Als treu 2375 ist (in der Schrift) aber sowohl ein Knecht als auch ein Freund bezeichnet. 5. Wenn daher jemand sich selbst lieb hat, so liebt er den Herrn und bekennt, daß er von ihm erlöst ist, um seine Seele zu erretten.
VIII. Kapitel 34 VIII. Kapitel 56. 1. 2433 Denn nicht nur die Aisopier und Makedonier und Lakedaimonier hielten standhaft aus, wenn sie gefoltert wurden, wie Eratosthenes in seiner Schrift “Über Gutes und Böses” sagt, 2434 sondern auch Zenon von Elea blieb unter den Folterqualen standhaft, als man ihn zwingen wollte, ein Geheimnis zu verraten, und gab es nicht preis; ja er biß sterbend noch seine Zunge ab und spuckte sie gegen den Tyrannen aus, den die einen Nearchos, die anderen Demylos nennen. 2435 2. Ebenso verhielt sich auch der Pythagoreer Theodotos 2436 und Praylos, 2437 der Schüler des Lakydes, 2438 wie Timotheos von Pergamon 2439 in der Schrift “Über die Standhaftigkeit der Philosophen” und Achaikos 2440 in seiner “Ethik” sagen. 3. Aber auch der Römer Postumus gab, als er von Peuketion gefangengenommen worden war, nicht nur nichts Geheimes bekannt, sondern legte sogar seine Hand ins Feuer und ließ sie wie Erz schmelzen, ohne auch nur die Miene zu verziehen. 2441 4. Nicht weiter will ich von dem Verhalten des Anaxarchos reden, der ausrief: “Zerstampfe die Hülle des Anaxarchos; denn den Anaxarchos selbst zerstampfst du nicht”, als ihn der Tyrann mit eisernen Mörserkeulen zerstampfen ließ." 2442
IX. Kapitel 41 IX. Kapitel 70. 1. Von dem Märtyrertum hat aber der Herr ausdrücklich gesprochen; und wir wollen das, was an verschiedenen Stellen geschrieben steht, zusammenstellen: „Ich sage euch aber, jeder der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen; wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde ich vor den Engeln verleugnen.“ 2475 2. „Denn wer sich meiner und meiner Worte in diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommt.“2476 3. „Jeder also, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ 2477 4. „Wenn man euch aber in die Synagogen und vor die Behörden und vor die Obrigkeiten führt, so macht euch vorher keine Sorge darüber, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in eben der Stunde lehren, was ihr sagen sollt.“ 2478
X. Kapitel 44 X. Kapitel 76. 1. Wenn aber der Herr wiederum sagt: „Wenn sie euch in dieser Stadt verfolgen, so flieht in die andere!“, 2490 so ermahnt er nicht zur Flucht, als wäre das Verfolgtwerden etwas Schlimmes, und verlangt nicht, daß man sich aus Furcht vor dem Tode diesem durch Flucht entziehe. 2. Vielmehr will er nur, daß wir für niemand Ursache oder Mitursache irgendeines Übels werden, für uns selbst nicht, aber auch nicht für den, der uns verfolgt, oder für den, der uns töten will. Denn er befiehlt uns gewissermaßen, ihm aus dem Wege zu gehen; wer aber dieser Weisung nicht gehorcht, der ist tollkühn und stürzt sich selbst in Gefahr.
XI. Kapitel 45 XI. Kapitel 78. 1. Ja, sagen sie, wenn Gott für euch sorgt, warum werdet ihr denn verfolgt und getötet? Oder gibt er euch selbst diesem Schicksal preis? 2494 Wir fassen das aber nicht so auf, als habe der Herr gewollt, daß wir in diese Gefahren geraten, sondern meinen, daß er nur prophetisch das, was geschehen soll, vorausgesagt habe, daß wir nämlich um seines Namens willen würden verfolgt, getötet und ans Kreuz geschlagen werden. 2495 2. Demnach war es nicht sein Wille, daß wir verfolgt werden, sondern er kündigte nur im voraus an, was wir erleiden würden, indem er uns durch die Vorhersage, daß es so kommen werde, für die Standhaftigkeit schulte, der er die Erbschaft verheißen hat. Freilich werden wir nicht allein, sondern zusammen mit vielen gestraft. Aber jene, sagen sie, erleiden die Strafe mit Recht, weil sie Übeltäter sind.
XII. Kapitel 47
XIII. Kapitel 52
XIV. Kapitel 56
XV. Kapitel 57
XVI. Kapitel 59
XVII. Kapitel 63
XVIII. Kapitel 67
XIX. Kapitel 71
XX. Kapitel 75
XXI. Kapitel 78
XXII. Kapitel 82
XXIII. Kapitel 89
XXIV. Kapitel 93
XXV. Kapitel 95
XXVI. Kapitel 99
Fünftes Buch. 105
I. Kapitel 105
II. Kapitel 114
III. Kapitel 115
IV. Kapitel 118
V. Kapitel 123
VI. Kapitel 127
VII. Kapitel 133
VIII. Kapitel 135
IX. Kapitel 144
X. Kapitel 147
XI. Kapitel 152
XII. Kapitel 159
XIII. Kapitel 163
XIV. Kapitel 167
Fußnoten. 195
Bibliographische Angaben:
Titel Version: Teppiche (BKV) Sprache: deutsch Bibliographie: Teppiche (Stromateis). In: Clemens von Alexandrien, Teppiche: Wissenschaftliche Darlegungen entsprechend der wahren Philosophie (Stromateis). Aus dem Griechischen übersetzt von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Otto Stählin. (Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 17, 19, 20) München 1936-1938. Unter der Mitarbeit von: Jürgen Voos.
Viertes Buch
I. Kapitel
1.
1. Nunmehr halte ich es für angemessen, von dem Märtyrertum zu handeln und davon, wer der Vollkommene ist (dabei wird das, was sich daran anschließt, je nachdem es der zu behandelnde Stoff erfordert, mithereingenommen werden) und davon, daß jeder in gleicher Weise nach Weisheit streben muß, mag er Knecht oder Freier und dem Geschlecht nach Mann oder Weib sein.
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