Daniel-Pascal Zorn - Shooting Stars

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Inzwischen ist auch in Deutschland eine Philosophie entstanden, die selbständig außerhalb ihrer akademischen Institutionalisierung existiert. Da diese Philosophie-Form eine größere Leserzahl erreicht, als es der akademischen Philosophie möglich ist, kann sie „Populärphilosophie“ genannt werden. Der Philosoph Daniel-Pascal Zorn beschäftigt sich in seinem Essay „Shooting Stars. Philosophie zwischen Pop und Akademie“ mit der Frage, was die populäre Philosophie eigentlich von der akademischen unterscheidet. Dabei stellt der Autor nicht nur die Vorbehalte der akademischen Philosophie gegen ihr erfolgreiches Pendant dar, sondern kritisiert sie auch. Das Resultat einer solchen dialektischen Unterscheidung ist der überraschende und überzeugende Vorschlag, dass es noch eine andere Philosophie gibt, die weder populär noch akademisch eine eigene Position behaupten kann. Es ist: «die Philosophie».

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Dass diese Lösungen selbst nicht verfangen haben, zeigt die Tatsache, dass es nach Platon eine umfassende philosophische Tradition gibt, die nach Ansicht manches Philosophen nur eine »Fußnote zu Platon« darstellt. Dass Platons Lösungsvorschläge dennoch für die gegenwärtige Philosophie relevant sein können, versucht dieser Essay anzudeuten. Zumindest der akademischen Philosophie und der Populärphilosophie könnten sie einen Anhaltspunkt bieten, inwiefern ihre jeweilige Selbstdarstellung gerade das verhindert, was sie zu tun beanspruchen: die Philosophie anderen Menschen zu vermitteln.

Ein Essay ist keine Abhandlung und beansprucht auch keine Vollständigkeit in der Darstellung. Er gibt einen Anstoß, oft aus einem bewusst perspektivischen Blickwinkel heraus. Dass man die Möglichkeit einer perspektivischen oder partikulären Darstellung heutzutage betonen muss, zeigt vielleicht, wie weit das Problem um sich greift, das akademisches und populäres Philosophieren erfasst hat. Zugleich ist der hier eingenommene Blickwinkel selbst ein Prüfstein für die Haltung, die er zumindest indirekt zu lehren beansprucht.

Die neuen Philosophen

Die Populärphilosophie ist auf dem Vormarsch. Während noch in den Instituten und Seminaren, die Augen fest vor der Realität verschlossen, die Bedeutung des Hegelschen Spätwerks diskutiert wird, schicken sich junge, gutaussehende, dynamische und meinungsstarke Ex-Akademiker an, der Philosophie ein neues Gesicht zu geben. Sie verlassen die Bibliothek und gehen auf die Straße, in die Zeitungen, ins Fernsehen, zu den Menschen, öffnen sich für die Welt.

Anstatt sich in staubigen Kolloquien jedes Wort im Mund herumdrehen zu lassen, stellen sie die Fragen, die wichtig sind, weil sie relevant sind und uns betreffen. Deswegen hören die Menschen ihnen zu und kaufen ihre Bücher. Die Populärphilosophen vermitteln das, was andere jahrelang studieren, auf verständliche Weise, scheiden das Interessante vom Überflüssigen und tragen so zur Zukunft der Philosophie bei, die sonst drohte, in den Abgründen des akademischen Vernünftelns zu verschwinden.

So oder so ähnlich sieht das Bild aus, das manche Populärphilosophen von der Populärphilosophie zeichnen. Sie wirbt mit Relevanz und Praxisbezug und grenzt sich ab vom akademischen Elfenbeinturm. Sie geht auf die Straße oder setzt sich in Talkshows. Sie erklärt philosophische Fragestellungen mit leichter Hand und ist nie um eine Antwort verlegen. Sie versteht sich als Philosophie, die deswegen populär ist, weil sie den Menschen zeigt, wozu sie zu gebrauchen ist.

Von diesem Kriterium aus versteht sie die Philosophie. Relevant ist, was der Gegenwart nützlich ist. Und deswegen ist das, was der Gegenwart nicht nützlich ist, irrelevant. Natürlich wird die Populärphilosophie immer wieder von akademischen Philosophen kritisiert. Weil das aber diejenigen sind, die sich in ihren Instituten und Seminaren verstecken und jahrelang über Problemen brüten, die außer ihnen keiner versteht, erscheint die Motivation dieser Kritik allzu durchsichtig: Die akademischen Philosophen sind neidisch.

Sie gönnen der Populärphilosophie den Erfolg nicht, nicht die Bestseller und nicht die Talkshows. Sie verteidigen eine vergangene Form des Philosophierens, eine elitäre und undemokratische oder sogar ideologische Form, die künstliche Barrieren aufstellt, um sich selbst den Anschein von Tiefsinn zu verleihen. Dabei müssten sie nur verständlicher formulieren, sich dem Publikum öffnen und es dort abholen, wo es steht. Dann würde sich der Erfolg auch bei ihnen einstellen.

Für die Populärphilosophie ist die Frage nach Verständlichkeit oder Unverständlichkeit eine Sache der Vermittlung. Mit dem Wesen von Philosophie selbst hat sie nichts zu tun. Dasselbe gilt für die Nützlichkeit der Philosophie. Wenn man nicht mehr deutlich machen kann, wozu ein philosophischer Gedanke heutzutage zu gebrauchen ist, dann kann man ihn auch weglassen. Die Erwartungshaltung des Publikums ist der Maßstab, sonst nichts. Und wenn das Publikum etwas unverständlich, nicht relevant oder zu kompliziert findet, dann ist es eben auch philosophisch nicht zu gebrauchen. Denn was soll man mit einer Philosophie, die keiner verstehen kann?

Wer heutzutage Philosophie treiben will, der muss akzeptieren, dass sie eine Teilnehmerin an einem Markt ist. Thomas Vašek, Chefredakteur der Zeitschrift Hohe Luft , schreibt dazu: »Wir brauchen keine geschützten Denkwerkstätten, sondern eine lebendige Philosophie, die mitten im Leben steht, statt sich von der Gesellschaft abzukoppeln. Dazu gehört auch, die ökonomischen Regeln zu akzeptieren, denen wir alle unterliegen.« 2

Auch Wolfram Eilenberger, ehemaliger Chefredakteur des Philosophie Magazins , misst den »desolaten Zustand« der akademischen deutschen Philosophie am Publikumserfolg der Populärphilosophie: »Wie konnte es im Lande von Leibniz und Kant, Hegel und Schopenhauer, Nietzsche und Arendt nur dazu kommen? Vor allem in einer Zeit, da das öffentliche Interesse an philosophischer Reflexion geradezu explodiert und sich als Folge ein ganzes Gattungsbündel vermittelnder Formate erfolgreich am freien Markt etabliert.« 3Dieser Erfolg, an dem Eilenberger sich selbst einen nicht unmaßgeblichen Anteil bescheinigt, wird von ihm mit Absatzzahlen belegt: »Philosophische Monatsmagazine wie Hohe Luft oder das Philosophie Magazin , dessen Chefredakteur ich war, erreichen eine Auflage von 60.000 Exemplaren; Festivals wie die phil.cologne locken binnen einer Woche mehr als 10 .000 Menschen. Die Sachbuch-Bestsellerlisten zeigen sich seit Jahren populärphilosophisch dominiert.«

Andere Populärphilosophen wie Richard David Precht betonen den Lifestyle-Aspekt der Philosophie: »Ich würde sagen: es ist eine Tätigkeit, die einen erfüllt, einen beschwingt, einen weiter bringt, einem ein gutes Gefühl gibt. Das ist die Hauptfunktion von Philosophie und nicht, Probleme zu lösen.« 4Auch Ronja von Rönne, Moderatorin des ARTE-Formats Streetphilosophy , geht es darum, dass das Publikum sich gut fühlt: »Ich will niemanden langweilen. In Artikel knalle ich deshalb alle zwei Zeilen Pointen rein. […] Ich versuche Gesprächssituationen herzustellen, die auch für Zuschauer interessant sind, die mich nicht kennen.« 5

Für Svenja Flaßpöhler, gegenwärtige Chefredakteurin des Philosophie Magazins , gibt die Philosophie vor allem Orientierung in schwierigen Zeiten: »Gerade in extrem komplexen Zeiten wie diesen suchen die Menschen nach Orientierung. Da die Religion diese Orientierung für viele nicht mehr zu geben vermag, ist die Philosophie gewissermaßen an deren Stelle getreten.« 6Bei alledem ist es allerdings wichtig, auf dem Boden zu bleiben. Flaßpöhler stellt deswegen klar, dass die Philosophie, anders als die Religionen, nicht nach einfachen Antworten sucht. »Das Hinterfragen ist das Urgeschäft der Philosophie. Ob sie gewollt wird oder nicht, sie ist wichtig. Nur durch Erschütterung können verhärtete Fronten zu bröckeln beginnen. Nur so kann Neues entstehen.«

Wie dieses Neue aussehen kann, zeigen die Konferenzen Beyond Knowledge und Beyond Good , die von einem Format ausgerichtet werden, das sich ebenfalls Street-Philosophy (mit Bindestrich) nennt.

Einer der Stargäste ist Richard David Precht. »Mit Beyond Knowledge möchten wir den Rahmen bieten querzudenken, weiterzudenken, anders zu denken, in die Tiefe und in die Breite zu denken, kritisch zu denken und gleichzeitig offen und wohlwollend zu sein.« 7Nina Schmid, eine der Macherinnen von Street-Philosophy , bietet in diesem Sinne auch einen Glück.Workshop an: »Wie erreicht man nachhaltig und auf lange Sicht ein hohes Niveau an Erfüllung und ganzheitlichen Erfolg?« 8Gemeinsam mit ihrer Mutter Julia Kalmund, der anderen Gründerin von Street-Philosophy , zeigt sie sich auf der Seite geldheldinnen.de überzeugt, »dass eine gesunde Einstellung zum Geld einen großen Einfluss auf die Lebensqualität hat«. 9

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