Als Smudge starb, sagte Amelia mir, dass Smudge mit einer Person namens Rose, die das Kaninchen lieb hatte, im Himmel sein würde. Was Amelia nicht wusste, war, dass meine Mutter Rose hieß und kurz nach Smudge verstarb. Nun weiß ich, dass sie wieder zusammen sind und über mich reden.
Im Haus unseres Sohns wohnen auch zwei unserer Katzen, Eanie und Meanie, die mir bewiesen haben, dass sie meine Gedanken lesen können. Der einzige Zeitpunkt, zu dem ich definitiv mit ihnen rechnen kann, ist morgens, wenn ich ihnen ihr Frühstück serviere. So machte ich einen Termin mit unserem Tierarzt für einen Hausbesuch am frühen Vormittag aus. Die ganze Woche über ließ sich keine der beiden Katzen beim Frühstück sehen. Ich musste den Tierarzt anrufen, um den Termin abzusagen, da er umsonst gekommen wäre. Am allernächsten Morgen saßen die beiden Katzen pünktlich da und warteten darauf, dass ich ihnen ihr Frühstück gab.
Auch unsere Katzen Miracle, Penny, Dickens und Gabriel können meine Gedanken lesen. Ich pflege sie alle jede Woche – ihre Zehennägel, Zähne, Fell, Medikamente und so weiter. Immer wenn ich auch nur daran denke, sie zu kämmen, verschwindet die ganze Meute. Auf diese Weise teste ich unsere Kommunikationsfähigkeit. Wenn ich dann fünf Minuten später daran denke, den Flur hinunter in mein Arbeitszimmer zu gehen, um etwas zu holen, stolpere ich auf dem Weg zu meinem Schreibtisch über die Katzen.
Letztes Jahr ging ich mit unseren beiden Hunden Furphy, einem Lhasa Apso, der unser Haus für sein tibetanisches Kloster hält, und Buddy, einem Griffon-Mischling – der furchtbar gern alles jagt, was sich bewegt, von Eichhörnchen bis zu Tanklastern – einkaufen. Wir drei stiegen also in meinen neuen Minivan ein, dessen Türen sich mit der Fernbedienung am Autoschlüssel öffnen lassen. Nach dem Einkauf kehrte ich zum Auto zurück und entdeckte zu meinem Entsetzen, dass die Seitentür offen stand, da ich aus Versehen auf den Schlüssel gedrückt hatte. Buddy, um den ich mir am meisten Sorgen machte, saß noch im Wagen, während Furphy spurlos verschwunden war. Meine erste Reaktion war Panik – ich rannte umher, rief seinen Namen und suchte das ganze Gebiet rund um den Parkplatz nach dem Hund ab. Dann stellte ich fest, dass ich nicht das tat, was Amelia mir beigebracht hatte, und so fragte ich mich: »Was würde Amelia jetzt tun?«
Ich entspannte mich und versetzte mich in Furphy, um herauszufinden, was er dachte. Sofort wurde mir klar, dass er nach mir suchte und sich wahrscheinlich am Informationsstand des Supermarkts befand, während ein Mitarbeiter über den Lautsprecher fragte: »Wem gehört der Hund?«
Als ich mich dem Eingang des Supermarkts näherte, sah ich einen Mitarbeiter des Sicherheitspersonals in seinem Wagen sitzen. Er ließ das Seitenfenster herunter und fragte: »Suchen Sie einen Hund?« Ich bejahte dies, und er sagte: »Er sitzt hier auf dem Vordersitz mit Klimaanlage, Trinkwasser und Hundekuchen.« Wie der Sicherheitsmann mir weiterhin erzählte, habe er Furphy auf den Eingang des Geschäfts zulaufen sehen und abgefangen, da er nicht wolle, dass der Hund von einem Auto überfahren würde. Meine Intuition hatte Recht behalten – Furphy hatte mich gesucht. Er folgte mir zurück zum Auto, und wir hatten das Problem nie wieder.
Interessanterweise blieb Buddy an dem Tag im Auto sitzen, während ich im Supermarkt war. Auch das verdanke ich Amelia. Als ich Buddy aus dem Tierheim geholt hatte, hatte ich ihn nie dazu überreden können, in ein Auto zu steigen. Selbst beim Tanken war er immer gleich aus dem Wagen gesprungen. Wenn er nicht an der Leine war, war es sehr frustrierend und zeitaufwändig, ihn in das Auto zu verfrachten. Schließlich dachte ich eines Tages: »Was würde Amelia jetzt tun?«
Dann entspannte ich mich und fragte Buddy, warum er nicht ins Auto gehe. Seine Antwort überraschte mich. Er sagte, sein früheres Frauchen sei sehr nett gewesen, doch wenn ihr Mann von der Arbeit nach Hause gekommen sei, habe sie ihn immer gebeten, mit Buddy Gassi zu gehen. Dann erzählte er mir: »Der Mann zog mich ins Auto und fuhr dann zu einer Bar. Mich ließ er im Auto zurück. Wenn er wieder aus der Bar herauskam, war er betrunken und gewalttätig. Dann brachte er mich einfach wieder nach Hause, ohne mich je aus dem Auto zu lassen. Deswegen habe ich jetzt Angst, in ein Auto zu steigen, und es erinnert mich an die Schläge, die ich bekommen habe.« Ich war geschockt, als ich diese intuitive Botschaft erhielt.
Von dem Tag an hörte Buddys Widerstand gegen das Auto auf. Plötzlich verstanden wir einander und schafften es rasch, seine Angst vor dem Auto abzubauen. Jetzt liebt er das Auto, weil er weiß, dass wir immer wegfahren, um den Tag miteinander zu verbringen. Ihm gefällt es auch, im Wald hinter unserem Haus zu streunen und zu jagen, doch ich muss mir keine Sorgen mehr machen, dass er nicht mehr nach Hause kommen könnte.
Das einzige Problem ist, dass jetzt, seit Furphy und Buddy wissen, dass wir miteinander kommunizieren können, Furphy mir ständig Vorschriften macht, was ich tun soll. Neulich fuhr ich in dem Glauben los, sie seien beide im Auto, doch wie ich einen Kilometer später merkte, war niemand da, der mir sagte, wohin ich fahren oder was ich tun sollte. Ich drehte mich nach hinten um und konnte nur Buddy entdecken. Sofort trat ich mit Furphy in Verbindung und sagte ihm, dass es mir Leid täte und ich ihn gleich holen würde. Ich drehte um und fuhr zurück. Wie ich wusste, würde Furphy noch in der Einfahrt sitzen und mir diesen »Mann-bist-du-blöd!«-Blick zuwerfen, den Gottes vollkommene Kreaturen uns unvollkommenen Menschen schenken.
Ich hoffe, Sie werden alle weiterlesen und es Amelia ermöglichen, Ihren Verstand zu öffnen und Ihre Kommunikationsfähigkeiten zu erweitern, damit Sie diesen Blick nicht mehr von Ihren Tieren erhalten. Mit der Zeit und durch Übung werde ich dank Amelias Kommunikationstipps sogar besser im Umgang mit den Menschen.
Dr. Bernie S. Siegel
Autor von »Liebe, Medizin und Wunder«
Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird – vor allem bei Fernsehtalkshows – lautet: »Wie haben Sie sich Ihre übersinnlichen Fähigkeiten angeeignet? Sind Sie so geboren?« Worauf ich am liebsten antworten würde: »Nein, in Wahrheit wurde ich mit zwei Köpfen geboren, und so verbrachte ich die prägenden Jahre in einem Wanderzirkus, bis die Operation …«
Die meisten Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten bemühen sich nicht, den komplizierten Prozess des Sendens und Empfangens übersinnlicher Informationen in Einzelteile zu zerlegen und zu erklären. Es dauerte eine Weile, bis auch ich das begriffen hatte. Ich werde nie vergessen, wie ich und einige andere Gäste mit übersinnlichen Kräften in einer Talkshow gefragt wurden, wo unsere tabuisierten Fähigkeiten herkämen. Ich laberte gerade alles Mögliche über EKG-Untersuchungen, über die Fluktuation von Gehirnwellenaktivitäten, als die Moderatorin mich unterbrach, um einen Gast mit mehr Medien-Erfahrung zu fragen, der neben mir saß.
»Es ist eben ein Talent!«, sagte der alte Profi nur, und gleich darauf wurden die Kameras ausgeschaltet. Diese platte, unsinnige Antwort war genau das, worauf die Moderatorin gewartet hatte, und sie passte gerade noch in die Zeit vor der Pause für die Werbespots.
Ich bin immer noch auf der Suche nach dem Satz mit höchstens zehn Wörtern, der diese und andere Fragen wie »Was genau bedeutet Übersinnlichkeit? Können Sie das jedem beibringen? Wie funktioniert es eigentlich?« perfekt beantwortet.
Die dümmste Definition der Entwicklung übersinnlicher Fähigkeiten, die ich jemals gesehen habe, wurde komplett mit Zeichendiagramm geliefert. Die Theorie ging davon aus, dass bei Menschen mit übersinnlichen Kräften im oberen Bereich des Hirns eine Hülle nicht vorhanden sei, die angeblich das »Eindringen« übersinnlicher Informationen verhindere. Das Zeichendiagramm zeigte ein Loch im menschlichen Oberhirn, das dem Atemloch im Kopf eines Wals ähnelte, und dazu Bilder mit und ohne den »fehlenden Stöpsel«.
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