Grete Ruilre - Wiederbelebte Geschichten
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Als Sarina vor ihrem Liebsten stand, sah sie, dass Tenore tot war. Es war grauenhaft!
Blut quoll aus seinem Schädel und bedeckte die Erde, sie konnte es kaum auffangen. Ein quälender Schrei drang aus ihrem Mund. Noch nie hatte ihre Mutter Sarina so schreien hören. »Was haben sie getan! Was haben sie meinem Liebsten angetan«, rief sie immer wieder.
Der Schmerz durchbohrte sie wie ein glühendes Messer, das ihr in die Brust gestoßen wurde. Der Soldat lachte nur höhnisch. Er berührte den Toten voller Abscheu.
»Euch beide erwartet eine ganz spezielle Züchtigung des Dogen, wenn wir zurückkehren.« Wieder lachte er spöttisch. Da wussten die beiden Frauen, was sie tun wollten.
Sarina zeigte auf ihren Ringfinger und schaute dabei ihre Mutter an. Diese nickte. »Ich hätte dich so gerne glücklich gesehen, mein Kind, ich hätte sanfter geruht.«
»Wie gerne hätte ich mit Tenore gelebt, aber das Martyrium des Dogen ist schlimmer als der Tod.« Sarina öffnete den Ring, indem sie ein kleines Rädchen drehte. Innen wurde ein weißes Pulver sichtbar, Zyankali, ein stark giftiges Kaliumsalz der Blausäure. Bittermandelgeruch stieg in ihre Nasen.
Zusammen nahmen sie das weiße Pulver. Sie umschlossen sich fest mit den Armen und drückten sich zärtlich aneinander. Als der Soldat aufbrechen wollte, sah er, dass etwas mit den Frauen nicht stimmte. Beide hatten blaue Lippen, ihre Haut hatte sich bläulich verfärbt und die Fingernägel waren schwarz. Aber ihre Gesichter strahlten Ruhe und Frieden aus. Der Tod schickte seine Boten. Kaltblütig wie der Soldat war, ärgerte ihn nur, dass er für drei Menschen ein Grab schaufeln muss.
Ein Tag, flüchtig wie ein Tautropfen, kann alle schönen Zukunftspläne verändern oder zunichtemachen.

Kleines Alltagserlebnis
Mein Arbeitsplatz ist an der Uni Freiburg. Heute war wieder ein besonders anstrengender, turbulenter Tag. Ich beschloss deshalb, nach Feierabend noch ein Stück durch den Park zu spazieren. Das hilft mir meist, um Abstand zu gewinnen von den oft traurigen Patientenschicksalen.
Ein frisches Lüftchen wehte. Tief atmete ich ein und aus und fühlte mich gleich viel besser.
Ich liebe den Park mit seinen alten Bäumen und Sträuchern. Besonders hübsch ist es momentan: Es ist alles voll von Blumen und blühenden Pflanzen.
Spaziergänger sah ich keine. Nur eine ältere Frau ging etwa 100 Meter vor mir her, mit ihrem Rollator. Sie ging schleppend und gebückt. Kaum hatte ich sie überholt, rief sie laut. »Stopp, stopp!« Ich drehte mich um und fragte: »Meinen Sie mich?«
»Ja, ja«, sagte sie. »Sehen Sie die drei roten Fahnen?« Aufgeregt hob sie den rechten Arm und zeigte nach vorne.
»Nein, ich sehe keine drei roten Fahnen.«
»Doch, Sie müssen die drei roten Fahnen sehen.« Verneinend schüttelte ich den Kopf.
»Ich kann nicht mehr! Ich kann nur bis hierher und nicht weiter«, jammerte die betagte Frau. »Ich bin todmüde! Bitte helfen Sie mir!« Sie fing an zu schluchzen. Ich sah, dass die Frau in einem schlechten Zustand war. »Wo wohnen Sie denn?«, fragte ich sie.
»Im Seniorenheim.«
»Gut, ich habe mein Handy dabei und werde dort anrufen, dass man sie abholt.«
Nun vergoss die Frau noch mehr Tränen. »Nein«, sagte sie immer wieder, »dass dürfen Sie nicht tun, sonst darf ich nicht mehr ausfahren.«
»Wohnen vielleicht Kinder von Ihnen in der Nähe?«
»Nein, mein einziger Sohn lebt in Hamburg.«
Inzwischen wusste ich, wo die drei roten Fahnen wehten, vor dem Seniorenheim. Die Seniorin hatte die falsche Richtung eingeschlagen. Hilfesuchend sah sie mich an.
Ich begutachtete ihren Rollator. Glücklicherweise war es ein breites Exemplar.
»Eine Möglichkeit haben wir, wie ich Sie zurückbringen kann. Sie setzen sich auf den Ruhesitz des Rollators und ich fahre sie langsam zurück zum Seniorenheim. Es ist zwar eine heikle Sache, denn die Füße müssen Sie dabei etwas anheben.«
Ihr Gesicht bekam sofort einen hoffnungsvollen Ausdruck. »Ja, lassen Sie uns das ausprobieren«, meinte sie.
Ich drehte den Rollator Richtung Seniorenheim und hob die müde Frau auf die Sitzbank. »Festhalten am Gestänge!«, befahl ich. Vorsichtig fuhren wir los. Zu meinem Erstaunen genoss sie die außergewöhnliche Rückfahrt. »Ach, ist das lustig«, rief sie immer wieder. »Es macht so viel Spaß!« Unbekümmert wie ein kleines Kind, thronte sie auf dem erhöhten Sitz. Das Müdesein schien spurlos verschwunden.
Die drei roten Fahnen flatterten im Wind, als wir näherkamen. »Gleich sind wir da«, sagte ich. »Sehen Sie auch die drei roten Fahnen?«
»Ja, aber sehr undeutlich, denn auf dem linken Auge bin ich fast blind. Ach, war das schön mit Ihnen! Heute haben wir gemeinsam den Rollator-Führerausweis bekommen, nicht wahr?«, strahlte sie. Wir sahen uns an und mussten so heftig lachen, dass uns die Tränen kamen. Beim Abschied versprach ich der alten Dame, sie auf alle Fälle wieder zu besuchen.

Der Tagtraum
Endlich saß er im Zug.
Es war knapp. Die Räder fingen an zu rollen.
Sein braunes Vuitton-Lederköfferchen stellte er neben sich auf den Sitz.
Gerd war ein Mann in den besten Jahren, schlank und groß gewachsen, mit lebhaften braunen Augen und dunkelbraunen, buschigen Haaren. Er war sportlich-elegant gekleidet. Auffallend, seine geliebte rote Krawatte von Brioni auf dem weißen Hemd.
»Ach, bin ich müde!«, dachte er. »Die letzten Tage im Büro waren stresserfüllt.«
Die Sonne schien durch das Fenster ins Abteil. Kurzerhand zog er das Rollo herunter.
»Schlafen, schlafen, nichts als schlafen, möchte ich.« Er schloss ein wenig die Lider, dachte an sie. Chantal – die Frau die er schon lange begehrte. Sie ist blond, hat ein schönes Dekolleté und ist sehr sexy. Im Halbschlaf hörte er sie flüstern: »Je t’aime, je t’aime!« Ja, alles was ich brauche ist Liebe.
Seine Augen fielen ihm vollends zu. Er träumte, war im siebten Himmel. Sie war bei ihm, die Geliebte. Sie schmuste mit ihm, küsste ihn leidenschaftlich mit ihren vollen roten Lippen. Es wurde ihm so heiß, dass er den Schlipsknoten seiner roten Krawatte lockerte. Das war der Anlass für die Geliebte, ihm das Hemd zu öffnen. Sie ließ ihre zarten Finger über seinen Körper gleiten, presste sich eng an ihn. Ihre Wärme war sehr wohltuend. Wie zärtlich sie war und wie gut sie roch! »Pass auf, Gerd«, ging es ihm durch den Kopf, »sonst bist du nicht mehr Herr deiner Sinne.« Dieser liebliche Duft ist sehr erregend! Er spürte, wie sein Herz hämmerte.
Sein Atem ging schneller. Er genoss die Liebkosungen, das Verlangen nach ihr wuchs. Seine Männlichkeit machte sich bemerkbar.
Dann – ein Ruck! Im Halbschlaf dachte er: »Jetzt hat der Zug angehalten.«
Die Abteiltür ging auf und wieder zu.
Ein erneuter Ruck. Der Zug fuhr an.
Durch einen harten Plumps auf seinen Schoss, wurde er schlagartig hellwach.
Ein kleines Hutzelmännchen saß auf seinem Schoss. Verschämt und erschrocken murmelte es leise: »Entschuldigung!« Er richtete sich sofort auf, platzierte sich Gerd gegenüber und betrachtete ihn eingehend. Nach einer Weile sagte er: »Sie haben eine extravagante Krawatte an, mit einem außergewöhnlichen Rot.«
Obwohl er mich auf unsanfte Art in die Realität zurückholte, konnte ich ihm absolut nicht böse sein.

Colette
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