Bernhard Giersche - Karl -ausgeliefert

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'Das Spiel ist zu Ende, wenn ich sage, dass es zu Ende ist!'
Die Entführung des Multimillionärs Karl Grothner soll Marius Kleinhans reich machen. Trotz aller schützenden Sicherheitssysteme gelingt ihm der große Coup, doch um welchen Preis? Hätte er sich über die Persönlichkeit seines Opfers mehr Gedanken gemacht, wäre er Einbrecher geblieben, statt zum Kidnapper zu werden. Aber zur Umkehr ist es schon lange zu spät! Eine tödliche Maschinerie aus Mord, Lügen und Intrigen gerät unaufhaltsam in Gang. Der Strudel aus Machtgier und morbider Liebe reißt alle Protagonisten mit sich.
Wer wird verlieren, wer gewinnen?
Wer ist gut und wer ist böse?

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Karl Grothner ging die wenigen Meter zum Haupteingang des Verwaltungsgebäudes, dessen gesamte Fassade aus verspiegeltem Glas bestand und das einen perfekten Würfel von exakt fünfundvierzig Metern Kantenlänge darstellte. Der Fahrer wartete weisungsgemäß genau dreißig Sekunden, bevor er dem »Chef« mit der schwarzen Aktentasche folgte, die er ihm dann vor die imposante Bürotür stellen würde. Frau Huss, die mausgraue Sekretärin des »Chefs«, würde ihm, wenn Karl Grothner das Gebäude wieder verlassen würde, jene schwarze Tasche exakt dreißig Sekunden später hinterhertragen und in den Kofferraum der Limousine legen. So war es jeden Tag. Zu genau derselben Zeit. Karl Grothner hatte jedes Detail im Ablauf seines Arbeitstages durchorganisiert und genauestens geplant. Jede Abweichung von diesem Schema, sofern von den Angestellten verursacht, führte in die sofortige Arbeitslosigkeit. Karl Grothners Chefsekretärin, Frau Huss, war eine unansehnliche Frau mit einem strengen und völlig altmodischen Dutt. Sie trug stets unauffällige, knöchellange Kleider und eine ebenso unspektakuläre Brille und selten Schmuck oder Parfüm. Ihr unterstand die Buchhaltung und das gesamte Sekretariat, das eine Etage tiefer untergebracht war. Ihr oblag die Auswahl der Schreibkräfte, die zum inneren Zirkel des Grothner-Imperiums gehörten, da sie Zugang zu teilweise sensiblen Daten und Vorgängen hatten. Sie konnte von sich behaupten, es am längsten mit dem »Chef« ausgehalten zu haben, würde das aber niemals tun. Sie war wie ein Schatten, wie der Mensch gewordene Nachhall seiner Persönlichkeit und Autorität. Als sie sich vor über fünfzehn Jahren auf die Stelle der Chefsekretärin bewarb, war sie in einem grauen Kostüm zum Bewerbungsgespräch erschienen und hatte fachliche Kompetenz bewiesen und das nötige Maß an Unterwürfigkeit mitgebracht, um die Stelle zu bekommen. Leidensfähigkeit musste sie erst lernen, aber Karl Grothner war diesbezüglich ein guter Lehrmeister. Sie lernte mit der absoluten Emotionslosigkeit des Konzernchefs zu leben, wie man es lernen mag, mit einer Krebserkrankung umzugehen. In den ersten Jahren litt sie seelisch Höllenqualen, wenn Grothner menschliche Existenzen mit eiskaltem Kalkül zerstörte. Sie sah ehemalige Firmenbesitzer geschockt und in Tränen aufgelöst aus Grothners Büro schleichen, nachdem deren Unternehmen vom ständig wachsenden und unersättlichen Grothner-Konzern geschluckt und zerschlagen wurden. Sie musste herzzerreißend weinende ehemalige Mitarbeiter abweisen, wenn diese trotz ihres Leids noch den Mut fanden, mit dem »Chef« persönlich über ihre Entlassung reden zu wollen. Und sie musste dies mit der gleichen Kälte tun wie der »Chef« selber. Sonst würde sie die Nächste sein, die gehen musste. In ihrer Position entwickelte sie eine Art »Stockholm-Syndrom«, die Identifikation mit dem Aggressor. Sie arbeitete schon lange nicht mehr für Geld, sie gehörte Grothner. Wie alles um Karl Grothner herum Karl Grothner gehörte.

Der Fahrer hatte die schwarze Ledertasche vor dem Chefbüro abgestellt, Frau Huss kaum wahrnehmbar zugenickt und war gegangen. Der »Chef« war dreißig Sekunden vorher wie immer mit regungslosem Gesicht an ihr vorübergegangen und hatte lautlos die Tür zu seinem Büro geöffnet. Auf seinem schlichten Schreibtisch hatte er eine Tasse schwarzen Kaffee und die Terminliste vorgefunden. Sie nahm die schwarze Tasche und öffnete ohne anzuklopfen die Tür. Er hob nicht einmal den Kopf, wusste er doch, dass sie es war. Karl Grothner saß vor seinem Notebook, und an den Bewegungen seiner grauen Augen konnte sie erkennen, dass er dabei war, seine Korrespondenz zu sichten. Der Chef wusste, dass sie die Tasche nun öffnen und in der Reihenfolge Schnellhefter, Smartphone und Plastikdose mit zwei geschnittenen Äpfeln auspacken und die Gegenstände in vorgeschriebener Ordnung auf dem Schreibtisch platzieren würde.

Wie jeden Tag. Und wie jeden Tag gab er ihr, wieder ohne aufzusehen, sein Diktiergerät mit den Anweisungen für den Tag. Sie nahm es entgegen und war peinlich bemüht, seine feingliedrigen Finger dabei nicht zu berühren. So viel intime Nähe zu diesem Mann wäre für sie unerträglich gewesen. Eine Berührung wäre ein Tabubruch gewesen. In den fünfzehn Jahren, die sie ihn nun kannte, hatte sie nie beobachtet, dass Karl Grothner von irgendjemandem berührt worden war. Er gab niemals jemandem die Hand. Möglichst ohne ein Geräusch zu verursachen, verließ sie sein Büro und nahm auf ihrem Bürostuhl Platz, vor sich den Schreibtisch, der wie ein verkleinertes Abbild des Tisches vom »Chef« aussah.

Sie schaltete das Diktiergerät ein. Karl Grothners tiefe, sonore und doch kalte Stimme erfüllte das Vorzimmer. »Predeick um neun. Quartalszahlen Innvotec-Grothner bis zehn. Den Schweizern absagen. Termin Börsenblatt absagen. Termin Ministerium an Berhues delegieren. Max Fresenius entlassen, Vollzug an mich bis fünfzehn Uhr. Telefonate nur von Dr. Krieger und Herrn Walther durchstellen. Bildschirmkonferenz moderieren Sie. Unterlagen sind im Netzwerk. Brinkmann vom Sicherheitsdienst um sechzehn Uhr bestellen.«

Ein Tag wie jeder andere. Sie atmete auf. Max Fresenius war der Facility-Manager des Verwaltungsgebäudes. Früher hätte man »Hausmeister« gesagt. Frau Huss wusste nicht, was der etwa fünfzig Jahre alte Fresenius verbrochen hatte, vielleicht war nur eine Glühbirne auf dem Männerklo defekt oder es wuchs Unkraut in den schmalen Beeten vor dem Glaskubus. Fresenius war auch für die Wartung des Fuhrparks zuständig. Möglicherweise gab es eine leuchtende Warnlampe in der Cheflimousine.

Es war ihre Aufgabe, den Kündigungsgrund zu formulieren, Fresenius davon in Kenntnis zu setzen und die Rechtsabteilung zu informieren. Ein Memo ging an die Sicherheitsabteilung, die dafür sorgte, dass der Mann seine Sachen packte und dann das Firmengelände verließ und nicht wiederkehrte. Sie erledigte alles innerhalb einer halben Stunde und pflegte die vakant gewordene Stelle in die Firmen-Homepage ein. Routine, die sie mittlerweile ebenso emotionslos erledigte, wie der »Chef« sie anordnete. Keine Fragen.

Drei

An den Mann heranzukommen schien unmöglich. Wenn er den Glaskasten verließ, waren stets die Gorillas in der Nähe. Zwar immer dezent im Hintergrund, aber nahe genug, um jederzeit eingreifen zu können, sollte jemand ihrem Boss zu nahe kommen. Den Mann so abzugreifen, war undenkbar. Das war Marius Kleinhans klar. Alleine schon das Sammeln notwendiger Informationen über sein potentielles Opfer gestaltete sich extrem schwierig. Er durfte keinen Fehler machen, sonst wäre der Coup vorbei, bevor er begonnen hatte. Es hatte Tage gedauert, bis es ihm gelungen war, den Weg vom Firmensitz bis in das Privathaus seines Opfers nachzuvollziehen. Sein ursprünglicher Plan war es, den beiden Fahrzeugen einfach zu folgen. Im ersten Auto, einem schwarzen gepanzerten Mercedes, saßen Grothner und sein Fahrer. Bei jeder Fahrt wurde der Wagen von einem Land Rover begleitet, in dem vier Sicherheitsleute saßen. Marius Kleinhans hatte jedesmal die Verfolgung nach wenigen Kilometern abgebrochen, weil sein Instinkt ihm einredete, dass die Bodyguards mitbekommen hatten, dass er sie verfolgte. Erst an einem Tag, an dem es sehr stark regnete und man von ihm maximal die Scheinwerfer im Rückspiegel erkennen konnte, hatte er sich getraut, sie bis zu ihrem Ziel zu verfolgen. Als er die kleine Kolonne durch ein sich automatisch öffnendes Tor fahren sah, war er sich sicher, das Privathaus von Karl Grothner gefunden zu haben.

Marius Kleinhans hatte die feste Absicht, Karl Grothner zu entführen, um ein saftiges Lösegeld zu kassieren. Auf ihn war er durch Zufall gekommen, als er einen Pressebericht gelesen hatte, der sich mit dem Grothner-Imperium befasste. Dort war geschrieben worden, dass über den Privatmann Karl Grothner kaum Informationen vorlagen, weil dieser extrem menschenscheu sei und noch niemals ein Interview gegeben hatte. Auch existierten kaum Fotos von dem Mann, was ebenfalls sehr ungewöhnlich war. Immerhin besaß Grothner ein Wirtschaftsimperium und zählte zu den reichsten Menschen im Land. Marius Kleinhans war der klassische Kriminelle. Von leicht überdurchschnittlicher Intelligenz hatte ihn seine eher banale Verbrecherkarriere immerhin darin geschult, Chancen zu erkennen und ziemlich gute Planungen vorzunehmen, wenn es darum ging, an das Geld anderer Leute zu kommen. Er war mit einem Meter siebzig ein eher kleiner Mann, aber er war extrem muskulös, ohne dabei gedrungen oder körperlich unproportional zu wirken. Er trug kurz geschnittenes, braunes Haar und sein bartloses Gesicht war markant männlich. Ein leichter Unterbiss verlieh ihm das Aussehen einer Bulldogge, was auch sein Spitzname damals im Knast war. Zwei Jahre Santa Fu hatten ihn gelehrt, dass es besser ist, alleine zu arbeiten. Damals hatten ihn die Fehler und der Leichtsinn anderer vor Gericht und anschließend ins Gefängnis gebracht. Diesmal wollte er so ein Fiasko vermeiden. Er bestritt seinen Lebensunterhalt mit Einbrüchen und war darauf spezialisiert, die Sicherheitssysteme der Reichen und Schönen zu analysieren und zu umgehen. Aber er geriet immer mehr an seine Grenzen, denn die technische Entwicklung von Bewegungsmeldern, Kamerasystemen und anderen Einrichtungen ging rasant vonstatten. Mehrfach hatte er einen lange geplanten Einbruch abbrechen müssen, weil er trotz aller Vorbereitung Alarm ausgelöst hatte. Marius Kleinhans verstand sich als Gentleman-Einbrecher. Er wollte nicht in Mietwohnungen einsteigen, um der Arbeiterklasse die wenigen Habseligkeiten zu nehmen. Die Reichen wollte er bestehlen. Und so für ein wenig Gerechtigkeit sorgen. Vor allem auf sich bezogen, denn es waren doch die Reichen, die ihn arm hielten. Die ihm jede Chance verweigert hatten und in ihm eine Made sahen, die versuchte, sich einen Krumen vom Kuchen zu holen. Und dieser Karl Grothner war für ihn zum Sinnbild dieser Ungerechtigkeit geworden. Schwer reich und ohne Familie. Geld nur um des Geldes willen. Noch nie hatte Grothner etwas gespendet oder sich sonst irgendwie sozial engagiert. Für Kleinhans war der Magnat wie Dagobert Duck, der ohne sein tägliches Bad im Geldspeicher zugrunde ging. Wenn er es schaffte, Karl Grothner zu entführen und Lösegeld zu erpressen, wäre er selbst reich. Hätte ausgesorgt bis zum jüngsten Tag. Und er hätte etwas Ehrenhaftes getan, diese Arbeit würde ihn als Kriminellen adeln. Schnell hatte Kleinhans in Erfahrung gebracht, dass es unmöglich war, Grothner in dessen Haus zu packen. Das ganze Anwesen war eine einzige Alarmanlage und der Land Rover stand auch nachts vor dem Tor. Einmal in der Nacht wechselte die Besatzung des Wagens und Kleinhans sah keine Chance, auch nur in die Nähe des Wohnhauses zu gelangen, das von einer drei Meter hohen Mauer umgeben und von keiner Seite wirklich zu sehen war. Lediglich in dem Moment, in dem Grothners Mercedes durch das geöffnete Tor fuhr, konnte man das Wohnhaus erkennen. Ein graues, sehr modernes Gebäude mit einem Metalldach. Schmucklos und funktionell. Innerhalb der Mauern, die das Haus umgaben, gab es weder Bäume noch Büsche oder Blumen. Nur gepflegten, kurz geschnittenen Rasen. Auf der Mauer waren Scheinwerfer angebracht, und sobald nachts irgendein Tier die Bewegungsmelder aktivierte, stürzten die vier Männer aus dem Rover und überprüften die Lage. Da war nichts zu machen. Nächtelang hatte Kleinhans das Anwesen im Schutz der gegenüberliegenden Buschgruppe beobachtet. Er suchte nach einem Loch im Sicherheitsnetz des Multimillionärs. Doch auch nach Wochen des Beobachtens und Sondierens hatte er keine Ahnung davon, wie er des Mannes habhaft werden konnte, ohne dass man ihn in kürzester Zeit fassen und zurück nach Santa Fu bringen würde. Doch er gab nicht auf. »Geht nicht gibt es nicht« war seine Devise, und eines Tages hatte er zumindest den Hauch einer Idee.

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