Anne Goldmann - Lichtschacht

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Trau, schau, wem? Lena ist neu in der Stadt, schlägt sich mit Jobs durch, hofft Freunde zu finden. Eines Abends sieht sie, wie eine fremde Frau vom Dach gestoßen wird. Oder hat sie sich das bloß im Rausch eingebildet? Die Geschichte von Lena, die in Wien ihr Glück sucht, entfaltet sich auf der Schnittstelle zwischen einem Thriller – im tradierten Meister-Hitchcock-Sinne: man sieht den Schatten näher rücken, während die verstrickte Sympathieträgerin anderweitig beschäftigt ist – und einem modernen Märchen, so archaisch und schrecklich wie zu Grimms Zeiten: Die junge Einsame auf der Suche nach Heim, Liebe und Sinn, und der Schurke, der sich nach Macht und Besitz verzehrt, begegnen sich im Zauberwald des 21. Jahrhunderts, der Großstadt. Anne Goldmann erzählt ihren bitterbösen Roman mit tiefer Menschenkenntnis und der ihr eigenen unaufgeregten Lebendigkeit. Ihre schöne, einfühlsame Schreibweise verdichtet das Geschehen zu einem unaufhaltsamen Sog. Wie viele gute Schriftsteller erschafft sie Szenarien, die überall stattfinden könnten, wiewohl sie deutlich in ­einem bestimmten soziokulturellen Kosmos verankert sind. Das drückt sich auch in der Sprache aus: In Syntax und Wortwahl schwingt die Melodie Wiens mit, durchzieht Alltag und Wahrnehmung der Figuren. Dies lektorisch einzuebnen und in die Uniform des allgemeinen Hochdeutsch zu zwingen, hieße Anne Goldmanns Erzählkunst Gewalt antun. Viele »Austriazismen« erschließen sich auf Anhieb, selbst wenn sie einen leicht exotischen Beiklang haben, z.?B. Pfefferoni, Spital für ein Krankenhaus oder Melange für einen Milchkaffee Wiener Art. Doch auch manches, was sich für Hamburger spontan wie eine Stilblüte liest, gehört ganz akkurat zum Repertoire der ­österreichischen Erzählsprache. Am Ende des Buches findet sich daher eine kleine Liste der im Norden ungewohntesten Begriffe. Anne Goldmanns Romane laden dazu ein, sich auf ein paar ­Nuancen dieser Mundart einzulassen, ihrem charakteristischen ­Groove zu folgen, ihre Rhythmen und Eigenheiten zu verinnerlichen. Genießen Sie das wie einen Ausflug an die Donau. Die Spannung der Geschichte wird Sie ohnehin ereilen.

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Das Haus war relativ neu. Ein begrünter Innenhof, Pflastersteine. Zweite Türe rechts , hatte er gesagt. Neben dem Eingang stand ein mit bunten Bändern geschmücktes Olivenbäumchen in einem lichtblauen Topf. Sie drückte den Handballen auf den Klingelknopf und wartete.

Der Mann war groß und hager. »Komm weiter«, bat er und wandte sich um. Er hatte schüttere, flaumige Haare am Hinterkopf – wie ein Baby – und keinen Hintern in der Hose. Der hübsche, fast quadratische Vorraum war mit Holzspielzeug und Schuhen zugemüllt. Keine Türen. Viel Holz und Glas. Und Grünpflanzen. In der Wohnküche saß der Rest der Familie um einen großen Tisch: Eine tatkräftig wirkende Frau mit halblangen glatten Haaren hielt ein Kleinkind auf dem Schoß, das wie ein Vogel den Mund öffnete, sobald sie sich ihm mit dem Löffel näherte. Gegenüber ein zerzaustes, etwas größeres Mädchen. Es hatte ein Müsli vor sich stehen und las in einem dicken Buch. Er stellte sie einander vor. »Magst du Kaffee?«

Lena nickte.

»Setz dich.«

Der Sessel vor ihr war von einer dicken Katze belegt. Sie ließ sich neben dem Mädchen nieder. Es kaute mit vollen Backen und warf ihr einen prüfenden Blick zu. Die Mutter schob mit dem Löffel die Breireste um den Mund des Babys zusammen und spachtelte sie ihm zwischen die Lippen. Alle drei hatten die gleichen großen blauen Augen.

Der Kaffee war gut. Lena nahm einen weiteren Schluck und stellte die Tasse ab. »Sie brauchen jemanden, der sich um die Katzen kümmert.«

»Katze«, sagte das Mädchen ohne aufzublicken und blätterte geräuschvoll eine Seite um. »Wir haben nur eine. Jonas. Der kann nicht mit.«

»Wir fliegen für zwei Wochen auf die Insel«, erklärte der Mann und nahm ihr gegenüber Platz. »Nach Gomera. Jana, die unseren Haushalt führt, erledigt das sonst. Sie hatte einen Todesfall in der Familie. Ist nach Hause gefahren. Sie kommt erst zwei Tage vor uns zurück.«

Lena nickte und griff nach ihrer Tasse.

»Machst du das schon länger«, erkundigte sich die Frau, »Wohnungen hüten?« Das Baby rülpste.

»Ja. Katzen versorgen, Blumen gießen. Früher habe ich auch geputzt.« Sie wühlte in ihrer Tasche. »Pass. Meldezettel. – Meine Referenzen«, setzte sie nach. Das Paar sah sie überrascht an.

»Das brauchen wir nicht«, wehrte der Mann ab. »Wolfgang kennt dich. Das genügt.« Dann griffen beide gleichzeitig nach den Unterlagen, schauten auf, einander an. Dann zu ihr. Lachten ein bisschen unsicher. Wie ertappt. »Nur, weil du sie mithast … ich wollte immer schon einmal sehen, was die da so schreiben.«

»Passt schon«, sagte Lena. Es ist ihnen peinlich, dachte sie.

»Jana«, erklärte die Frau hastig, »gehört mittlerweile richtig zur Familie. Ich weiß gar nicht, wie ich –«, sie stockte kurz, »wie wir das alles schaffen würden ohne sie: Kinder, Haushalt, den Job. Ich bin Architektin.« Lena nickte. Die andere stand auf, strich ihr Baumwollkleid glatt und schob sich das Kind auf die linke Hüfte. »Gut. Ich zeige dir jetzt die Wohnung.«

Die Katze plumpste vom Sessel auf den Boden und folgte ihnen.

||

Er hatte sich schnell daran gewöhnt, das ganze Bett wieder für sich allein zu haben. Nun lag sie da. Wie früher jeden Morgen – flach auf dem Bauch, als wäre sie hingefallen, irgendwo heruntergefallen. Und nicht wieder aufgestanden. Er würde nie kapieren, wie man so schlafen konnte. Ihr Mund stand ein wenig offen. Sie atmete leise und gleichmäßig. Ihr Atem roch säuerlich. Er hielt die Luft an. Dachte kurz an Kathrin. Sie hatte sie nicht gemocht.

Vom ersten Moment an Abneigung: »Sie ist – nett. Ein wenig – nimm’s mir bitte nicht übel – naiv vielleicht. Wie sie drauflosplaudert. Zu dir aufschaut. Gut, sie ist noch sehr jung.«

Kathrin hatte ihr Lächeln erwidert. Ein naives Landkind, nicht besonders schlau.

»Woran denkst du?« Jetzt war sie wach. Stützte sich auf den linken Arm und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Sie sah etwas benommen aus.

Er überging ihre Frage. »Kaffee?« Sie nickte. Er hörte sie ins Bad gehen, während er sich in der Küche zu schaffen machte, Laden öffnete und schloss, eine Kapsel in die Maschine drückte und eine Tasse, eine zweite, aus dem Regal nahm. Seine Morgen waren ihm heilig. Er vertrug keine Musik, keinen Lärm, keine Fragen. Sie wusste das.

Sie kam frisch geduscht mit feuchten, zu einem Zopf geflochtenen Haaren und vollständig bekleidet aus dem Badezimmer. Er hielt ihr eine Tasse hin. Sie dankte mit einem Nicken. Sie tranken schweigend. Sie sah ihn ein-, zweimal von der Seite an. Er reagierte nicht. Sie hielt die Schale mit beiden Händen, als wollte sie sich wärmen. Blickte ins Leere.

»Ich muss arbeiten«, sagte er schließlich. »Wir reden morgen weiter. Ich werde mich um die Sache kümmern.« Sie zuckte zusammen. »Hast du die Tabletten? Soll ich dich nach Hause bringen?«

»Nein danke. Ich komm schon zurecht.« Sie zögerte. »Kann ich dich anrufen? Am Abend?«

»Ich melde mich bei dir. Besser, wir reden nicht am Telefon.« Er strich ihr übers Haar. »Mach dir keine Sorgen. Dir wird nichts passieren«, murmelte er.

Ihr Kopf flog herum. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an.

||

Als Lena vor dem Geschäft ankam, stand die Tür bereits offen. Sich schon in der Früh hetzen zu müssen war wirklich das Letzte! »Guten Morgen. Bin ich zu spät?«

Ihr Chef drehte sich um. »Morgen, Lena.« Er lächelte und wies auf seine Armbanduhr. »Pünktlich auf die Minute.«

Warum sieht er mich so an? Sie stellte die Tasche ab und schlüpfte aus ihrer Jacke. Im zweiten Raum, der als Lager und Werkstatt diente, blubberte der Wasserkocher. Wolfgang verschwand nebenan und goss sich eine Tasse Tee auf. Lena zupfte an ihrem Rocksaum und zog ihn energisch nach unten. Zu kurz, dachte sie. Noch immer kam sie sich wie verkleidet vor.

»Ich muss in einer halben Stunde wieder weg. Denkst du, du schaffst das schon allein?«

»Ja, klar«, sagte sie forsch und nahm Rechnungsblock und Füllfeder aus der Schublade. Jedes Kind konnte das. Die Ware war ausgepreist. Rechnungen wurden – in Schönschrift, hatte er verlangt – mit der Hand geschrieben, das Bargeld in einer Kassette verwahrt. Die Bankomatkasse war kein Mirakel.

Als sie aufblickte, stand er mit einem Hocker mitten im Raum. Sie nahm ihn ihm ab und trug ihn vor die Tür. Er folgte mit einem kleinen Tischchen.

Wolfgang war schon älter, sicher vierzig, fünfundvierzig, schlank mit einem kleinen Bauchansatz, den er mit lässig geschnittenen, meist schwarzen Klamotten zu kaschieren versuchte. Dunkle kurze Haare, etwas Grau an den Schläfen. Kein Bart. Gutaussehend, wenn man diesen Typ Mann mochte. Lena hielt ihn für ein wenig eitel. Er hatte sie nach einem kurzen Gespräch eingestellt.

»Es geht um etwa drei Dienste pro Woche. Kann auch einmal kurzfristig sein.«

»Passt. Wenn ich es am Vortag weiß, kann ich mir das einteilen.« Sie brauchte dringend etwas Fixes, durfte keine großen Ansprüche stellen.

»Ich nehme an, es ist okay für dich, wenn wir uns duzen?« Wie mein Vater, dachte sie. Sie glauben, es macht sie jünger. »Ja, kein Problem.«

Wolfgang hatte das Geschäft vor knapp zwei Jahren eröffnet. EigeRT stand in großen Lettern auf dem Schaufenster. Dahinter ein ganz in Weiß gehaltenes Lokal. Kühl. Stylish. Wie die Wohnung, in der ich jetzt lebe, dachte sie. Man könnte viel daraus machen. Aus der Wohnung. Aus dem Laden. Aber beides gehörte nicht ihr.

Wolfgang verkaufte Kleinmöbel, vornehmlich Designerware, Dekoration und seine aktuelle Serie von künstlerisch verfremdeten Gebrauchsgegenständen. Die Kunden hatten Geld. Einige waren mit ihm befreundet. Manchmal kamen auch Leute in ihrem Alter, Studentinnen, Schüler. Sie sahen sich lange um, fragten viel und wählten dann eine Kleinigkeit, ein Geschenk für eine Freundin, ein Spiel, Klebebuchstaben, die aus irgendeinem Grund der große Renner waren. Ich würde nie in einem Geschäft wie dem hier einkaufen, dachte sie. Auch nicht, wenn ich Geld hätte. Die meisten Sachen waren viel zu teuer und nicht besonders originell. Und die wirklich schönen Stücke …

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