Hannes Mie - Der Diskursmensch

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»Der hier vertraulich vorliegende Versuch jedoch soll es nicht den Leuten gleichtun, die den Zeigefinger nur auf die Politiker richten, Zeter und Mordio schreien und unter dem Verlust ihrer gekonnten Zuversicht die ersten Steine werfen, nein. Geworfen wird hier eher ein Blick darauf, unter welchen Umständen die Menschen eigentlich was für sinnvoll halten und damit wie entscheiden. Es wird ein Brückenschlag versucht, eine Erläuterung geboten zwischen dem, was richtig ist und gerecht sein soll. Vor allem aber ist es eine zeitgeistliche Dokumentation, die im Lichte von Humanismus und Aufklärung dem ideologiekritischen Argument eine systematische Bedeutung verleiht.«

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Max Weber sagt in seinem „Objektivitätsaufsatz“ von 1904, dass es wichtig sei, „[…] den Lesern (und – sagen wir wiederum – vor allem sich selbst!) jederzeit deutlich zu machen, daß und wo der denkende Forscher aufhört und der wollende Mensch anfängt zu sprechen, wo die Argumente sich an den Verstand und wo sie sich an das Gefühl wenden.“ 4Als Bewusstmachung zum Einstieg in eine Stellungnahme, erscheint das hervorragend geeignet.

2.2. Das Unbehagen einer Gesellschaft

Es ist nun auch ein Teil des Gerechtigkeitssinns, der – mit Blick auf Wirtschaftlichkeit, Gesundheitsschutz und das Teppichkehren der Volksvertreter – nicht selten in absoluter Hilflosigkeit und sodann in Frust endet, weil aufgrund mangelnder Fachkenntnis auf der einen, aber auch nebelhafter Transparenz und medialer Rechtsverklärung auf der anderen Seite kein Einblick möglich gemacht ist in die Interessen, Entscheidungsprozesse und Verhältnismäßigkeiten der Machtinstitutionen, die unser aller Leben bestimmen, besteuern und bestrafen. Groteskerweise einen sich hier die Pros mit den Kontras in einer vom auslösenden Ereignis erleichterten Kritik bzw. effektiven Stimmung.

Wir hindern uns also nicht nur selbst daran, dem Weltgeschehen einen Sinn zu verleihen, sondern es wird uns auch vermeintlich erleichtert bis vorenthalten. Diesem Kind müssen wir selbst einen Namen geben. Je nach politischer Gesinnung, Glauben oder Einstellung, lässt sich das Verhältnis zwischen Volk und Volksvertretern mit Prädikaten wie „gut“, „gleichgültig“ oder „schlecht“ beschreiben. Von Gefolgschaften über politisch unterschiedliche Ansichten bis hin zur Politikverdrossenheit, dessen Vorwürfe sich z.B. mithilfe von „Machterhalt“, „Lobbyismus“ und „Lügen“ beschreiben lassen, bietet Deutschland ein buntes Politikprofil. Bloß in diesem Deutschland schweigen sich ausgerechnet die Volksvertreter über Ideale und über Ideologien aus. Schade eigentlich. Berichterstattung und Informationspolitik könnten hier – seriös und bürgernah – Abhilfe schaffen, die grundsätzlich ist, d.h. das Prinzip der Aufklärung wieder auf beide Beine stellt. Andere Handhabungen wie interessenverseuchte Formulierungen, Ergebnis-Orientierung oder Quotenentscheidungen forcieren das Unbehagen eher noch. Je mehr politische Entscheidungen Kausalität widerspiegeln, desto besser ist es dem Wähler möglich, diese Entscheidungen zu verstehen. Das hat Einfluss auf die Stabilität der Überzeugung. Und diese Stabilität soll – meiner Auffassung nach im ureigenen Sinne der Aufklärung – den Menschen und seine Systeme nicht eindeutiger sondern authentischer werden lassen. Was meine ich damit?

Werden Entscheidungsprozesse in Bereichen öffentlicher Relevanz auf eine Art und Weise geführt, die eine adäquate Stellungnahme des (dazu gewillten) Bürgers be- oder gar verhindert, dann handelt es sich dabei vorrangig um Handhabungen zu Gunsten der Gegenaufklärung. Ziemlich unempfindlich gegenüber Argumenten und resistent gegenüber Demonstrationen, wird der kooperativ bedachte Einfluss ausgesetzt. Im Prinzip zieht das aber den Gehorsam der Weisheit vor. So erscheint der Gang auf die Straße als unrühmliche Nötigung, besagter Hilflosigkeit zu begegnen und nicht (mehr) als freiheitliche Entscheidung, für ein konkretes Ziel einzutreten. Dieser Verantwortung stehen – in der hier eingenommenen Perspektive – in besonderem Maße die politischen Parteien und Medienanstalten gegenüber, und sie sollten ihr gerecht werden. Als eindeutig aufbereitete und vorgehaltene Informationen ziehen quasi automatisch Spekulationen nach sich, die die gesamte Diskurssituation in der bereits thematisierten Sachlichkeit gefährden. Unseriös, ja geradezu fahrlässig wirken dann die Spitzenpolitiker wie auch die sog. „Nachrichtenmacher“, die sich dieser Versuchung nicht entledigen.

So gesehen ist die grundsätzliche Einheit von Pros und Kontras eben weniger grotesk, denn eher Belegstück dafür, dass über sog. Affären, Vor- und Zwischenfälle hinaus wieder einmal die Politik als Ganzes auf dem Prüfstand steht. Danach fragen sich vermutlich viele Bürger – eben soweit es ihnen möglich ist –, welche Politiker-Typen und steuerfinanzierte Initiativen gewollt sind, und auch prinzipiell, welche der Ziele z.B. von Elektrizität, Vielfalt, Wohlstand oder Frieden es unter welchen Umständen wert sind, angestrebt oder aufgegeben zu werden.

Diese Fragen können in vielfacher Hinsicht große Sprengkraft entwickeln. Und so präzise sich Naturwissenschaften schon der Beschreibung von Explosionen gewidmet haben bzw. widmen können, ist es nicht sympathisch abzusehen, was in sozialer wie kultureller Hinsicht zu verzeichnen wäre, nicht nur wenn sich große Teile der Bevölkerung der Utopie einer „guten Politik“ bewusst werden, sondern zu alle dem die Beherrschung dieser Illusion verlieren.

2.3 Überzeugende Konflikte – Bedrohte Ideale

Sind die Bürger zu nachsichtig gegenüber ihren Politikern, wird vermutlich Eigeninteresse und Lobbyismus die Politik maßgeblich mitbestimmen. Sind die Bürger zu streng gegenüber ihren Politikern, wird vermutlich Unverbindlichkeit und Populismus noch dazu kommen. Jede dieser Anzeichen kommen als Phänomene bereits bekannt vor. Da ist Misstrauen auf der einen und Misstrauen auf der anderen Seite. Dass das nicht gerade förderlich für die verhältnismäßige Gesundheit zwischen Bevölkerung und Politik ist, liegt auf der Hand. Dass auch die Medien an solchen Diagnosen, besser noch: Zuständen nicht ganz unschuldig sind, wurde bereits angesprochen, lässt aber die Frage zurück, wie eindeutig denn nun eigentlich die medial inszenierten Inhalte Anteil haben an der – vorrangig bürgerlichen – Wahrnehmung politischer Unstimmigkeiten und der darauf folgenden diskursiven Auseinandersetzung. Gilt doch:

➢ Je umfangreicher ich mich informiere und informiert werde, desto authentischer kann mir die Komplexität der Sachlage einsichtig werden.

Es kommt doch nicht von irgendwo her, dass erst nach wochenlanger Berichterstattung über ein Ereignis die Eindeutigkeit des fachspezifischen Standardwissens als Selbstverständlichkeit zu Tage tritt. Diverse Vorwegnahmen politstrategischer wie medienwirksamer Kalkulationen verfehlen in beschämender Weise den Auftrag der Öffentlichkeitsarbeit und des investigativen Journalismus. Aufklärung stand schon immer auf der Liste bedrohter Ideale. Dabei gewinnt man vordergründig den Eindruck, dass die neuen Ideologien, die auf die totale Vernichtung dieses Wertes ausgerichtet sind, vielmehr als alt ängstlich denn als neu innovativ gegolten werden können. Und hintergründig, dass die mangelnde Bewusstmachung über die Wichtigkeit wertneutraler Erklärungen auch zu mangelnder Verteidigung ehrbarer Aufklärung in der berufspflichtigen Praxis führt. Ein Umstand, der genau an dem Punkt Misstrauen auslöst, an dem Vertrauen als letzte Bastion gegen Verdruss und Radikalisierung wichtig wäre. Der Bürger ist immer auch Wähler und hat infolgedessen auf der einen Seite eigentlich die Pflicht, nicht nur seine eigene Meinungsbildung kritisch zu hinterfragen, sondern auch noch die veröffentlichten Quellen quasi grundsätzlich anzuzweifeln. Auf der anderen Seite, stehen diesem Wähler selten die Kapazitäten zur Verfügung, die ihm überhaupt eine solch intensive Auseinandersetzung gestatten. Kommt es also aufgrund dieser realistischen Umstände zu einer unrealistischen Politisierung der Sachlage, definiert sich diese politische Kultur als Bestandteil einer Praxis der Gegenaufklärung (!). Oder als Hypothese:

➢ Je mehr Politik – gegen die Aufklärung gerichtet – gemacht wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Politisierung der Sachlage seitens des Volkes unrealistisch verläuft.

Soll das typisch sein oder werden? Für das Wahlverhalten in Zukunft, für die Qualität unserer Entscheidungen, für das Ansehen von Politikern, für die Bildung unserer Kinder, zum Wohle des Volkes? Wieso nicht? Aber Politik als verstecktes Versteckspiel erscheint nicht nur als übelriechende Fleischwerdung einer hierarchischen Überzeugung, sondern sollte in seiner tiefsitzenden Feindlichkeit vor dem Kulturmenschen zwar angeprangert aber eben auch erläutert werden.

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