Liselotte Welskopf-Henrich - Harka
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Harka sprang ab. Er konnte dies wagen, weil er wusste, dass der Leithengst die gefesselte Herde nicht verlassen würde. Da er Pfeil und Bogen nicht vertraute, hängte er den Bogen rasch wieder über die Schulter und nahm das Messer zur Hand. Der Wolf wollte sich eben am Hals der Stute festbeißen und war blind für alles andere. Der Junge kam heran, und mit einem kräftigen und gut gezielten Stoß stieß er das Messer dem Wolf bis zum Heft in den Hals.
Er riss das Messer aus dem Körper des verendenden Tieres und stieß einen Siegesruf aus. Aber in diesem Augenblick wäre es ihm selbst fast ebenso ergangen wie dem getöteten Wolf. Er war wie berauscht von seinem Sieg und ließ einen Moment in seiner Aufmerksamkeit nach, und da musste er auch schon mit Schrecken begreifen, dass er sich einem ganzen Rudel der Raubtiere gegenüber befand. Blitzartig wurde ihm die Lage klar. Das große Rudel hatte sich geteilt; eine Gruppe hatte von der Anhöhe her einen leichten Angriff geführt, der den Wölfen zwar Verluste brachte, aber Männer und Hunde auch ganz und gar nach dieser Seite hin beschäftigte. Unterdessen war ein anderer Teil des Rudels im Halbkreis herumgeschlichen, um überraschend in die Pferdeherde einzubrechen. Bei den Pferden waren nachts immer Wachen aufgestellt. Harka hatte am Abend die Einteilung mit angehört und wusste, dass um diese Stunde die jungen Burschen Tschetan und Schonka bei den Mustangs sein mussten. Sie waren aber beide nicht da. Sicher hatten sie sich verführen lassen, wegzulaufen und bei der Anhöhe gegen die Wölfe zu kämpfen!
Harka schrie laut warnend. Drei der Wölfe hatten sich schon auf ein Pferd gestürzt und zerrissen es. Es war durchaus nicht sicher, dass die Raubtiere den Jungen, der nach »Mensch« und daher für sie gefährlich roch, überhaupt angreifen würden; sie hatten andere, hilflose Beute genug vor sich. Aber da war ein Wolf, größer als die anderen; wahrscheinlich der Anführer des Rudels, und dieser setzte auf Harka an. Der Junge konnte sich nur noch dadurch retten, dass er auf das Pferd des Vaters sprang, das soeben doch in Todesangst von der Herde wegbrach.
Nach knapp fünfzig Metern gelang es dem jungen Reiter, das Tier zu wenden, das nach dem ersten Augenblick eines panischen Schreckens selbst wieder zu der bedrohten Herde zurückstrebte, wahrscheinlich, um sie auf der Flucht mitzuziehen. Als Harka Zeltlager und Pferde wieder erblickte, begriff er sofort, was dort geschah. Viele Männer und Burschen, selbst Frauen und Mädchen waren herbeigeeilt, schnitten die Fesseln der Pferde durch und sprangen auf, um die Tiere vor den Wölfen zu retten und ihre Flucht zu lenken. Von den Raubtieren, die sich an den niedergerissenen Pferden festgebissen hatten, wurden viele getötet, mit allen Waffen, die eben zur Hand waren.
Harka durfte das Pferd des Vaters jetzt nicht mehr verlassen. Das Tier wollte offensichtlich die anderen zur Flucht auffordern, und Harka gab dem scheinbar nach. Einige berittene und einige ledige Tiere folgten, und es gelang den Reitern, eine regellose Flucht zu verhindern. In weitem Bogen galoppierte das Pferderudel über die nächtliche einsame Prärie wieder zum Zeltlager zurück.
Die Wölfe hatten schon das Weite gesucht, so dass die Pferde sich nicht vor der Rückkehr scheuten.
Aber wie sah es beim Lager aus! Die erste Helle, die den Sonnenaufgang ankündigte, ließ schon alles deutlich erkennen. Zwölf Pferde waren von den Wölfen totgebissen, zum Teil zerfleischt. Neun weitere Pferde waren so schwer verletzt, dass die Männer sie töten mussten. Fünfzehn Tiere fehlten, sie mussten ausgebrochen und entflohen sein. Die Bärenbande hatte über einhundertfünfzig Pferde besessen, fast jedes vierte war verloren, das war ein schwerer Verlust, besonders während des Wanderzuges.
Man führte die Tiere zusammen, und zwar am anderen Lagerende, weil der Blutgeruch sie doch noch verstörte, und machte sie wieder fest. Die Frauen holten das Fleisch der toten Tiere. Hawandschita und Mattotaupa verteilten es gerecht auf alle Zelte nach der Zahl der Esser. Kleine Stücke wurden von den Hungrigen gleich roh verzehrt.
Harka hatte den Hengst des Vaters wieder vor dem Zelt angepflockt und ging jetzt umher, um die toten Wölfe zu besehen und die Spuren der nächtlichen Ereignisse zu verfolgen. Er fand den Wolf, den er getötet hatte, und schnitt sich die Ohren als Siegeszeichen ab. Harpstennah, der jüngere Bruder, stand bewundernd dabei. Harka winkte ihm mitzukommen. Er erklärte dem Neunjährigen die Fährten und den Verlauf des Kampfes, damit er etwas lernen konnte. Immer wieder beschaute Harka die erlegten Wölfe. Das große Tier, das er in dem gefährlichsten Augenblick des Kampfes in der Nähe gesehen hatte, war nicht dabei. Harka ging mit dem Bruder vorsichtig das Gelände nach den Wolfsspuren ab. Er konnte die Fährte des großen Wolfes herauskennen. Dieser hatte kräftigere Pfoten und rannte in größeren Sätzen als die anderen. Er war entkommen.
»Dieser Wolf ist ein großer Häuptling unter den Wölfen«, erklärte Harka Harpstennah. »Wir haben an den Fährten gesehen, wie er sein Rudel herangeführt und wie er es geteilt hat, um uns zu überlisten. Viele Wölfe sind getötet worden, aber die anderen sind satt, obgleich es keine Büffel gibt.«
Die Jungen gingen nach ihrem Streifzug zu dem väterlichen Tipi zurück. Im Zelt fanden sie Tschetan und Schonka, die sehr beschämt vor Mattotaupa standen. Harka wäre am liebsten mit Harpstennah zusammen sofort wieder hinausgegangen, denn er wollte nicht, dass der jüngere Bruder mit anhörte, wenn Tschetan, Harkas großer Freund, getadelt wurde. Aber schon war es zu spät, Harpstennah war bereits zur Mutter in den Hintergrund des Zeltes gelaufen, und so blieb auch Harka stehen und hörte sich alles mit an.
»Ihr beiden habt gehandelt wie kleine Mädchen, die sich nicht beherrschen können«, sagte der Kriegshäuptling eben zu den beiden Burschen, und das war die härteste Zurechtweisung, die er aussprechen konnte. »Ihr habt die Pferde verlassen, um Wolfsohren zu erbeuten. Was dann geschehen ist, wisst ihr. Die Krieger der Bärenbande sind der Meinung, dass ihr die Ohren der getöteten Wölfe nicht tragen dürft.«
Harka schämte sich tief für seinen Freund Tschetan. Was für eine Schande! Tschetan musste sehr mutige und gut überlegte Taten vollbringen, um eine solche Schande wieder auszulöschen. Natürlich galt das auch für Schonka, aber an Schonka dachte Harka nicht. Er wandte sich ab, als ob er nichts gesehen oder gehört hätte. Er wollte Tschetan ersparen, vor einem elfjährigen Jungen gedemütigt worden zu sein.
Blass, mit verbissenen Lippen, verließen die beiden Burschen den Häuptling, der ihnen das gesagt hatte, was sie sich nun selbst Tag und Nacht sagen mussten, bis sie die Scharte wieder ausgewetzt hatten.
Mattotaupa gab den Befehl zum Aufbruch.
Die dreißig Zelte wurden abgeschlagen. Eine Anzahl Kinder musste bei den Müttern aufsitzen oder sich mit einem Platz in einer Rutsche bescheiden, da man nicht mehr genug Pferde hatte. Ein paar Frauen gingen zu Fuß wie Hawandschita.
Harka, der Wolfstöter, konnte aber wieder seinen munteren Schecken besteigen und wie die Krieger in der langen Reihe neben den Lasttieren herreiten.
Einer allein
An dem Morgen, an dem die Bärenbande vom Wüten des Sturmes überrascht worden war und ihren Aufbruch um einige Stunden hatte verschieben müssen, ging ohne ihr Wissen in der Höhle oben am Felshang etwas vor.
Tief drinnen im Berg, in völliger undurchdringlicher Finsternis, beklommen von stickiger Luft, rührte sich ein Mensch. Seine Lederjoppe, seine Lederhosen, seine nackten Füße, das Haar waren triefend nass. Er hockte in der Einbuchtung eines fast senkrecht ansteigenden Höhlenarmes, keuchte und tastete hastig an den Rändern seines unbequemen Sitzplatzes umher. Der Kopf dröhnte ihm von dem Rauschen des Wassers, das wenige Meter tiefer mit reißender Gewalt durch die Höhlungen des Berges schoss. Diesem unterirdischen Bach war er soeben entkommen; er wusste selbst noch nicht recht, wie. Aber er war wieder bei sich, er konnte wieder atmen. Alles tat ihm weh, Kopf, Schultern, Knie. Das reißende Wasser hatte mit ihm gespielt wie mit einem Stein, ihn gegen Felswände geworfen, in Tiefen aufprallen lassen. Seine Büchse war verloren, sein Hut war verloren, das Messer war verloren, das Feuerzeug war nass. Er hatte nichts mehr als das kümmerliche Leben und die triefenden Kleider am Leib, und das im Innern des Bergs und ohne die geringste Vorstellung davon, wie er zu einem Höhlenausgang gelangen könne.
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